Wochenendkolumne #5: Stricken – warum eigentlich?

Ich habe stricken in der Grundschule gelernt (ja, es gab noch Handarbeitsunterricht), als Teenager auch noch ein bisschen was gemacht und irgendwann vor 15 Jahren wieder angefangen. Im Laufe meines Lebens gab es diverse Hobbys, das Stricken ist geblieben und wird auch bleiben. Aber warum eigentlich?

In den letzten Monaten habe ich viel darüber nachgedacht, wie mein Leben ab dem nächsten Sommer aussehen wird. Was möchte ich beibehalten, was neu machen und im Hintergrund schwelt natürlich die Frage: wie will ich alt werden?

Was mich am Stricken am meisten fasziniert: man hat einen langen Faden und ein paar Nadeln und daraus wird ein (im besten Fall) gern und oft getragenes Kleidungsstück nach meinen Vorstellungen. Das nebenher auch noch gut passt. Falls es nicht ein kompliziertes Teil ist, passiert das auch irgendwie „nebenher“. Ich stricke oft während Onlinemeetings oder abends, wenn ich mit den Kindern quatsche oder die neueste Serie schaue. Dieser gleichmäßige Rhythmus der Hände hat etwas entspannendes und auch konzentrationsförderndes. Ganz wunderbar ist es auch, daneben einen Podcast oder ein Hörbuch zu hören. Oder einfach die Gedanken schweifen zu lassen, hat fast etwas von Meditation.

Ich mag es auch, dass ich immer besser dabei werde und meine Fingerfertigkeit übe. Der Effekt ist nicht mehr so groß – wobei ich mal gespannt bin, wie mein Sockenprojekt im Herbst wird. Da wird es auch noch eine Lernkurve geben.

Aber das Beste: wenn etwas fertig ist und gut geworden ist.

Ich liebe es, wenn mir morgens ein Kind in einem „meiner“ Pullover entgegen kommt. Oder mich jemand auf einen schönen Pullover anspricht. Oder ich mich einfach den ganzen Tag in einem Pullover wohl fühle.

Ich hatte schon mal über meine Nähversuche geschrieben, aber das wird erst im nächsten Jahr so richtig losgehen. Ich habe festgestellt, dass ich dafür zum einen größere Zeitfenster brauche und zum anderen muss mein Kopf frei sein. Ich bin ein Anfänger beim Nähen und brauche lange für viele Dinge, weil mir die Fertigkeit noch fehlt und eingeübt werden muss. Aber es geht Schritt für Schritt voran. Ich denke, ab nächstem Herbst wird es auch eine Rubrik „Nähprojekte“ auf dem Blog geben.

Und bis dahin verwandele ich einen sehr langen Faden in einen schönen Pullover. Apropos: hier geht es zu meinen Strickprojekten.

Was fasziniert euch an euren Hobbys? Oder am Stricken, Nähen…

10 Meinungen zu “Wochenendkolumne #5: Stricken – warum eigentlich?

  1. Liebe Irit,
    ich teile deine Begeisterung fürs Stricken sehr. Meine Anfänge waren den deinen sehr ähnlich. Für mich hat es viele Effekte: es beruhigt, die Hände sind beschäftigt (und manchmal aus der Chipstüte, räusper), man ’schafft‘ etwas und am Ende wärmt es oder sieht eben gut aus.
    Ich habe mich im letzten Winter an Socken gewagt und es hat nach vielen Haken tatsächlich funktioniert- ein schönes (und doppelt warmes) Gefühl..
    Du schaffst das auch. ich möchte unbedingt auch wieder regelmößig stricken, deine Pullover aus dem letzten Beitrag waren für mich Profiarbeit.
    Nähen mag ich auch sehr, aber da muss es ‚einfach‘ für mich sein.
    Ein bestrickendes Wochenende und liebe Grüße
    Nicole

  2. Ich habe immer sehr gerne und auch gut gestrickt, kann es aber leider wegen arthritischer Beschwerden in den Händen nicht mehr. Es hatte auf mich immer eine ungeheuer beruhigende Wirkung, man kann nach einem langen und turbulenten Tag einen klaren Gedanken fassen – oder eben auch nicht, ich habe das geliebt. Bisher habe ich noch keinen wirklichen Ersatz für dieses Hobby gefunden.

    Nähen kann ich auch, und gar nicht mal schlecht, aber seitdem ich nicht mehr rauche nähe ich auch nicht mehr. Die Nähmaschine war für mich untrennbar mit meinen Zigaretten verbunden. Das ist jetzt über 20 Jahre her, ich habe es nach 3 Monaten als Nichtraucherin dann nochmal versucht, aber das war gar nix. Danach habe ich meine Maschine verkauft und nie wieder ein Kleidungsstück genäht. Vielleicht sollte ich da nochmal einen Versuch starten.

    LG, Wally

      1. Ja, das ist sehr blöd mit den Händen.
        Zum Nähen: ich denke schon ein Weilchen über den Kauf einer neuen Maschine nach, heute kann ich mir auch eine richtig gute leisten, mit der das Nähen dann ja noch mehr Spaß machen würde. Mal sehen, vielleicht zum Winteranfang. Beim Rauchen bzw. Nichtrauchen bin ich ja jetzt stabil!

        LG, Wally

        1. Ich habe vor kurzem darüber gelesen, dass auf den Shetlandinseln mit einem knitting belt gestrickt wird. Da haben Frauen berichtet, dass sie dadurch überhaupt wieder stricken konnten, obwohl sie Probleme mit den Händen haben. Leider kann ich nichts aus eigener Erfahrung beitragen, aber vielleicht magst du mal danach googeln?
          LG Katinka

  3. Hallo Irit,
    ich kann das sehr gut nachvollziehen – mir geht es genauso. Ich stricke seit mehr als 30 Jahren (mit Pausen natürlich – die längste als die Kinder klein waren). Neben all den Argumenten die du geliefert hast – ich mag auch die Möglichkeit, aus einem nicht mehr getragenem Pullover was neues herzustellen.
    Ich kann auch nähen, aber da brauche ich Ruhe und es ist mehr „Arbeit“, auch wenn ich es gerne tue. Stricken ist dagegen pure Entspannung (meistens, Fair Isle und Intarsia ausgenommen).
    Übrigens bin ich gar nicht der Meinung, dass Stricken Hobby von geduldigen Menschen ist – m.E. hat das eine mit dem anderen rein gar nichts zu tun (ich bin nicht geduldig).
    Viele Grüße

  4. Ich bewundere Dich, ich stricke total gerne… in den 80ern in der Schule…aber mich nervt es , auf die Anleitung achten zu müssen…nur Strümpfe kann ich aus dem Stammhirn, aber so toll finde ich selbstgestrickte nicht. Deshalb fang ich immer etwas an und lass es liegen wenn es anstrengender wird

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