Blog abonnieren, Datensammelwut und so weiter

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Ehrlich gesagt bin ich mittlerweile etwas angewidert von der allgemeinen Datensammelwut. Ich habe in meinem Browser das Tool Ghostery installiert und da sieht man, wieviele Tracker auf einer Website installiert sind. (Update: jetzt ist es nach dem Hinweis Noscript, s. auch Kommentare)

Es ist unglaublich, wieviele Daten über Nutzer, Nutzerverhalten und ähnliches mehr eingesammelt werden. Meiner Meinung nach hat das Ganze absurde Ausmaße erreicht. Da wird u.a. geschaut, wie man die Maus über die Website bewegt (Heat maps), Google Analytics weiß eh alles (kleines Beispiel: Erkennung von wiederkehrenden Besuchern und Absprungwebsite und das auch beim dritten oder vierten Mal) und so weiter. Ich kann an der Stelle nur empfehlen, Analytics zu sperren wo immer es geht.

Womit wir zum Blogabo kommen…

Das Thema ist nicht so einfach wie die nicht ganz so IT-affine Leserin meint. Bei wirklich jeder Lösung werden Daten eingesammelt und zwar nicht zu knapp. Das möchte ich nicht. Ich bleibe bei meiner Keine-Daten-Sammeln-Strategie. Und das schließt auch Dienste wie Mailchimp etc ein, die gewöhnlicherweise für den Newsletterversand gewählt werden. Deren Server stehen in den USA und ich kann nicht beurteilen, was mit den persönlichen Daten meiner Leserinnen passiert. Ein No-Go. Apropos: meine Website wird auf Servern in Frankfurt gehostet.

HINWEIS: man muss den Blog natürlich nicht abonnieren oder so etwas. Ich bekomme jedoch immer wieder Emails von Leserinnen, wo sie denn abonnieren könnten, daher nochmal eine Zusammenfassung. 

Natürlich gibt es trotzdem eine Möglichkeit, informiert zu werden: der sogenannte RSS Feed. Das lässt sich z.B. in Outlook (nicht für MAC) oder Thunderbird sehr einfach einrichten. Guckt einfach mal in die Hilfe, bei Thunderbird ist das mit ein paar Klicks erledigt.

Mein Feed heißt: https://iriteser.de/feed/

Es tut mir leid, dass ich keine einfache Möglichkeit anbieten kann.

Dann war da noch Bloglovin

Ich bin ein Fan von der Seite und habe zahlreiche Blogs dort abonniert. Die meisten posten ja nicht so häufig, so dass das gut passt. Man findet mich hier:

https://www.bloglovin.com/blogs/irit-eser-14619211

Und ja, die sammeln auch reichlich Daten ein, aber das sperre ich und fertig ist.

Aber du trackst doch auch auf der Website?

Ja, mache ich.

Die meisten der Cookies, die hier gesetzt werden, sind von seiten WordPress (das ist die Software, die ich für den Blog benutze) essentiell notwendig, ohne funktioniert der Betrieb der Website nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Daneben gibt es noch VG Wort (Textvergütung für Autoren), die sind am unkritischsten. Da werden im Prinzip die Aufrufe einer Seite aus Deutschland gezählt, jedoch ohne Speicherung persönlicher und personenbezogener Daten. Erreichen die Aufrufe eine gewisse Anzahl, bekomme ich eine kleine Vergütung für den jeweiligen Blogpost. Daher: es wäre nett, wenn ihr das nicht sperrt.

Am kritischsten ist Pinterest zu sehen – zumindest mit der Datenschutzbrille. Ich binde gerne die Bilder bei mir ein, nutze es auch privat sehr intensiv, weil ich die Plattform einfach gut finde. Pinterest trackt halt gerne mit. Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, das anders zu machen.

Möglichkeit 1: Wer das nicht mag, kann über das bereits erwähnte Tool Ghostery Noscript den Tracker sperren (am besten gleich auf der Startseite, wer technische Hilfe braucht, gerne melden) – ABER: man sieht dann keine eingebundenen Bilder mehr, das betrifft i.w. Rezepte.

Möglichkeit 2: damit leben.

