Plauderstunde #220706: Reden wir über Geld

Geld… nachdem wir das Thema letzte Woche in den Kommentaren angerissen hatten wie versprochen eine Austauschrunde in Sachen Finanzen und Geld.

Offen gesagt bin ich weder eine Finanzexpertin noch eine Rentenberaterin, ich erzähle aber gerne in groben Zügen, wie es bei mir aussieht. Ich fand einige der Kommentare sehr ernüchternd, Altersarmut bei Frauen ist dann doch näher als ich dachte. Bitte verzeiht, dass sich das hier eventuell nicht ganz so flüssig wie sonst liest – es ist ein schwieriges und in Deutschland auch sehr privates Thema. Ich glaube, im Zweifel redet man eher noch über Sex als über Geld. Und ich bin hier eben nicht anonym.

Wie sieht es bei mir aus?

Jetzt wird es sehr holperig. Zum einen mag ich natürlich nichts über meinen tatsächlichen Kontostand schreiben, zum anderen weiß ich, dass ich in einer äußerst komfortablen Situation bin. Die resultiert aus einer Mischung meiner Talente, Lebensprinzipien meiner Mutter, harter Arbeit und einer großen Portion Glück.

Ich habe tatsächlich mit 19 pünktlich zum Studienanfang auf Betreiben meiner Mutter eine Lebensversicherung abgeschlossen. Mein Studium habe ich mit einer Mischung aus Halbwaisenrente, Bafög und Nachhilfestunden finanziert, die 22 DM für die LV waren aber jeden Monat vorhanden. Die wurde dann irgendwann dynamisiert und der mittlerweile sehr üppige Betrag wird pünktlich zu meinem 60. Geburtstag gezahlt werden.

Meine Mutter war auch diejenige, die mir sehr früh beigebracht, dass man immer finanziell unabhängig sein sollte (hat bisher gut funktioniert) und einer ihrer Lieblingssprüche war: “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not”. Auch das habe ich verinnerlicht. Ich habe mein Leben lang gespart. In Kombination mit einer gut bezahlten Arbeit, die mir meistens viel Spaß gemacht hat, was dann auch in entsprechenden Karriereschritten und mehr Verdienst mündete, denke ich heute jeden Tag, wie gut ich es getroffen habe und freue mich darüber. Das war oft sehr anstrengend, besonders als die Kinder noch klein waren, aber für mich hat es sich gelohnt. Für meine Töchter auch, die haben das role model vor der Nase und werden sich hoffentlich nie in Abhängigkeit begeben.

Besagtes Erspartes plus günstiger Wohnort erledigt die Mietsorgen, ich wohne in meiner bezahlten Wohnung.

Tja, und ansonsten habe ich meine 35 Beitragsjahre für die Rente beisammen, davon sehr viele mit dem Höchstbeitrag. Zweiter Rentenbaustein ist eine Betriebsrente. Hierzu kann ich wegen einer Geheimhaltungsklausel in meinem Vertrag nichts schreiben. Ich werde vermutlich mit 63 und entsprechenden Abschlägen in Rente gehen.

In der Zwischenzeit lebe ich von einer Abfindung meines Arbeitgebers. Mein Arbeitsvertrag endete am 30.6.22. Auch hier kann ich keine Details erzählen (Geheimhaltungsklausel im Vertrag), aber man findet ein paar wenige Informationen dazu im Netz, z.B. hier oder hier.

Tja, so sieht es bei mir aus.

Kommentare und meine Gedanken dazu

Einige von euch hatten von ihren überschaubaren Renten geschrieben oder dass sie noch sehr lange weiterarbeiten müssen.

Ich denke, jegliche Diskussion nach dem Motto “warum hast du nicht” oder “da hätte man halt man früher dran denken müssen” oder ähnliches mehr hilft da nicht weiter.

Viel interessanter für mich wäre es zu diskutieren, wie man JETZT noch etwas ändern kann oder auch wie man die Lebensweise ans Einkommen anpassen kann. Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht, viel ist mir nicht eingefallen. Was natürlich immer gut ist, ist ein 450-Euro-Job zusätzlich und man legt einen Teil des Geldes beiseite. Ist aber auch anstrengend, das sind grob gerechnet 10 Stunden Arbeit mehr pro Woche.

Geld Haushaltsplan Spartrick Ausgabenplanung

Spartipps finde ich immer schwierig, die sind sehr situationsabhängig. Meine Allzeittipp ist das Haushaltsbuch, um die Übersicht über die Ausgaben zu behalten, es gibt hier mehrere Beiträge dazu (Link und Link). Vielleicht kommen hier noch viele gute Anregungen?

Das Wichtigste aber: wie fühlt ihr euch mit der Situation?

