Planlos bloggen #4

So, zurück aus dem Urlaub und bevor es mit dem Bloggeschehen weitergeht, noch ein paar Fundstücke aus der letzten Zeit.

Don’t say gay

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr sich die Menschen für die sexuellen Vorlieben ihrer Mitmenschen interessieren bzw. meinen Vorschriften machen zu können. Noch erstaunlicher finde ich, dass es tatsächlich welche gibt, die meinen, dass Kinder bzw. junge Menschen nicht selbst wissen, wer sie sind oder was sie wollen im zwischenmenschlichen Bereich. Die USA sind da in Teilen ein echtes Negativbeispiel, aber hier bei uns gibt es ja auch genügend (vermutlich religiös) Gestörte, die Informationen über diesen wichtigen Bereich des menschlichen Lebens für Teufelszeug halten. Wenn man denn an den Teufel glaubt.

Sehr nett fand ich diese Geschichte aus Florida (Link zum Spiegel).

Törtchen

Zum Anbeißen, oder?

Dieses Törtchen stammt aus der Konditorei Klüppelberg, einer echte Kölner Institution. Glücklicherweise wohnt der tolle Mann nicht weit entfernt vom Stammhaus und im Sommer essen wir gerne mal zwei oder drei davon. Oder vier. Gibt es mit diversen Früchten.

Vom Grundsatz her ist es nicht schwierig zu machen: Wiener Boden, Buttercreme, Wiener Boden. Dünn gerollter Marzipan drumherum und dann Obst mit Tortenguss obendrauf.

Allerdings haben die da noch ein paar Tricks auf Lager: der Boden wird in einem holzbefeuerten Ofen gebacken, die Buttercreme ist noch richtige Buttercreme (Vanillepudding mit Butter) und das Obst wird nicht mit Tortenguss, sondern mit Fruchtsaft gemacht. So ganz genau weiß man es nicht – Betriebsgeheimnis.

Auf jeden Fall: wer zufällig dran kommt, sollte unbedingt probieren!!! Gibt es wohl auch im Galeria Kaufhof in der Schildergasse.

Il Makiage – phantastischer Service

Meine große Tochter wünschte sich u.a. zum Geburtstag die Foundation von Il Makiage. Die kann man nur online bestellen, also haben wir den Farbtest vorsichtshalber dreimal gemacht. Wie wir dann feststellten, lagen wir doch daneben: die Foundation war etwas zu dunkel und neutral eindeutig zu gelblich.

Ich stöhnte innerlich und schrieb eine Mail an den Kundenservice. Die hatten mir gleich nach dem Kauf eine Adresse und nette Mail geschickt, man könne sich an sie wenden. Und dann kam eine mehr als erfreuliche Erfahrung: mit einigen Mails war dann die passende Farbe gefunden, die wurde kostenlos (!) zugeschickt und die alte durften wir auch noch behalten – zum Weiterverschenken. Letzteres ist natürlich ein schlauer Marketingschachzug, denn das benutzte Produkt kann ja nicht mehr verkauft werden. Trotzdem fand ich das insgesamt so richtig toll, das Kind ist glücklich mit der Foundation in der passenden Farbe und alles ist gut.

Kann ich empfehlen!!!

Die Herren von der FDP

Ich finde es schon erstaunlich, wie eine Partei innerhalb weniger Monate aber auch wirklich alles versemmeln kann. Unser Justizminister Buschmann sieht noch keine Notwendigkeit über den Herbst nachzudenken. Die nächste Coronawelle kommt dann genauso überraschend wie Weihnachten am 24.12. und irgendwie wird das Gesetz schon noch fertig. Idealerweise ohne jede Einschränkung der persönlichen Freiheit. Für wen das ideal ist sei dahin gestellt. Unser Verkehrsminister Wissing verwechselt Digitalisierung mit Breitbandausbau, von Zügen, Brücken und ÖPNV ganz zu schweigen. Natürlich kann niemand das Chaos der letzten Jahrzehnte mal eben lösen. Ansätze sehe ich allerdings auch nicht.

Für mich fast erwartungsgemäß versagt Herr Lindner samt Tankrabatt. Hat irgendjemand geglaubt, dass der weitergereicht wird? Ich nicht. Das Kartellamt kann nur bei Preisabsprachen eingreifen und ansonsten regiert der von der FDP so geliebte freie Markt. Hat prima geklappt. Nicht.

Dann war da ja noch das Frauenthema (gibt es da welche außer Strack-Zimmermann?) einschließlich geschmackloser und sexistischer Witze zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten.

Ein Partei des 20. Jahrhunderts.

Alles in allem

Nach nur zwei Jahren Verzug ist es am 17.6. endlich soweit: die Einstürzenden Neubauten im E-Werk in Köln. Ich kann euch nicht sagen, wie ich mich auf dieses Konzert freue. Seit Tagen läuft bei mir nur noch “Alles in allem”, mein Lieblingssong ist Landwehrkanal und ich bin zum wiederholten Male im Neubauten-Fieber. Wobei ich immer noch nicht weiß, wie ich die Musik beschreiben soll: metallischer Klangteppich mit anspruchsvollen Texten? Egal. Sie sind einfach gut.

