Neulich im Zug

Ich war so fasziniert, dass ich gleich in mein Büchlein geschrieben habe und hier kommt mein Gedankengang.

Heute morgen, Zug um 7:05 nach Düsseldorf Flughafen, Einladung von Clarins zu einem Mugler-Event (nein, ohne Thierry, wobei der auch nicht mehr so gut aussieht wie in den 80ern). Mir gegenüber ein junges Pärchen, Anfang 20, schwerstens verliebt und offensichtlich auf dem Weg in den Urlaub. Die waren so nett anzuschauen.

Irgendwann habe ich dann angefangen, darüber nachzudenken, wann im Leben man eigentlich anfängt, Beziehungen zu besprechen und auszuhandeln. Ist es eine Frage der Zeit, wann wird das Gegenüber zur Gewohnheit. Oder eine Frage der Umstände, Stichwort: wer holt das Kind ab?

Ich liebe meinen Mann und mein Leben, aber… Erinnerung an einen Urlaub 1989, noch ziemlich frisch verliebt. Wird so nie wieder sein. Heute ist das Leben vollgepackt mit der Organisation von Kindern und Berufen. Ein wenig Leichtigkeit – das wäre wieder schön.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich möchte weder einen anderen Mann noch meine Kinder los werden. Aber ich muss zugeben: ich war ein wenig neidisch. Nicht auf das Verliebtsein – auf die unbeschwerte Jugend. Die Jugendzeit ist eindeutig vorbei… bisschen Wehmut

0 Meinungen zu “Neulich im Zug

  1. Ich kann den Gedanken absolut nachvollziehen!
    Mir ging es vor ein paar Tagen ähnlich, als ich zwei meiner Schüler sah, die verliebt Hand in Hand nach der Schule heim gingen. Mein Leben ist ebenfalls wunderbar, ich möchte nicht tauschen und liebe meine beiden – ein klein wenig Wehmut ist jedoch dabei, wenn man an die unbeschwerte Zeit zurück denkt!
    Allerdings möchte ich nicht noch einmal die ganzen Erfahrungen machen, die damals mit dieser Unbeschwertheit einher gingen…

    Lg
    Nadine

  2. Diese Zeit, von der Du sprichst kommt sicher nicht wieder. Aber so ähnlich kommt sie vielleicht doch zurück.
    Das Kind ist groß und fast erwachsen (17), wir können uns die Arbeit weitestgehend einteilen und denken auch ans Reduzieren. Dann gibt es einen Urlaub zu zweit und viele Sonntage allein miteinander und siehe da es stellt sich so ein fast wie früher Gefühl ein.
    Ich denke alles im Leben hat seine Zeit und mit dem Älterwerden, werden die Verpflichtungen weniger und man hat Muße zum Genießen und wenn man Glück hat s.o.

  3. Kann ich auch nachvollziehen – wobei ich da zugegeben immer neidisch auf das Verliebtsein bin…
    Und ich frage mich, wenn die Kinder aus dem Haus sein werden, ob da in dem ganzen Alltagsstress nicht schon viel zu viele kaputt gegangen ist, als dass es jemals auch nur annähernd wieder so sein könnte wie früher……

  4. Ich bin auch immer ganz gerührt, wenn ich das sehe. Und klar kommt das nicht mehr wieder, aber das macht ja nichts, denn wir haben es gehabt, und alles hat seine Zeit. Die Vorstellung, wie mein Leben ohne meine Kinder verlaufen wäre, gelingt mir gar nicht.

  5. Ja, ich erinnere mich rückblickend an sehr unbeschwerte Zeiten – und bedaure, dass es mir damals nicht bewusst war, WIE unbeschwert das alles war. Dann hätte ich es sicher noch mehr genossen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.