Sonnenschutz ganz allgemein

Diese Woche gibt es Sonnenschutz satt. Ich habe so einiges getestet, natürlich gibt es ein paar (alte) Favoriten und noch einiges mehr an Infos und ein paar nützliche Links. Los geht’s.

Warum Sonnenschutz benutzen?

Die Sonne hat ein paar wunderbare Wirkungen wie gute Laune (zumindest bei mir), Bildung von Vitamin D im Körper und sie sorgt für eine warme Umgebungstemperatur. Leider gibt es da aber auch ein paar Schattenseiten, die schlimmste ist Hautkrebs durch übermäßige Sonnenbestrahlung. Aber schon lange vorher tut der Haut Sonne nicht gut, sie  trägt Schäden davon und altert, das sogenannte Photo-Aging macht um die 80% der Hautalterung aus. Zum einfachen Beweis betrachte man eine immer geschützte Hautstelle am Körper (Bikinizone) und vergleiche den Hautzustand mit den Händen oder dem Gesicht.

Glücklicherweise kann man sich schützen und hier kommt zunächst ein kleiner Überblick zum Thema Sonnenschutzfilter.

UVA, UVB, UVC?

Die Sonnenstrahlung lässt sich grob in drei Arten einteilen: UVA, UVB und UVC. Zu UVC-Strahlung gibt es wenig Erkenntnisse. Dafür umso mehr zu UVA und UVB. Das A und das B lassen sich auch einfach merken: A steht für Aging oder Alterung, B für Burn oder Brand oder Sonnenbrand. Der Sonnenschutzfaktor SPF oder LSF bezieht sich auf die UVB-Strahlung, der UVA-Schutz ist bei den meisten Produkten nicht extra ausgewiesen, falls die Packung aber ein UVA in einem Kreis trägt, ist es ein Drittel des angegebenen SPF. Einige Hersteller weisen diesen Wert aber extra aus, die Abkürzung ist PPD.

Was bedeutet eigentlich SPF 50?

Ganz einfach: man kann 50x länger in der Sonne bleiben ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Anders ausgedrückt hat ein SPF 2 eine UV-Absorptionsrate von 50%. Bei einem SPF 10 reden wir schon von 90% und bei SPF 50 von 98%.

Der Unterschied sieht erstmal nicht sooo groß aus, aber wenn man es andersherum ausdrückt: ein SPF 10 lässt fünfmal mehr UV durch als ein SPF 50. Hört sich schon ganz anders an, oder?

Bei dem PPD für die UVA-Strahlung verhält es sich genauso.

Die Haken an der Sache

Ich weiß nicht, welcher Idiot für das Messverfahren verantwortlich war, aber um den angegebenen Schutz zu erreichen, muss man eine unfassbar große Menge an Produkt auf die Haut bringen. Um genau zu sein 2mg/cm², was bei etwa 500 cm² Gesichtsfläche ein gutes Gramm Creme macht. Oder der berühmte Teelöffel für Gesicht und Hals, was aber natürlich aufgrund unterschiedlicher Gesichtsgrößen und Halslängen nur ein Schätzwert ist.

Ich kann diese Crememenge nicht auf meiner Haut unterbringen, eher die Hälfte. Also nehme ich lieber ein Produkt mit hohem Faktor und bekomme so zumindest einen annehmbaren Schutz. Das ist auch der Grund, warum ich Produkte mit hohem PPD-Wert bevorzuge anstelle des vorgeschriebenen Drittels.

Der zweite Haken ist die Konsistenz der Filter. Mineralische Filter (Titaniumdioxid und Zinkoxid) schützen zwar ganz wunderbar vor UVA und UVB, aber ich persönlich mag nicht mit der weißen Schicht im Gesicht herumlaufen. Weswegen die in meinem Bad nicht mehr stattfinden. Natürlich gibt es mittlerweile besser verarbeitete Cremes wie z.B. die von Beyer & Söhne, aber es weißelt immer noch.

Chemische Filter sind da deutlich eleganter, aber die modernen Hochleistungsfilter sind eher schwer und ölig. Womit man die Auswahl hat zwischen einem Öl (wie zum Beispiel von HighDroxy oder Beyer & Söhne) oder einem Produkt, in dem unglaublich viel Alkohol steckt, um dem ganzen eine gefällige Konsistenz zu verleihen. Alternativ werden „gefälligere“ Filter verwendet, das erlaubt eine Cremekonsistenz ohne Alkohol – aber zumeist zu Lasten des UVA-Schutzwertes.

