Die Geister, die uns folgen, oder

eine bewegende, lebhaft erzählte Lebensgeschichte von einer Kriegsreporterin ist wiederum ein sehr empfehlenswertes Buch. Ich las ein Interview mit der Autorin in einer Zeitschrift und beschloss spontan, mir das Buch zu bestellen, und ich habe es nicht bereut. Abgesehen davon, dass es unglaublich ist, wieviele Jahre diese Frau unter unglaublichsten Bedingungen gelebt und gearbeitet hat, ich hätte das niemals gekonnt, obwohl ich nicht als überängstlich verschrien bin. Sie hat buchstäblich Jahrzehnte in den schlimmsten Krisenregionen der Welt verbracht.

Sie erzählt dann von der On-Off-Liebesgeschichte mit ihren Mann, auch er Kriegsreporter, allerdings Fotograf. Eines Tages bittet er sie, ihn zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen. Sie, bereits über vierzig, tut dies, ohne darüber nachzudenken, welch Wagnis es ist zu hoffen, dass diese Beziehung aus den Schützengräben dieser Welt im westlichen Alltag ebenso intensiv, spannend und interessant bleibt.

Leider geht das auch nicht gut, wobei die Autorin es hauptsächlich den vergangenen Traumatisierungen zuschreibt. Ich wage mal zu sagen, dass eine Beziehung aus der Zeit des doppelten Hochseilaktes vielleicht für den Alltag auch nicht geeignet ist und manche Lieben eben dem täglichen Einerlei nicht gewachsen sind.

Berührend ist, wie sie zum ersten Mal in ihrem Leben Angst entwickelt, nachdem ihr Sohn auf der Welt ist, vermutlich, weil es nicht nur um sie geht.

Auch wenn dies keine große Literatur ist, das Buch nicht immer einem Erzählstrang folgt und die Sprache mich nicht tief berührt, erhält die Leserin doch einen realitätsgetreuen Einblick in zwei interessante Leben, die Autorin schreibt mit bewegender Ehrlichkeit.

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