Monsieur Lutens – Je t’aime

Parfums sind ein schwieriges Beautyprodukt – jedes gute Parfum riecht aufgrund der persönlichen Hautbeschaffenheit bei jeder Frau ein wenig anders. Und hier gilt tatsächlich: jedem das seine. Ich gehöre zu den Frauen, die nur wenige Parfums besitzen und trotz meiner ausgeprägten Neigung zu Beautyeinkäufen war das schon immer so. Und obwohl ich sonst immer gerne neues ausprobiere, bei Düften habe ich vor vielen Jahren die Liebe meines Lebens gefunden: Serge Lutens.

Zugegebenermaßen habe ich natürlich auch in den Achtzigern Tonnen von Diors Poison (was für ein Duft!) getragen, der dann von „Must de Cartier“ abgelöst wurde. In ewiger Erinnerung wird mir auch der leider nicht mehr erhältliche „Venezia“ von Laura Biagiotti bleiben. Hängen geblieben bin ich aber an Feminité du Bois von Shiseido, natürlich eine Kreation von Serge Lutens. Diesen Duft mag ich heute nicht mehr ganz sooo gerne, aber Monsieur Lutens hat in seiner olfaktorischen Weisheit ein Ensemble von Düften rund um Feminité geschaffen – diese sind jedoch nur in Paris in den Les Salons du Palais Royal Shiseido erhältlich. Feminité ist ein einzigartiger, feminier holziger Duft mit fruchtigen Noten. Alle Variationen betonen eine der erhaltenen Komponenten stärker als beim Original. Eine meiner Freundinnen liebt Bois de Violette (Betonung der violetten Duftnoten), dann gibt es noch Bois et Musc (Musk, was sonst?), Bois Oriental (Amber) und meinen Liebling: Bois et Fruits, bei dem die fruchtige Note noch ein wenig stärker hervorkommt.

Glücklicherweise hat Serge Lutens noch mehr Ideen für wunderbare Düfte gehabt und in meinem Schrank finden sich derzeit außerdem Chergui (mit dem Beinamen „Der Alchimist“ und den Bestandteilen Muskatellersalbei, Süßer Tabak, Sandelholz, Weißer Honig, Wacholderbeere und Amber), Douce Amère (Absinth, Zimt und Tiaré, Beinamen „Das Verwirrende“ – kein Wunder bei Absinth!), Borneo 1834 (ein scharfer, klarer, moderner Patchouliduft) und für den Sommer Gris Clair (Lavendel, Amber, getrocknetes Holz, Iris, Tonkabohne).

Im nächsten Frühjahr wird bei mir auch noch L’Eau Serge Lutens einziehen – ein Duft, der wie kein anderer nach „nichts“ riecht und doch ganz wunderbar und gut ist.

Ich finde, man sollte sich die Zeit nehmen und das oder die eigenen Parfums finden und nicht nur bei den neuesten Limited Editions im Strom mitschwimmen – gute Parfums sind zeitlos und begleiten ein Leben lang.

Monsieur Lutens werde ich nur im heißen Hochsommer untreu: die zitronig-frischen Düfte von L’Occitane rund um die Verbene sind dann einfach zu gut und erfrischend….

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