Und was mich auch interessieren würde: findet ihr die jetzige Lage gerecht? Ich meine damit nicht das weit verbreitete Beamtenbashing wegen der Pensionen, sondern den Umgang mit einer deutlich gestiegenen Lebenserwartung samt umfangreichem Gesundheitswesen in Relation zur Lebensarbeitszeit. Irgendjemand muss das ja bezahlen.

Bin sehr gespannt auf eure Kommentare!

47 Kommentare

Liebe Irit,
wie funktioniert denn das mit den Rentenbeiträgen, wenn Du jetzt nicht mehr arbeitest und mit 63 in vorzeitige Rente gehst? Zahlst Du ab jetzt freiwillig ein oder ruhen die Beiträge?
Herzliche Grüße
Sam

naja, man braucht 35 Beitragsjahre, um in Altersrente gehen zu können. Ich habe mein Rentenkonto vor 15 Jahren zum ersten Mal klären lassen und war dann im Januar nochmal da.

Ich zahle jetzt nichts mehr ein, d.h. das Rentenkonto bleibt auf dem Stand wie jetzt und ich gehe dann mit meinen erworbenen Rentenpunkten in die vorgezogene Altersrente. Gehe ich mit 63, macht das 14,4% Abzug

Liebe Irit,
ich hatte auch mit 20 die erste Lebensversicherung, allerdings nur über 20 Jahre, damit sie rentabel ist. Bin selbst Versicherungskauffrau. 😀
Was das Alter betrifft, da kam mir leider das Leben dazwischen. Mit 37 Jahren Diagnose MS, erwerbsunfähig, volle EM-Rente. Ich habe lediglich das Glück, dass meine kleine Wohnung meinen Eltern gehörte und sie diese 2011 auf mich überschrieben haben. Müsste ich Miete bezahlen, könnte ich vermutlich nicht überleben.
Rücklagen fürs Alter habe ich keine, nur eine nicht übermäßig große Summe auf dem Sparkonto.
Ist schon ärgerlich, wenn man sehr gut verdient hat und sich gegen Kinder und für den Beruf entschieden hat. Krankheit kann plötzlich alles, restlos alles zunichte machen.
Liebe Grüße, Andrea

Da hast du recht. Allerdings habe ich das “Glück”, dass die Altersrente nicht niedriger sein wird als die EM-Rente. Und ich bin ein Sparfuchs. Wenn man Buch führt über die Ausgaben, bringt das richtig viel. Man überlegt zweimal bei jeder Ausgabe!

Liebe Irit, nur eine Verständnisfrage. Ich dachte , man braucht 45 Beitragsjahre und nicht 35 Jahre.
Liebe Grüße Barbara

Es gibt da zwei verschiedene Wartezeiten:
35 Jahre für die Altersrente für langjährig Versicherte mit Eintrittsalter 67 Jahre.
45 Jahre für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit Eintrittsalter 65 Jahre.

genau richtig

Ansonsten kann ich auch nur empfehlen, einen Termin mit der Rentenstelle zu machen, das Konto zu klären (Schulzeit, Ausbildung, Kinder…). Man bekommt dann einen SEHR langen Ausdruck mit allen Informationen und die beraten auch, was z.B. Sonderzahlungen angeht. Da war ich auch blöd, man kann nämlich bis 45 auch für Schul- und Ausbildungszeiten nachzahlen und die Rente erhöhen – habe ich leider erst letztes Jahr erfahren.

Ich bin wie Irit 57 Jahre alt, verheiratet, habe bisher 41 Beitragsjahre und seit vielen Jahren in einem Kleinbetrieb beschäftigt. Mein Mann ist 8 Jahre älter und geht Ende des Jahres in den Ruhestand.
Von daher besteht natürlich der Wunsch, früher aufzuhören. Besonders da ich mir in den letzten Jahren einen Stressmagen zugezogen habe und immer wieder knapp am Burnout vorbeischramme. Aber außer einfach aufhören und von den Ersparnissen zu leben, gibt es keine andere Möglichkeit für mich. Ersparnisse sind da, aber wenn wir das Glück haben, gemeinsam über 80 zu werden, wird es eng, da wir beide keine Betriebsrenten haben und monatlich entnehmen müssen. Da habe ich die aktuelle Inflation noch gar nicht eingepreist. Und dann habe ich noch Eltern mit kleiner Rente, die ich im Bedarfsfall unterstützen muß und möchte. Leider habe ich auch viele Jahre eher wenig verdient und bin erst vor einigen Jahren doch noch befördert worden mit entsprechender Gehaltserhöhung, was ich an den Rentenpunkten deutlich merke. Das macht es aber auch nicht einfacher, jetzt einfach aufzuhören. Ich plane im Moment zumindest bis 61 zu arbeiten, um die 45 Jahre zu komplettieren und dann 4 Jahre zu überbrücken, um mit 65 abschlagsfrei in Rente zu gehen. Alternativ noch länger zu arbeiten, aber dann weniger… das war ein kurzer Überblick über meine Situation!

