Leben ohne Social Media

Im Zuge der Datenschutzverordnung habe ich so einiges aufgeräumt und unter anderem auch meinen Instagramaccount auf „privat“ gesetzt. Dann kam das Urteil über Mitverantwortung an Facebook, ich überlegte kurz und habe dann die Facebookseite offline geschaltet. Und was hat es geändert?

Nicht viel.

Mit Blick auf den Blog bekam ich die eine oder andere Mail, wo die FB-Seite geblieben ist. Kurz erklärt und das war es dann. Bei Instagram habe ich eh nichts mehr gepostet.

Beides nutze ich nur noch privat, ich poste allerdings sehr selten. Bei Instagram schaue ich mir die Posts meiner Töchter und meiner Freunde und Freundinnen an. Bei Facebook schaue ich alle ein, zwei Wochen vorbei – und ich kann verraten, dass das enorm viel freie Zeit beschert. Mich persönlich nervt dieses ständige Vorbeiziehen von Bildern bei Instagram, es beschert mir keinen Erkenntnisgewinn. Da lese ich doch lieber andere Blogs und natürlich Bücher. Auch den Informationsgehalt von Facebook finde ich eher zweifelhaft. Man scrollt gern mal stundenlang herum – aber wozu? Wenn das entspannt – go for it. Ansonsten ist es aus meiner Sicht vertane Zeit.

Ich habe allerdings immer wieder Zweifel, ob das die richtige Strategie für den Blog ist. Gefühlt sind der Konsumkaiser und ich die letzten Blogger, die nicht beständig Instagramstories posten (wer hat eigentlich die Zeit, sich den ganzen Kram anzuschauen?). Auf der anderen Seite sind wir erfolgreich unterwegs – jeweils mit einem altmodischen Konzept.

Ich habe auch länger darüber nachgedacht mehr bei Pinterest zu machen. Ich mag es, dass es dort keine ständige Flut gibt und man anschließend nichts wiederfindet. Die Sachen, die gefallen, kann man in Boards sortieren und sie sind immer da. Gescheitert ist das Ganze bisher an meinem ständigen Zeitmangel. Das Thema verfolgt mich und wird wohl bis auf weiteres nicht gelöst werden. Aber immerhin habe ich eine mittelfristige Strategie. Für den Zeitmangel.

Für den Blog, Pinterest und so weiter gibt es einen Langzeitplan. Aber darüber reden wir dann mal in vier Jahren oder so, bis dahin geht es hier weiter wie bisher. Ohne Social Media.

Aber vielleicht mit einem Newsletter? Was meint ihr? Hm, ich muss mich auch dringend um eine neue Möglichkeit für ein Blogabo kümmern. Meinungen? Anregungen?

47 Kommentare

  • Guten Morgen liebe Irit,

    Ja, dieses Social Media…
    Hab es mir eine Weile überlegt und hab mich gegen Instagram entschieden und meinen FB Account möchte ich auch offline setzen.
    Deinen Blog und den von Konsumkaiser rufe ich jeden Morgen auf und das ist meine Morgenlektüre, danach die Zeitung.
    Denke das weniger mehr ist, was mir wichtig ist und interessant, lese ich jeden Tag, alles andere ist nebensächlich.
    Blogabo ist praktisch aber da ich jeden Tag bei dir vorbeischau ist es nicht so zwingend für mich. Und wer sagt, dass man mit einem altmodischen Konzept nicht erfolgreich ist?
    Natürlich muss man mit der Zeit gehen…. aber wir sind überflutet mit Reizen..auch da kann man minimalistisch unterwegs sein.
    Wer von den jungen Leuten liest noch Bücher? Sie hängen stundenlang bei Instagram rum und vergessen dabei miteinander zu reden. Immer mehr beobachte ich es in der Öffentlichkeit. Sitzend,laufend, immer den Blick auf das Handydisplay gerichtet. Schlimm..

    In diesem Sinne..