Übrigens benutze ich für den Teilen-Button das Shariff Tool, das dafür sorgt, dass erst Daten übertragen / gesammelt werden, wenn man aktiv auf den Pinterest Button klickt.

Und sonst?

Google Analytics habe ich schon lange entfernt, ich nutze Statify. Das speichert weder IP-Adressen noch sonst irgendwas, sondern sagt mir einfach Tag für Tag, wieviele Aufrufe ich auf der Website hatte. Das trage ich dann als Statistikerin brav in meine Exceltabelle ein und fertig. Aber eher zum Privatvergnügen (ich LIEBE neue Rekordaufrufe!) oder wenn ich mal für eine Kooperation eine Zahl nennen muss.

Wie Affiliate Links funktionieren, habe ich schon oft beschrieben. Ein zeitlich begrenztes Cookie und wer mag, kann die Links nutzen – ich freue mich über ein kleines Zubrot und euch kostet es nichts.

Warum ich das schreibe

Ich arbeite schon lange im Bereich Digitalisierung und mir ist es wichtig, dass meine Leserinnen und Leser wissen, was hier passiert. Und was mit ihren Daten passiert. Ich nutze persönlich keine anonymisierten Browser oder ähnliches, ich finde, man kann es auch übertreiben. Aber nicht immer gleich auf „zustimmen“ klicken, sondern mal genau hinschauen.

Und es möge sich niemand der Illusion hingeben, mit Hilfe einer falschen Email oder eines falschen Namens ist man anonym. Nein, im Netz ist niemand anonym. Außer man steckt richtig Arbeit rein.

Auf Pinterest teilen?
*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

7 Kommentare

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Auszug aus Wikipedia

Der Hersteller von Ghostery stellte gleichzeitig seine Datenbank der Werbewirtschaft zur Verfügung, weshalb die Computerzeitschrift Chip vom Gebrauch der Software abriet und stattdessen NoScript empfiehlt.[9] Technology Review berichtete, dass die Firma hinter Ghostery Benutzerdaten an Werbefirmen weitergebe, wenn die Option „Ghostrank“ aktiviert ist. 
Die Herstellerfirma sagte, dass Ghostrank keine Daten für eine personalisierte Anzeigenschaltungoder die Identifikation eines Nutzers sammele.[10] Daten würden nur dann gesammelt, wenn der Benutzer zur Funktion Ghostrank eingewilligt (Opt-in) habe. Die gesammelten Daten würden der US-amerikanischen Organisation Better Business Bureau (in etwa mit den deutschen Verbraucherzentralen vergleichbar) zur Verfügung gestellt. Außerdem liefere Ghostery Daten an Universitätsstudenten, an Datenschutz-Forscher sowie an Journalisten für deren Studien.[11] 
Webseiten-Betreiber können die Daten nutzen, um zu verfolgen, welcher Tracking-Code der verschiedenen Werbeunternehmen auf ihren Seiten aktiv ist und wie er die Ladegeschwindigkeit beeinflusst. Zum anderen können Werbevermarkter feststellen, wie verbreitet eine bestimmte Art von Tracking-Code im Web ist.[10]

oh danke, das wusste ich nicht. Ich hatte mal Werbeeinblendungen und habe die ausgeschaltet

Dann schaue ich mir mal Noscript an

Ich nutze schon lange NoScript sowie den Third Party Request Blocker. Cookies dürfen bei mir recht freizügig gesetzt werden, allerdings werden Cookies und Cache automatisch gelöscht, wenn ich die Browser-Sitzung schließe.

Wow. Das ist schon ziemlich viel Technik-Wissen für jemanden, der sich eher selten damit beschäftigt (ich). Ich bin beeindruckt! und von den Cookie-Herden, die beim Besuch jeder Pupswebsite auf meine Maschine springen wollen, mehr als genervt.

Und wenn ich einen Bestellvorgang nur abschließen kann, wenn ich zwingend meine Handynummer hinterlasse, fälsche ich die. Kommt immer öfter vor.

Irit — Du hast mir heute einen Tritt ins Örschl verpasst, mich dringend mit meinen Browsereinstellungen zu befassen. Danke sehr.
(Ich wünsch mir ja sowieso schon länger, dass Deine Leser/innen von Deinem praktischen Fachfrauwissen zu diesen Themen profitieren dürfen…)

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