Übers Geld und aufgeschobene Posts

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Irgendwann Ende des letzten Sommers hatte ich die Idee, eine kleine Blogserie über Geld zu starten. Ich las ständig über ETFs (das sind spezielle Fonds), Geldanlagen und so weiter. Eigentlich eher zufällig, aber es begegnete mir überall. Die Links sammelten sich mit Tipps zu den besten Anbietern, wie man vorgehen sollte, welche unterschiedlichen ETFs es gibt, Dividenstrategien und so weiter und so weiter.

Ich schrieb in ziemlich loser zeitlicher Abfolge mit Iridia zu dem Thema und es kristallisierten sich ein paar Gedanken heraus. Wir wollten gerne den „Briefwechsel“ wiederaufnehmen und Gedanken zu Geld – ganz klar ein tolles Thema. Denn es sollte nicht darum gehen, wieviel Geld jeder hat oder ähnliches, sondern andere Aspekte beleuchten. Z.B. das persönliche Verhältnis zu Geld oder wie man sich an Aktien herantrauen kann.

Dann passierten zwei Dinge…

Anfang Oktober las ich wie jeden Sonntagmorgen im Bett den aktuellen Spiegel (merke: ich bin ein Gewohnheitstier) und es gab eine kleine Notiz von Klemens Ludwig, dem Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes. Bekanntermaßen mag ich Astrologie und nehme es als Anregung für mein Leben. Wortwörtlich sagte er: „Der Dax wird bis 2024 auf mindestens 8500 Punkte fallen, da lege ich mich fest.“. Ehrlich gesagt wurde ich nachdenklich. Ich halte zwar nichts von festgezimmerten Prognosen, aber was er drumherum sagte, nun ja, nachdenklich.

Als nächstes las ich Mitte November über eine Finanzcoachin namens Christina Kanese. Die brachte einen interessanten Aspekt: Geld ist mit Emotionen verknüpft, mit Gefühlen, Wünschen und auch Ängsten. Das wird als Kind angelegt – durch die Familie. Und diese unterbewussten Muster sind nur schwer zu erkennen und auch zu durchbrechen.

Ich habe länger auf dem Thema herumgekaut und letzten Endes für mich festgestellt, dass sicheres Geld für mich Freiheit und Unabhängigkeit bedeutet. Sicher in dem Zusammenhang eben nicht Aktienkurs-abhängig, sondern auf meinem Tagesgeldkonto. Ja, keine Rendite. Aber sicher. Das Thema Freiheit und Unabhängigkeit ist komplex, aber die Stichwörter reichen eigentlich auch.

Also schob und schob ich…

… die eigentlich für Dezember geplante Kleinserie in den Januar, den Februar und den April. Natürlich zusammen mit dem eigentlich rational geplanten ETF-Kauf. Den wollte ich um Neujahr herum angehen, da hatte ich zwei Wochen frei – und war zwei Wochen krank. Ich fühlte mich elend und hatte Lust zu nichts. Dann war viel los im Projekt, dann kam Karneval, immer noch viel los im Projekt, an die ETFs habe ich überhaupt nicht mehr gedacht.

Und dann kam Corona, Shutdown und ich sah mir mit Gruseln den DAX an. Und Erleichterung.

Woraufhin ich meine geplanten Posts (es gibt im Backend einen Kalender, in den ich Posts eintrage, meist erstmal nur die Überschrift als Reminder) gelöscht habe. Stattdessen schaue ich auf meinen Kontostand und hab ein gutes Gefühl.

Bin ich jetzt emotional gestört? Oder minderbemittelt? Wie geht es euch bei dem Thema?

