Nur Mut, so heißt das neue Buch von Silvia Bovenschen,

und ich bin sicher, die Autorin hat diesen Titel wegen seiner Doppeldeutigkeit gewählt. Bei uns in Norddeutschland sagt man das nicht nur wirklich aufmunternd, sondern auch in Situationen, wo alles ziemlich aussichtslos erscheint.

Und diese zweite Bedeutung schlägt im Laufe dieses schnell zu lesenden Werkes immer mehr durch die zunächst idyllisch anmutende Geschichte: Vier alte Frauen leben sorgenfrei, versorgt durch eine liebevolle Haushälterin, in der weißen, altengerecht umgebauten Villa am Fluss. Sie haben ihre Probleme, tragen ihre Lebensgeschichte mit sich herum, aber erstmal sieht das alles ein bisschen nach Golden Girls aus. Nur, dass es nicht so ist, wie es scheint. Eine von ihnen erhält die finale Diagnose eines Rezidivs, die andere verlässt nach Monaten erstmals wieder ihr Zimmer, statt immer nur „unerhört“ durchs Haus zu brüllen, die dritte zerbricht unter der Wucht ihrer Trauer um Mann und Kinder und dann…. ja, dann stellt sich heraus, dass die finanzielle Grundlage dieser vier Leben sich durch kriminelle Machenschaften eines Vermögensverwalters in Luft aufgelöst hat. Damit gerät alles aus den Fugen, oder auf die schiefe Bahn oder wird echt und wahr, wie auch immer man das ausdrücken möchte. Die vier Damen rechnen ab mit dem Leben, nehmen kein Blatt mehr vor den Mund und zerstören das, was ihnen vorher lieb und teuer war. Mehr wird nicht verraten, nur ein: Das Ende ist überaus überraschend und unerwartet. Ich kann das Buch nur sehr nachdrücklich empfehlen!

2 Kommentare

  • Danke für die Empfehlung!
    Habe schon einige Besprechungen über das Buch gelesen und mir heute gleich eine Leseprobe schicken lassen und auch eine für ihr vorheriges Buch „Älter werden“. In diese Leseprobe habe ich schon reingelesen und werde nun wohl auch beide kaufen.
    Eine schöne Woche!

  • Dir auch, Rani, und viel Spaß damit!!

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