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Anders lesen und neue Bücher

Ich habe mit sehr wenigen Ausnahmen in den letzten Jahren eher “seichte” Bücher gelesen. Wobei die Definition von “seicht” schwierig ist. Sagen wir mal: in den letzten Jahren habe ich bevorzugt nicht zu blutrünstige Krimis, unterhaltsame Romane und Space Operas gelesen. Einerseits eine tolle Sache, man verschwindet sehr einfach in einer anderen Welt, im Normalfall auch nicht allzu sehr über den Inhalt nachdenken (und bei den französischen und bayerischen Krimis den knurrenden Magen ignorieren) und Beschäftigung mit der Sprache ist auch eher nachrangig.

Tja, dann landete ich – wie auch immer – auf der Presseliste des Verlags C.H.Beck. Nach dem ersten erfolgreichen Versuch mit dem Wolkenkuckucksland (s. auch hier) wurde ich mutiger und habe das nächste Angebot für Rezensionsexemplare genutzt. Und dann doch gemerkt, dass Bücher deutlich anspruchsvoller sein können. Hier kommen meine drei Bücher aus dem Frühjahrsprogramm.

Noch ein Wort zum Verlag: C.H.Beck (Link zur Verlagsseite) versteht sich selbst als wissenschaftlichen, aber nicht akademischen Verlag. Ich zitiere von der “Über uns”-Seite:

Im Bereich Literatur – Sachbuch – Wissenschaft reichen die Haupttätigkeitsgebiete von der Geschichte mit ihren verschiedenen Sparten über die Religion und Philosophie, die Politik- und Sozialwissenschaften, die Literatur- und Sprachwissenschaften bis zur Kunst und Architektur.

Besonders aktiv ist der Verlag auf den Gebieten der Geschichte. Antike, Mittelalter, Neuzeit, Zeitgeschichte, deutsche und europäische Geschichte, jüdische Geschichte, Geschichte des islamischen Kulturkreises, Globalgeschichte – das sind Stichworte, die Spannweite und einige Schwerpunkte des historischen Programms aufzeigen. Immer bemüht sich der Verlag, die jeweils besten Kenner als Autoren zu gewinnen.

Welches Thema auch immer aufgegriffen wird, es ist dem Verlag ein wesentliches Anliegen, hervorragende Kenner und Wissenschaftler dazu zu ermutigen, ihr Wissen, ihre Einsichten, ihr Problembewusstsein einem weiten, nicht spezifisch vorgebildeten Publikum zugänglich zu machen. Insofern ist C.H.Beck ein

Das kann ich so bestätigen – nicht immer leichte Kost. Ich habe eine Menge dazu gelernt und das ist nichts für den “schnellen” Konsum, sondern Bücher, mit denen man sich beschäftigen muss und bei denen man auch etwas Neues lernt. Manchmal geht es aber auch schief.

Markus Gasser: Die Verschwörung der Krähen

Markus Gasser Die Verschwörung der Krähen April 22 Bücher

Verlagsbeschreibung:

Am Ufer der Themse finden Kinder beim Spielen die Leichenteile des größten Verbrechers im britischen Königreich, und nur einer weiß, wie sie dort hingelangt sind …
London besteht um 1700 aus zwei Städten, in beiden regiert die Gewalt. In der Unterwelt kämpfen Einbrecher und Auftragsmörder um die Vorherrschaft, am Hof streiten sich Minister und Aristokraten um die Gunst der Königin: Alles untersteht der Kontrolle Queen Anne Stuarts, religiös und politisch Andersdenkende werden zu Staatsfeinden erklärt, zum meist tödlichen Pranger verurteilt und weggesperrt im gefürchtetsten Kerker Europas, Newgate Prison. So wie Daniel de Foe, Unternehmer, Journalist, Kirchengegner, Geheimagent wider Willen und Intimfeind Queen Annes. Doch als er entdeckt, wer in London wirklich die Fäden zieht, schlägt er sich, gegen die Obrigkeit, auf die Seite der Kriminellen – mit dem Beistand seiner scharfsichtigen Frau Mary de Foe und der respektlosen Margaret «Midge» Crane. Und um seiner Vernichtung zu entkommen, plant er einen letzten, spektakulären Coup. Markus Gasser erzählt in Die Verschwörung der Krähen über Wahrheit und Würde in einer korrupten Welt, über Armut, Seuchen und Krieg, den schmalen Grat zwischen Schuld und Unschuld, über die Entstehung des investigativen Journalismus unter dem Druck von Zensur, Fake News, Populismus und Paranoia – und über die Liebe in liebloser Zeit.

