Naturkosmetik

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Kürzlich erreichte mich eine sehr nette Email und ich fing schon an eine lange Antwort zu schreiben… bis ich mir dann dachte, das könnte ich doch genauso gut hier erledigen (mit Einverständnis der Emailschreiberin).

Liebe Irit,

ich verfolge deinen Blog regelmäßig, freu mich jeden Tag darauf, Neues von dir zu lesen und habe auch schon einige Produkte nachgekauft, ich wurde nie enttäuscht! Dafür herzlichen Dank.

Aber ich habe ein allgemeine Frage: Ich schminke mich schon seit meinem 14. Lebensjahr, bin inzwischen fast 53 und benutzt seit 15 Jahren nur Naturkosmetik. Natürlich muss ich hier immer Abstriche machen und wenn ich deinen neuen Beitrag lese, indem du immer deine MAC Foundation hypst, werde ich fast etwas neidisch… :)))

Ich denke, ich habe meiner Haut schon sooooo viel zugemutet, ist es nicht besser mit Natur zu schminken, um möglichst lang den Gesundheitszustand meiner Haut zu erhalten?
Warum benutzt du, abgesehen davon, dass du es vielleicht nicht verträgst, keine Naturkosmetik? Was spricht für dich FÜR konventionelle Kosmetik? Und ich meine hier ausschließlich dekorative Schminke….

Ich hoffe, dich mit meiner Frage nicht zu belästigen und wünsche eine gute Zeit!

Liebe Grüße


Soweit die Mail und vor meinem inneren Auge tauchte das Bild von hübschen Kräutern auf, die umgehend im Cremetopf landen und das Leben ist schön, die Bienen summen, die Schmetterlinge fliegen, kurz: das hier im XXXL-Format.

Ich kenne mich nicht im Detail in den Produktionsverfahren aus, angesichts der verfügbaren Mengen halte ich dies eher für Wunschdenken. Aber abgesehen davon: generell gibt es hier so gut wie keine Naturkosmetik und zwar schlicht aus einem Grund, ich benutze da aktuell nichts (zumindest nicht dass ich wüßte). Wofür es wiederum mehrere Gründe gibt.

Die Zertifizierung

Ich weiß bis heute nicht, welche Siegel es gibt, wer dafür was machen muss, wie sie sich unterscheiden und so weiter. Was ich aber weiß (aus erster Hand): die Zertifizierung ist teuer und manche Firmen verzichten aus Kostengründen darauf, obwohl sie die Kriterien erfüllen würden. Ich finde das komplett unübersichtlich und ich kann die Güte der Siegel auch nicht beurteilen.

Die Inhaltsstoffe

Das sind gleich zwei Gründe in einem. Auf der einen Seite sind viele (wirksame) Inhaltsstoffe nicht zertifiziert (kennt jemand ein Retinol-NK-Produkt?) und ich kann überhaupt nicht einsehen, auf diese Sachen zu verzichten. Auf der anderen Seite wird in unglaublich vielen Produkten allerlei verschwenderisch benutzt, was ich unter keinen Umständen benutzen möchte: Alkohol und Duftstoffe. Das mag ja aus biologischem Anbau sein oder ein reines ätherisches Öl (natürlich aus biologischem Anbau), ändert die Wirkung auf die Haut aber nicht. Insbesondere für Allergiker ein Riesenthema, aber auch für Menschen wie mich mit eher empfindlicher Haut.

Ich habe hier mal zwei Beispiele (Longtime-Bestseller).