    PS: Pinterest find ich gut

  • Ich find das gar nicht altmodisch, das ist Avantgarde pur! 😉

  • Ich brauche kein Socialmedia. Ich war für etwa 1 Jahr bei FB, um eine Freind7n wiederzufinden. Als ich sie gefunden hatte und im Zuge der DSGVO habe ich meinen Account wieder gelöscht. Bei Instagram und was es sonst noch alles gibt war ich nie und werde ich nie sein. Sehr gerne würde ich mich von WhatsApp trennen, aber keiner macht mit…

    Einen Blog-Newsletter brauche ich persönlich nicht. Ich setze mir Lesezeichen für alles was ich mag und gut ist. ;-)

    LG

  • Liege Irit, ich finde es super wie du und der Konsumkaiser eure Blogs gestaltet, lese beide morgens vor den Kontoauszügen😄.
    Ich begreife oft diesen ganzen Instagram und Pinterestkram nicht😂😂😂😂. Und hab auch keine Lust mich da reinzuarbeiten- hab eh kaum Freizeit.
    FB hab ich noch… Warum eigentlich?
    Liebe Grüße
    Sabine aus Hamburg

  • Ich habe mich Facebook, Instagram etc. von Anfang an verweigert, wurde sehr dafür belächelt (oder bemitleidet?), habe aber immer mit großer Verwunderung beobachtet, wie viel Zeit von meinen Freunden/Freundinnen mit diesen in meinen Augen großteils nutzlosen Nachrichten und News „verbraten“ wurde.

    Und Julia gebe ich völlig Recht, schlimm zu beobachten, wie „ferngesteuert“ und desinteressiert am realen Leben im Hier und Jetzt viele – nicht nur Junge! – mittlerweile geworden sind. Für mich ähnelt die Handynutzung in mittlerweile fast schon jeder Lebenslage echtem Suchtverhalten …

  • Hm, ganz ehrlich, was willst du denn mit deinem Blog? Du willst doch damit nicht deinen Lebensunterhalt verdienen, also kann die Reichweite dir doch schnurz sein oder?

    Die Verteufelung der modernen Medien lässt mich in den Kommentaren jedoch wieder mit den Augen rollen. Es wird erstmal abgewertet bevor klar ist, WAS überhaupt angeschaut wird. Vielleicht der Instagramaccount der Schwester die gerade in Australien ist? Oder die Mail von Mama, die man leider nur noch einmal im Quartal sieht weil es in der eigenen Region nunmal keine Uni gibt? Vielleicht auch neues aus der Politik?

    • Ich seh das auch so. Andere benutzen das evtl. mit Schwerpunkten, die ihnen was geben.
      Weder der Konsumkaiser noch Irit scheinen aber überhaupt die Typen dafür zu sein und das ist doch völlig okay so. Ich lese eh nur wenige Blogs. Mich nerven eher die Aufrufe, zu Instagramm zu kommen. Wozu, wenn es sogar einen Blog gibt?

      Auf Pinterest bin ich auch, aber nicht selber, sondern schnorre dort Gute Laune, besonders wenn ich gerade ein Mufflon bin.
      Wenn ich mit schlechter Stimmung hingehe, komme ich kurz darauf sichtlich entspannt wieder. Ich sammle viel, guck aber meist nicht mehr rein. Die Schwerpunkte verändern sich immer mal, man kann gut entscheiden, welche Interessen angezeigt werden und trotzdem Neues finden. Ich benutze das auch als digitales Kochbuch.
      Ich bin viel zu faul, mich dort zu engagieren, mir geht es auch zu wenig in die Tiefe, um mich dort mehr einzubringen.
      Ich mag persönliche Blogs, in denen jemand auch mal was von sich gucken lässt und vor allem liebe ich gute Kommentare, die nur wirklich gute Blogs haben. Interessante Leute schreiben nicht auf austauschbaren Blogs.