Mit anderen Worten: bei Sonnenschutz ist immer was und das ideale Produkt KANN es momentan einfach nicht geben, man muss Kompromisse machen.

Noch mehr Informationen

Es gibt mittlerweile sehr viele Infos zu den verschiedenen Sonnenschutzfiltern im Netz, ich mag die Übersicht bei Dr. Jetske Ultee und bei Beyer & Söhne, beide sind sehr verständlich.

Wer es ganz genau wissen möchte, kann mal hier schauen:

Link

Hier kann man sehen, in welchem Spektrum und wir stark einzelne Filter wirken. Achtung: die y-Achsen sind unterschiedlich skaliert (mal 1000, mal 1500), kleiner Tipp von der Statistikerin. Die Abkürzungen:

  • ED-PABA – Padimate O
  • IMC – Amiloxate
  • EHMC – Octinoxate
  • OCR – Octocrylene
  • EHS – Octisalate
  • HMS – Homosalate
  • BMDBM – Avobenzone
  • DHHB – Uvinul A Plus
  • TDSA – Mexoryl SX
  • DPDT – Bisdisulizole Disodium
  • MA – Meradimate
  • EHT – Uvinul T 150
  • DBT – Uvasorb
  • HEB MBC – Enzacamene
  • PBSA – Ensulizole
  • TiO2 – Titanium Dioxide
  • B-3 – Benzophenone-3
  • B-4 – Benzophenone-4/Sulisobenzone
  • BEMT – Tinosorb S
  • MBBT – Tinosorb M
  • DTS – Mexoryl XL
  • ZnO – Zinc Oxide

Hier ist noch der Link zu der Website.

Die Alternative

Fotorecycling ;-)

Ein schlichter Hut. Und dichte T-Shirts und Hosen. Ehrlich gesagt nicht so ganz mein Fall. Ich bevorzuge die andere Alternative: Schatten. Oder vielleicht sollte ich mir einen eleganten Sonnenschutzschirm zulegen für den täglichen Gebrauch?

Alles schwierig.

Und nachdem ich euch jetzt so richtig zugetextet habe, gibt es für den Rest der Woche leichtere Kost – Lieblingsprodukte und neue Produkte.

Was sind denn eure Gedanken zum Thema Sonnenschutz? Wie sieht euer Kompromiss aus?

20 Kommentare

  • Hallo Irit,

    über die von dir hier gezeigte Grafik bin ich neulich auch gestolpert und bin ehrlich gesagt immernoch etwas geschockt, wie schlecht Zinkoxid abschneidet! Es schützt zwar über fast das ganze Spektrum gleichbleibend „gut“, aber wohl nicht besonders stark. Überrascht hat mich auch, wie gut Avobenzone doch im UVA1-Bereich abschneidet. Liegt ja sogar noch deutlich über Tinosorb S. Doof nur, dass Avo von Haus aus ein so instabiler Filter ist, wobei ich mich da schon darauf verlasse, dass die Hersteller wissen, wie sie ihre Formulierungen stabil hinbekommen.

    Ich hab per se kein Problem damit, das für mich errechnete eine Gramm im Gesicht unterzubringen. Und im Gegensatz zu den meisten, gehöre ich bei SCs auch nicht der „leicht, leicht, leicht“ Fraktion an (eigtl. verwunderlich bei meiner ehemals öligen Haut). Ich finde es viel einfacher 1 Gramm Creme zu nutzen, als 1 Gramm ultraflüssige, fast schon tonerartige SC. 1g Creme hat ja eine viel dichtere Masse als so 1g dünnes „SC-Süppchen“. Ergo muss ich mit Creme viel weniger Produkt im Gesicht unterbringen als mit einer sehr flüssigen SC, um auf ein Gramm zu kommen.