Produkt 1: Aqua, Sesamum Indicum (Sesame) Seed Oil, Alcohol, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Glyceryl Stearate SE, Macadamia Ternifolia Seed Oil, Lysolecithin Glycerin, Helianthus Annuus (Sunflower) Seed Oil, Punica Granatum Seed Oil, Argania Spinosa Kernel Oil, Butyrospermum Parkii (Shea) Butter, Olea Europaea (Olive) Oil Unsaponifiables, Panicum Miliaceum Seed Extract, Helianthus Annuus Petal Extract, Tapioca Starch, Xanthan Gum, Fragrance (Parfum), Limonene, Linalool, Geraniol, Citral, Coumarin, Benzyl Benzoate

Produkt 2: Aqua, Anthyllis Vulneraria Extract, Alcohol, Hamamelis Virginiana Bark/Leaf Extract, Parfum, Linalool, Citronellol, Geraniol, Limonene, Citral

Eine hübsche Ansammlung von deklarationspflichtigen Duftstoffen plus jede Menge Alkohol und das Ganze soll gut sein für die Haut?? Nun ja.

Marketing

Das fand ich an obiger Mail übrigens am interessantesten. Die „Zumutung“ in Form von konventioneller Kosmetik. Ich denke, dass konventionelle Kosmetik eher eine Zumutung für die Umwelt ist (Silikon, Mikroplastik etc), der Haut ist eine Zertifizierung total egal. Ich finde nicht, dass meine Haut so aussieht, als würde ich ihr täglich etwas „zumuten“.

Wobei ich mich dann natürlich schon frage, woher das kommt. Marketing? Ich erinnere mich noch an Marketingclaims mit den natürlichen Waschsubstanzen, war im Endeffekt SLS, halt auf Basis Kokosöl oder so. Ich bin notorisch misstrauisch bei Werbesprüchen aller Art.

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Ich denke, ich habe meiner Haut schon sooooo viel zugemutet, ist es nicht besser mit Natur zu schminken, um möglichst lang den Gesundheitszustand meiner Haut zu erhalten?

Du schminkst dich nicht mit Natur, sondern mit zertifzierten Inhaltsstoffen, die genauso weiterverarbeitet werden wie konventionelle Kosmetik. Außer du nimmst Rote Beete-Saft als Lippenstift. Also Vorsicht mit den Marketingstrategien.

Warum benutzt du, abgesehen davon, dass du es vielleicht nicht verträgst, keine Naturkosmetik?

Ich habe absolut nichts gegen Naturkosmetik, nur sollte sie halt meinen Ansprüchen genügen. Was nicht der Fall ist. Zumindest bisher. Alkohol und viele ätherische Öle vertrage ich in der Tat nicht. Bei den Pflegeprodukten fehlen mir einfach die Power-Inhaltsstoffe. Abgesehen davon enthalten so einige der Produkte, die ich hier vorstelle, 80 – 90% zertifizierte Inhaltsstoffe – wie groß ist da der Unterschied?

Im dekorativen Bereich finde ich das Angebot schlicht nicht diskutabel. Oder zumindest finde ich da nichts so fancy wie Pat McGrath oder Charlotte Tilbury oder NARS oder Becca oder MAC oder Colourpop oder auch Clinique oder Clarins. Wo sind die tollen Lidschatten? Wo die pigmentierten Lippenstifte? Foundations in 50 Farbtönen? Und vor allem: die (sorry) geilen Verpackungen. Ich will GLAMOUR im Schminkkoffer, ich will den mit Freude öffnen und mich an meinen Schätzen erfreuen. Da ist mir Naturkosmetik einfach zu freudlos. Hm, ich glaube, das ist der eigentliche Grund. Das hat für mich so etwas ideologisch-verbohrtes und belehrendes, das Thema macht mir einfach keinen Spaß.

Was meint ihr denn zu dem Thema? Ich habe ziemlich lange gebraucht, um meine Gedanken zu sortieren.

*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

35 Kommentare

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Guten Morgen Irit!

Ein Punkt, der für mich persönlich auch wichtig ist: synthetisch hergestellte Roh-/Wirksstoffe sind hochrein und gleichbleibend in Qualität und/oder Wirkstoffgehalt.

Ich wünsche dir und allen LeserInnen einen guten Start in die Woche!

Für mich sind auch in erster Linie die Inhaltsstoffe wichtig und die sollten rein sein. Inzwischen erträge ich die zum Teil starken Duftstoffe in dekorativer Naturkosmetik gar nicht mehr.
Wir haben hier einen sehr schönen kleinen Laden für Naturkosmetik und ich gehe da auch gerne hin, für mich selber kaufe ich da nichts.