  • Ich war noch nie bei FB und Instagram und brauche das auch in Zukunft nicht. Mir geht es wie den anderen hier: bei Dir und KK lese ich jeden Morgen, danach kommt die Zeitung. Von KK bekomme ich den Newsletter, aber ich würde auch ohne bei ihm schauen, was es Neues gibt, so wie bei Dir. Und ich finde das gar nicht altmodisch, sondern sehr zielführend. Außerdem fühlt es sich für mich einfach ‚echt‘ an, keine Werbe-blabla, kein Photoshop-Gedöns, einfach schöne – oder auch mal weniger schöne – Dinge und eine fundierte Meinung dazu. Ich finde das gut.

    Und das aufs-Handy-glotzen vieler meiner Mitmenschen nervt mich, weil die echte Welt es verdient hat, dass man ihr einen Blick schenkt. Und leider sind die Glotzer vielfach deutlich älter als 14, da frage ich mich schon, wohin deren Reise geht.

  • wie berit schreibt: man muss halt schauen, was auf dem Handy angeschaut wird. Bei mir ist es neben meinem Notebook mein zentrales Arbeitsmedium, sprich: ich bekomme dort berufliche Mails, Whatsapp und so weiter

    Ich sehe allerdings bei meinen Kindern ein etwas zweifelhaftes Verhalten, ich hoffe, das legt sich wieder (zumindest bei der Großen kann man von vernünftigen Ausmaßen sprechen)

    Ich lese auch viel am Computer (Spiegel, Zeit, Blogs), ich finde das einfach praktischer als Papier, das ich wieder wegbringen muss. Nur Bücher sind „real“, mag keinen E-Reader.

    Es ist ein schwieriges Thema, wir leben in einer Umbruchzeit wie vor 170 Jahren bei der industriellen Revolution – nur dass es heute schneller geht und das macht es anstrengend.

    • Elektronische Zeitungen sind für mich die Pest. :D Ich hab neuerdings so eine Möglichkeit, Computerzeit nach Sparten einzustellen und daran werde ich mich halten, sonst ufert es aus.

  • Hallo liebe Irit,

    wurde weiter oben schon geschrieben, ich glaube, es kommt wirklich darauf an, was man mit dem Blog erreichen will. Und ich sage es ganz ehrlich: Ich will mit Texterella auch Geld verdienen. Mit Social Media überhaupt! Und dann gehört … ob man nun will oder nicht … Instagram irgendwie dazu. Die Kunden erwarten das. Tja. Es ist also ein Teil meiner Arbeit, und das kostet natürlich auch Zeit.

    Ganz davon abgesehen macht es mir auch Spaß, sowohl das Gucken als auch das Veröffentlichen.

    Facebook ist wieder eine Geschichte. Es kommt immer auf die Filterblase an, in der man sich bewegt. Für mich ist Facebook tatsächlich auch ein Aggregator für politische Nachrichten. Ganz davon abgesehen, dass ich mich dort auch in Sachen Counterspeech/Gegenrede engagiere, man will das Feld ja nicht komplett den Rechten überlassen.

    Dass eine Gesellschaft aber mittlerweile eine Handy-Sucht an den Tag legt (ich nehme mich davon nicht aus …), ist wieder eine andere Geschichte.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn es für dich ohne Instagram und FB passt, ist doch super! Aber ich würde es nicht komplett verteufeln.

    • ich denke, man kann auch ohne Social Media mit dem Blog Geld verdienen. Allerdings eher das Urlaubsgeld und nicht als Haupteinkommensquelle – da muss man mit dem Mainstream schwimmen.

      Ich möchte hier nichts verteufeln, mir macht Bilder gucken nicht unbedingt Spaß und Veröffentlichen schon gar nicht – aber das bin ich und jeder hat andere Vorlieben. Mag ja auch nicht jeder Stepp tanzen.

  • Liebe Irit,
    bitte, bitte ändere nichts!!!!! Dein Blog und auch der vom Kaiser sind so authentisch und entspannt zu lesen und auch für mich das erste am Morgen😊 Es macht mir immer sehr viel Spaß die ganzen Kommentare zu lesen und ihr habt wirklich tolle Leser/innen!👍
    Liebe Grüße, Claudia

  • Peppermint

    Ich bin altmodisch und bin es gern. Instagram ist für für mich die polierte Welt.
    Hochglänzend, aufgehübscht und laaangweilig.

