Das Alphabethhaus von Jussi Adler-Olsen, oder

ein Buch, das angesichts der bisherigen Werke des Autors, die ich als schlagkräftige und teils witzige Krimis in Erinnerung hatte, erst einmal überrascht. Denn es ist die Nacherzählung einer wohl wahren Begebenheit aus dem zweiten Weltkrieg.

Zwei englische Flieger müssen in Deutschland notlanden, und um der Kriegsgefangenschaft zu entgehen, mischen sie sich in einem deutschen Lazarettzug unter die Kranken. Eine ganz schlechte Entscheidung, wie sich dann bald zeigt, denn sie sind ausgerechnet unter den geistig mittlerweile tatsächlich manifest gestörten Teil der SS-Offiziere geraten und landen in einer geschlossenen Anstalt.

Ob es ihnen angesichts der dortigen Behandlung mit Chlorpräparaten und Elektroschocks nicht doch besser bekommen wäre, wenn sie sich ergeben hätten, fragt der Leser sich das ganze Buch. Es ist eine detailgetreue, aber überaus deprimierende Schilderung der psychiatrischen Behandlung von Kriegstraumatisierten, bis dann (natürlich) noch die Geschichte kommt: Unsere beiden Antihelden (sie tun nichts außer sich alles gefallen zu lassen) sind nämlich nicht die einzigen Simulanten, nein, es gibt noch mehrere SS-Offiziere, die dort überwintern, um nicht in dem letzten Kriegsjahr noch an der Front Schaden zu nehmen.

Nach dem Krieg gibt es einen Showdown, über den hier nicht mehr verraten werden soll, als dass er blutig und hart ist. In der Summe ein durchaus interessantes Buch (ich wusste vieles von den historischen Fakten nicht), aber kein Krimi!

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