Der Teufel trägt Prada für Arme, oder (von Janne)

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schon lange kein so schlechtes Buch mehr gelesen (genauer gesagt seit Katja Kesslers Machwerk über ihr Leben). Evil Bitches mit dem Untertitel Bauch rein, Miststück raus – der Titel hat mir ja noch gefallen, die Aufmachung ist auch cool, aber das ist symptomatisch für das ganze Buch: mehr Schein als Sein könnte hier das Motto sein.

Die Autorin aus dem Jahrgang 83 (mein Gott, da habe ich Abitur gemacht) ist maßlos von sich selbst begeistert: Sie ist nicht nur unglaublich schön, dünn (ohne zu hungern), intelligent, informiert und konsequent (nein, sie jammert nicht rum, sie ändert ihr Leben), aber es geht noch weiter: sie findet auch solche Eigenschaften an sich toll, die andere wohl mit gutem Grund lieber verschweigen würden: Dass ihre Wohnung (die sie „meine Casa“ nennt) ein einziges Chaos ist, dass sie nicht kochen kann, immer unpünktlich ist, ständig zuviel trinkt, an der Hälfte aller Arbeitstage ihren Traumjob schwänzt, rücksichtslos intrigiert, wenn es um sie selbst geht undsoweiterundsofort. Nur noch soviel: Angeblich schreckt sie nicht davor zurück, ihren Kolleginnen Abführmittel zu verabreichen, um selbst nach New York zu fliegen. Abgesehen davon, dass es schlicht unmöglich ist, Abführmittel für mehrere Leute in eine Sojasauce zu rühren, rein mengenmäßig, wäre es ja wohl auch eine echt miese Nummer.

Nun ja, Candy hat sich zehn Jahre lang auf den Job ihres Lebens vorbereitet: Redakteurin bei InSider, einer Persiflage auf InStyle – indem sie Praktika gemacht und Klamotten gekauft hat. Nun hasst sie den Job, ihre Chefin ist gemein, ihre Kolleginnen mobben sie, jeder will ihr was, alle kotzen dauernd, wenn sie nicht hungern – all das ist unendlich viel besser und interessanter in „Der Teufel trägt Prada“ beschrieben. Das  hier ist eher ärmlich. Auch die Aufzählung „meine Prada-Highheels, meine Guccitasche, meine Wasweißich-Shorts“ macht es nicht besser. Am Ende des Jahres ist Candy nach ihrer Einleitung „ein Miststück und stolz darauf“. Nun ja, sie hat ihrer Chefin nach ihrer Kündigung am Ende vor lauter Erdbeermargaritas (schon wieder betrunken) auf die Yves-Saint-Laurent-Gladiatorinnensandaletten gekotzt. Muss ich das toll finden?

Abgesehen von dem fehlenden Plot bleiben alle Figuren oberflächlich und blass, es wird viel mit Klischees gearbeitet und die Sprache gefällt mir auch nicht. Das ist kein Buch für mich gewesen. Wer es haben will, schreibe einen Kommentar, ich schicke es gleich weiter.

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