Und zu deiner Frage, wie ich die aktuellen Regeln finde: als jemand der sehr früh mit knapp 16 in den Beruf gegangen ist und ohne Pause gearbeitet hat, fände ich eine stärkere Berücksichtigung der Beitragsjahre fairer. Ich würde erst nach 49 Jahren abschlagsfrei gehen können, das finde ich schon heftig…

Hallo, das Thema Rente finde ich persönlich schwierig und frustrierend. Ich sehe, dass die Anzahl der Beitragszahler die künftigen Rentenbelastungen kaum noch tragen kann. Ich sehe aber auch, auch an mir, dass schon eine Arbeit bis 67 kaum vorstellbar und auch leistbar ist. Ich (im September 52) hoffe auch, früher aufhören zu können, wenn ich es mir irgendwie leisten kann. Ich würde mir wünschen, dass es ein Altersvorsorgekonzept für alle gibt, und nicht irgendwelche Sondertöpfe für Beamte oder andere Regeln für Selbständige. Ich glaube, in Skandinavien gibt es – meine ich mal gelesen zu haben – intelligente Konzepte der Altersvorsorge wie bei uns. Zur aktuellen finanziellen Situation: ich kann sehr gut mit Geld umgehen, führe seit Jahrzehnten ein Haushaltsbuch. Aber was gerade finanziell abgeht, finde ich wirklich heftig. Ich bin Freitag beim Aldi mit einem halbvollen Wagen rausgegangen und musste 142 Euro bezahlen. Ich hab dreimal den Kassenzettel nachgesehen, ob sich der Kassierer irgendwo vertan hat. War aber nicht so. Meiner Fernwärmeabrechnung sehe ich mit Sorge entgegen. Und ich merke, dass so die Nettigkeiten (mal Essen gehen oder so), gerade bei uns sicherheitshalber gestrichen werden, obwohl wir finanziell gut aufgestellt sind. Man kann sein Geld nur einmal ausgeben. Hinsichtlich der Geldanlage setze ich seit Jahren auf Aktien und ETFs, was aber gerade im bestehenden Depot nicht so viel Spaß macht. Aber letztendlich heißt es dann, Nerven behalten. lg alexandra

meine Mutter hat es genau so gemacht wie du mein Vater hatte Pension zusammen konnten sie super leben. Na ja bei mir lief es anders und ich bereue das schon irgendwie, obwohl ich jetzt auch sehr viel Freizeit habe. Vergiss bei dem 450€ Job nicht, dass es da verschiedene Anregungsvorschrifen gibt. Außerdem wie ist es mit der Kraka. Bist du privat? Dann könntest du diese genau wegen dieses Jobs verlieren für die einen Segen für die anderen Fluch. Es gibt viel zu bedenken und es ist ein Weites Feld.

ja, ich bin privat versichert – ich glaube, die Chancen in die GKV zu kommen sind mehr als limitiert… da gab es nur noch eine ganz abstruse Möglichkeit.

Ich möchte aber auch keinen 450 Euro Job machen. Vielleicht nächstes Jahr freiberuflich, aber mal abwarten

Liebe Irit,

Du bist hochprivilegiert und Du weißt es.
Ich gönne es Dir — etwas anderes würde uns beiden nicht nützen. 🙂

Ich habe keine private Vorsorge, keine Sparverträge irgendeiner Art, keine Immobilien und keine nennenswerten Rücklagen. Das Risiko eines Hauskaufs habe ich mich als Alleinerziehende nie getraut zu tragen, deshalb habe ich als Mieterin bisher 16 Jahre lang die mtl. Kreditrate und ALLE Unkosten (Grundsteuer, Versicherungen etc.) des von mir bewohnten Hauses getragen, als wäre es mein eigenes. Für meine Vermieterin sind in dieser Zeit keine Kosten angefallen außer gelegentliche Heizungswartungen. Ich habe die Wertsteigerung ihres Hauses um mind. 100% voll finanziert. Das ärgert mich am meisten.

Ich habe schon als Kind gelernt, den Wert der Dinge zu schätzen, zu pflegen und zu bewahren, und habe ein Talent dafür, dem Unscheinbaren Seele einzuhauchen und dem Gewöhnlichen ein Leuchten zu entlocken.
Die Freude über Kleines schmeckt mir irgendwie süßer. Ich bin sehr glücklich, diese Fähigkeit an meine Tochter weitergegeben zu haben.