    Mein größter Störfaktor bei SCs ist, dass sehr, sehr viele bei mit Abrollen. Egal, was ich mache. Interessanterweise passiert das nie bei rein mineralischen SCs. Die scheinen irgendwie besser an meiner Haut zu pappen. Bei allen anderen SCs bekomme ich wohl deshalb schnell ein Abroll-Problem, weil zu reichhaltige Cremegrundlagen schnell wie eine Art Gesichtsmaske bei mir wirken. Der Großteil zieht ein, aber ein kleiner Teil eben nicht. Wie bei Masken auch, bleibt dann ein dünner durchsichtiger Film zurück, den ich in kleinen Bobbeln abrubbeln kann. Weshalb ich meist eher zu mineralischen SCs greife. Vertragen tue ich nämlich alle Filter, egal ob organisch oder anorganisch.

    Ich weiß nicht, ob ich das sinnvoll für mich gelöst habe, aber am liebsten staple ich SCs deshalb. Meist zuerst Paulas mineralische Resist SC, natürlich in ausreichender Menge! Und dann nach 20 Min. noch ihren Primer mit synthetischen Filtern drüber. Meine Foundation und mein Puder haben auch noch einen LSF. In der Kombi klappt das Alles immer super zuverlässig. Ob’s ausreicht? Ich hoffe es!

  • Ich benutze täglich Sonnenschutz im Gesicht, an Armen und Händen (eben die Stellen, die im Alltag dem Sonnenlicht ausgesetzt sind). Dabei gehöre ich zu denen, die eine sehr leichte Sonnencreme bevorzugen, sprich eine die schnell einzieht, nicht glänzt und keine Spuren hinterlässt (seit ein paar Monaten ist das die Klairs Soft Airy UV Essence). Und ich benutze ganz sicher nicht die erforderliche Menge um auf den ausgeschriebenen Schutzfaktor zu kommen, aber besser weniger Schutz, als gar keinen.
    Das man Sonnenbrand unbedingt vermeiden sollte ist klar, ich mache mir jedoch allgemein Gedanken darüber ob die Sonnenschutzfilter auf Dauer nicht mehr schaden, als nützen. Die Frage wird wohl nicht so schnell geklärt werden, es kursieren im Netz so viele Für und Wider zum Thema Sonnenschutz und als nicht-Wissenschaftler ist es schwer manche Aussagen, egal ob für oder gegen, zu bewerten.

    • deinen letzten Punkt finde ich auch schwierig, insbesondere wenn man dann nohc die Umwelt miteinbezieht (Octocrylene und Co)

  • Ich trage 365 Tage im Jahr SPF 50 (am Körper sobald die T-Shirts rauskommen). Obwohl meine Haut extrem trocken ist, liebe ich seit 6 Jahren PC Youth Extending spf 50. Die Textur stimmt und ich verwende soviel ich kann. Im Sommer bin ich IMMER mit Hut unterwegs und ich versuche mich so gut es geht im Schatten aufzuhalten. Einen Regenschirm benutze ich da auch schon manchmal, obwohl mich ein “Parasol” wirklich reizen würde😀. Vom Hautarzt bekam ich Proben von Elta MD, eine in USA sehr gelobte Marke mit mineralischem Schutz. Absolut fürchterlich sah ich damit aus!! Das war mehr als weiss, das war schon Leichen grau!🤢 Meine Zähen sahen gelb aus und mein schwarzes Kleid wie nie gewaschen. Auch mein Auto war/ist verschmiert…also nein, ich bleibe bei der Chemie und gehe regelmäßig zur Haut Kontrolle!

  • Ich finde es ziemlich unproblematisch 2 oder 3 Gramm SC auf meinem (zugegebenermaßen relativ großem) Gesicht unterzubringen.
    Dafür finde ich es absolut unmöglich, nachzucremen. Was, wenn man sich die Aufnahmen vom Sunscreenr ansieht, wichtiger zu sein scheint.
    Ich komme sowohl mit Alkohol als auch Fettglanz klar, mich stört neben weißeln, nicht-fettigem Glanz und Klebrigkeit vor Allem „Desintegration“. Damit meine ich, dass sich ein Produkt irgendwie zersetzt oder von Anfang an keinen homogenen Film bildet. Beispiele hierfür wären das LRP Ultra Light Fluid, das Eucerin sensitiv matt Fluid oder die Avene Sunsimed.
    Insgesamt bin ich also ziemlich leicht zufrieden zu stellen. Mit Omuci im Winter und Purito im Sommer habe ich 2 Wohlfühl-SC bei denen für mich alles stimmt: Preis ok, geht ohne alles und mit allem drunter und drüber (aber eben nicht notwendig), können blind aufgetragen werden, brenne nicht im Auge oder auf empfindlicher Haut.
    Niod für besondere Anlässe.
    Aber auch Altruist/Sol Feliz (günstiger) funktionieren für mich mit Make Up drüber, und LRP nutze ich wenn ich mehr Schutz brauche (auch mit Make up).
    Die getönten mineralischen sind für mich eher Make Up Ersatz als reine Sonnencremes, der zusätzliche Schutz ist natürlich toll und für „draußen Tage“ ein absolutes Muss.

