Sommer in Maine klingt verführerisch, oder

wer auf Schnee schaut, sobald sie den Blick hebt, lässt sich von dem Cover dieses Buches von J. Courtney Sullivan leicht verführen. Ich sah es im Schaufenster meines Lieblingsbuchladens und es war um mich geschehen. Zusammen mit einem weiteren Buch, das hier sicher auch noch besprochen wird, wanderte es in meinen Korb (ich schaffe es eigentlich nie, diesen Buchladen ohne mindestens zwei ungeplante Bücher für mich zu verlassen, egal, warum ich hingegangen bin!) und kam dann mit nach Niederösterreich und wurde dort im Wellnessbereich auf dem Divan nach der Sauna gelesen.

Es geht um drei Generationen einer Familie in den USA, und zwar hauptsächlich um die Frauen dieser Generation. Die Matriarchin Alice residiert in ihrem Strandhaus und verliert sich in den Armen der Kirche in Gestalt eines hilfsbereiten, liebenswürdigen und nicht zuletzt attraktiven jungen Priesters, während ihre Familie in völliger Verkennung ihrer tatsächlichen Bedürfnisse und Gedanken eine Art Besuchsdienst für sie organisiert. Hauptsächlich die Schwiegertochter, ihre eigenen Töchter stehen ihr nicht so nahe. Allerdings die Enkeltochter Maggie, die nach dem Ende ihrer ohnehin wenig vielversprechenden Beziehung zu einem ewig nicht erwachsenen Mann schwanger dorthin flüchtet, was wiederum ihre Mutter, die Tochter von Alice dazu bringt, sich schleunigst an dem ungeliebten Ort ihrer Kindheit einzufinden, um ihre Tochter zu unterstützen. Die Autorin hat eine schöne Sprache, das ist mir ja immer wichtig, und eine große Gabe, das Innenleben ihrer Protagonistinnen, von denen jeweils eine der Mittelpunkt eines jeden Kapitels ist, nachvollziehbar und in sich schlüssig darzustellen. Ich habe mit jeder von ihnen gefühlt, was dann aber zu überraschenden Erkenntnissen führt, wenn die eine dann mit den Augen der anderen geschildert wird. Zu kompliziert ausgedrückt, mag sein, ich fasse es in einem Satz zusammen:

Kaufen, mitnehmen in den Urlaub/aufs Sofa setzen, lesen!!

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