Auf die Krähen war ich sehr gespannt, die Beschreibung war auch einfach zu gut. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Sprache. Wenn man sich andere Rezensionen durchliest, stößt man auf Begriffe wie “wortgewaltig” und “dichte Erzählsprache”. Ich gebe es offen zu: ich war überfordert. Da mag die Geschichte noch so spannend sein, ich war unentspannt beim Lesen und habe nach der ersten Hälfte aufgegeben. Ich bin mit dem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden, habe bei der Handlung irgendwie nicht durchgeblickt, dazu kamen dann noch schwer verständliche Zeitsprünge und die Figuren blieben mir schlicht fremd.

Ich habe das Buch weiterverschenkt und bin schon sehr gespannt auf die Rückmeldung.

Clare Mac Cumhail und Rachael Wiseman: The Quartet

Clare Mac Cumhail Rachael Wiseman The Quartet April 22

Verlagsbeschreibung:

Oxford im Zweiten Weltkrieg: Auch die Professoren und Studenten werden zum Pflichtdienst einberufen. Für vier junge Philosophinnen bedeutet das Freiheit: Mac Cumhaill und Wiseman erzählen, wie  Elizabeth Amscombe, Philippa Foot, Mary Midgley und Iris Murdoch bei Kaffee und Keksen, in Pubs und Speisesälen eine neue Philosophie entwickeln, in deren Zentrum der Mensch als ein «metaphysisches Lebewesen» steht. Nach dem Krieg gerät dieses «Wartime Quartet» in Vergessenheit. Seine längst überfällige Wiederentdeckung ist ein engagiertes Plädoyer dafür, die Philosophie endlich als einen selbstverständlichen Ort für Frauen zu begreifen.
Die Geschichte der europäischen Philosophie ist die Geschichte der Gedanken, Visionen, Hoffnungen und Ängste von Männern, die ihre größtenteils abstrakten und individualistischen Theorien in der Abgeschiedenheit des «Elfenbeinturms» schrieben, weit weg von den praktischen und mitunter chaotischen Anforderungen der alltänglichen Realität. Nur wenige Menschen können eine Philosophin beim Namen nennen. Das vorliegende Buch setzt dieser Situation die bisher unbekannte Geschichte von vier jungen Philosophinnen entgegen: Elizabeth Anscombe, Philippa Foot, Mary Midgley und Iris Murdoch wurden kurz nach dem Ersten Weltkrieg geboren und begannen ihr Philosophiestudium an der Universität Oxford kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Als die männlichen Professoren und Studenten eingezogen wurden, bekamen sie Unterricht von Frauen, Kriegsdienstverweigerern und geflüchteten Wissenschaftlern. In diesem Umfeld entwickelten sie eine neue Philosophie des Lebens, der Liebe und der Schönheit als Gegenmittel zum technischen, szientistischen und skeptischen Zeitgeist.

Ich gebe zu: die Beschreibung hört sich anstrengend an. Ich war ab Seite 14 des Buches fest entschlossen, mich auf Denkexperimente einzulassen. Dort wird die Entstehungsgeschichte des Buches beschrieben, die Autorinnen kontaktierten aufgrund eines Leserbriefs im Guardian die letzte Überlebende des Quartetts, Mary Midgley. Es folgten viele Besuche im Seniorenheim mit langen Gesprächen über die drei anderen Freundinnen und natürlich die Philosophie. Besonders berührt hat mich ein Satz:  “In Zeiten des Chaos braucht man die Philosophie”. Als hätte sie es geahnt – Mary Midgley ist 2018 gestorben, vor der Pandemie und dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Für dieses Buch werde ich noch etwas länger brauchen, es ist einerseits fast ein Roman, der auf einem Unicampus spielt – und andererseits – genau – Philosophie. Manche Abschnitte habe ich mehrmals gelesen, um es auch wirklich zu verstehen. Momentan habe ich ungefähr 40% gelesen und ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Ich bin seit ewigen Zeiten ein Fan des philosophischen Radios bei WDR5 und diese Mischung mit einer Frauenfreundschaft ist faszinierend.