    Und wie Du schon schreibst, leider mit wenig Erkenntnisgewinn und keinerlei Austausch.
    Boshaft könnte man sagen, für Leute die besser gucken als lesen können.

    Leider habe ich auch den Eindruck, dass es immer weniger gute Blogs gibt.
    Also, bitte unbedingt weiter machen, liebe Irit, lieber Konsumkaiser, liebe Schminktante usw.

    P.S.: FB geht für mich wegen der Datensammelei sowieso nicht.

  • Exilberlinerin

    Also wenn ich nicht gerade komplett offline bin, schau ich eh so gut wie jeden Tag bei Dir und beim Konsumkaiser vorbei, von daher denke ich auch, dass ein newsletter vielleicht nicht nötig ist und Dir nur unnötig Arbeit macht, aber vielleicht handhaben andere das anders. Aber ich weiss, dass viele so ihre Gewohnheiten haben und bestimmt Blogs regelmässig zur Kaffeepause checken.

  • Ach, naja – als Mensch aus der Werbung würde ich es so beurteilen: Beim KK und bei Dir funktioniert das ziemlich gut, weil Eure Zielgruppe eben keine Millennials sind. Würdet Ihr 20-jährige ansprechen wollen, wäre Instagram Pflicht (es mag Ausnahmen geben, aber ich kenne keine). Weil die meisten Leser*innen hier, inklusive mir, aber 35+ sind, ist die Nicht-Existenz der sozialen Medien kein Drama.

    Und weil oben Social Media gegen Bücherlesen gestellt wurde: Ich mag Instagram sehr gern und lese trotzdem so richtig viele Bücher. Sachen gibt’s ;)

  • Hallo, liebe Irit,

    ein Blog-Abo -so wie beim K-K oder der Schminktante- fände ich Klasse! Andere, mit denen ich sprach, fanden das auch.
    Ansonsten inhaltlich: weiter so!!

    • ich werde mal die Möglichkeiten eruieren – für mich muss das auch datenschutztechnisch einwandfrei sein

  • Liebe Irit,

    dich und KK lese ich regelmässig.
    Andere sprechen mich von den Themen nicht so sehr an oder es sind überwiegend Artikel in Kooperation mit div. Firmen. Ehrlich gesagt das klicke ich nicht mehr an.
    Da das in den letzten Jahren überhand nahm, schrumpften die Blogs die ich regelmässig lese auf eine sehr überschaubare Anzahl zusammen.

    FB war nie meine Welt, ich bin zwar angemeldet, aber keiner wird mich finden, wenn ich es nicht will.

    Instagram habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt und finde es super, muss aber aufpassen, dass es nicht überhand nimmt. Ich gucke nur und schreibe nie.
    Natürlich nimmt bei mir Beauty einen grossen Teil ein, aber auch das Kulinarische, Fotographie, Humor, Kunst, Yoga und Naturwissenschaften. Allerdings folge ich kaum einer Person auf allen Medien, das ist für mich auch nicht wichtig.

    Was mich an Instagram und auch an YT allerdings extrem stört sind die Filter, da kann man kaum ein Produkt richtig beurteilen. Ich schaue die Bilder nicht wegen der Personen an, sondern wegen der Produkte, ja sorry so ist es halt. Diese Filter sind einfach nur lächerlich, damit sieht jeder flawless aus, das ist keine Kunst.

    Kurzum, mach weiter so Irit, so wie es für dich passt, dein Blog ist eine gute Mischung.

    Herzliche Grüsse,
    Samoa

    • naja, ich mache ja auch Kooperationen, allerdings nicht sehr viele – das muss mir gefallen, sonst wird das nichts. Aber warum nicht das Angenehme (schöne Cremes) mit dme Nützlichen (gefülltes Konto) kombinieren? Wenn ich bei Blogs den Eindruck habe, dass es beliebig wird, lese ich da auch nicht mehr.