Guten Morgen, alles auf den Punkt gebracht.😊 Zum Glück gibt es vieles und jeder kann glücklich werden. Ich schaue mich auch immer in der Naturkosmetik Ecke um. Ganz selten macht mich da etwas an. Viele Grüße Jana

Ich habe lange auch Beautyjagd gelesen, da lernt man doch so einiges.

Am Anfang steht ja die Frage, was NK überhaupt ist. Julia (BJ) geht da in etwa so heran, dass sie die Inhaltsstoffen prüft, ob sie theoretisch zertifizierbar wären und wenn nicht, welche Substanz dagegen spricht. Einige Vitamine sind bei einigen Siegeln in der Tat nicht zugelassen, aber man bekommt durchaus von NK-Marken auch Produkte mit Retinol (100% Pure ist da ein Vorreiter).

Ich verstehe die Einstellung nicht, dass „Natur“ (was auch immer das für einen selbst bedeutet) besser für die Haut sein soll. Für mich liegt der Wert der Naturkosmetik darin, dass sie meinem Körper, also meinen inneren Organen und Systemen, nicht schadet. Egal ob ein Produkt meiner Haut gut tut oder nicht, immerhin muss ich mir keine Sorgen machen, mir damit selbst langfristig einen Bärendienst zu erweisen.
Das ist im Endeffekt eine Frage der Risikoeinschätzung, wie wir es die Tage bei den UV Filtern hatten.

Ich habe quasi mit NK angefangen und nach und nach die Inhaltsstoffe, die nicht zertifizierbar sind aber häufig verwendet werden, selbst recherchiert um zu einer entsprechenden Einschätzung zu kommen. Das ist viel Arbeit und ich verstehe total, dass das nicht für jeden der richtige Weg ist. NK Siegel nehmen einem eben diesen Aufwand ab.

Auf die Lippen kommt bei mir absolut nur zertifizierte NK. Mir ist klar dass auch andere Lippenprodukte den Regulation entsprechen und somit risikoarm sind (insbesondere in Europa sind die INCIs tendenziell unbedenklich) aber ich fühle mich mit NK wohler.
Auch bei meiner Nachtpflege habe ich strengere Kriterien – NK muss es nicht sein, aber auf Silikone verzichte ich beispielsweise. Es zieht ja nicht unbedingt alles ein, und ich möchte, dass mein Partner keine Bedenken hat, mir einen Kuss auf die Wange zu geben. Tagsüber ist das wegen SC und Co Tabu.

Zum Thema Duftstoffe in NK vertrete ich eine unpopuläre Meinung: natürlich sind sie weit verbreitet, aber das ist in der KK doch auch der Fall. Der Zuwachs unbedufteter Produkte hat eben in der KK begonnen, und da der Markt unvergleichlich größer ist scheint es einfacher, diese Produkte zu finden. Prozentual gesehen glaube ich jedoch nicht, dass es da einen großen Unterschied gibt.
Ganz allgemein gesagt kann man sich heutzutage problemlos mit NK oder Produkten, die die Voraussetzungen für NK Siegel erfüllen, kompromisslos gut pflegen. Die Auswahl ist natürlich geringer und die Preise deutlich höher.

Ich sehe das wie Irit: mir fehlen die Wirkstoffe, und wenn sie dann mal in geringem Umfang vorhanden sind, sind die Produkte meist sehr ‚reizend‘ formuliert, Alk und Duft ohne Ende. Auch mit Sonnenschutz wird es extrem schwierig, ohne Duft gibt es fast nichts, und wenn doch, sieht man aus wie ein Gespenst.

Auch die Qualitäten bei dekorativer Kosmetik lassen zu wünschen übrig, ich sag nur Mascara, katastrophal! Lippenstifte fände ich dann mal interessant.

@Yurifan: Hast Du eine Empfehlung für naturkosmetische Lippenstifte? Ich kenne nur die von Benecos – zu cremig – und die von Hauschka, die qualitativ sehr schön sind, aber fast nur kühle Farben haben.