Wir wissen nicht, was morgen kommt. Niemand weiß es.
Vielleicht ist Geld bald unser lächerlichstes Problem.
Mich haben Existenzängste in eine Erschöpfungsdepression gerissen.
Ich kann ihnen das nicht noch einmal erlauben mit Sorgen um die Zukunft…

ach Beate, ich wünsche dir sehr viel Kraft.

Ich musste oft an deine Sorgen wegen des Öltanks denken – und dachte immer, ich bin mit Gas auf der sicheren Seite. Ich habe von 1992 bis 2013 für die Ruhrgas gearbeitet, deren Lieferverträge u.a. mit Russland jetzt bei Uniper sind. Es gab NIE Lieferunterbrechungen durch Russland, egal, welche politische Krise – die haben geliefert. Die Gewissheiten im Leben schwinden…

Hallo zusammen,
Ja es ist und bleibt schwierig. Ich habe lebenslang mit Lehre und Studium in Vollzeit gearbeitet. Bin geschieden mit heute erwachsener Tochter.
Während der Wende arbeitslos geworden. In meinem eigentlichen Beruf bekam ich keinen Job mehr und arbeite nun seit 22 Jahren bei einer Versicherung im Kundenservice ohne Tariflohn.
Mein Glück ist, dass ich in einer bisher!!! noch bezahlbaren Mietwohnung lebe und das seit 35 Jahren. Es ist eine Genossenschaftswohnung.
Das kommende Jahr wird wohl entscheiden, ob Kino oder alle halbe Jahre Essengehen noch drin ist.
In anderen europäischen Ländern werden die Renten vollkommen anders finanziert. Habe da in den letzten Jahren eine Reportage gesehen. Mir blieb der Mund offen stehen. Habe aber vergessen und bewusst verdrängt, weil ich sonst einen Schreikrampf gekriegt hatte.
Trotzdem muss es weitergehen…irgendwie.
Der Job hat mich wirklich so geschafft, dass ich die Tage zähle, bis ich da raus kann.
147 Tage

Genau, die Nebenkosten werden mir wohl am ehesten das Genick brechen. Habe heute meine Kühl-Gefrierkombi um 2°C wärmer gestellt auf 7/-16°C. Soll aufs Jahr auch was bringen. Dicke Klamotten und eine Heizdecke müssen für den Winter reichen mit Heizung im Wohnzimmer auf 18°C. Was mir viel zu kalt ist – im Normalfall.
Gestern kam schon von einer Versicherungs-Maklerin
die Anfrage, ob wegen Stromabschaltung aufgetaute Lebensmittel versichert sind. Das ist nicht der Fall. Dann vergammeln einige Hundert Euro.
Ich hoffe Precht hat Recht und die Realpolitiker drängen auf Verhandlungen der Ukraine mit Russland, um noch schlimmeres abzuwenden. Dann würde vielleicht auch wieder Erdgas zuverlässig kommen. Die Alternativen sind nicht bezahlbar auf absehbare Zeit.

Ich kann jedem empfehlen sich in das Thema ETFs einzulesen, so kompliziert ist das nicht und es gibt gute Kurse speziell für Frauen, warum auch immer. Das oder so ähnlich hätte die Politik auch handeln müssen, alles andere ist grob fahrlässig. Bedeutet im Klartext: unsere Misere und Altersarmut – vermutlich dann für fast die Hälfte der Bevölkerung – haben wir auschließlich der unfähigen Politikern zu verdanken. Andere Länder wirtschaften anders und akzeptieren nicht Alterarmut.
Also ETFs oder aber man hat Betriebsrente, Abfindung und Erspartes, was eigentlich für meine Generation kaum noch vorhanden ist. Auch ist die Vorstellung, man arbeitet in einem Betrieb 10-20-30 Jahre aus diversen Gründen komplett realitätsfremd. Auch wenn man es möchte, wird es einem durch diverse Personalabaumaßnahmen unmöglich gemacht. Die meisten musste ich selbst durchführen, ich spreche leider aus Erfahrung.
Ich habe geerbt und muss im Alter keine Miete zahlen, sonst wäre ich trotzt LSK1 und sehr viel eingezahlter Beiträge im Alter arm. Ohne dies irgendwie verschuldet zu haben.

” man braucht 35 Beitragsjahre, um in Altersrente gehen zu können”

Damit bekommt man die Rente gekürzt. Für ungekürzt muss man 45 Jahre haben. Genauer gesagt, je nach dem wie alt man ist…

“45 Jahre für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit Eintrittsalter 65 Jahre.”

Auch für Eintritt mit 67 oder später für mein Jahrgang gelten auch 45 Jahre. Ich hatte auch ein Beratungstermin mit Kontenklärung vor einigen Wochen.