    Auf meiner Wunschliste steht das LRP Shaka Fluid ganz oben, der PPD ist unschlagbar für ein transparentes Produkt.
    Ich werde in Frankreich bestellen – hast du da zufällig noch ein paar Empfehlungen? Außer dem Mizellenwasser von Bioderma liegt bisher nur Sonnenenschutz im Warenkorb.

    • Das Shaka Fluid enthält wirklich sehr viel Alkohol – kannst du das ab?

      Tja, ich hätte ja Bioderma empfohlen, s. auch mein Post von heute. Wobei: ich bin nicht sicher, ob wir wirklich die Korallelriffe beeinflussen

  • Joanna Titeux

    Hi Irit,
    ich mag auch Schatten. Und lange Ärmel (wobei die mich bis ca °C nicht stören da ich eher zum frieren als zum schwitzen neige).
    Sonnenschutz trage ich nur im Gesicht, im Sommer falls sich Sonne nicht vermeiden lässt auch auf den Armen, Hals, Nacken und Ohrläppchen. Daran haben die Vitamin-D Lobbyisten Verdienst ;-).
    Wobei ich vermute, dass es auch hier keine goldene Regel gibt und vieles von individuellen Faktoren abhängt (Beispiel meine Ma, die auch Sonnenvermeiderin ist, aber Sonnenschutz nie benutzt – sie hat wunderbare Haut für ihre knapp 72 Lebensjahre, sehr wenig Falten, keine Pigmentflecken – aber auch Vitamin D Mangel).
    Zum Sonnenschutz selbst – ich gehöre gezwungenermaßen zu Fans der mineralischen Sonnenfilter. Habe mir durch übermäßige Nutzung von chemischen eine dauerhafte Überempfindlichkeit angezüchtet :-/.
    Es ist sehr sehr schwierig eine elegant formulierte mineralische Sonnenschutz-Creme zu finden – meist erhält man eine klebrige weiße Paste. Oder die Creme enthält große Menge an Alkohol. Meine Haut ist sehr empfindlich und zudem sind viele Wachse Garant für Probleme wie Unreinheiten etc.

    Mein Lieblingsprodukt war bisher Survive 30 von Niod, neulich habe ich mir jedoch zwei koreanische Produkte von Yadah (Oh my sun protection – Tone up Base und Protection Milk) – beide mit SPF 50+ und PA++++. Und bin schwer begeistert. Von diesen Produkten kann ich sogar die empfohlene Menge auf das Gesicht auftragen – ohne dass man sie auf der Haut fühlt. Weißeln kaum (allerdings – bin ziemlich blass, mag sein dass das Weißeln einfach nicht auffällt).
    Und nein, ich bekomme keine Provision :-).
    Bin nur sehr froh endlich was passendes gefunden zu haben.

    Viele Grüße aus Rheinland
    Joanna

    • Yadah? Die kannte ich noch nicht. Ich habe derzeit auch das Gefühl, der koreanische Kosmetikmarkt explodiert…

  • kiddo the kid

    Ich verwende Sonnenschutz, seit ich 35 bin (bin jetzt knapp 41). Erst mehrere Jahre lang den mineralischen PC Resist Ultra Light, aber auf Dauer hat mich die Tönung genervt. Wenn man viel Creme aufträgt, hinterlässt die nämlich solche Make-Up-Ränder an der Kleidung, das hasse ich total.

