Provence: ich habe wieder gelesen!

Werbung! Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen.

In diesem Jahr war ich SEHR lesefaul oder viel mehr waren ständig viele andere Dinge wichtiger plus abendliche Müdigkeit. Im Urlaub hatte ich endlich mal wieder Zeit und habe tatsächlich fast vier Bücher gelesen.

Vreni Frost: Glanz und Gloria

Vreni Frost Glanz und Gloria

Das Buch habe ich netterweise von Lübbe als Rezensionsexemplar bekommen. Vreni Frost ist sozusagen eine Bloggerin der ersten Stunde, ich habe ehrlich gesagt nie bei ihr gelesen und sie ist erst mit dem legendären Abmahnprozess 2018/19 in mein Blickfeld gerückt. Es ging dabei um das leidige Thema Werbung sowie die Abzocke von Abmahnvereinen (Anmerkung: das ist auch der Grund, warum ich hier grundsätzlich ALLES als Werbung kennzeichne – die sichere Seite!).

Das Buch war sehr amüsant zu lesen und ist ein witzige Kombination aus Leben und Wohnung aufräumen. Persönlichen Themen (Ernährung, Wohlbefinden…) ist jeweils ein Raum (Küche, Bad…) zugeordnet und es gibt viele persönliche Einblicke plus handfeste Tipps sowohl fürs Leben als auch für die Säuberung der Wohnung. Ich hatte nur zwei Problemchen mit dem Buch: da viele Themen angesprochen werden sind naturgemäß die Ratschläge oder Hinweise auf mögliche Methoden eher kurz und ein bisschen oberflächlich. Ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgelesen, vielleicht hatte ich auch deswegen diesen Eindruck. Zweitens ist das eindeutig ein Buch für Frauen zwischen 20 und 30 – bei vielen Themen musste ich doch ein wenig lächeln, weil ich die Lebenssituation schon lange hinter mir habe.

Fazit: gebe das Buch meiner großen Tochter und überlege, mal selbst einen Ratgeber zu schreiben.

Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde Die Geschichte des Wassers

Äh, ja. Die Geschichte der Bienen fand ich richtig gut. Das hier ist ein müder Abklatsch in einem seltsamen Szenario. Es hat mich einfach nicht berührt. Eine Mischung aus einer missglückten Liebesgeschichte, Raubbau an der Umwelt und einem Möchte-Gern-Dystopie-Szenario mit Flüchtlingslagern und persönlichen Tragödien.

Ich fand es einfach schlecht. Kommt in den öffentlichen Bücherschrank.

Laetitia Colombani: Der Zopf

Laetitia Colombani Der Zopf

TOLLES Buch!!!

Es geht um drei ganz unterschiedliche Frauen in Kanada, Sizilien und Indien, die alle mit Problemen kämpfen, die wohl nur Frauen haben. Frauenfeindliche Vorgesetzte, übergriffige Familien und ein frauenverachtendes Gesellschaftssystem. Alle Drei haben einen schweren Schlag zu verkraften und dann wird es richtig spannend… weil jede ihren eigenen Weg findet, die Situation zu bewältigen. Und diese Wege verschlingen sich zum Schluss zu einem Zopf. Fast wortwörtlich.

Dicke Leseempfehlung – und das neue Buch von Laetitia Colombani werde ich mir auch kaufen.

Frank Schätzing: Die Tyrannei des Schmetterlings

Frank-Schätzing-Die-Tyrannei-des-Schmetterlings

Das Buch hat mir Lina geschickt (nochmal DANKE!!!) und ich bin mit etwas Respekt rangegangen.

Die ersten 180 Seiten lesen sich ganz Schätzing-untypisch so weg. Ein spannender Thriller/Kriminalfall. Und dann wird es kompliziert. Aktuell bin ich auf Seite 250, 500 Seiten to go, aber ich mag es bisher. Ich werde nochmal berichten, wenn ich durch bin (beim aktuellen Arbeitsgeschehen kann es sich nur um Monate handeln…).

Ich arbeite nicht umsonst im Bereich Digitalisierung, ich finde das faszinierend. Und gefährlich – wie es im Buch schon anklingt.

