Welche Produkte kaufe bzw. teste ich? Ein paar praktische Tipps

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Die Flut an Beautyprodukten ist unüberschaubar. Ich fühle mich manchmal auch komplett erschlagen, aber im Lauf der Jahre habe ich ein paar „Kaufhürden“ aufgebaut und wenn die geschafft sind, kommt ein Produkt in die engere Auswahl. Ein paar praktische Tipps.

Teuer = gut?

Nein, natürlich nicht. Ich bewege mich am liebsten in einer „mittleren“ Preisrange. Alles sehr günstige (also Creme für 3 Euro und so weiter) betrachte ich mit Misstrauen, zieht man Handelsspanne, Marketing- und Herstellungskosten und so weiter ab bleiben ein paar Cent für den Inhalt. Das möchte ich mir nicht ins Gesicht packen. Ausnahme: Haarpflege. Da kaufe ich gerne im DM.

Gewöhnlicherweise kosten meine Sachen zwischen 10 und 100 Euro, meisten um die 40 Euro, ist natürlich auch produktabhängig.

Das finde ich für mich einerseits bezahlbar (da gibt es natürlich auch unterschiedliche Meinungen) und andererseits kann ich eine gute Qualität erwarten.

Was ist denn eigentlich drin?

Der Versprechungen gibt es viele und ich musste schon oft über Aussagen lächeln nach dem Motto „10 Frauen im einwöchigen Selbsttest fanden es toll“. Dann schaue ich doch lieber auf die Liste der Inhaltsstoffe. Die Listen sind meist recht lang und ich kenne auch nicht alles, aber als erstes scheidet schon mal alles mit Alkohol aus. Genauer: Alkohol weit oben auf der Liste (=es ist viel darin enthalten). Allerdings gibt es auch gute (Fett-)Alkohole. Wer sich genauer informieren möchte, dem empfehle ich diesen sehr guten Beitrag von den Beyers. Grundsätzlich kann man festhalten: Alcohol denat. vermeiden. Auch den aus ökologischem Anbau, das macht es nicht besser.

Als nächstes schaue ich nach deklarationspflichtigen Duftstoffen und ätherischen Ölen. Manchmal gibt es nur eine Sammelbezeichnung (parfum, fragrance) oder es ist zum Beispiel Lavendelöl gelistet. Insgesamt gibt es 26 Duftstoffe, die bei einem Gehalt im Endprodukt von mehr als 0,01 % (Rinse-off, also zum abwaschen) bzw. 0,001% (Leave-on, also z.B. Creme) kennzeichnungspflichtig sind:

  • Amyl cinnamal
  • Anise alcohol
  • Amylcinnamyl alcohol
  • Benzyl benzoate
  • Benzyl alcohol
  • Benzyl cinnamate
  • Benzyl salicylate
  • Citronellol
  • Cinnamyl alcohol
  • Farnesol
  • Cinnamal
  • Hexyl cinnamal
  • Citral Butylphenyl methylpropional
  • Coumarin
  • Limonene
  • Eugenol
  • Linalool
  • Geraniol
  • Methyl 2-octynoate
  • Hydroxycitronellal (!)
  • Alpha-isomethyl ionone
  • Hydroxyisohexyl 3-cyclohexene carboxaldehyde
  • Evernia prunastri extract
  • Isoeugenol
  • Evernia furfuracea extract

Hier auch noch ein Link dazu.

Außerdem meide ich: Bitterorange (Citrus aurantium mara), Eucalyptus (Eucalyptus globulus), Grapefruit (Citrus grandis), Melisse (Melissa officinalis), Orange (Citrus aurantium), Zimt (Cinnamomum cassia), Pfefferminze/Menthol (Mentha pipperita),

Der Konsumkaiser hat einen sehr schönen Beitrag dazu geschrieben und es (wie immer) sehr viel ausführlicher gemacht als ich.

Macht das Produkt Pickel?

Die Frage ist nicht mehr ganz so akut wie vor Jahren, aber ich reagiere auf einige Inhaltsstoffe wirklich IMMER. Ich habe 2011 hier darüber geschrieben und die Liste gilt bei mir immer noch. Eine lange List, in der man verdächtige Kandidaten suchen kann, gibt es hier.

Aber was ist es denn genau?

Ich kenne zwar einiges, aber natürlich nicht alle Inhaltsstoffe. Daher verlasse ich mich doch gerne aufs Internet und schaue auf meinen bevorzugten Seiten nach: INCIdecoder, Skincarisma und COSDNA. Beide Seiten sind englischsprachig. Zu den meisten Inhaltsstoffen gibt es eine kleine Erläuterung. Weitere gern konsultierte Quellen sind ist das Ingredient Dictionary von Paula’s Choice und das INCI-Wiki von Eat, train, care.