  • Hallo,
    Also ich finde auch, dass die social media Abstinenz unter anderem Dich und auch den KK ausmacht. Für mich seid Ihr auch aus diesem Grund so authentisch. Wenn ich mir manche Abolisten von Deinen Kolleginnen anschaue (Instagram) und sehe wieviele gekaufte Follower dabei sind, könnte ich echt die Krise kriegen. Manche Blogs lese ich aus dem Grund nicht mehr. Sowas will ich nicht unterstützen. Warum machen das so viele? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich hoffe ehrliche Qualität setzt sich durch. Deswegen bitte weiter so und vielen Dank!
    Liebe Grüße Dani

  • Und wie sieht das Fazit der Diskussion aus? Liebe Leserinnen und Leser, danke, dass ihr hier seid und schlaue und gute Kommentare schreibt. Das ist meine „Bezahlung“

    • Mir gibt wirklich der Kommentar wegen der Altersstruktur zu denken. Da ist sicher was dran. Ich sehe z.B gern Bilder, aber Instagram reizt mich trotzdem nicht, dito Facebook. Ich hab das mal für ein Spezialgebiet mit Gleichgesinnten für eine Weile genutzt, aber nicht für das normale Ausstauschen. Es hat wahrscheinlich was damit zu tun, dass wir älter sind, nicht mehr überall dabei sein wollen und die Prioritäten anders setzen.

  • Ich denke, es ist viel dran an dem, was Liz schreibt. Und ich vermute auch ganz stark, dass es mit der Altersstruktur zusammenhängt.

    Natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel, aber aus dem Umfeld meines Sohnes (19) kenne ich keinen, der Blogs liest. Blogs sind für die schon wieder eine aussterbende Art. Stattdessen schauen sie Youtube und das so intensiv, dass es mittlerweile das Fernsehprogramm ersetzt. Instagram steht ebenfalls extrem hoch im Kurs, würde sagen, Insta u. YT liegen bei denen gleichauf. Snapchat ist out, Pinterest sagt ihnen auch kaum was und FB wird tatsächlich nur genutzt, wenn es seitens des Vereins od. der Uni keine WhatsApp-Gruppe gibt, um organisatorische Dinge zu klären.

    Bei den Ü40ern (also „meinen Leute“) hingegen bin ich eine der wenigen, die so internetaffin ist, was bedeutet, dass ich mir alles (bis auf Snapchat) wenigstens mal angeschaut habe. O-Ton Sohn: Ich kenne keine Mutter, mit der man sonst über diese Themen reden kann. (Das gibt mir zu denken) Snapchat od. Pinterest sagt meinen Leuten nichts, mit Instagram können und wollen sie nichts anfangen, weil ihnen das sinnbefreit zu sein scheint (tja, was soll ich dazu sagen? So falsch liegen sie damit nicht…) und Youtube ist eine Randerscheinung. FB ist bei den meisten auch untendurch und wird, wenn überhaupt, nur für private Kontakte genutzt.

    Ich lese mittlerweile nur noch drei Blogs. Zwei davon bloggen „nur noch“ und die dritte Bloggerin möchte klar ein breiteres (und auch jüngeres) Publikum ansprechen. Sprich: Da wird die volle Social-Media-Strategie inkl. YT gefahren und das ist stimmig. Finde ich sehr klug, die Zielgruppe da abzuholen, wo sie ist und die Leser nicht irgenwohin locken zu wollen, wo sie nicht sein wollen. Und was mich angeht: Ehe ich mir irgendeine Instagram-Story anschaue, lese ich lieber ein Buch. Mal den Insta-Feed druchscrollen: nett. „Meine Blogs“ lesen: super! Aber das langt mir dann auch und da merke ich, dass ich wohl doch schon ganz schön alt bin.^^

    • Interessante Sichtweise, aber ich glaube jetzt nicht unbedingt dass es nur am Alter hängt. Kennt noch jemand MySpace? Als das „in“ war war ich noch einen guten Schluck jünger, ich glaube so Mitte/Ende 20 war das. Hab es mir angeschaut weil alle meinten das wäre so toll. Ich konnte damit nix anfangen… YouTube gucke ich ab und zu wegen Lisa Eldridge oder (alten) Musikclips. Das war es aber auch. Und alles andere finde ich wie gesagt total uninteressant. Alles so oberflächlich, ich mag es einfach nicht. Mich nervt es so schon genug, dass z.B. einige Musiker und Firmen allgemein nicht mehr über eine gescheite Website verfügen, sondern vieles nur noch über FB & Co. teilen.

