Ach, Djerba

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Ein letztmaliges Jammern.

Also eigentlich…

…wären wir Sonntagnacht nach Brüssel gefahren, hätten pünktlich um 6 den Flieger nach Djerba genommen, wären so gegen 10:30 von Füsün begrüsst worden. Um nach einem schnellen Koffer auspacken zum Strand zu gehen, die leckeren Grillsachen von Karsten entgegen zu nehmen und schon voll in Urlaubstimmung zu sein. Ein Schwätzchen mit Dagmar, nachmittags noch eine Runde Zumba mit Annette, Sundowner mit der ganzen Gang am Strand. Und nach dem Abendessen noch ein längeres Zusammensein am Pool, garniert mit Wodka Tonic.

Urlaub von der ersten Minute an.

So war der Plan. Gebucht hatte ich November 2019, wie jedes Jahr weit im voraus – mehr Vorfreude.

Uneigentlich…

… jammern wir hier seit Wochen und träumen vom Strand. Wir waren schon so oft im Aldiana auf Djerba, wenn ich die Augen schließe, kann ich das Meer hören und sehe den Strand vor mir. Inklusive Geschmack von Mangoschorle auf der Zunge.

Meinen Töchtern geht es genauso, neulich auf einer längeren Autofahrt haben wir Aldiana Playlists gehört und schwelgten in Erinnerungen.

Aber…

… Djerba ist ja nicht im Meer versunken, der Club steht meines Wissens auch noch und was ich so rundherum hörte, wird man sich im Oktober 2021 wiedersehen.

Die Welt hat sich geändert, unser altes Leben ist unwiederbringlich weg und was nützt es zu jammern? Nichts. Wenn man es ganz genau betrachtet, ist ein Urlaub ein kleiner Preis für die Initialzündung zu einer wirklichen Änderung. Es ging nicht so weiter. Und es wird sich ändern. Ich glaube, noch viel massiver als heute sichtbar. Vielleicht schaffen wir es, unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, die weiterhin gut bewohnbar ist und lebenswert.

Natürlich werde ich weiterhin fliegen, aber höchstwahrscheinlich deutlich weniger als vorher. Die Coronakrise hat mir unseren Wahnsinn so richtig deutlich vor Augen geführt. Und auch ansonsten heißt es nachhaltiger leben. Und noch öfter vegetarisch essen. Kleiner Beitrag, aber wenn das alle machen würden? Ein kleiner Schritt für jeden einzelnen, wie groß wäre er für die Welt.

Bevor es jetzt richtig philosophisch wird…

…lieber noch ein paar Bilder.

Drei Jahre her… wie groß sind die Beiden mittlerweile geworden!

Und ich werde wieder GENAU SO daliegen und das Leben schön finden:

Djerba Füße

17 Kommentare

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Wunderschöne Bilder, liebe Irit! Was hast du für hübsche Mädels! Die Fotos bringen mich zum Träumen, ansonsten gebe ich dir voll Recht: Jammern muss ab und zu unbedingt sein, bringt aber nichts und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und letztlich hat auch diese Pandemie eine Botschaft für uns und das beste, was wir in dieser Situation tun können, ist sie zu hören.
Viele liebe Grüße!

Hallo Irit,

Wirklich schöne Fotos, da kommt man ins Träumen…
Ich vermisse auch unseren Jahresurlaub, sind dieses Jahr nirgends hingefahren, auch nicht in Deutschland.
Aber ich bin auch froh, dass es hier noch so gut ist. Allerdings graut mir vorm kommenden halben Jahr und den grade steigenden Zahlen. Die Tourismusbranche und die davon abhängigen Regionen tun mir zwar leid, aber die Sicherheit und die Gesundheit gehen vor.
Grüße aus dem heute dauerverregneten Bayern

…vielleicht ne klitzekleine Fototapete vom Sonnenuntergangsbild anfertigen lassen? Und davor ein Mosaiktischchen mit den Zutaten für den Lieblingscocktail… Mini-Djerba im Wohnzimmer 😉

Hallo Irit,
Du hast in allen Punkten recht!
Nichtsdestotrotz vermisse auch ich unseren Urlaub!
Obwohl ich wirklich andere Sorgen habe und es natürlich ein Luxusproblem ist.
Ich schreibe privat mit anderen Djerbafreunden , nach dem Motto:
Jetzt wäre Sundowner am Strand 🏖
Jetzt würden wir uns zum Aperitif an der Bar treffen!
Jetzt auf in den Pool zur Wassergymnastik!
Es tut schon ein bisschen weh, weil es mit den Jahren, mit dieser tollen Gemeinschaft, zu unserem Leben dazu gehört.
Aber….. nächstes Jahr!
Ich freue mich darauf!
Man konnte über eine Facebook Seite spenden für die Mitarbeiter, Füsun hat dann gerecht verteilt.
Ich denke solche Aktionen zeigen, wie besonders dieser Club ist!
Ich hoffe sehr, nächstes Jahr alle wiederzusehen!
Inklusive Gärtner , Handtuchman Habib, Küchenchef …… und natürlich alle Gäste!!!
Ganz liebe Grüße Christina
PS: Jetzt würden wir am Strand liegen und uns bald auf den ins Strandrestaurant machen! 😎

und zwischendurch ein wenig fachsimplen!