Die deutschen Seiten finde ich nicht so toll, das ist mir alles ein bisschen zu ökomäßig und zu wenig informativ. Und nach dem ich diesen Artikel gelesen hatte, war es dann ganz vorbei mit Codecheck und Co.

Kaufen oder nicht kaufen?

Tja, und wenn ich mich dann schlau gemacht habe und nichts negatives oder nur tolerierbares gefunden habe… spielt bei mir das Design auch noch eine Rolle. Ich würde mir nie im Leben diese Schweinchenflakons von Elizavecca kaufen.

Und nun habt ihr einen kleinen Eindruck bekommen, warum einige Marken immer wieder hier auftauchen (GUTE Inhaltsstoffe) und andere nur vereinzelt oder überhaupt nicht.

Was sind denn eure Kaufkriterien?

*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

9 Kommentare

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Guten Morgen!
Ich mach’s exakt wie du. Mein erster Blick geht oft zuerst ans Ende der Inciliste. Sehe ich da gleich 5 deklarationspflichtige Duftstoffe ist das Produkt in der Regel schon raus. Alk ganz vorne missfällt mir ebenfalls und ist meist auch schon ein Ausschlusskriterium. Dann schaue ich nach den üblichen Verdächtigen wie Citrusfrüchten, Menthol und Co. Genau den gleichen Sachen, die du auch aufgezählt hast, Irit. Und dann nach den potentiellen Pickelverursachern. Kokosöl geht zB. überhaupt nicht für mich.
Und dann schaue ich natürlich, um was für ein Produkt es sich so insgesamt handelt. Was wird denn da so aufgezählt? Eher 5 versch. Öle oder 5 versch. Feuchtigkeitsspender? Bei zig Ölen bin ich zumindest schon mal dezent skeptisch, ob das wohl überhaupt das richtige Produkt für mich ist. Es springt einem doch ganz schön viel ins Auge, woraus man Rückschlüsse zieht, man merkt es nur schon gar nicht mehr so, weil man das Inciliste lesen schon so gewohnt ist. Wir hatten es gerade gestern bei KK davon.
Farbstoffe sind noch etwas, die mir oft ungut ins Auge springen, mit Ausnahme von Makeup Produkten natürlich.
Sollte mich ein Produkt trotz dieser Ausschlusskriterien reizen, dann schaue ich, ob ich nicht vllt. erst mal eine Testgröße/Probe bekomme. Oder das Produkt direkt in einem Geschäft testen kann. Oft folgt da die Ernüchterung auf den Fuß: aufdringliche Parfümierung, unangenehmes Bitzeln oder gar Brennen, billige o. unpraktische und schwergängige Verpackung, usw. Spätestens dann vergeht mir meist die Lust. Oder auch umgekehrt: trotz aller Skepsis mag ich das Produkt vllt. doch. Wobei ich mich von allen Kriterien am wenigstens überwinden kann, etwas ins Gesicht zu tun, das potentiell allergene und pigmentfleckenfördernde Duftstoffe enthält. Pickel gehen auch wieder weg, eine leicht angeknackste Hautbarriere bekommt man i.d.R. in einer Woche auch wieder in den Griff,… aber eine Allergie bleibt.
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Auch normale Haut ohne Empfindlichkeiten wie bei mir macht so ihre Erfahrungen.

Bei mir sind zwar Duftstoffe egal, aber ich achte darauf, dass Glycerin nicht vorn steht, wenn es kühler wird, im Sommer dagegen perfekt. Wird die Luft trockener, kann ich richtig spüren, wie dieser Feuchtigkeitsschwamm die Feuchtigkeit aus der Haut zieht, im Sommer zieht es sie dagegen aus der feuchten Luft rein. Auch Alkohol ganz vorn will ich nicht. Wenn natürliche Öle, die ich auch pur benutze, vorn stehen: super. Ich mag von völlig unbeduftet bis zu zarter Duft, aber keinesfalls zu viel. Es gibt allerdings supertolle Sachen für mich, bei denen ich den Geruch schwer ertragen kann und deswegen nicht mehr benutze: sind dann allerdings produkttechnische oder natürliche Gerüche, Stichwort Eight Hour Cream, die übrigens in der unbedufteten Version erst recht nicht zu vertragen ist, oder das Kahdi-Öl für die Haare. Grandioses Zeug und unriechbar. :D ich beneide hier robustere Nasen.