Nei NK SCs stört mich erster Linie, dass die für mich funktionierenden Filmbildner nicht erlaubt sind. Es gibt überhaupt nur eine Handvoll gut funktionierender Filmbildner für SCs, darunter Silikone, Polymere/Quats und Wachse. Letztere vertrage ich nur bedingt, zB. unter den Augen oder auch mal als Maske oder Touch-up, aber nicht täglich in großen Mengen. Bleiben nur die synthetischen Filmbildner übrig. Das, oder ich verzichte auf den Schutzfilm, der eben über genau diese Filmbildner nach ca. 20 Min. ausgebildet wird. Dann laufe ich eben mit einem löchrigen Schutz rum. Aber dann kann ich mir das ganze Trara mit der vollen Menge und der Wartezeit morgens irgendwie auch gleich sparen. Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Jahren mehr und mehr gut funktionierende Alternativen zu Silikonen und Co. auf den Markt kommen werden. Bis dahin verlasse ich mich aber auf die bewährten Filmbildner bei SCs, denn hier geht deren Einsatz ja weit darüber hinaus einem Produkt „nur“ kosmetische Eleganz zu verleihen.

Liebe Irit,

ich habe sehr empfindliche Haut und habe mit Naturkosmetik meist nur gute Erfahrungen gemacht. Allerdings studiere ich die Inhaltsstoffe sehr genau und mache um Ethanol und diverse Duftstoffe einen großen Bogen. Nach einem Rosazea-Ausbruch 2016 habe ich mit Twelve Beauty und Esse Skincare meine Haut wieder ins Gleichgewicht gebracht und brauche seitdem keine „medizinischen“ Creme mehr. Die Marken, die ich verwende sind eher hochpreisig: African Botanics, Amly, Bakel, Kahina Giving Beauty, Mawilove, Nazan Schnapp, Twelve Beauty… Die Sachen machen sich ganz ausgezeichnet im Bad und sind durchaus luxuriös.

Was den dekorativen Bereich angeht, muss ich dir leider recht geben: Da ist noch Luft nach oben. Aber auch hier habe ich ein paar sehr schöne Sachen entdeckt: Kosas Lipsticks, Vapour Primer, Marie W und Jane Iredale Mineral Makeup. Was den Glamourfaktor angeht, schau dir mal Kjær Weis ein. Ein schöneres Packaging geht kaum und mit dem Refill-System sind die Produkte auch erschwinglicher.

Ich komme gut mit Naturkosmetik zurecht, ergänze diese aber auch mit anderen (konventionellen) Marken wie Teoxane (RHA Serum) und Highdroxy (va Sonnenschutz).

Esse Skincare habe ich vor kurzem entdeckt. Und ich muss sagen, die Cremes gefallen mir sehr gut, auch die Cleanser.
Leider ist es nur so schwierig an die Produkte zu kommen.

Wenn du weißt, was du bestellen möchtest, kann ich dir greenglam.de empfehlen.
Toller Service und superschnelle Lieferung. (Neben Esse haben die auch noch ganz andere tolle Marken)

Oh, danke. Da werde ich mal reinschauen.
Hatte vom Kundenservice von Esse einige Proben zugeschickt bekommen.
Bin ganz verliebt in den Creme Cleanser und die Ultra Creme.

Toller Post!
Der Glamour-Faktor ist mir komplett wurscht, mich interessiert einzig, wie Kosmetik (pflegende & dekorative) auf meinem Gesicht aussieht, nicht im Schrank. Die praktische Anwendung zählt auch noch. Und stark riechen darf es nicht.

Zur Zumutung: Mit fast 50 kann ich sagen, dass ich nach ca. zwei Jahren konservativer Wirkstoffkosmetik die schönste, glatteste, gesündeste Haut seit meiner Teeniezeit habe. Mit 16 ging das nämlich los mit den Pickeln und rabiaten Dermatologen und hochkonzentrierter Vitamin A-Säure und jahrelang kaputter Haut, Jahrzehnte, in denen die Haut aus dem Gleichgewicht war. Jetzt ist sie langsam wieder in Balance. „Natur“kosmetik hätte das nie geschafft.