      Ich glaube nicht dass es am Alter festzumachen ist, wenn man mit Oberflächlichkeit und Leere nix anfangen kann.

      LG

      • Nein, eine Abneigung gegen Oberflächlichkeit ist ganz bestimmt nicht am Alter festzumachen. Es gibt ja ebenso oberflächliche und/oder inhaltsarme Fernsehprogramme/Bücher/Zeitschrifte, die eher von der älteren Generation konsumiert werden, während ich auf YT hochinteressante Dokus u. TED-Talks finde. Beziehe mich lediglich auf die Präsentation der Inhalte(!) und da gibt es in meiner Wahrnehmung schon altersbedingte Unterschiede. Aber siehe oben: Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

        • Was ich auch so schade finde: so ziemlich niemand scheint sich mehr für Internetforen zu interessieren, dabei fand ich den Austausch dort wesentlich spannender als bei z.B. FB.

          • Erwischt. ;) Flashback. Was war ich früher in Foren aktiv. Aber irgendwann kam dann das Leben… ähem… kamen dann die Blogs, also hat man/habe ich da gesabbelt. Dann kamen FB & Co. Und das Smartphone – und genau das war mein Knackpunkt. Sprich: Mit dem Smartphone fing ich an, mehr zu konsumieren und weniger zu kommentieren. Aber da will ich keine Verallgemeinerung draus machen, komme mir nur gerade wie ein Dinosaurier vor, der seinen „Web-Weg“ Revue passieren lässt und alles in allem ein bisschen müde und ernüchtert ist. Ist halt doch nicht alles Gold, was so schön geglänzt hat. Mal schauen, was nun kommt und was „das nächste große Ding“ ist. Ich bin gespannt. ;)

            • Ich nicht so. Für mich müsste es erst mal kein „nächstes großes Ding“ geben. Viel zu schnelllebig alles und wirklich besser als früher sind die Dinge jetzt auch nicht wirklich. Das Jahr bei FB hat mir auch gezeigt, dass die ständig geflossenen News doch meist sehr unwichtig waren und mich diese ganze Art und Weise wie FB funktioniert auch agressiv gemacht hat. Aber vielleicht bin Ich ja eine Ausnahme, oder empfindlich. Da mag ich lieber Podcasts und noch lieber RSS, damit kann wenigstens ICH bestimmen was ich sehen oder hören will.

              • Also: Ich kenne myspace noch und ich bin immer noch in Internetforen aktiv. :D Aber auch auf Facebook (aber zunehmen weniger, ich mag die Plattform aus politischen Gründen immer weniger) und auf Instagram. Und ein Blog habe ich auch, und wenn ich mir meine steigende Reichweite anschaue, glaube ich nicht, dass es ausstirbt. :D

                Liebe Grüße!

      • Es sind eben alles Plattformen. Nicht die Plattform ist uninteressant, sondern ungefilterer Input, finde ich.

        Beispiel youtube. Ich hab es seit einigen Jahren wieder verstärkt in Nutzung, ursprünglich, wenn ich was lernen wollte oder wissen, wie was geht. Es gibt massenhaft Anleitungen für Alles und jedes. Statt eine komplizierte Bedienungsanleitung zu lesen, lasse ich mur das zeigen, weil jemand so nett war, es dort vorzuführen, der mehr Ahnung davon hat als ich.