Nächstes Jahr machen wir das wieder – meine Große hat sich zum Abi die Partywoche gewünscht 🙂 bevor wir dann im Herbst wieder da sind

Ich habe heute früh auf einem anderen Kanal gepostet – ich habe Heimweh, will meine Mama sehen, Augen schließen und Salz in der Luft riechen, Wellen hören und mich einfach treiben lassen. Krankheiten, Jobverlust, alles hatten wir dieses Jahr. Und Erdbeben des Jahrhunderts. Ich dachte heuter früh, nur während des Bürgerkriegs hatte ich weniger gereist und mit mehr Restriktionen gelebt. War aber fast noch ein Kind, verliebt und die Welt war offen, doch nicht vergleichbar.

Hach, schöne Bilder, die die Sehnsucht wecken. Ob der Urlaub schon 2021 wieder möglich sein wird? So richtig sicher wäre ich mir da nicht. Meine Sehnsucht zielt auf die Côte d’Azur, wohin ich immer fahre, meist zwei- oder dreimal im Jahr. Die vielen Freunde dort, das Essen, die Atmosphäre – das fehlt mir am meisten. Dieses Jahr sind wir nirgendwohin gefahren und waren nur im 20-Kilometer-Umkreis unterwegs.

Aber.
Das ist doch purer Luxus.

Was mir kaum verständlich zu machen ist: in einer solchen Phase mit einer, wie man leider sieht, recht hinterhältigen Seuche gibt es welche, die auf ihr – vermeintliches – Recht zu feiern und zu reisen bestehen, die sich dem MNS verweigern, eine echte Luxushaltung, die vergißt, dass dies nur ein Extra ist und nicht ein Basic. Dagegen steht das Recht der anderen auf Gesundheit, was ja viel elementarer ist. Das ist doch unfair. Sage ich als ehem. staatl. gepr. Partymaus. Was würden die Leute während eines Krieges machen? Absurde Zeiten, in denen man durchaus die Qualitäten von Mitmenschen und von Regierungen erkennt. Hoffen wir auf bessere Zeiten, dann geht so etwas wieder – und zwar so richtig rund. 😎

Liebe Ombia, wir kennen uns nicht, aber ich habe oft an Dich gedacht – ich hoffe, dass es bei Dir allmählich wieder bergauf geht?❤️

Liebe Hasi, vielen lieben Dank. 🙂

Kamil, das tut mir sehr sehr leid für deine Mama. Kannst du sie, jetzt wo du nicht arbeitest zu dir holen? Alles Gute euch.

Sabine, dass du dein Geschäft verloren hast tut mir sehr leid.

Liebe Ombia, danke für deine lieben Worte! Wiel lieb von Dir. Ich hoffe, dass es bei dir wieder etwas besser ist? Ich wünsche sehr, dass du deine Mama sehen kannst und die salzige Luft spüren. Fühl dich umarmt

„ Absurde Zeiten, in denen man durchaus die Qualitäten von Mitmenschen und von Regierungen erkennt“- genau so ist es, wie Hasi0815 es schön formuliert hat. In schwierigen Zeiten zeigen die Menschen ihr wahres Gesicht, das habe ich auch im Krieg so erlebt….

Mich plagt auch die Sehnsucht nach meiner Heimat, nach meiner Mutter, die in einem Altenheim dort bettlägerig lebt, und keinen Besuch bekommt 😓. Ich bin wegen Erwerbsminderung ab jetzt in der Rente, es fiel mir sehr schwer, denn das ganze Leben habe ich viel und überaus gern gearbeitet. Einzig wegen Reisen habe ich mich darauf gefreut und jetzt sitze ich aber in der Wohnung und mache mir Sorgen…
So wie Irit hoffe ich auch, dass wir als Gesellschaft aus dieser Zeit lernen und weitgehend umdenken…
Liebe Grüße an alle!