Da stand noch, je nach dem wie alt man ist.
Für deine Generation gilt die Regelung, für meine nicht mehr. Eigentlich für deine ohne deinen Sonderkonstrukt auch nicht. Hättest du bis 67 gearbeitet, hättest du fast 45 Jahre. Die meisten werden ohnehin das tun müssen, weil die nicht ohne Einkünfte 10 Jahre leben und bis 67 warten können, dieses Einkommen wiederum versteuert wird.

Je jünger, desto mehr wird man ausgebeutet. Generation deiner Kinder sollte bis 69 arbeiten, das ist die Erbe die sie erhalten. Allerdings ist diese Generation auch bestens sensibilisiert, dass sie vorsorgen müssen. Am meisten werden es diejenigen schwer haben, die zwar jetzt dieses Bewusstsein auch haben, aber nicht mehr Zeit vorzusorgen.

bei der Rente ist die Regelaltersgrenze Vollendung des 67 LJ. Jeder, der früher geht erhält Abschläge. Egal, wie lange die Wartezeit ist. ( w. unten weiter ausgeführt)
Dann muss noch das Geburtsdatum hinzukommen. Jeder, der vor 1947 geboren ist, erreichte die Relgelaltersgrenze mit Vollendung des 65. LJ.. Alle danach mussten/ müssen länger arbeiten. Alle ab 2012.
Ausnahme 1. Erfüllung 35 J Wartezeit und 2 45 Jahre.
Will ich wissen, wann ich in Rente kann, schau ich also zuerst in die Dauer der Wartezeit. Hier streike ich. Wahrscheinlich zählt hier sogar Zeitungen austragen in Festanstellung im Babyalter. 😘
Also liebe Eltern früher anfangen lohnt sich hier aber den Taschengeld§ beachten.
Servus

mit den ETF liegst du nicht richtig, wer jetzt einsteigt, macht Miese, ebenso, wer dies vor kurzem machte. Selbst wer ewig welche hat, fällt. Aktien sind gerade im freien Fall und ziehen die ETF‘ s mit auch ausländische. Jetzt wäre es daher besser in Anleihen zu investieren. Oder man hätte Immobilarvermögen.

ETFs ist nicht für jemanden der schnell nervös wird oder dringend an das Geld ran muss. Für alle anderen ist dies eine sehr vernünftige Art vorzusorgen. Viele haben im Frühjahr 2020 panisch verkauft, was komplett falsch war. Die Märkte erholen sich immer, immer. Häufig binnen 6-12 Monaten. Mit ETFs arbeitet die Zeit für dich von alleine, vorausgesetzt man hat sich Grundwissen angeeignet. Zum Beispiel kann ETF Portfolio selbstredend auch nur Immobilien enthalten, das wäre aber eine ziemlich dumme Strategie. In Anleihen würde ich persönlich nie investieren, aber es ist völlig legitim, dass du eine andere Strategie verfolgst.

ich persönlich habe ein Aktienpaket geerbt DtAI seit 2016 um z.Zt. wieder 40% Verlust. Gerade hatten sie sich einigermaßen von Corona erholt, da kam Putin. Aus der Warte betrachtet bringt Sparen gerade wenig. 😢

ETFs habe ich auch, derzeit mit 8% in den Miesen, aber mal abwarten.

Aber nochmal zu den Rentewartezeiten: ich verstehe nie so ganz, was mit “voller” Altersrente gemeint ist. Man bekommt Rente entsprechend der Rentenpunkte, die man angesammelt hat. Jeder Rentenpunkt entspricht nach der letzten Erhöhung 36,02 Euro. Sprich: 10 Rentenpunkte = 360,20 Euro Rente im Monat.

Erfüllt man die 35 Jahre Wartezeit, kann man die Altersrente mit 67 (bzw. bei etwas älteren Jahrgängen ein paar Monate früher) ohne Abschläge antreten. Will man früher gehen, kostet das 0,3% pro Monat, also bei 4 Jahren mit 63 14,4% Abschlag. Was vernünftig ist, da man ja auch entsprechend länger Rente bezieht. Der Abschlag ist übrigens sehr günstig, bei meiner Betriebsrente sind es 0,4% pro Monat.

Und zur Altersrente und den anderen Ländern: ich weiß nicht, was die genau machen (außer Norwegen mit dem riesigen Staatsfond, in den die Öl- und Gaserlöse fließen). Die RV hat in 2020 334 Mrd € eingenommen, davon waren 75 Mrd € Zuschüsse des Bundes (also Steuergeld). Das ist schon ein erklecklicher Anteil der ursprünglich geplanten 362 Mrd. €. Ich frage mich, wie man da mehr finanzieren will.