        Später kamen dann dort Recherchen zu bestimmten Themengebieten dazu.
        Ich höre mir Musiker zu bestimmten Themen an, z.B. Cover bekannter Songs, Choreografien, Zeiten (neulich hab ich mal die 60er aus dem Osten durchgehört, die mein Vater alle auf dem Tonband hatte und war verdutzt, dass ich zu allen noch den kompletten Text wusste, obwohl nur passiv gehört und später nie wieder) aber auch neue Filmtips, neue Musikvideos, Dokus über Fragen, die mich beschaftigen, unverbindliche Informationen ;) über aufregende Filmstars, die ihren Namen selber aussprechen, Anleitungen für eine Münze durch die Finger gleiten lassen usw. das Gebiet ist unendlich und oft nur dort zu finden. Im Gegensatz zum Fernseher, den ich vor über 15 Jahren rausgeworfen habe, finde ich dort gezielt, was mich gerade aktuell interessiert. Mich scheint viel zu interessieren, denn ich bin sehr oft und mitunter auch lange dort. Youtube scheint mein Ding zu sein. Vieles lese ich aber auch lieber, wo es sich anbietet, auch Podcasts sind ebenso spannend wie das, was ich auf YouTube sehe, aber ich höre nicht gern lange, ist also nicht mein Medium, schade wirklich. Dafür lese ich sehr gern richtig lange.

        Wir leben halt auch in einer immer mehr visuell geprägten Welt und viele können hier aktiv kreativ werden, mit Fotos, Kochen, Kosmetik, Musik aufnehmen und auf youtube stellen, die das früher nicht gemacht haben.
        Instagram ist sicher durch die inzwischen sehr guten Handykameras, generell digitaler Fotografie (auch Videos) mit vielen mehr oder weniger phantasievollen Berabeitungs-Apps interessant geworden, mit denen man kommunizieren kann und oft einfach nur Spaß machen, wie aktive Gestaltung das nun mal macht. Ausgelebte Kreativität ist auch ein entspannender Gegenpol zum Denken und Sorgen haben.

  • tja, das mit den aussterbenden Blogs hat mich auch schon beschäftigt (was mache ich denn dann am Wochenende????). Man sieht es auch auf Bloglovin, klickt man auf die Beautyseite, sind es immer dieselben 5 oder 6 Blogs. Die Sache mit der DSGVO hat das Ganze noch beflügelt, eine MEnge Blogs sind offline. Auch die Foren… was habe ich früher im Beautyboard geschrieben.

    Ich bin auch sehr gespannt, wo die Reise hingeht.

    • Ich finde aber auch, zumindest ist es das was ich beobachten kann, dass die guten Blogs noch sehr beliebt sind. Was ausstirbt sind solche oberflächlichen Blogs ohne wirklich interessanten Mehrwert oder Inhalt. Denkt ja heute auch mittlerweile fast jeder, dass er das bestimmt auch kann.

    • Ich kenne tatsächlich kein einziges Blog, dass offline gegangen ist. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass Blogs aussterben. Vielleicht werden die Beiträge weniger, dafür aber länger (so auch bei mir!) …. aber dass Blogs aussterben? Ich kann das nicht beobachten. Ich höre nur immer davon!

      Liebe Grüße!

      • Ich kenne eigentlich auch keine ausgestorbenen Blogs. Okay, meinen eigenen :)
        Aber das lag nicht an der Reichweite, sondern an meinen Lebensumständen. Ich schaffe es irgendwie nie, länger als 3-4 Jahre zu bloggen.

        Ich glaube, es ist auch schlichtweg nicht jeder Kanal für jede*n interessant. Ich finde Instagram toll, aber Facebook überhaupt nicht. Snapchat und Pinterest habe ich mir angeschaut, ist aber nix für mich. Ich lese gern längere Texte, deshalb habe ich viele Blogs abonniert. YouTube schaue ich immer dann, wenn ich was bestimmtes wissen oder lernen will.

        Ich finde es unterm Strich schön, dass wir heute so viel Auswahl haben. Man kann sich raussuchen, was zu am besten passt. Wäre das mal in meinen einsamen Teenagerjahren so gewesen :D

      • Aussterben bedeutet für mich auch, wenn eine Site ihr Mojo verliert. Dann werden die Beiträge weniger oder routinierter, insgesamt ist es „tot“, auch wenn es das noch gibt. Das erste, das mir noch immer fehlt, ist der Foodblog „delicious days“ gewesen, es kamen noch andere dazu, Lipsticklove fällt mir noch ein, die anderen waren am Ende so austauschbar geworden, dass ich sie gelöscht habe. Die Plattformen existieren natürlich immer noch.