    Mittlerweile nutze ich im Wechsel Klairs Soft Airy, ISDIN Fusion Water Pediatrics und Canmake Mermaid Skin Gel. Bei allen drei Produkten kann ich zwei Fingerlängen bzw. 1,3-1,5 Gramm Creme auftragen. Wobei ISDIN zwar sehr flüssig ist, aber in Relation dann auch die größte Menge an Produkt braucht. Dennoch nutze ich sie, wenn ich viel schwitze oder schwimmen gehe.

    Problematisch finde ich das nachcremen im Laufe des Tages. Das mache ich fast nie, denn ich verschmiere mir damit dann auch meinen Concealer, Rouge und so weiter. Da frage ich mich immer, wie andere das machen (beim Schwimmen oder am Strand ist es was anderes, da creme ich nach, man wird ja sowieso nass und „usselig“ im Gesicht)

    Am Körper creme ich mich eigentlich nicht immer vollständig ein im Sommer. Arme ja, Beine teils, Schultern auch, aber beim Schwimmen/Strand trage ich auch oft einfach ein UV-Shirt statt Creme. Ich achte darauf, keinen Sonnebrand und keine Rötungen zu bekommen. Habe einen mittleren Hautton und bin nicht so empfindlich.

    • schon mal über ein Spray nachgedacht? ich habe mir das von LRP angeschaut, der Review ist am Samstag dabei – das sinfe ich zumindest fürs Gesicht ausgesprochen praktisch

      • kiddo the kid

        Ach, interessant! Man sprüht das einfach über alles drüber und verreibt es dann nicht? Da bin ich gespannt auf deinen Bericht.

        Mittlerweile habe ich beschlossen (falls es jemanden interessiert, haha), das Canmake Skin Gel nicht mehr nachzukaufen. Es hat zwar eine wunderbare Konsistenz und ist sehr verträglich, aber die Filterkombination hat mich nach deinem neuesten Artikel (bzw den Kommentaren dazu) zum Nachdenken gebracht. Ich bleibe dann erst einmal bei Klairs für die nicht-wasserfeste Alltagsversion und bei ISDIN bei Schwitzgefahr (wobei das auch nicht die allerneuesten Filter hat, aber die Öle kann ich einfach nicht benutzen).

        Danke für die Klairs Review nochmal an dieser Stelle, für mich passt das Produkt wirklich super, meine Haut sieht sogar richtig gut aus nach dem Auftrag.

  • Claudia B

    Ich persönlich finde es nicht gut, sich so und andauernd mit Sonnencreme einzucremen, dass auch kein einziger Sonnenstrahl mehr an die Haut gelangt.
    Wir bilden bei der Bestrahlung mit Sonnenlicht Vitamin D. Das ist ein essentieller Stoff, der an einer Vielzahl von Prozessen im Körper beteiligt ist. Ein Mangel kann sich nicht nur im Winterblues äußern, man bringt mittlerweile viele Krankheiten in Verbindung mit einem Vitamin D Mangel. Mir ist meine Gesundheit jedenfalls wichtiger als ein paar Falten oder Altersflecken, die ich ja doch nicht 100% vermeiden kann. Und ob sie jetzt oder in 5 Jahren kommen, was macht das für einen Unterschied.

    Nun könnte man ja Sonnencreme und als Ersatz für das Sonnenlicht Vitamin D Tabletten oder Tropfen nehmen. Leider ist das nicht ganz so einfach. Wenigstens Vitamin K1 und Mg sind auch noch notwendig, damit sich Calcium in den Knochen und nicht in unseren Blutgefäßen ablagert.

    Ein für mich weiterer wichtiger Grund gegen die Verwendung von Sonnencremes in großen Mengen sind die enthaltenen Sonnenschutzfilter. Wenn sie am Abend von der Haut abgewaschen werden, gelangen Sie in unseren Wasserkreislauf. Sind die großen Moleküle der organischen Filter schon abgebaut, bevor sie in die Nahrungskette gelangen? Wie gefährlich sind die Abbauprodukte für Fische und Kleinlebewesen? Was ist mit mineralischen Filtern in Nanogröße?
    Wenn ich mir vorstelle, wie die Verwendung von Sonnenschutzmitteln auf unserer Erde sich ebenso ausbreitet wie die Verwendung von Plastiktüten, und ich dann die Bilder von Plastikresten in unseren Meeren vor Augen habe, wird mir einfach nur schlecht.