Keine leichte Kost – aber soweit ich es bisher sagen kann eine sehr lohnende!

Aber kommen wir zu meinem absoluten Liebling:

Michael Sommer: Dark Rome

Michael Sommer Dark Rome Buch April 22

Verlagsbeschreibung:

Willkommen auf der dunklen Seite der römischen Geschichte! Hier erwartet Sie eine mal schrille, mal bedrohliche und immer wieder verstörend vertraute Lebenswelt. Es ist eine Welt des Drogenkonsums, perfider Mordanschläge, obskurer Kulte, mysteriöser Staatsaffären, brutaler Bandenkämpfe und bizarrer Obsessionen. In dieser Szene finden Sie keine sittenstrengen Senatoren und Matronen, sondern treffen auf skrupellose Politiker, in allen Künsten bewanderte Prostituierte, nervenstarke Geheimagenten, geniale Waffenkonstrukteure und kaltblütige Giftmischerinnen. Willkommen in – Dark Rome !
War Mark Aurel drogensüchtig? Angeblich konsumierte der Philosophenkaiser Opium. Hat Archimedes, der geniale Baumeister aus Syrakus, tatsächlich eine Superwaffe konstruiert? Und tagte gar eine Geheimloge in der unterirdischen Basilika, die Archäologen in Roms Unterwelt entdeckt haben? Diese und viele weitere Rätsel erwarten die Leserinnen und Leser von Dark Rome – einer ebenso wilden wie faktenreich und spannend erzählten Sittengeschichte der römischen Welt. So stößt, wer in den Abgründen des römischen Imperiums schürft, gelegentlich auf Bleitäfelchen: Am richtigen Ort vergraben und mit der richtigen Fluchformel versehen, konnte man mit schwarzer Magie versuchen, unliebsame Zeitgenossen in den Orkus zu schicken. Eilige wählten für solche Anlässe lieber ein Pilzgericht wie beispielsweise Agrippina, die Gattin des Kaisers Claudius, die ihren Gemahl mit seiner Lieblingsspeise zu einem Gott machte (böse Zungen behaupten, er habe es im Jenseits nur zu einer Karriere als Kürbis gebracht …). In den Dunkelzonen des römischen Reiches begegnet man auch Politikern wie den Statthaltern Albinus und Florus in Ägypten, welche die Provinzbevölkerung nach Strich und Faden ausplünderten. Doch die beiden waren Waisenknaben im Vergleich mit dem notorischen Halsabschneider und Proprätor Verres, der Sizilien zu seiner Pfründe machte und dabei über Leichen ging. Was Mord aus politischen Motiven betrifft, so könnten selbst Despoten unserer Tage noch von den alten Römern lernen. Diese setzten bei Bedarf ihre Gegner – wie es etwa Sulla, Octavian und Marcus Antonius taten – einfach auf sogenannte Proskriptionslisten, so dass jeder die Vogelfreien straffrei töten und sich an ihrem Vermögen gütlich tun konnte.
Kurzum: Dark Rome erweist sich auf unterschiedlichen Ebenen als Quelle der Erkenntnis, wobei es den Leserinnen und Lesern überlassen bleiben soll, die Kapitel über Geheimschriften, Spione, Falschspieler, dunkle Kulte und die Freuden der Venus aufzublättern…

Seit ich in der siebten Klasse im Geschichtsunterricht zum ersten Mal echte Berührungspunkte mit der Antike hatte (die zwei Jahre Lateinunterricht vorher waren eher Vokabeln und Grammatik gewidmet), bin ich ein absoluter Fan des alten Griechenland und auch des alten Rom. Naja, Rom eher so bis erstes Jahrhundert nach Christus, danach wurde es etwas seltsam. Aber was sind das für phantastische Geschichten: Troja, die persischen Kriege, die ersten Demokratien, Sokrates, Plato und Aristoteles, Archimedes, Alexander der Große, Sappho nicht zu vergessen und dann die römische Republik, Hannibal, der allmähliche Wandel von einer Republik zu einem Kaiserreich. Ich fand es schon immer unglaublich spannend. Das ist über 2000 Jahre her und manchmal habe ich den Eindruck, es hat sich nicht viel geändert. Außer den Frauenrechten.

Für Anfänger empfehle ich übrigens gerne die Bücher von Joachim Fernau “Rosen für Apoll” und “Caesar lässt grüßen”.