        • @Iridia: Schöne Definition von „aussterben“, die ich unterschreibe. Mir wurde das bewusst, als ich längere Zeit offline war (also nicht nur, weil ich das wollte, sondern weil ich kein Netz hatte). Ich wurde während der Offline-Zeit schon misstrauisch, weil mir kaum was von dem gefehlt hat, womit ich vorher relativ viel Zeit verbracht hatte. Wieder online habe ich dann erstmal den Feedreader ausgekehrt sowie Instagram u. FB gelöscht. Das war eine sehr gute Entscheidung, die Energie u. Kreativität für andere Bereiche freigesetzt hat. Youtube scheint allerdings tatsächlich auch bei mir zu einer festen Größe zu werden. Definitiv eine Liebe auf den 2. Blick und während der Fernseher schon lange nur noch sporadisch läuft, ist Youtube eine feste Anlaufstelle, um Infos, Tutorials oder manchmal einfach auch nur einen alten Film zu suchen. Ist quasi meine Art „Bibliothek für visuelle Inhalte“, wenn man das so sagen kann. ;)

          • @ Anna

            Perfekt gesagt, so finde ich es auch. Es ist so ein Mittelding aus vorrangig aktiver Suche, allerdings auch ein wenig nach Finden von Sachen, die ich spannend finde und selbst nicht gesucht hätte.
            Meist suche ich was und komme kann auf Hölzchen und Stöckchen und unterhalte mich glänzend.

            Ich hab neulich mal wieder eine ganze Liste Blogs gelöscht, bei denen ich mal hängen geblieben bin, die ich aber auch nicht ständig besuche. Manche suche ich aktiv immer wieder, momentan Jenny Mustard, deren Minimalismusgedanke auch wieder sehr speziell, aber auch bereichernd für mich ist, weil so noch nie gesehen.

            Mitunter sollte ich aber auch daran denken, dass manches auch mal mittelfristige Stipvisiten waren. Aber irgendwas hat mich anfangs sicher begeistert, sonst hätte ich nicht gleich gebookmarkt.
            Facebook und Foren sind bei mir schon länger aus dem Focus und ich merke auch, dass sehr vieles fremd beeinflusst war (vor allem negative Gefühle, die ich selbst gar nicht hatte, luden mich trotzdem emotional auf, ds geht mir in Blogs fast nie so) und ich da massig Zeit verdaddelt habe, mitunter sinnvoll, später aber nur noch aus Gewohnheit.

          • Für mich ist YT ebenfalls eine fallweise gern genutzte Bibliothek, allerdings in erster Linie in akustischer Hinsicht. Die phantastischen Konzertmitschnitte von z.B. Peter Gabriel („In Your Eyes“ ist einer meiner absoluten Lieblingssongs ever) oder auch Falco’s unvergessener Donauinselfest-Auftritt vor 25 Jahren (mieses Wetter, tolle Stimmung) – „Nachtflug“ ist ebenfalls in meiner ewigen Bestenliste – bieten eine wunderbare Möglichkeit zum Auffrischen von sentimentalen Erinnerungen :-) …

        • Ja, so würde ich „aussterben“ auch definieren. Ich würde auch behaupten, dass sie meisten „toten“ Blogs immer noch online sind, auch wenn da mittlerweile der Wüstenwind durchpfeift.

          Wirklich löschen bringen eventuell viele Menschen gar nicht übers Herz.

  • Hallo,

    ich lese noch immer altmodisch Blogs. Ich bin zwar auf Facebook unterwegs, aber nur weil es schon zig Jahre sind und es Mittagspausenlektüre ist :)

    Ich war noch nie auf Printerrest oder Instagram eingeloggt – für mich uninteressant.

    • PS: interessanterweise sind die heutigen 14 Jährigen fast nicht auf Facebook. Eher die Generation 1980 plus minus :)

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