Erinnerung an einen schmutzigen Engel, oder

ein weiterer, für mich unwiderstehlicher Buchtitel, vor allem in der Kombination mit Henning Mankell. Ihr merkt schon, ich erlebe auch den Bücherkauf als sinnliche Erfahrung, denn ein Buch muss mich auch ansprechen. Jedenfalls dieses Buch tat es sehr, auch von der herrlich altmodischen Buchgestaltung. Es ist kein Krimi, nein, schon gar kein Wallander, auch wenn der Titel nicht unmöglich wäre.

Es ist vielmehr eine historische Geschichte, basierend auf ganz wenigen Fakten und mit viel Phantasie zu einer Lebensgeschichte gesponnen. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts kommt eine junge Schwedin, die sich aus Schiffsköchin verdingt hatte, völlig verstört und mittellos in Afrika an. Sie landet in einem als Hotel getarnten Bordell, das sie in ihrer Naivität einfach für Ersteres nimmt. Daraus entwickeln sich eine Hochzeit, ein Todesfall, ein großes Erbe, schwierige Aufgaben, eine große Liebe und ein im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaftes Ende. Mehr wird nicht verraten, nur soviel: Ich war gefesselt, sowohl von der meisterhaften Sprache als auch dem Schwingen zwischen den Zeilen, nicht nur von der Geschichte an sich.

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