Hallo zusammen,

ich lese viel, schreibe aber nur selten. Ich arbeite seid knapp 20 Jahren in der Rezepturentwicklung für Gesichts- und Körperpflege und ja – deine Bewertungen haben meine Arbeit teilweise schon beeinflusst. Ich finde es immer total spannend, welche Aspekte auffallen – und welche eben auch nicht. Die Naturkosmetik hat sich den letzten Jahren durchaus positiv entwickelt, wass die Sensorik und auch die Aktivität der Wirkstoffe angeht. Doch leider haben die verschiedenen Zertifizierungsstellen das auch entdeckt und echte Gelddruckmaschen daraus gemacht. Das ist auch der Grund warum es immer neue Label gibt und der Markt immer undurchsichtiger wird. Die Frage ob Naturkosmetik nun besser für die Haut ist, oder nicht, wird niemand beantworten können, weil des eben nicht DIE HAUT gibt. Jeder Organismus reagiert etwas anders und ALLE Stoffe, die in Kosmetik eingesetzt werden – egal ob natürlich oder konventionell – sind für unsere Haut Fremdstoffe. Das Naturkosmetik „hautähnlicher“ oder gesünder sein soll ist einfach falsch, denn wir sind nunmal keine Pflanzen. Es ist vielmehr eine Philosophie, die man mit Naturkosmetik lebt – was völlig ok ist, denn wenn man etwas liebt, tut es einem auch gut! Genau genommen ist unsere Haut den Tieren viel ähnlicher – deshalb ist Lanolin auch so ein toller Stoff für uns. Die Lippenpflege, die von Anja Frankhäuser (Schminktante) kürzlich als sooooo toll bewertet wurde, besteht hauptsächlich aus Lanolin.
Liebe Irit, ich finde den Weg, den du gehts, wirklich gut. Du konzentrierst dich auf das, was deiner Haut gut tut und achtest auf effektive Inhaltsstoffe. Die Fakten, die du nennst, sind immer korrekt (das ist wirklich nicht bei allen Blogs der Fall) und deine Bewertungen sind aussagekräftig. Vielen Dank dafür!

Hallo,
Ich mache einen Mix aus Natur-/ und konventioneller Kosmetik bei der Pflege und Wirkstoffkosmetik.Ich schaue aber genau auf die Incis. Bei decorativer bin ich im Zwiespalt. So richtig funktioniert es mit der Natur nicht. Silikone machen halt die Foundations so schön tragbar. Ich vertrage aber wegen meiner Couperose keine Sillis. Mit der Cover und Concealer Foundation von Alverde komme ich momentan aber gut zurecht. Man darf nur nicht gleich zuviel nehmen :-)
Jede Kosmetik hat seine Daseinsberechtigung. Achte aber auch auf Tierversuchsfrei.

Ich benutze in der Gesichts-Pflege nur NK, ich achte dabei explizit auf Alkohol und Duftstoffe, die möchte ich nicht so gerne haben. Am Körper darf es aber gerne ein schöner Lavendelduft sein. Es gibt sehr wohl tolle und nicht nur teure NK, die gute Wirkstoffe beinhaltet. Meine sind aus einer kleinen Berliner Manufaktur. Man kann sich da auch wünschen, was man extra reingäben möchte, oder was nicht drin sein soll. Ich bin schon des Öfteren auf meine doch noch recht schöne Ü50 Haut angesprochen worden und glaube einfach, das es manchmal auch Veranlagung ist. Meine Schwiegermutter ist am Samstag 99 Jahre geworden und hat wenn überhaupt nur die Creme aus der blauen Dose benutzt. Sie hat so was von faltenarme und glatte Haut, das ist echt erstaunlich. Am Wichtigsten ist wohl eher Veranlagung, Ernährung, Feuchtigkeit und Fett und das man sich wohlfühlt. Obwohl ich auch sehr empfänglich bin für jede Art Werbeversprechen☺️. Bei Sonnenschutz bin ich ganz bei euch. Die NK-Schmiere kann man gut benutzen, um Einbrecher abzuschrecken, man sieht manchmal echt aus wie ein Gespenst.

