Hautpflege KnowHow: Leitfaden für „Anfänger“

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Im letzten Jahr ist mir ein paar Mal in den Kommentaren etwas aufgefallen: nicht jede, die hier liest, ist unbedingt ein Hautpflegeprofi und oftmals fehlt einfach eine kleine Anleitung, was wichtig ist und wie man sich bei den vielen Produkten orientiert. Das ist natürlich über die Jahre in diversen Blogposts enthalten, aber eben nicht als „Sammlung“ – also jetzt.

Was braucht man wirklich?

Die Haut BRAUCHT eigentlich nichts, denn wir haben eine lange Evolution mit genau unserer Haut überstanden und Todesfälle aufgrund mangelnder Pflege sind mir nicht bekannt (Hautkrebs mal außen vor). Was aber nicht heißt, dass man nicht etwas tun möchte oder sich einfach eine schönere Haut wünscht. Wobei „schöner“ individuell verschieden ist, die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

Aus meiner Sicht sind drei Dinge essentiell:

  1. eine milde Reinigung für morgens und abends
  2. Sonnenschutz mit UVA-Filter für tagsüber
  3. Creme für die Nacht

Anmerkung: wer mit Hautproblemen wie Neurodermitis, Akne, Allergien, Rosacea usw zu kämpfen hat, sollte zum Hautarzt. Das sind Krankheitsbilder und die gehören in die Haut von Fachleuten!

Warum eine milde Reinigung?

Die Haut schützt sich selbst mit einem Säuremantel, auch Hautschutzbarriere genannt. Wird die löchrig, wird es schwierig. Eine milde Reinigung mit einem pH-Wert um 5 (also hautähnlich) trägt viel dazu bei, diese zu erhalten.

Daneben sollte sie aber in der Lage sein, morgens und abends die Haut gründlich zu reinigen – denn all das Hautfett, Umweltbelastungen, Sonnenschutz und so weiter bilden eine unschöne Schicht.

Ein Wort zu Seife: Finger weg. Die ist alkalisch, hat also einen sehr hohen pH-Wert) und egal, wie toll sie rück fettet und mögen noch so exotische Öle drin sein, das Ganze um Mitternacht verarbeitet und so weiter… es ist eine Strapaze für die Haut.

Und bitte kein heißes Wasser verwenden, handwarm ist viel schöner für die Haut.

Apropos mild…

Alkohol hat in meiner Hautpflege nichts zu suchen, er trocknet die Haut aus und kann langfristig für richtig fiese Hautprobleme sorgen. Daher Produkte meiden, die ganz oben auf der Liste der Inhaltsstoffe Alcohol, Ethanol, SD Alkohol und Anverwandtes auflisten. Und nein, auch Alkohol aus biologischem Anbau ist keine Wohltat für die Haut!

Selbiges gilt für Duftstoffe: Creme soll pflegen und ist kein Zweitduft. Insbesondere die „natürlichen“ ätherischen Öle sorgen gerne mal für eine Allergie oder einen Ausschlag. Deklarationspflichtige Duftstoffe sind aus einem bestimmten Grund aufzuführen, sie haben das Potential für Allergien.

Sonnenschutz – täglich

Und zwar idealerweise einen mit SPF 50 und einem hohen PPD-Wert (der gibt den Schutz gegen UVA-Strahlung an). Außerdem auf eine ausreichende Menge achten: für Gesicht und Hals sollte es ein gestrichener Teelöffel sein (das differiert natürlich ein wenig je nach Gesichtsgröße und Halslänge).

Die UV-Strahlung sorgt zu 80-90% für die Hautalterung, im Zweifel mal die Haut an den Händen und Innenseite Oberschenkel (oder eine andere Stelle mit sehr wenig Sonnenbestrahlung) vergleichen. Selbst wenn einem Falten und Pigmentflecke egal sind, Hautkrebs sollte es nicht sein.

Apropos: Sonnenbänke sind ein absolutes NoGo. Ich bin mal sehr gespannt, wann sie endgültig verboten werden.

Eine schöne Creme für Abends

Genau wie alle Produkte sollte die Creme unbedingt zum Hauttyp passen. Wer Mischhaut oder eine fettige Haut hat, wird mit Ölen (von denen ich zum alleinigen Gebrauch eh abrate) oder einer buttrigen Pflege nicht glücklich, trockene Haut mag keine Gelcremes.

Es gibt unglaublich viele Cremes mit allen möglichen Wirkstoffen, es ist unüberschaubar. Ein paar generelle Tipps:

  • Produkte im Tiegel finde ich eher problematisch, ich bevorzuge Spender. Zum einen wegen der Bakterien, die unvermeidlich reinkommen (=mehr Konservierungsstoffe), zum anderen gibt es eine Menge Inhaltsstoffe, die luft- und lichtempfindlich sind.
  • Eine Creme für drei Euro erfreut das Bankkonto, aber die Haut weniger. Gute Produkte mit wirksamen Inhaltsstoffen und einer ausgefeilten Formulierung kosten Geld in der Entwicklung und Herstellung. Das untere Ende der Skala sind Hersteller wie The Ordinary oder The Inkey List – die Inhaltsstoffe sind ok, aber ich bin kein Fan der Formulierungen, irgendwie funktioniert das nicht bei mir.
  • Andererseits halte ich Cremes mit einem dreistelligen Preis für übertrieben teuer. Eventuell gibt es das eine oder andere Serum, dass diesen Preis wert ist, aber eher selten.