Was war bei euch los?

11 Meinungen zu “Planlos bloggen #4

  1. Hallo Irit,
    eine Freundin war am Montag beim Konzert der Einstürzenden Neubauten in Berlin und es war richtig gut.
    Du kannst Dich also noch ein bisschen mehr freuen als sowieso schon.
    LG 🙂

    1. das hört sich sehr gut an! Ich wäre ja auch sehr gerne ein zweites Mal hin, leider passt keiner der anderen Termine.

      Außerdem bin ich sehr gespannt, ob das Tocotronic Konzert im November stattfindet…

  2. Liebe Irit,

    bei den „Herren von der FDP“ sprichst Du mir aus der Seele. Dieser Kasperle-Verein erzeugt in mir abwechselnd Zorn und Brechreiz, sorry, aber ich kann es nicht anders sagen. Vergeigen auf ganzer Linie – und hoffentlich gibt’s beim nächsten Mal die Quittung. Ist mir schon fast egal, wer das Rennen macht, Hauptsache ist, die sind nicht mehr dabei.

    LG, Wally

  3. Bin am Landwehrkanal aufgewachsen, hatte an seinen Ufern epische erste Küsse, tieftraurige Liebeskummerspaziergänge und melancholische Stunden mit meiner Gitarre… 🥰

    Danke für das Törtchen. Mir den mundorgasmischen Geschmack vorzustellen, muss reichen — ich bin trockene Zuckerholikerin.

    1. Selten so gelacht…“trockene Zuckerholikerin“ 😂 Muss ich mir merken.
      Ich verzichte auch weitgehend auf Zucker, wobei mir das nicht so schwer fällt.

      1. wie schafft ihr es nur auf Zucker zu verzichten????
        Ich habe es xmal versucht (wg. grenzwertigem Zuckerwert u. familiärer Diabetsbelastung),bin aber bisher jedesmal gescheitert. In der Fastenzeit schaffe ich es immerhin für 7 Wochen!

          1. Ich auch nicht, werde ich vermutlich nie können. Esse gerade lemon pie, aber alles in Ordnung. Wer auf Zucker nicht verzichten will, den in Maßen ist fast alles in Ordnung, der soll sich täglich viel bewegen. SWchutz dann von zig anderen Krankheiten, nicht nur Diabetes und senkt nachweilich Zuckergehalt im Blut.

        1. Mein Verzicht war auch gesundheitlich motiviert. Langsam immer höhere Blutzuckerwerte und meine Panik vor Diabetes mit allen Nebenschauplätzen waren Motivation genug.

          Die ersten drei Monate waren schwer. Dann stellt sich der Körper um, der Geschmack verändert sich und lernt weniger Süße gleichermaßen zu schätzen. Für Menschen, die es vertragen, ist Erythrit ein guter Ersatz. Ich vertrags nicht. Und gönne mir für meinen Kaffee sündhaft teuren Yacon-Sirup, der, laut Studien, das Diabetesrisiko sogar senken soll.

          Für den süßen Genuss ess ich ne Banane mit Erdnussbutter (yummie) oder Walnüsse mit Yacon, Apfel… 🙂 Insgesamt hochwertige, möglichst naturbelassene Lebensmittel.

          Ich weiß ja, wofür. Krankheiten sind einfach scheiße.

          1. Kann ich genauso bestätigen, die ersten Tage/Wochen (weitestgehend) ohne Zucker sind schwer, danach fühlt man sich besser, der Körper verändert sich und die Lust auf Süßes verschwindet.
            Meine Beweggründe: einfach meine Gesundheit! Zucker ist ein Zellgift und der Körper braucht es nicht, für gar nichts.
            Ich spreche wohlgemerkt von Zucker in Form von Süßkram, Naschereien etc. Obst zum Beispiel esse ich durchaus.

          2. Finde ich trotzdem beeindruckend, ich habe das auch nie länger als eine Fastenzeit lang geschafft und die sechs Wochen reichen bei mir definitiv nicht, um den Yieper zu beruhigen. Ich brauche auch keinen Zucker im Kaffee oder Joghurt, das geht alles ohne oder mit Obst. Aber richtige Süßigkeiten, also Schokolade/Kekse/Kuchen zum Beispiel, die Lust darauf bekomme ich einfach nicht weg…

            Eigentlich triggern mich die gesundheitlichen Aspekte bei Verhaltensänderungen sehr (Gewicht halten ist nicht so ein Problem bei mir), aber nun hat der Arzt beim Checkup noch betont, wie toll meine Blutzuckerwerte seien und das Diabetes ja sicher kein Risiko bei mir wäre. Eigentlich gut, hilft dem inneren Schweinehund aber so gar nicht auf die Sprünge!

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