Liebe Irit, sehr schön geschrieben! Dieses Jahr hat uns viel gezeigt und anfangs dachte ich, dass Menschen daraus lernen… momentan ist aber die Stimmung und das Verhalten der Leute, jedenfalls hier in Hamburg, einfach nur zum K…..! Ich verstehe, dass die ganz Jungen ausrasten( wenn man mich Partyqueen damals ein halbes Jahr von Partyleben ferngehalten hätte…), aber intelligente, erwachsene Leute benehmen sich unmöglich. Ich sage schon gar nichts mehr, obwohl dieses Jahr für mich wirklich nicht ohne war: Geschäft weg, Gesundheit sehr fragil und ziemliche Zukunftsangst. Aber deshalb muss ich mich ja nicht aufführen wie ein Kind in der Trotzphase.
Alles Liebe und bleibt gesund.
Sabine aus Hamburg

Liebe Irit,
Das hast Du sehr schön geschrieben…

Jammern nutzt nix. Ich freue mich an dem, was wir haben.
Letztes Jahr waren wir in Island, davor einige Jahre gar nicht in Urlaub. Ich schwelge in den Fotos und den Erinnerungen an Island 😉
Und ich bin sehr, sehr froh und dankbar, dass ich von zuhause arbeiten kann und weiter einen Job habe und es meinen Liebsten bisher gesundheitlich gut geht. Ich fühle mit allen, die nahestehende Menschen oder ihr Einkommen an Corona verloren haben…

Aber allen, die ernsthaft ihr „ Recht auf Party oder Urlaub“ einfordern, kann ich nur raten, mal Menschen zuzuhören, die einen Krieg erlebt haben, das rückt einiges mal wieder ins rechte Verhältnis. Ich bin sooo froh, dass unsere aktuellen „schweren Zeiten“ nur darin bestehen, dass wir diese Pandemie überstehen müssen.

Dennoch gibt es Tage, wo mir die Decke auf den Kopf fällt und mir meine tollen Kollegen fehlen oder ich mit der Organisation meines Alltags kämpfe, weil ich im Home Office kaum mehr abschalte, oder mich die Unvernunft einiger zornig macht. Diese Gefühle sind für mich auch in Ordnung. Solange man im Handeln dennoch vernünftig bleibt.

In diesem Sinne: Bleibt gesund!
LG Carina

Tja, es ist schwierig mit den „Unvernünftigen“. Bei den etwas Älteren kann ich es nicht verstehen. Bei den jungen Leuten bin ich zwiegespalten. Wie Hasi0815 schreibt: ich war auch mal eine staatlich gepr. Partymaus, ich glaube, ich habe keine Uniparty verpasst und das Spirit in Dortmund war mein zweites Wohnzimmer. Die tun mir echt leid, nicht tanzen und feiern gehen und das auf ungewisse Zeit ist so richtig Scheiße.Und in dem Alter ist Leben JETZT. Schwierig, sehr schwierig.

Hm, das stimmt. Habe aber auch gesehen, dass früher schon Junge durchaus ihr Leben ab und zu einschränkten, wenn es geboten war.

Mir ist ein recht gutes Argument für die Zugänglicheren und Verständigeren unter den Jüngeren eingefallen, aber man hätte es halt vor dem erneuten Grossbrand sagen sollen, aber erwähnen liesse es sich trotzdem noch:
„wenn ihr jetzt Party macht, dann kommt der Arzt wirklich – vielleicht nicht zu allen von euch, aber zu nicht so wenigen eurer Eltern, Grosseltern, Lehrer. Oder ihr habt einen Unfall, aber die Notaufnahme ist geschlossen.

Wenn ihr jetzt Party macht und zulasst, dass andere sich unfair verhalten, gehen wegen unweigerlich kommender Einschränkungen Firmen (Bars, Hotels, Reise-, Werbebüros usw.) pleite oder streichen Stellen für immer – und das wäre eure schöne Zukunft gewesen.

Und dies bei den riesigen Staatsschulden, irgendwann leider bei euch landen werden. Die nächsten Hosen, die ein künftiger Finanzminister*in tragen wird, werden eng geschnürt und sind sicherlich keine Spendierhosen.“

Ich glaube nicht, das dies zu weit gedacht ist, dass jemand Jüngeres das nicht begreifen könnte. Dies sind ja nicht wirklich blöd, nur unerfahren.

Diese Bilder vom Meer! Was für tolle Blautöne! Und ja, Jammern hilft nichts, auch wenn es aktuell viele liebe Gewohnheiten sind, von denen wir uns zumindest vorübergehend verabschieden müssen. Ein Geburtstag (fast) ohne Umarmungen feiern, nicht mit der liebsten Freundin unter einer Decke im Strandkorb sitzen, manchmal sind auch die Kleinigkeiten schmerzhaft.

Und ja, es gibt diese Mitmenschen, die auf alle Regeln pfeifen und tun und lassen, was sie schon immer gemacht haben. Auf diese Leute fällt nur leider auch der eigene Fokus so leicht. Vielleicht ist die Masse, die vorsichtig ist, größer als wir denken, sie ist nur weniger präsent.

Ich vermisse in der aktuellen Lage vor allem das Gemeinschaftsgefühl, dass vor ein paar Monaten noch so stark war. Mitgefühl mit denen, die an vorderster Linie die Krise wuppen, Pflichtbewusstsein, was das eigene Verhalten betrifft aber auch die Solidarität mit Schwächeren. Wohin ist das denn alles so schnell verschwunden?

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