Begegnungen #9: Familie

Ich habe eine große und verzweigte Familie, mich aber offen gesagt nur selten gekümmert – viele kenne ich auch überhaupt nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass die Großeltern-Generation viele Geschwister hatte und das verläuft sich dann eben so bis in die Niederlande und nach Texas.

Durch den Tod meiner Mutter hatte ich aber wieder einige Kontakte.

Familie

Auf dem Bild (1970) vorne bin ich, rechts meine Mutter und links meine Cousine, die einzige Tochter der ältesten Schwester meiner Mutter. Wir sind fünfzehn Jahre auseinander und haben sehr unterschiedliche Leben gelebt. Sie hat sehr früh drei Töchter bekommen, meine Töchter kamen sehr spät. Das galt auch für die Mütter, ihre war früh und meine Mutter spät dran. Sie ist immer in Andernach geblieben, ich bin mit 19 in die große, weite Welt gezogen. Naja, wenn man Dortmund so bezeichnen kann.

Das letzte Mal haben wir uns auf meiner Hochzeit 1994 gesehen, obwohl sie die letzten fünfzig Jahre direkt um die Ecke bei meiner Mutter gewohnt hat. Nun ist Ende Mai die letzte Schwester meiner Mutter gestorben und sie rief mich dann im Juli an.

Wir haben fast eine Stunde gequatscht und ich versprach sie zu besuchen. Das habe ich letzte Woche auch gemacht: es war der Geburtstag meiner Mutter und ich war zwei Tage in Andernach.

Es war ein erstaunliches und wunderschönes Treffen.

Familie bleibt halt doch Familie, es gab kein Fremdeln oder so – stattdessen haben wir die letzten 25 Jahre Revue passieren lassen. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass ihr ältestes Enkelkind älter ist als meine älteste Tochter – eine Generation mehr.

Am schönsten fand ich aber, dass ich in ihrem Gesicht eine unglaubliche Familienähnlichkeit zu ihrer Mutter, aber auch meiner gesehen habe. Ich komme mehr nach meinem Vater, habe weder dunkle Augen noch Haare. Auf jeden Fall werden wir uns wieder treffen und ich freue mich darauf.

Kommen wir zu den unerfreulichen Neuigkeiten: ich habe mich die letzten zwanzig Jahre intensiv mit Hautpflege, Sonnenschutz etc befasst und meine – wie ich finde – immer noch sehr schöne Haut darauf zurückgeführt. Meine Cousine ist eher unverdächtig, was gezielte Hautpflege angeht und sie sieht mit fast 71 maximal wie Ende 50 aus. Tja, sind wohl doch die Gene. Mit ein bisschen Unterstützung der Beautyindustrie.

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