Wenn das Land still ist, ein interessanter Titel

für das Buch von Carsten Kluth, fand ich. Es war auch in der Brigitte oder im Spiegel gut besprochen, ich hatte die Rezension überflogen.

Es geht um einen Berliner Richter (der von dem Autor leider immer als „Landesrichter“ bezeichnet wird, so etwas gibt es nicht, es gibt Richter am Landgericht oder – was hier näher liegt – Verwaltungsrichter, denn nach dem Buch hatte Kronauer hauptsächlich mit Asyl- und Aufenthaltsproblemen zu tun), der mehr aus Zufall als Absicht Politiker wird. Seine junge, aufregende Geliebte, die äußerst ehrgeizige Pläne verfolgt, schubst ihn da quasi hinein, seine Frau, eine Galeristin, hat zuviel mit sich und den drei gemeinsamen Kindern zu tun, um aufmerksam zu werden.

Das große Thema ist der Klimawandel und dessen Anforderungen an das weitere Vorgehen. Kronauer macht sich öffentlich für Gegenmaßnahmen stark, die zufälligerweise von einer Firma entwickelt wurden und werden, an denen seine Geliebte über ihren verstorbenen Mann und andere Parteimitglieder Anteile haben. Es dauert eine Weile, bis Kronauer begreift, dass er hier instrumentalisiert und benutzt wird – und es fällt ihm letztlich auch nur deswegen auf, weil er zufällig mit den Handlangern in Kontakt kommt. Diese wiederum erkennt der versierte Richter als das, was sie sind – Hartgeldkriminelle auf dem Weg nach oben. Und mit denen will er nichts zu tun haben.

Das Ende ist überraschend und wird deswegen hier auch nicht verraten. Im Ergebnis Daumen hoch, denn die Manipulation Kronauers wird spannend erzählt!

 

2 Kommentare

  • Der Titel kommt auf die Leseliste. Carsten Kluth kenne ich noch nicht, ich gehe jetzt erst mal Rezensionen anschauen. So ein verlesenes, äh, verregnetes Frühjanr, das Wetter jedes neuen Tages ein schöner Grund, sich in den Lesesessel zu setzen und abzutauchen.

  • Interesse weckender Titel & Interesse weckende Beschreibung. Das scheint ganz ein Buch für mich zu sein. „Lesewetter“ ist hier auch.

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