*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

16 Kommentare

Kommentieren →

Ich bin auch sehr sicherheitsorientiert. Mein Geld ist sicher auf dem Tagesgeldkonto. Und einen kleinen Betrag (4000€) habe ich in einem Depot, das meine Bank für mich führt und verwaltet. Nach meinen Vorgaben, also Sicherheit und wenig Risiko. Ich wollte das einfach mal ausprobieren, weil ich so gar keine Ahnung von der Börse habe. In den ersten Coronatagen ist mir fast schlecht geworden. Es fiel in meinen Augen zu schnell und ich dachte immer: wollen die nicht mal reagieren und umschichten? Und plötzlich kam Bewegung ins Depot. Innerhalb kürzester Zeit erholte sich das alles und ich bin schon wieder fast bei meinem alten Höchststand. Den Ertrag hätte ich durch die wenigen Zinsen auch auf keinem Tagesgeldkonto erreicht. So lehne ich mich entspannt zurück und lasse meine Bank weiter werkeln. Vom Typ her bin ich ganz klar Onkel Dagobert. Ich sehe mich warm und trocken in meinem Geldspeicher sitzen und fühle mich finanziell abgesichert einfach gut. Wer jetzt meint, Geld ist nicht alles… ich brauche diese Ruhe und Unabhängigkeit. Wenn etwas ist, kann ich problemlos etwas Neues kaufen, meine Hausrate bezahlen usw. Und das gibt mir Sicherheit.

Hallo Irit,
mir ging es ganz ähnlich wie dir. Im Januar wurde eine kleine Geldsumme frei und ich wollte sie eigentlich in einen Fonds stecken. Aufgrund eines unguten Gefühls zögerte ich und bin jetzt froh, alles noch einmal überdenken zu können.
Finanzielle Probleme habe ich glücklicherweise momentan nicht, denn ich arbeite normal weiter, nur eben im Home Office. Und dafür bin ich sehr dankbar, denn ich weiß, dass das zur Zeit keine Selbstverständlichkeit ist.
Liebe Grüße,
Jennifer

Danke für Deinen Beitrag! Überall lese ich, wie dumm das ist, wenn man sein Geld auf dem Tagesgeldkonto „parkt“. Man muss nur mal ein Buch lesen und dann ist das mit den ETFs ganz einfach….ich hatte und habe da auch meine Zweifel und mein Geld auf dem Tagesgeldkonto…

Mir geht es genauso, Irit. Ich hab mal kurz überlegt, ob nicht gerade jetzt ein toller Zeitpunkt ist, vor allem in Hinblick auf den Gedanken, dass auch sicher verfügbares Geld nicht sicher sein muss, man könnte das Risiko streuen. Aber so richtig will ich nicht.

Möglicherweise ist es auch eine emotionale Last aus der Kindheit und eine Blockade, die ich ganz schwer überwinden kann. Meine eigene Einstellung zum Geld konnte ich schon sehr verändern. Im Moment spende ich öfter und das auch das ist für mich Herausforderung und neue Lernaufgabe – und erstaunlich befriedigend. Geld als Ganzes wegzugeben fällt mir schwer, auch weil ich es die meiste Zeit im Leben nicht hatte. Der Umweg über den Einkauf fällt mir irrationalerweise gar nicht schwer, außer im Moment, wo ich eher die Sitation leichter machen will (der Reiskocher z.B. zum Verarbeiten lange haltbarer Lebensmittel, wegen denen ich nicht zwangsweise häufig einkaufen muss oder dieser Magnetclip für Seife jetzt und Masken), aber viel ist es nicht. Dass es genauso weg geht, ist jetzt eher dem Support für andere, die es jetzt brauchen können, geschuldet. Das erfüllt mich momentan mehr als Konsum, wirklich hilfreich sein zu können.

Auch für mich ist es eine komplett neue Situation. Mein Mann ist ab nächsten Monat in Kurzarbeit und keiner weiß, ob und wie es weiter geht. Im Moment geht das sehr vielen so.
Ich würde die Zeit jetzt auch gern nutzen, um mal paar Kurskorrekturen zu machen, was meine Werte und meine Lebenszeit angeht. Als meine Mutter so alt war wie ich jetzt, starb ihr Mann. Ich genieße gerade außerordentlich, dass wir zu Hause zusammen sind, keiner weiß, wie lange das ist.
Um Geld mach ich mir eher Gedanken wie: wenn wir weniger haben oder ein Gehalt wegfällt: was ändern wir, damit das passt?