Abgesehen davon wurde bisher jede der bekannteren Parteien mit alternativen Vorschläge zur RV, KV etc erbarmungslos bei Wahlen abgestraft – der deutsche Wähler möchte offenbar keine Änderungen

Ich war auch auf der Rentenstelle und habe mir das alles ausrechnen lassen. Ich könnte bereits nächsten April frühestens in den Ruhestand gehen und Rente beziehen, die Abschläge sind dann aber ziemlich hoch, finde ich im Anbetracht dessen, dass meine zukünftige Rente sehr niedrig ist. Ausgleichend könnte ich bezahlen: 40.000 Euro für ein Jahr, dabei verdiene ich nur etwa die Hälfte im ganzen Jahr. Ich hätte fair gefunden, die Rentenbeträge nachzuzahlen, die ich zahlen würde, wenn ich das Jahr arbeite. Vermutlich ist auch ein Ausgleich zur Einkommensteuer denkbar, aber kein so hoher Betrag. Offenbar sind die 40.000 Euro ein Betrag, den auch sehr viel mehr verdienende Leute zahlen, wo das Verhältnis wieder besser ist. Ich hab das von einigen gehört. Der Unterschied, wann ich nach über 45 Arbeitsjahren in den Ruhestand gehen kann und wann ich abschlagsfreie Rente bekomme, ist ein Jahr und dazwischen liegen 40.000 Euro.

“Und zur Altersrente und den anderen Ländern: ich weiß nicht, was die genau machen ”

So ziemlich alles anders als bei uns. Die lassen das Geld arbeiten, legen es an usw.. Aktuell gibt es Vorschläge, dass man für jede Person ab 18 genauso auch bei uns verfährt. Das meinte ich als ich vorhin geschrieben habe, dass die Dazwischen-Generation the biggest loser zu diesem Thema sein werden. Die einigen kamen rechtzeitig in die Rente und die anderen sind rechtzeitig vorgewarnt. Wobei, wenn das Geld noch weniger wird, werden auch Altrenten gekürzt, da wird sich schon eine passende Gesetzesänderung finden…

Welche Partei hatte bei uns eine vernünftige Rentenlösung und wurde dafür bei den Wahlen bestraft? Mir ist bislang keine vernünftige Lösung bekannt, deshalb die Frage.

“was mit “voller” Altersrente gemeint ist”

s. Silkes Antwort.
Regelaltersrente ist gemeint.

Die Staffelung nach Geburtjahr ist mir bekannt, ich arbeite mit diesen Daten. Ich denke, die kürzeste Wartezeit ist 5 Jahre, auch für Erwerbsminderungsrente sowie den Hinterbliebenenrente.

Wenn ich das hier lese, kann ich nur ohne ins Detail zu gehen
sagen: Glückliches Österreich, hier ist alles anders und üppiger für PensionistInnen
Kulturpur

Es ist nicht schwer, besser als Deutschland zu diesem Thema zu sein. Japaner gehen mit 60 in Rente, trotz weltniedrigster Geburtenrate und Chinesen mit 50.
Deshalb wird Deutschland weiter mit der Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte zu tun haben und folglich noch weniger Geld in der Rentenkasse.

In Japan und China möchtest du nicht arbeiten, im Vergleich sind das Arbeitsleben und die Bedingungen hier geradezu paradiesisch. Und sie gehen im Schnitt viel später in Rente, als wir.
Es gibt immer Dinge, die Verbesserungswürdig sind, aber so schlecht haben wir es in Deutschland nicht. Ich jedenfalls bin froh in diesem Land zu leben, denn es geht auch deutlich schlechter.

Selber spare und investiere ich seit meinem 20. Lebensjahr u.a. in ETFs und einer betrieblichen Altersversorgung. Meine Eltern haben mir glücklicherweise „eingetrichtert“ wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit (auch und vor allem als Frau) ist, dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Ich führe tatsächlich eine Art private Bilanz und GuV, die regelmässig aktualisiert wird, so habe ich meine Finanzen sehr gut im Blick und im Griff – quasi die erweiterte Version eines Haushaltsbuches 😉 Kann ich jedem nur empfehlen, es hilft unheimlich zu erkennen wo man steht.

Hallo zusammen,
ich find die Themen “private Bilanz und GuV” auch sehr interessant und würde mich über einen Gastartikel hierzu freuen. Letztlich betrifft uns das früher oder später ja alle.
LG

Von arbeiten war hier nicht die Rede, sondern bezog sich mein Kommentar auf Geburtenrate und Eintrittsalter für die Regelrente. Ich bin mit einigen Chinesen eng befreundet, sie gehen spätestens mit 55 in Rente, eher früher, das weiß ich aus erster Hand.
Davon abegesehen, geht es schon jetzt vielen in Deutschland richtig schlimm. Ich wohne in einem Stadtteil mit vielen Mietern über 80 und beobachte sein einigen Jahren wie sie es immer schlimmer haben. Paradiesich ist dabei nichts. Mag sein, dass du solche Zustände nicht kennst, das macht sie aber nicht weniger real oder weniger schlimm.