Und was ist mit den fancy Faltenkillern?

Die gibt es schon, zumindest in Maßen. Aber dazu kommen wir dann noch (man merkt schon, ich bereite gerade noch das gesammelte Wissen auf…). Wer mit systematischer Hautpflege anfängt, sollte es nicht übertreiben und Stück für Stück passende (!) Produkte ergänzen. Erstmal die Basispflege im Griff haben – da macht schon eine Menge aus.

Im Laufe der nächsten Wochen und Monate gibt es noch mehr Basiswissen zum Nachlesen und Optimieren der eigenen Pflege.

Bis dahin kann man aber in der Kategorie „Hautpflege Knowhow“ nachschauen.

Wie habt ihr eigentlich angefangen, die Haut zu pflegen und was ist euch wichtig?

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12 Kommentare

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Guten Morgen Irit.
Die Haut braucht eigentlich wirklich nichts. Vor 9 Jahren hatte ich in der Schwangerschaft eine periorale Dermatitis, obwohl ich damals noch nicht viel mit Pflege gemacht habe. Ich denke, da waren es mit die Schwangerschaftshormone. Jetzt über Weihnachten hatte ich damit wieder zu kämpfen, obwohl ich auf die richtige Pflege achte. Sicherlich kommen hierfür auch noch andere Faktoren mit ins Spiel. Das hat mir gezeigt, dass es vielleicht doch zu viel ist. Habe hierzu auch viel gelesen. Ich versuche nun, meine Routine zu reduzieren und gucke gerade, was es sein wird.
LG

Hallo Irit,

wie ich gestern schon schrieb, ich freue mich auf diese „Serie“, da mir Hautpflege mit vielen „intelligenten“ und wirksamen Inhaltsstoffen einfach Spaß macht. Wichtig ist mir dabei ein möglichst frisches und strahlendes Hautbild. Wie du es neulich mal so treffend sagtest, gerne mit Fältchen, die natürlich nicht weg zu cremen sind.
Ich habe aber schon ganz deutlich das Gefühl, dass meine Haut besser und gepflegter aussieht als noch vor etwa zwei Jahren, als ich in etwa anfing, mir außer Tages- und Nachtcreme noch weitere Seren etc. zuzulegen. Mein Wissen beziehe ich tatsächlich in erster Linie aus deinem Blog, aus dem des Konsumkaisers sowie eurer ausgesprochen bewanderten Community. Ich muss sagen, dass bisher noch keine Fachkraft, weder in Parfümerien noch in Apotheken da mithalten konnte. Teilweise konnte ich denen noch etwas erzählen. Worin ich mich noch nicht sicher fühle, ist die Frage, die du ja immer mal wieder beantwortest, welche Wirkstoffe man womit kombinieren kann, was man besser abends und was morgens benutzt, was wie Sinn macht und worauf man dabei achten muss. Ich bestelle manchmal einfach (z.B. Niaciamide, Vitamin C-Serum, Produkte von Niod, etc.), weil mich die positiven Berichte so triggern. Dann steht das bei mir im Bad und ich denke: und jetzt? Natürlich probiere ich aus, immer schön vorsichtig und nicht zu viel auf einmal, und schaue, was mit meiner Haut passiert. Aber das reicht nicht. Ich brauche auch richtiges Know how, damit ich die teuren Produkte nicht verschwende. Deswegen interessiert mich die Kombination der unterschiedlichen Wirkstoffe, die sinnvolle Pflegeroutine und die damit verbundenen No-gos im Moment am meisten!
Vielen lieben Dank für deine Mühe (und die deiner Kommentatoren!) dieses Wissen hier zu teilen.
Liebe Grüße von Bianca

Periorale Dermatitis ist eine ganz schwierige Geschichte – im allgemeinen hilft ja nur weglassen. Oder auch die Trigger zu finden.