So ist meine Situation gerade. 🙂

Börse und Astrologie? — Die beiden hätte ich jetzt spontan nicht zusammengebracht… Gleich mal was zu Klemens Ludwig recherchieren :-)

Ich habe keine private Altersvorsorge in jeglicher Form. Könnte mir aber auch nicht vorstellen, jeden Monat ungefähr bei Null rauszukommen. Dieser Druck würde mich psychisch stark belasten und eine kaputte Waschmaschine wäre eine mittelschwere Katastrophe.

Von Kindheit an bin ich daran gewöhnt, mir das Gute aufzusparen: Pizza von außen nach innen essen (und den Belag immer weiter in die Mitte schieben); vom Weihnachtsteller erst die Süßigkeiten, die ich nicht so mag; schöne Kleidung nur für Sonntags und an Feiertagen; mit allem, was mir lieb war, geizen. Sogar mein Lieblingsbuch habe ich nie zu Ende gelesen…

Mit dem Geld ist es auch so. Es muss was übrig sein, das ich ausgeben könnte, aber nicht ausgeben werde. Nur, damit ich weiß, dass es da ist.

Mir ging es ähnlich bis vor einem Jahr. Dann habe ich aber wirklich ein paar ETFs gekauft, da durch die Inflation das Geld auf dem Tageskonto immer weniger wert sein wird.
Natürlich ging es wg Corona nach unten, aber jetzt sieht es schon wieder gut aus und es ist eine langfristige Anlage, die meine Rente aufstocken soll. Madame Moneypenny hat mir mit ihrem Blog sehr geholfen.
Ich finde es grundsätzlich wichtig,sich über Geld und Anlagen zu unterhalten und ich höre auch oft im Freundeskreis: Aktien sind gefährlich. ETFs sind Sondervermögen und selbst bei einer Bankpleite somit vor Verlust geschützt. Natürlich muss jeder die Entscheidung für sich treffen, aber nichts zu machen, ist für mich keine Alternative.
Plötzlich finde ich Börsennachrichten total spannend und das neue Feld hält meinen Geist fit. Im Idealfall trifft man einmal eine Entscheidung und schaut am besten nur einmal im Jahr ins Depot. Traut Euch. Frauen leben länger, aber wovon ?

naja, in meinem Fall muss das Geld idealerweise in 9 Jahren zur Verfügung stehen – etwas knapper Zeithorizont.

Ich warte mal über den Sommer und dann denke ich nochmal darüber nach, einen Betrag anzulegen

Liebe Irit,
Bei mir sind es noch 9,5 Jahre bis ich das Geld benötige
Aber ich brauche ja nicht alles gleich zum Rentenbeginn.
Ein Blick ins Depot eben hat mich echt beruhigt, denn das Minus ist schon fast wieder ausgeglichen.
Viele Frauen wollen immer alles vorher verstehen ( mich eingeschlossen) und handeln nie oder sehr spät
Liebe Grüße

Petra, wie hast du es denn detailliert gemacht? Hast du zuerst ein Depot bei der Bank eröffnet, wonach hast du deine ETFs ausgesucht und wie gekauft. Wie kontollierst du sie?
Ich finde das sehr interessant.

Liebe Irida,
Ich habe mir eine Online- Bank gesucht und 50% Aktien (ETFs) und 50 Anleihen. Die Auswahl ist wirklich nicht einfach. Es sollte auf jeden Fall ein MSCI world dabei sein für den guten Mix. Geholfen hat mir auch das Etf Sonderheft der Stiftung Warentest und das Etf-Extra-Magazin .
Schau auch einmal bei Madame Moneypenny vorbei.
So viel kontrolliere ich nicht. Ein Blick einmal im Jahr sollte ausreichen.

Ich habe mich vom Banker meines Vertrauens (Familienmitglied) bei der Auswahl eines Fonds beraten lassen und spare nun monatlich einen kleinen Betrag dort hinein.
Das mache ich seit zwei Jahren und denke mir aktuell: schön weitermachen, jetzt ist es günstig, es kommen auch wieder andere Zeiten…
In der Finanzkrise hatte ich damals voller Panik verkauft (und weil ich die Kohle brauchte) – never ever. Jetzt lege ich einen kleinen monatlichen Betrag an und zusätzlich was aufs Tagesgeldkonto, damit ich nicht wieder verkaufen muss, wenn mein Auto eine Reparatur braucht… Den Betrag, der in den Fonds geht, den möchte ich erst zur Rente wieder sehen – mein Anlagehorizont ist dabei >20 Jahre.
Mein Tipp: Bitte NIEMALS Gelder, die man kurzfristig braucht langfristig anlegen, nur weil es auf dem Sparbuch keine Zinsen mehr gibt!