“Dark Rome” ist eher für Fortgeschrittene, wobei vermutlich niemand dieses Buch liest, der sich nicht für antike Geschichte interessiert. Oder nur aus Versehen angesichts des Titels. Hat irgendwie was von der “dunklen Seite der Macht”.

Ich fand es absolut faszinierend, was Michael Sommer hier zusammen getragen hat: nicht nur ein Einblick in die ganz dunklen Schattenseiten, sondern auch den einen oder anderen Blick auf das Alltagsleben. Aus der Zeit gibt es unglaublich viele Quellen, die Bauwerke stehen zum Teil immer noch (ich sage nur: Pont du Gard, ich würde gerne mal eine kleine Zeitreise machen und sehen, welche unserer Brücken in 2000 Jahren noch steht), sie haben einfach sauber dokumentiert.

Das Buch selbst gliedert sich in zehn Kapitel von öffentlichen und geheimen Orten über Affären aller Art, Spionen, Verschwörungen, Korruption und organisiertem Verbrechen. Und natürlich Sexgeschichten aller Art, gehört dazu. Aber kein Klatsch und Tratsch, nur historisch belegtes 😉

Insgesamt: ihr merkt schon, dass ich das Buch toll finde. Ganz dicke Empfehlung!

Gedanken zum “anders lesen” oder zu den Büchern?

19 Kommentare

Ohhhh, war das schön zu lesen! Jetzt habe ich Lust sogar auf alle drei Bücher, die du vorstellst, und überhaupt mal auf andere Bücher als auf meine unverzichtbaren Krimis. Und mit dem alten Griechenland und Rom vor 2000 Jahre geht es mir genau wie dir (manchmal fühle ich mich dort fast mehr zu Hause als in der heutigen Welt).

Ich bin beim Lesen auch auf dem Escapismustrip 😀 und sehr vieles ist leicht und angenehm. Aber nicht nur. Momentan lese ich das Buch „Sowjetistan“ über eine Finnin, die einige ehemalige Sowjetrepubliken besucht „mit -stan hinten dran“, wo man sich wie auf fremden Planeten vorkommt und versteht, warum da die Nationalitäten so wichtig sind, nachdem so lange Sowjetunion war. Es werden oft Rückblenden in sowjetische Zeiten erzählt und das Verständnis bessert sich, auch im Hinblick auf Ukraine und Belarus, obwohl das gar kein Thema ist. Das Thema „Personenkult“ wird nochmal einiges schärfer.
Dazu ist es so gut geschrieben, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Ich fresse es gerade regelrecht. Ich lese es auch auf Empfehlung aus einem Gespräch über das Ukrainethema und es ist wirklich ein Volltreffer für mich.

Wunderbare Tipps – ich möchte sofort anfangen zu lesen, allerdings wollte ich eigentlich erstmal den Stapel neben meinem Bett abarbeiten…zum Glück habe ich jetzt zwei Wochen mehr oder weniger frei! Danke dir für die Anregungen!

Ich bin erklärte Vielleserin, aber diese Art von Büchern ist mir zu anstrengend, wenn ich ehrlich bin. Gerade bin ich beim dritten Band der Rosentrilogie von Jennifer Donnelly – genau die Art Romane, die mir gerade gefällt. Das ändert sich immer wieder mal!

Liebe Grüße von einer Leseratte zur anderen 😀

Ich habe ehrlich gesagt noch nie verstanden, warum man von „seichter“ Unterhaltung bei Büchern spricht. Als ob Literatur nur einen Wert hat, wenn sie außerordentlich eloquent ist oder ein vermeintlich respektables Thema hat.

Hauptsache, es wird gelesen, ob Schmonzette, Weltklassiker, Comic oder Krimi – her damit. Wenn es mich unterhält, ist es gut. Ganz egal, was es ist.