Auch Silikon ist so ein Thema: das Produkt muss schon sonst perfekt wirken, damit ich es nicht gleich wieder zurück lege und wirklich glücklich werde ich damit erfahrungsgemäß nicht. Aber ist halt trotzdem immer ein super Hautgefühl und erster Effekt. Ich verstehe die Faszination vollkommen, versuche aber, ihr nicht zu erliegen, nichts fakt so gut einen „Pflegeeffekt“ durch Verarschen des Hautgefühls und der Haaroberfläche.
Ich hab ein Haarglanzprodukt, mit dem meine sonst schon glänzenden Haare wie hochglanzlackiert aussehen, wie diese japanischen schwarzen Lackkästchen, aber ich brauch 2-3 Haarwäschen komplett ohne, bis das wieder raus ist.

Zum Preis: von Instytutum abgesehen (PS: gestern bekam ich eine Mail mit 40% Rabatt), die ich nur gekauft habe, weil mir die Dumpingpreise bei TKMaxx ein risikofreies Probieren möglich machte, wildere eigentlich ich nicht mehr in diesen Preiskategorien. Wobei ich Ausnahmen machen würde, wenn die Inhaltsstoffe überschaubar und erstklassig sind.
Das RetinOil z.B. ist für mich so ein Produkt. Ich liebe ja alles mit Ölen, außer Trockenöle. Bzw. Ich selber liebe seidige Cremes, aber meine Haut ist glücklich mit Öl.

Bei mir muss die Verpackung eigentlich auch fast immer gut aussehen. Kompromisse mache ich nur bei Preisen, Karottencreme z.B. , die billig ist und ich ohnehin nur 3 Wochen benutze.
Ich bedauere sehr, dass es keinen breiten und anspruchsvollen Flacon-, Airless- und Cremetiegelmarkt gibt und die Produkte lediglich in Beuteln oder noch besser, in sich wieder selbst dicht verschließenden Beutelsystemen angeboten werden. Aber vielleicht macht es die Umweltgeschichte bald möglich.

Ansonsten gehe ich recht instinktiv ran. Ich rechne bei einem Volltreffer immer zwei Misserfolge mit ein und meine Trefferquote ist inzwischen sehr hoch, wenn ich o.g. Sachen auch berücksichtige.

Ich liebe Lavendel soooo sehr und benutze 2x tgl. das Hydrolat von Farfalla. Ist das jetzt nicht so gut, bin gerade verunsichert 😦 ? Und ansonsten achte ich zumindestens im Gesicht auf Duftstoff/ Alkoholfrei. Da nehme ich die I+M Freistil Gesichtsreinigung und Augencreme und die Cremes und Fluids von der Cremekampagne. Die kann man sich auch ohne Duft anrühren lassen.

aber dann ist doch alles prima – es ist ja nicht so, dass ätherische Öle generell schlecht sind (obwohl Paula da wohl anderer Meinung ist) und wenn du super mit deinem Lavendelspray klar kommst – go for it :-) wobei HYdrolate von der Konzentration her eher harmlos sind, also alles gut

@Waldfee: nur damit du weißt, warum Lavendel problematisch sein kann. Insb. das Öl (weniger der Extrakt) enthält die zwei potentiell allergenen Duftstoffe Linalool and Linalyl Acetate.

Es ist wie mit Allem. Pro und Kontra werden gegeneinander aufgewogen und irgendwo wird dann eben die Grenze gezogen. Ätherische Öle haben selbstverständlich auch viele positive Eigenschaften (das sagt übrigens selbst Paula 😉). So wie die meisten Öle ganz allgemein viele positive Eigenschaften zu bieten haben.
Es ist vllt. ein bisschen so, wie wenn man ganz, ganz minimal giftige Pilze isst. Die haben natürlich auch vorteilhafte Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, etc. zu bieten. Die Frage ist eben, ob man diese Nährstoffe denn nun unbedingt über diese Pilze zu sich nehmen muss oder vllt. mit komplett ungiftigen Pilzen nicht mindestens genauso gut bedient wäre. Aber natürlich gilt: erlaubt ist, was gefällt! Vllt. schmecken einem eben nur diese Pilze. Wichtig ist mMn in erster Linie, dass man Bescheid weiß. Was man dann mit der Info anfängt, das muss jede/r selbst entscheiden.

Hallo Irit,
Für mich ist es ganz einfach. Ich bin stille Mitleserin beim Konsumkaiser, und kaufe nur vom diesem schon besprochene Hautpflege.
Für die Dekorative Kosmetik schaue ich bei Ihnen.
Viele Grüße und herzlichen Dank für die nützlichen Infos

So geht es mir auch. ^^ trockene Haut, die durch KKs Tipps besser geworden ist und Irits tolle Makeup-Entdeckungen, die mir die Lust am ausprobieren zurückgeben hat. bin auch meist still und immer dankbar, für eure Tests, wertvollen Infos und Vorstellungen. :)

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