Hmm, jetzt bin ich etwas überfordert. So viel gibt es nicht zu sagen zu GuV und Bilanz!

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist die Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen in einem Zeitraum X (Monat / Jahr) und dient zur Ermittlung des Ergebnisses (hat man mehr oder weniger ausgegeben, als zur Verfügung stand).
Die GuV kann man relativ leicht aufstellen, sie entspricht im weitesten Sinne dem „Haushaltsbuch“ und ist nur Fleißarbeit.

Die Bilanz stellt Vermögen und Kapital, also Mittelverwendung und Mittelherkunft gegenüber.
Problematisch ist die Ermittlung und vor allem Bewertung des Anlagevermögens (Grundstücke, Ausstattung, Fahrzeuge und (langfristige) Wertpapiere).
Das Umlaufvermögen ist vereinfacht alles was nicht zum Anlagevermögen zählt (z.B. Kasse (Bargeld), Bankguthaben, kurzfristige Wertpapiere)
Zum Kapital gehört das Eigenkapital (eigene Mittel = Differenz aus Vermögen und Schulden) und das Fremdkapital (Kredite, Darlehen etc.).

Das ganze habe ich vor 15 Jahren angefangen, als wir den Kauf eines Grundstücks und Bau unseres Hauses geplant haben. Wir haben ein Darlehen bei der Bank beantragt und die checkt natürlich die Finanzen um zu sehen ob wir uns das überhaupt leisten können, bevor sie es bewilligt. Der damalige Bankberater hat Klötze gestaunt, als ich ihm unsere private GuV und Bilanz gezeigt habe 😀
Aber das Darlehen wurde bewilligt und wir sind heute schuldenfrei.

Das Ganze führe ich in Excel, was ein absolut geniales Tool ist.

Kurzum: eine Art GuV kann jeder aufstellen, bei der Bilanz stößt man schnell an seine Grenzen, weil die Bewertung des privaten Vermögens schwierig ist. Aber auch das kriegt man hin, wenn bereit ist Zeit zu investieren.

Mein allgemeiner Tipp zum Thema Geld: immer erst die Schulden bedienen und so schnell wie möglich schuldenfrei werden, dann erst Geld sparen/anlegen.
Die Sparrate zum 1. des Monats auf die Seite legen und nicht erst schauen wieviel am Ende des Monats übrig bleibt, denn dann bleibt meist wenig bis nichts übrig 😉

Sehr empfehlenswert ist die Literatur, Homepage, Blog, Podcast etc. von Gerd Kommer und Madame Monneypenny (einfach googeln).

Nur mal so erzählt. 🙂

Ganz am Anfang meines eigenständigen Lebens wusste ich natürlich nicht, wie ich mit meinem monatlichen Einkommen klar komme. Ich ging ein bis zwei Mal einkaufen und wusste dann, dass ich mit 50 DM in der Woche auskam, also legte ich mir am Anfang des Monats 200 DM in den Schrank und nahm mir davon jede Woche 50 DM in die Geldbörse. 50 DM kamen noch extra dazu für extra Ausgaben, wie Waschmittel, Monatshygiene und was man nicht jede Woche kauft.
Alles, was am Ende der Woche noch übrig war, kam in eine Spardose. 1980 habe ich damit begonnen und bis zum Euro kam ich damit gut klar.
Dazu, was am Ende des Monats noch auf dem Konto war, egal wie wenig, ging auf ein Sparbuch.

Im Laufe der Jahre kam einiges zusammen, nach dem Motto “Kleinvieh macht auch Mist” 🙂

Grob gesehen mache ich es heute noch so und wenn ich mal in einem Monat gar nichts außer der Reihe kaufe, dann spart sich einiges zusammen.

Ich kaufe aber auch nur das, was ich wirklich brauche, werfe nie Lebensmittel weg. Kaufe kein Fastfood, keine verarbeiteten Lebensmittel und was vom gekochten übrig bleibt, das gibt es zur oder als, nächste Mahlzeit kalt. Mich wundert, wie gut vieles auch kalt schmeckt.

Ich denke, wenn es bei machen finanziell knapp aussieht, dann muss man nicht jammern, sondern überdenken, was man ändern könnte, um nachhaltiger zu leben. Abgesehen von denen, die am Monatsanfang schon nicht viel Geld haben.