Und ja, Madame Moneypennys Blog habe ich u.a auch gelesen ;-)

ETFs werden sich wieder erholen. Der der langen Atem hat und nicht das Geld sofort braucht, der wird immer gewinnen. Denn Märkte wird es immer geben und wenn man überlegt kauft und international streut, muss man max. 2-3 Jahre warten, eher weniger, bevor man wieder seinen Gewinn und noch mehr hat. Nachteil, das Geld ist in ungünstigem Moment wenig wert, Vorteil – man hat meist das zehnfache am Ende davon, was auf einen auf Tagesgeldkonto wartet. Ich selbst habe erst einmal zwei Jahre lang gelesen, mir alles fünf Mal von damaligen Kollegen erklären lassen und festgestellt, dass nur der der nichts tut – schon verloren hat. Den von der Rente wird 2/3 kaum überleben können. Traurig, eigentlich. So gesehen, ist es ist dann keine Rentenversicherung sondern Rentenklau.
Bei ETFs verliert nur der der Panik bekommt.
Wer sich darauf einstellt, dass er das Geld eher 25 Jahre nicht braucht, der hat ausgesorgt.
Und auch mein Anfang war Moneypenny :-).
Und nein, von einem Buch wird man nicht schlau, man kann aber für 250-500,00 euro solide BVI Kurse besuchen und wirklich viel darüber in einem Tagesseminar lernen.

Hallo, also ich investiere auch in ETF und Einzelaktien (grüße an alle, die auch Madame Moneypenny kennen, in der FB-Gruppe war ich auch eine Zeitlang). Ein Teil des Geldes liegt natürlich auch auf dem Tagesgeldkonto. Aber halt nur ein Teil, denn da wird es faktisch durch die Inflation immer weniger wert. In meinem Depot hat es unter Corona auch etwas gerumpelt. Aber letztendlich macht man Verluste nur dann, wenn man auch verkauft. Und verkaufen bei sinkenden Kursen ist eher blödsinnig. Ich hab in dem Zeitraum nachgekauft. Anderswo freut man sich ja auch, wenn man günstig einkaufen kann. :-) Und im wesentlichen hat sich das Depot schon wieder erholt. Ich kann nur jeder Frau empfehlen, sich mit dem Thema Geldanlage (für Rente usw.) mal näher zu beschäftigen. lg alexandra

Hallo Irit,

als eigentlich stille Leserin die nicht so kosmetikaffin ist um hier mitzuschreiben sich hier aber sehr gerne informiert (vielen Dank) möchte ich zum Thema Geldanlage mit Etf doch etwas beitragen.
Bei mir ging es so vor 3 Jahren los als ein kleiner Geldbetrag frei war und die Frage kam was am besten damit tun.
Ich habe viel gelesen, auch Madame Moneypenny aber viel mehr Finanzwesir, Wertpapierforum, Just etf, Tim Schäfer und v.a. Kommer und mit einem Etf Sparplan begonnen, mit einem Welt-Etf, der ausreicht um breit zu streuen.
Mit Geld, das ich nicht unbedingt brauche und es hat einen grossen Spaß gemacht zu sehen wie das Geld mehr wurde, beim Crash habe ich nicht ins Depot geschaut und vor ein paar Tagen gesehen daß es sich schon wieder erholt hat.
Mein 22jähriger Sohn hat durch meine Anregung nun auch einen Etf Sparplan eingerichtet und es ist toll zu sehen, daß es für Ihn schon viel leichter ist.
Es lohnt sich sich zu informieren, es ist nicht schwer damit zu beginnen, man kann auch mit kleinen Beträgen anfangen und damit ein Gefühl für diese Form Geldanlage bekommen.

Weiter gutes durchkommen durch die Corona-Zeit!

Schreibe einen Kommentar