Zwei wunderbare historische Romane, nicht nur für die Ferien, oder

warum soll man nicht auch am Wochenende oder an einem gemütlichen Abend mal woanders hinreisen in Gedanken? Ich habe Ulrike Renks „Die Australierin“ und Kari Köster-Lösches „Die Heilerin von Lübeck“ beide sehr genossen.

Die Australierin ist die Lebensgeschichte eines behüteten großbürgerlichen Mädchens, die einen ganz anderen Weg einschlägt als man ihr eigentlich zugedacht hat: Von Hamburg nach Sydney Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie heiraten, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Großneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten großen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre, um ihre Familie zu zwingen, einer Heirat zuzustimmen. Notgedrungen gibt die Familie die Zustimmung, verstößt sie aber. Emilia ficht das nicht weiter an, sie geht mit ihrem Carl auf große Fahrt und das bedeutete damals für Jahre. Ihr erstes Kind und noch weitere kommen in der Kapitänskajüte zur Welt, heute kaum vorstellbar. Insgesamt neun Kinder haben die beiden, und schließlich landen sie in Australien. Eine wunderbare große Familiensaga, ich habe sie verschlungen.

Zu der Heilerin: Lübeck, 1307. Die junge Magd Taleke träumt von einem besseren Leben. Als sie den adeligen Nicolaus Parkentin kennenlernt, der im Begriff ist, zum Medizinstudium nach Paris zu gehen, verliebt sich dieser in das hübsche blonde Mädchen und nimmt es mit – für Taleke die Erfüllung eines Traums. An seiner Seite bringt sie sich das Lesen bei und studiert Schriften zur Kräuterkunde. Schon bald kann sie den Nachbarinnen nützliche medizinische Ratschläge geben. Doch Nicolaus hat ganz andere Motive gehabt, sie mit zu nehmen, als sie vermutet hatte, und sie verliert sich fast in Intrigen und Anschlägen. Kurz darauf erkranken die Frauen, die Taleke geheilt hat, auf mysteriöse Weise an den Blattern, und ihr droht ein Prozess. Taleke muss feststellen, dass sie Opfer eines ungeheuerlichen Komplotts ist. Daa alles schildert sehr unterhaltsam und informativ die Verhältnisse im frühen Mittelalter, ich fand das ausgesprochen spannend, vor allem, weil ich ja in Lübeck aufgewachsen bin.

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