Danke liebe Irit, es ist soooo spannend, alles zu lesen und Neues dazu zu lernen. Ich habe tatsächlich immer reines Öl als Nachtpflege auf der feuchten Haut verwendet. Ich hatte aber schon das Gefühl, das auf Dauer meine Haut trockener wird. Es kursiert so viel im Netz, auch auf seriösen Seiten. Siehe auch die Disskussionen über Seife zur Gesichtsreinigung.
Seit vielen Jahren benutze ich nur Naturkosmetik, zuletzt von der Cremekampagne. Ohne Alkohol und ätherische Öle, aber es sind natürlich wenig Wirkstoffe enthalten. Dabei habe ich jahrelang Lavendel und Orangenblüte im Gesicht geliebt. Ich habe alles durch…Alverde ( voll mit Alkohol und äÖ), Hauschka und die fettfreie Nachtpflege (nix für mich)… Dann habe ich viel hier bei dir gelesen, bei Incipedia, den Beyer-Jungs… Und ich habe festgestellt, das es nicht nur Naturkosmetik sein muss und es auch andere gute Kosmetik gibt. Ohne „böse“ Inhaltsstoffe. Ich bin jetzt auf Paulas Choice gekommen und informiere mich gerade. Ich habe das Gefühl, das ich mit Ü50 auch mehr Wirkstoffe in der Kosmetik haben möchte. Ich habe eine empfindliche, aber tolle Haut ohne Make Up zu benutzen. Mich schrecken bei PC aber etwas die ellenlangen Formulierungen ab. Hilft viel immer viel?
Meine Schwiegermutter wird übrigens im Mai 100 Jahre und hat wenig Falten. Ihr Leben lang hat sie nur Wasser und die blaue Cremedose gesehen und Augencreme wahrscheinlich noch nie benutzt. Es hängt wohl doch von den Genen ab.
Für mich ist schöne Kosmetik aber auch Luxus und diesen genieße ich einfach.

ja, es ist ein wunderbarer Luxus und genau wie du genieße ich das auch jeden Morgen und Abend!

Zu den Falten: ja, mit Sicherheit die Gene, aber auch die Angewohnheiten mit der Sonne. Wobei… meine Mutter ist 82, ihr Leben lang jeden Sommer ins Freibad gegangen (ähem, Sonnenschutz war da nicht so verbreitet) und hat auch nicht viele Falten. Ich hoffe jetzt das Beste…

Zu Paula: sie vertritt halt die Philosophie eines sinnvoll zusammengestellten Produkts. Das ist oft eine Mischung von Antioxidantien oder auch Feuchtigkeitsspendern oder beruhigenden Sachen – wenn man die Erläuterungen liest, ist es nicht mehr ganz so schlimm ;-)

Ich bin gerade total ernüchtert… Habe bei Paula mal geschaut und wollte mir eine schöne Routine zusammenstellen. Aber ich habe in den Produkten jede Menge schwer abbaubare Polymere gefunden, jede Menge Palmöl und Nanopartikel. Stelle ich mich jetzt an, wenn ich das nicht auf meiner Haut haben möchte? Sehr schade, ich wollte so gerne mal BHA und AHA ausprobieren. Nun ja, Luxusprobleme muss der Mensch haben, ich werde bei der Cremekampagne bleiben.

nein, das ist überhaupt nicht „angestellt“ – ganz im Gegenteil. Du denkst darüber nach, was du benutzen möchtest und informierst dich sehr genau. Ich finde das toll. Und dass jeder andere Maßstäbe hat, ist doch völlig in Ordnung!

Da muss ich mich einmal mit beschäftigen. Die Augencreme hatte ich schon, die fand ich schrecklich. Ich musste an meiner Haut zerren, um die AugenCreme einarbeiten zu können. Sie ist sooo fest. Vom Gefühl her finde ich die Augencreme von Dermasence toll. So seidig und glatt.

Zerren ist nie gut 😱
Eyellove wurde letztens überarbeitet, als Empfehlung würde ich generell eine reichhaltige Augencreme auch nur „platzieren“ und nicht weiter einarbeiten, die Haut bedient sich dann selbst. Nur für den Fall, das sie sich noch irgendwo in deiner Reichweite rumfliegt.

Hallo Waldfee,
als Naturkosmetik- und Cremekampagnefan kann ich Dein Problem mit Paula nachvollziehen. Ich benutze inzwischen nur sehr wenige Paula-Produkte ergänzend zu meiner reizarmen Naturkosmetik-Baeispflege. Chemische Peelings findest Du inzwischen auch von anderen Marken. Wenn es gerne Naturkosmetik sein soll: Madara hat eine tolle AHA-Maske zum Abspülen, sie ich wirklich weiter empfehlen kann. Lovely Day Botanicals hat auch einige Produkte mit PHA. Ansonsten wäre Cosrx vielleicht eine Alternative, die haben ein flüssiges BHA und ein flüssiges AHA. Keine Naturkosmetik, aber auch wenig zusätzliche Inhaltsstoffe. Bei Paula mag ich eigentlich nur noch den Vitamin C Booster (leider sehr teuer) und den Barrier Repair Moisturizer mit Retinol, der sehr leicht und daher von mir eher als Serum (gemischt mit meinen geliebten Gesichtsölen) genutzt wird. Beide Produkte sind ohne Silikone. Zu guter Letzt lasse ich meine Cremekampagne-Produkte immer zusätzlich mit Niaciamid „aufpimpen“: das Aloe Vera Tonic, im Sommer das Aloe Vera Gel, im Winter das Sanddornfluid. Das ist ja gerade das Tolle an der Cremekampagne, dass solche Sonderwünsche dort möglich sind. Zudem mag ich das Hyaluronserum sehr gerne, das polstert morgens unter der normalen Pflege die Haut sichtbar auf.

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