Für mich gibt es überhaupt keinen Grund, irgendwelche Bücher zu missachten. 50 Shade of Grey, den ersten Band habe ich gelesen, ist eine Geschichte wie 1000 andere, die auch massenhaft gelesen werden. Ich werde nie verstehen, wie paar kleine Szenen so ein Aufsehen erregen können. Es ist ja nicht so, als wären andere Liebesromane phantastisch geschrieben. Mir geht es um eine bestimmte Atmosphäre, die vermittelt wird und das können solche Bücher durchaus. Es ist nicht so, dass mich bestimmte Sachen nicht auch ärgern, aber eigentlich weiß ich vorher, was mich grob erwartet. Das war hier nicht anders. Ich habe übrigens auch begeistert die Twilight-Saga gelesen, über die ich dann ewig philosophiert habe. 😀 Das war echt schön.
In den meisten Fällen konsumiere ich das aber lediglich, indem ich mich kurz in andere Welten und angenehme Gefühle zarter neuer Möglichkeiten begebe. Ich lese auch sowas gern, wie ich eine Tafel Schokolade esse.

Um einiges anspruchsvoller geschrieben ist das Buch „Offene See“ von Bejamin Myers, in der es um einen jungen Mann geht, der von seiner engherzigen und armen Familie fortgeht und auf dem Weg auf eine ältere Frau trifft, bei der erst für eine Nacht rastet, die ihm viel vom Leben und guten Essen beibringt, keine Liebesgeschichte, aber ein Weg, was man mitunter findet, wenn man dem eine Chance gibt, was gerade den Weg kreuzt und man nicht gesucht hat. War mein Roman-Highlight im letzten Jahr. Kleines, schmales Buch. Ich kann es empfehlen.

Ich tauche grad ein in die BDSM-Welt… und bin geflasht von der Art der Kommunikation und der Intimität. Diese Tiefe habe ich mein ganzes Leben lang in Beziehungen gesucht. Die “50 Shades” sind Klischee-Fertig-Rührkuchen 😉

Als ich meinen großen Zeh in den BDSM-See hielt, habe ich fünf Wochen lang so viel gelernt und erfahren wie in den letzten zehn Jahren. Und etwas echt Tolles ist passiert: Ich ging abends schlafen voller Vorfreude auf den nächsten Tag und darauf, was für spannende neue Erfahrungen ich wohl machen würde. Das ist ein Lebensgefühl, das ich schon 100 Jahre nicht mehr hatte…

seicht ist in der Tat ein blödes Wort – ich schaue mir auch gerne Bridgerton an.

Mir ging es eher darum, zwischen dem “Abtauchen” (also Unterhaltung?) und “aktive Beschäftigung” (Mitarbeit und Reflektion erforderlich?) zu unterscheiden. Das ist so ähnlich wie im Kino – da gibt es auch eine Menge anstrengender Filme, manche schlecht und andere haften im Gedächtnis und wollen bearbeitet werden

Ich finde deswegen Escapismus wirklich treffend, leichte Unterhaltung und Entspannung. Was ich da auch mag, wegen der Atmosphäre: vererbte Häuser in England. 😀
Wie gestaltet man etwas, was man nicht erwartet hat und liegt Glück auch im Leben nicht oft im Annehmen dessen, was man nicht erwartet hat?

Ich mag das. Ich mag natürlich auch andere Literatur, ich bin ein Lesefreak, mein Mann auch. Wir lieben auch die Kindle-Familienbibliothek, die es uns ermöglicht, zeitgleich ein Buch zu lesen.

Danke für die vielen Anregungen hier. Buch 2 & 3 habe ich gerade bestellt und freue mich nun auf die Lesezeit an den Feiertagen. Besonders Dark Rome interessiert mich sehr, weil wir im September eine Woche in Rom sein werden. Da tauche ich gerne schon vorher in die antike Welt ein. Ich gehöre mittlerweile auch eher zu den eskapistischen Lesetypen und hoffe, dass meine Lesegewohnheiten sich mit etwas mehr Entspannung und Freizeit wieder ändern werden. Seit über 20 Jahren kann ich fast ausschließlich abends im Bett lesen und leide zunehmend unter Schlaflosigkeit. Es hilft mir, wenn ich vorher belastende Gedanken oder zu viel Spannung vermeide. Daher greife ich automatisch mehr zu „Wohlfühlbüchern“. Bei Bridgerton etc. lässt sich viel besser wegschlummern😉 Liebe Grüße und schönen Sonntag

Hier mal eine richtig schöne Oh-das-geht-jetzt-aber-unerwartet-ganz-schön-tief-ans-Herz-darauf-war-ich-nicht-vorbereitet-Empfehlung:
Miss Veronica und das Wunder der Pinguine von Hazel Prior.

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