Andrea hat richtig vermutet, ich komme super mit der Cremekampagne zurecht und lasse mir immer das Sanddornfluid und Cremefluid 3 ohne Duftstoffe anmischen.

@Waldfee
Schau Dir mal von Naturkosmetik Madara SPF30( leicht getönt) oder Kimberly Sayer SPF 30 den Sonnenschutz an. Nix mit weisser Schmiere. Auch der neue SpeickSonnenschutz SPF 30 ( preiswert ) ist wohl sehr gelungen.

Danke, das sind zumindestens Marken, die ich als Pflege auch schon benutzt habe. Nur noch nicht als Sonnenschutz. Werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen.

Beste NK-Sonnenpflege fürs Gesicht, die auch (als Gel ) perfekt auftragbar ist, habe ich mut Eco cosmetics Sonnengel Gesicht LSF 30 gefunden.

Hallo Irit,
ich hatte bis zu meinem 38. Lebensjahr eine ganz schlimme Haut. Entzündete Pusteln, unruhig, Spannungsgefühl usw. Ich war richtig verzweifelt. Jahrelanges ausprobieren, Versprechungen der Kosmetikfirmen usw. Tagescreme, Nachtcreme, Serum. Ich habe vieles gekauft und vieles ist in der Mülltonne gelandet, weil meine Haut es einfach nicht vertragen hat und immer empfindlicher reagiert hat. Dann bin ich durch Zufall bei einer Hauschka Kosmetikerin gelandet. Es hat ein Jahr gedauert, bis meine Haut schön war. Jetzt bin ich ich 59 Jahre und meine Haut ist prall und schön. Ich schminke mich täglich mit den Hauschka Produkten und es gibt immer wieder schöne neue Farben zu entdecken.
Keiner sieht mir mein Alter an ohne Wirkstoffkosmetik und Co. Es gibt übrigens auch Sonnencreme mit der man nicht wie ein Gespenst aussieht. Z. B. von Eco
Liebe Grüße Petra

Ich sehe das ganz pragmatisch
Und benutze die Creme vom Tiroler Kräuterhof
Da kenne ich die Herstellung aus eigener Erfahrung, weiss was drin ist und vertrage sie super
Hab lange gesucht und probiert und die passt

Hallo Irit, wow – ich finde, Du hast Deine Hauptanstoßpunkte sehr gut herauskristallisiert. Alles absolut nachvollziehbar….. und für mich eine Bestätigung, dass sowohl Naturkosmetik Hersteller wie auch Zertifizierter immer noch viel zu wenig informieren. Ich arbeite gerade an einer Lösung, hier etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen….
Liebe Grüße, Elke

Neben der Vermeidung von synthetischen Duftstoffen, die mir oft Kopfschmerzen bereiten (ein gehyptes Shampoo von K….M. musste ich entsorgen, da ich den Geruch nicht ertragen konnte), ist es auch der Umweltaspekt (Octocrylene als UVSchutz und Mikroplastik vermeide ich so gut es geht) warum ich Naturkosmetik benutze.

Hallo, ich benutze auch seit Jahren Naturkosmetik. Seit dem ich einmal eine Hormoncreme verschrieben bekommen und damit wirklich eine Veränderung gesehen habe. Ich benutze auch Magnesiumöl für die Haut. Seitdem mir bewusst ist, dass das , was wir auf die Haut geben direkt in den Blutkreislauf übergeht, schaue ich wirklich bei jedem Produkt nach den Inhaltsstoffen. Da gibt es gute Apps dafür. Für mich sind es vor allem die hormonell wirksamen und krebserregenden Inhaltsstoffe in herkömmlichen Produkten, die mich zur NK greifen lassen. Aber vorsicht, auch manche ätherischen Öle sind hormonell wirksam!