Vielleicht nicht interessant, hat ja nichts mit Bank zu tun, ich werfe es einfach mal in den Raum 🙂

Ein schönes Wochenende wünsche ich Allen
Maggy

Hallo an alle, ich versuche das gerade mit dem Online-Haushaltsbuch und habe ein bißchen Mühe, sinnvolle Kategorien aufzustellen. Also, so etwas wie Lebensmittel/Auto/ Freizeit/Kind. Ich habe jetzt zu viele glaube ich. Ich würde gern für jeden Monat einen Betrag pro Kategorie festlegen, den ich ausgeben darf. Hat eine von euch dafür viellt eine gute Vorlage gefunden? Gibt es viellt sogar ein Online-Tool dafür, das man nur ausfüllen muss??
Spart eine von euch eine Rürup Rente an? Ich verstehe noch nicht so ganz, ob das von Vorteil für mich wäre und ich das noch beginnen sollte.
Ich finde, das ist ein wirklich wichtiges und für mich gar nicht so leicht zu durchschauendes Thema! Leider waren meine Eltern in Sachen Finanzen keine guten Vorbilder und haben leider auch nichts erklärt oder geraten, geschweige denn für mich gespart. Nun ist es im mittleren Lebensalter sehr mühsam, mir das selbst gut zu vermitteln und die nächsten 25 Jahre noch sinnvoll zu nutzen. LG!

Bei den Kategorien kannst du unterscheiden zwischen fixe und variable Kosten.

Fix: Wohnen, Versicherungen, Verträge, Abos, Mobilität fix (Fahrzeugleasing etc.)
Variabel: Lebenshaltung, Mobilität variabel (Kraftstoff), Freizeit (Restaurant, Kino etc.), Sonstiges (Geschenke und andere aussergewöhnliche Ausgaben)

Die fixen Kosten musst du nur einmal anlegen und die Wiederholungsrate hinterlegen, fertig. Nur bei Bedarf (Mieterhöhung etc.) anpassen.

Bei den variablen Kosten würde ich erstmal so viele Kategorien anlegen, wie dir sinnvoll erscheinen. Später kannst du immer noch zusammenfassen oder erweitern.
Ich habe zum Beispiel eine Kategorie „Hobby“, mit 2 Unterkategorien (Bergsport & Kosmetik) weil ich für beide ziemlich viel Geld ausgebe und den Überblick behalten möchte.
Diese Kategorie werden nicht allzu viele brauchen, wiederum brauche ich keine Kategorie „Kind“, weil ich keine habe. Soll heißen, dass es sehr individuell ist.

Viel Erfolg 👍

Es gibt viele tolle Apps hierfür. Handy hat man ohnehin immer parat und kann unterwegs die Ausgaben tracken oder klassich das Haushaltsbuch führen. Ich nutze sie nicht persönlich, meinen Umgang mit Geld lernte ich noch während meiner Kindheit von meinen Eltern. Arbeiterfamilie, aber großes Haus gebaut und nie Kredite aufgenommen, Schulden hatte ich selbst nie verursacht, kaufe alles ohne Ratenzahlung oder ich kaufe es eben nicht und lebe schon immer mit weniger als ich habe. Dafür muss ich meine Kalorien tracken, Hormonen sei Dank, irgendetwas ist immer.

Lustigerweise hat mich das Kalorien tracken dazu animiert, endlich mit dem virtuellen Haushaltsbuch loszulegen. Das klappt bei mir nämlich wirklich gut, dadurch meine Kalorienmenge im Auge zu behalten. Irgendwie hat mich das überzeugt, dass es auch für Gelddinge eine gute Lösung sein könnte 😉
Danke, Isabelle, für die Unterscheidung in fix und variabel. Das füge ich hinzu!

Ich wiege selbstredend nichts ab. Ich nutze die kostenlose Version von My fitness pal, seit mehreren Jahren, Zeitaufwand 2-3 Minuten pro Tag, eher weniger. Man hat auch die short list von Gerichten oder Zutaten die man oft ißt, diese wird einem automatisch vorgeschlagen, je nach dem welche Buchstaben man eintippt. Man track auch die Trainings, wobei iphone alles was ich zu Fuß mache – bei mir täglich viel – automatisch dort einspielt. Alle Kuchensorten sind leider auch dort gespeichert. Alle lokale Gerichte aus sämtlichen Ländern, die Datenbank umfasst die ganze Welt und ist riesig. Mir ist aber auch nicht wichtig ob es 50 kcl mehr oder weniger sind, sondern, dass ich meine ungefähres Tagesziel nicht arg überschreite.

Du kannst z.B. FatSecret verwenden. Ich finde das tracken etwas mühsam, da Du – wenn Du es wirklich genau wissen willst – alles abwiegen musst. Mit der Zeit entwickelt man da eine gewisse Routine, aber ganz unaufwendig finde ich es persönlich nicht.

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