The Big Five – Was man bei Anti-Aging beachten sollte

Anti-Aging ist das Stichwort, bei dem ich naturgemäß aufhorche. Die Palette der Inhaltsstoffe, denen Anti-Aging-Eigenschaften nachgesagt oder zugeschrieben wird, ist lang. Die Frage ist aber: was hilft tatsächlich? Was wirkt auch mit Nachweis? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Retinol und Retin-A? Was sind Antioxidantien und was können sie? Zumindest einige antworten gibt es im folgenden Artikel.

Wirksame Hautpflege und am besten niemals Falten bekommen – mit dreißig glaubt man noch, dass die Sache mit den Falten nicht ganz so schlimm ist wie man immer liest. Mit vierzig fängt man die Recherche an… So ging es auch mir und hier ist mein Fazit: jede Frau sollte darauf achten, dass die Pflege fünf Komponenten enthält, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist – die Big Five.

Sonnenschutz

Man kann es nicht oft genug sagen: Sonnenschutz mit wirksamen Filtern im UVA- und UVB-Bereich ist das A und O in Sachen Anti-Aging. Mehr hierzu gibt es in einem gesonderten Artikel: Sonnenschutz

Inhaltsstoffe zur Förderung der Zellkommunikation

Was ist Zellkommunikation?

Die Kommunikation zwischen den Körperzellen sorgt dafür, dass nicht zuletzt auch Hautzellen wissen, wie sich sich im Idealfall verhalten sollen oder eben auch nicht. Diese Kommunikation erfolgt über sogenannte Botenstoffe und hierbei kann es natürlich auch zu Fehlern in der Kommunikation kommen. Jede Zelle besitzt Rezeptoren für verschiedene Botenstoffe und über diesen Weg wird ein Signal an die Zelle vermittelt, sich wie eine gesunde Zelle zu verhalten. Außerdem kann die Zelle die erhaltenen Informationen an die Nachbarzellen weitergeben.

Was geht schief?

Ein Rezeptor, ein Botenstoff – da ist die Kommunikation kein Problem. Leider geht es in der Haut weit komplizierter zu, es gibt eine Vielzahl an Rezeptoren, Botenstoffen und nachfolgenden Informationen und Kommunikationswegen. Und genau hier setzt die Wissenschaft an: es wird versucht Wirkstoffe zu finden, die den Zellen die „richtigen“ Informationen geben.

Wirkstoffe mit nachgewiesener Wirksamkeit

Heute geht man davon aus, dass folgende Wirkstoffe tatsächlich auf die Zellkommunikation wirken. Bei der Anwendung verhalten sich immer mehr Zellen wieder wie gesunde Zellen und die sichtbaren Hautschäden wie z.B. Falten gehen auch sichtbar zurück. Allerdings erst nach ausreichender Anwendungsdauer und das sind mindestens drei Monate!

Die Liste:

  • Retinol (Vitamin A1)
  • Niacinamid (Vitamin B3)
  • Palmitoyl-Oligopeptid
  • Palmitoyl-Tripeptid-3
  • u.a.

Eine Sonderstellung haben Tretinoin und Adapalen, diese Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig und haben auch mehr Nebenwirkungen als frei verkäufliche Produkte. Andererseits sind sie aber auch wirksamer, insbesondere Tretinoin gilt unter Fachleuten als der Goldstandard zur Abmilderung von Sonnenschäden bzw. zur Erhöhung der Kollagenproduktion in der Haut.

Antioxidantien

Im Zusammenhang mit Antioxidantien ist immer von freien Radikalen die Rede. Also beginnen wir dort: freie Radikale sind einzelne Elektronen, die auf der Suche nach einem Partnermolekül andere Elektronenpaare auseinander reißen. Das nennt man Oxidation. Und genau hier wirken Antioxidantien: sie neutralisieren freie Radikale.

Antioxidantien gibt es viele: Vitamin C, Vitamin E, grüner Tee, Coenzym Q10, Traubenkernextrakt, Superoxide Dismutase, Granatapfelextrakt, Idebenone, Coffeeberry und viele mehr.

Tipp: einige Hautärzte empfehlen, am Morgen und Abend unterschiedliche Antioxidantien zu nehmen, damit sich diese in der Wirkung ergänzen.

Hydroxysäuren (exfolierend)

Eine unschöne Folge von Sonnenschäden bei der Haut ist ein unregelmäßiges Erscheinungsbild, sowohl von der Tönung als auch von der Textur her. Die Textur kann mithilfe von Hydroxysäuren verbessert werden, diese helfen der Haut, Schichten abgestorbener und ungesunder Haut abzubauen. Hydroxysäuren sind ein chemisches Peeling und helfen, die Beschaffenheit der Haut zu verbessern. Auch die Hauttönung kann von Hydroxysäuren profitieren und gleichmäßiger werden. Gegen Pigmentflecken helfen jedoch nur zielgerichtete Maßnahmen (dazu wird es noch mehr bei FabForties geben).

Die am besten erforschten Säuren sind Alpha-Hydroxy-Säure (AHA) und Beta-Hydroxy-Säure (BHA). Hier stehen Glycol- und Milchsäuren (AHA) und Salicylsäure (BHA) zur Wahl. AHA-Produkte sollten 5-10% AHA enthalten, bei BHA sind 0,5 bis 2% optimal. Ganz wichtig bei diesen Produkten ist der pH-Wert, liegt er zwischen 3 und 4, ist das Peeling wirksam.

Der Unterschied zwischen AHA und BHA ist schnell erklärt: AHA wirkt hauptsächlich an der Hautoberfläche und wird in erster Linie bei Sonnenschäden eingesetzt, BHA hingegen ist fettlöslich und kann in die Pore eindringen, also ideal auch bei Mitessern.

Pflegende Inhaltsstoffe

Eine gesunde und gut aussehende Haut benötigt ein wenig Hilfe, um glatt zu bleiben, gegen die Umwelt geschützt zu sein und die Barrierefunktion zu unterstützen. Diese Hilfe können Inhaltsstoffe wie Glycerin, Sodium PCA, Ceramide, Lecithin, Hyaluronsäure leisten. Es handelt sich hier um sogenannte hautidentische Stoffe. Sie sorgen für glatte, gut durchfeuchtete Haut.

Ganz wichtig hierbei: die Textur muss zur Haut passen. Reichhaltige Cremes sind für trockene Haut gedacht!

Noch ein wichtiger Hinweis

Ich finde es wichtig zu wissen, dass diese Liste nicht abschließend ist. Gerade im Bereich Anti-Aging wird sehr viel geforscht und immer wieder werden neue Inhaltsstoffe gefunden, die wirksam sind oder sein könnten. Daher sollte man sich durchaus auch auf das eigene (Haut-)Gefühl verlassen, wen es um neue Pflegeprodukte geht – und natürlich den Hautzustand beim Blick in den Spiegel.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang fand ich einen Film von BBC, der vor einiger Zeit bei ARTE lief. Dort machte sich Professor Reagan auf die Suche nach nachweislich wirksamen Produkten. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass eine Creme tatsächlich auf tiefe Hautschichten wirkte. Das kann dazu führen, dass der enthaltene Wirkstoff als verschreibungspflichtiges Medikament deklariert wird und umfangreiche, jahrelange Tests notwendig sind, bevor das Produkt wieder verkauft werden kann. Alles nicht so ganz im Sinne von Unternehmen, die Gewinne machen wollen….

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