Mir ist Naturkosmetik generell sympathisch. Vielleicht gefällt mir der Gedanke der nachwachsenden Rohstoffe und es ist unterbewusst vielleicht der Unterschied zwischen Clean Eating und Fast Food.

Ich wollte gerade schreiben, dass ich trotzdem keine Naturkosmetik benutze (nehmen wir mal alles, was da auch nur grob rein gehört), aber ich merke, das stimmt nicht, aber alles, was hier kritisiert wird, haben meine Produkte auch nicht. Ich benutze fast eindimensionale Rohstoffe ohne irgendwelche ätherischen Öle usw.: Lavaerde, Jojobaöl, Sheabutter, Sole-Zahncreme usw., meine allerbeste Maske ist selbst gemacht. Ich mache zwar immer wieder ausgedehnte Ausflüge zur konventionellen Kosmetik und hab damit gar kein Problem, kehre aber meist seit 20 Jahren immer wieder zwischendurch zu diesen Sachen zurück. Das finde ich gerade sehr erstaunlich. Es ist das sichere Ufer, das mir immer bleibt, wenn ich das andere wieder hinter mir lasse, weil es mir zu viel ist und ich es wieder mal minimalistischer mag.
Ich bin für die Kosmetikindustrie nur über die Abenteuer- und Verpackungsschiene zu erreichen, weder über Angst vor Falten oder Pigmentmale, noch über angebliche Notwendigkeiten. Im Grunde meines Wesens kann ich es ganz simpel halten und will das immer ganz offensichtlich wieder. Das Buch „Alles klar mit Haut und Haar“ von Susanne Kehrbusch war für mich der totale Wendepunkt, das ich Haarausfall hatte und ich interessierte mich – wie beim Essen – eher für gute Zutaten als für komplizierte Gerichte.

Was mich generell in etwas Deutschland nervt, ist diese angestaubte, moralisierend alternative Schiene, die diese Kosmetik immer noch prägt, wenn es auch besser wird. Mir fällt es immer auf, wenn ich in London bin, wie toll verpackt und in welch lichtdurchfluteten und modernen Räumen da diese Sachen sind, wenn mir auch die Firmen nichts sagen. Leere Kosmetikbehälter finde ich alle hässlich, mit Ausnahme von Muji (aber auch leider Kunststoff, von dem ich tendenziell weg will) bevorzuge ich nur zum Reisen. Umpacken muss ich ohnehin, weil die Packungen meist zu groß und unhandlich sind. Hier bin ich auf jeden Fall auf der Suche.

Mir geht es aber ebenso wie dir, was die Ästhetik betrifft. Was ich täglich in der Hand habe, soll schön gestaltet und gut anzufassen sein.

und wo ist das Rezept für die Maske?? Ich sammele gerade ein paar Sachen für einen Blogpost und natürlich zum selbst benutzen. Irgendwie ist das Thema Kosmetik und Nachhaltigkeit dann doch spannend.

Quark (Fettprozente je nach Haut) , Honig und Apfelessig. Ist ziemlich flüssig. Ich hab das vor 20 Jahren im Vorbeigehen in einem Buch gelesen mit dem Hinweis „du erkennst deine Haut nicht wieder“. Das stimmte total, allerdings gab es damals noch keine Glycolsäuren, fällt mir gerade ein. Dennoch, ich hatte noch keine Maske, die die Haut besser „erneuert“ hat, je probiert.

Ja, das ist auch mein Liebling. In Quark sind diese natürlichen Feuchthaltefaktoren und ich liebe es sehr. Früher Magerquark, heute lieber Sahnequark 😊

Ich vermute auch zwei verschiedene Säuren: Milchsäure und Frucht(essig)säure. Der Honig und das Milchfett pflegt. Das Milcheiweiß könnte auch noch durch den Essig in Peptide zerlegt werden. Jedenfalls sehe und fühle ich sofort, dass die Maske gewirkt hat. Allerdings mach ich das nie direkt vor dem Ausgehen, weil es ziemlich stark durchblutet.

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