    • ich denke hier muss man mit dem gesunden Menschenverstand herangehen. Ich nehme auch nicht ständig und überall Sonnenschutz (wie man an den Altersflecken auf meinen Händen gut sehen kann…), aber ich habe helle Haut und bekomme halt schnell einen Sonnenbrand. Also SOnnenschutz ins Gesicht. Aber außer am Strand creme ich tagsüber nie nach.

      Wenn wir uns konsequent umweltfreundlich verhalten möchten, müssen wir vermutlich wie in der Steinzeit leben – aber ohne Feuer wegen CO2. Finde ich persönlich nicht erstrebenswert. Plastikreste finde ich aber auch nicht gut. Ich denke aber nicht, dass die Sonnenschutzverwendung diese Ausmaße erreichen wird

  • Es gibt zunehmend Studien, die zeigen, dass die Sonne nicht nur wegen des Vitamin D3 für den Organismus sehr wichtig ist.
    Es werden immer mehr Zusammenhänge zwischen Sonne und diversen Körperfunktionen entdeckt.
    Auch gibt es gar nicht so viel Hautkrebs, wie die Industrie einem weis macht.
    Offensichtlich schützt Sonne sogar vor Herzinfarkt, sodass es am Ende gesünder ist, sich der Sonne auszusetzen. Bei Bedarf liefere ich gerne entsprechende Artikel.

    Immerhin hat die Menschheit unter der Sonne die meiste Zeit gut überlebt und mir scheint es plausibel, dass wir im Grunde gut angepasst sind.
    Natürlich sollte man Sonnenbrand tunlichst vermeiden.
    Ich nehme Astaxanthin und merke, dass ich viel sonnentoleranter geworden bin.

    Trotzdem schütze ich täglich mein
    Gesicht. Einfach aus Eitelkeit.

    • Sonne macht definitiv gute Laune und Vitamin D3 ist auch wichtig. Soweit ich weiß, gibt es aber Studien, die so ziemlich alles in jede Richtung belegen.

      Die Menschheit hat gut überlebt. Vor 200 Jahren hätte es diesen Blog aber nicht gegeben, weil ich vermutlich schon tot gewesen wäre (allgemeine Lebenserwartung). Früher gab es auch weniger Demenzerkrankungen, die Leute sind schlicht vorher gestorben. Und so weiter.

      Die Hautkrebsraten werden übrigens nicht von der Industrie (wer auch immer das sein mag, das hört sich immer so nach Verschwörungstheorie an), sondern von staatlicher Seite erfasst, genau wie andere Krankheitsbilde rund Mortalitätsraten etc. Die Wirtschaft ist nun wirklich nicht an allem schuld.

      Astaxanthin ist in der Tat eine gute Sache. Welches nimmst du denn?

      • Ich nehme in den ersten vier Wochen 12 mg Astaxanthin von Vit4ever, danach 12 mg alle zwei Tage.

        Man darf aber nicht verkennen, dass es auch immer neue Zusammenhänge und Erkenntnisse gibt, die vorher unbekannt waren.
        In den USA sterben 3 Menschen von 100.000 an Melanomen.
        Das sind nicht viele, verglichen mit anderen Krankheiten.

        Ich will auch nichts kleinreden, nur ist alles immer viel komplexer, als man oft meint, zu wissen.

        • hm, das hört sich natürlich gut an, gerade 3. Rechnet man es auf die Bevölkerung hoch, sprechen wir von 10.000 Menschen.

          Ich empfehle, dich nicht von Statistiktricks ablenken zu lassen. In Deutschland sterben jährlich um die 950.000 Menschen, davon um die 3000 an Hautkrebs. Das sind „nur“ 0,3% der Sterbefälle.

          • Ich gebe zumal zu bedenken: nur weil nicht jeder an einer Erkrankung stirbt, und das sind bei Hautkrebs einige mehr als nur 3 von 10.000, macht das die Erkrankung ja nicht gleich zu einem Spaziergang. Brustkrebs ist zu 100% heilbar, wird er früh genug entdeckt. Das macht Brustamputation und Co. jetzt aber trotzdem nicht zu etwas, was man unbedingt haben muss.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.