Kleines Beispiel: Tochter rief in Frankreich bei mir an, sie wollte mit einer Freundin in Holland segeln gehen. Und wir haben in zehn Minuten die Bahnverbindung gefunden, eine sehr günstige Fahrkarte gebucht, online bezahlt und ich habe ihr das Ticket per Mail aufs Handy geschickt. Man stelle sich den Fahrkartenkauf vor zwanzig Jahren vor. Es hätte nicht funktioniert, weil ich erst Sonntagabend spät zurück war und sie Montagmorgen den Zug um 8:50 genommen hat. Das ist schlicht – faszinierend.

Was habt ihr bisher in diesem Sommer gelesen?

23 Kommentare

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Guten Morgen…
Bei mir lautet die Frage: was habe ich in diesem Winter (in Kapstadt) gelesen? Gefühlt, seid Ihr alle gerade im Urlaub. Hier wurde der Lockdown erneut verschärft, aber das ist ein anderes Thema: zurück zu den Büchern.

Mir gefiel:

CITY OF GIRLS von Elizabeth Gilbert. Richtig, von ihr war EAT, PRAY, LOVE. Danach kam nichts mehr, was mich berührt hätte. Aber dieses Buch hat mich richtig mitgenommen in die 40er Jahre in New York. Dazu ist es brilliant geschrieben.

Und immer noch top top top: HERZENHÖREN und HERZENSTIMMEN von Jan-Philipp Sendker. Dies sind Band 1 und 2 der Burma-Saga. Große wunderbare Liebesgeschichte vor den Bergen Burmas. Wirklich herzergreifend!

Euch alle ein schönes Wochenende
Carola

das Neue von Elizabeth Gilbert steht auch auf meiner Wunschliste. Und vielleicht noch Sex and the City im Alter, da gibt es auch ein Neues.

Ansonsten: drücke dir die Daumen, dass in Kapstadt alles so halbwegs funktioniert. Wir leben hier ja wieder relativ normal – allerdings habe ich so meine Bedenken bzgl. einer zweiten Welle

Meine Mutter las gern Liebesromane und Romane über Frauen generell. Als sie starb, nahm ich einen kleinen Stapel Bücher mit, den ich ihr besorgt hatte und eins nahm ich mir vor paar Tagen in die Hand: „Die Schattenschwester“ von Lucinda Riley.
Am ersten Tag meines Urlaubs hab ich mir durch eine blöde Bewegung den hinteren oberen Beinmuskel so gererrt, dass ich kaum laufen kann, aber: warum soll man laufen, wenn man in der Sonne auf dem Balkon inmitten seiner Grünpflanzen liegen und den ganzen Tag lesen kann, als ob man sich gerade in eine ganz spannende neue Lieblingsserie entdeckt? Das Buch ist mitten aus einer Serie, die ich gerade bingereade und ich bin bereits beim dritten. Jeden Tag eins. Es besteht immer aus 2 Zeitebenen und behandelt die Reise je einer von 6 adoptierten Schwestern nach dem Tod des geliebten Adoptivvaters zu dem Ort, an dem sie geboren sind – überall in der Welt mit ganz unterschiedlichen Atmosphären und Persönlichkeiten, nebenbei lernt man einiges über diese Orte. Wärend des Buches geht es einerseits um die Geschichte der alten Familie und um die Reise in der Jetztzeit, beide gleich spannend. Ich hab oft bis früh um 2 gelesen und freue mich, am nächsten Tag sofort wieder eins anfangen zu können. Die Lesezeit wird mit über 10 Stunden angegeben, das betrifft aber Schnelleser wie mich. Ich bedauere hier wirklich, dazu zu gehören.
Ich werde nie den Urlaub vergessen, als ich mit lädiertem Bein stillvergnügt und glücklich diese Serie gelesen hab. Für mich ist das reines Glück, mich so in diese Welt zu versenken, nichts zu essen zu brauchen und wehe, jemand spricht mich an. 😀

Ich bin sehr gespannt, wie du es am Ende findest.

Ich betreibe ja seit einigen Jahren äußerst überzeugt Tsundoku und kann mich vor Büchern eigentlich kaum retten, aber ich habe dieses Jahr auch kaum was gelesen. Keine Ahnung, woran das liegt, es ist sehr untypisch. Miss Rona wahrscheinlich.

Ich freue mich schon sehr auf das neue Buch von Matt Haig, das nächsten Monat kommt. Von dem verschlinge ich alles, auch die Kinderbücher.

Ich hoffe, dass ich im Herbst wieder mehr Lust zu lesen habe, dann wird mein Stapel mit 49 ungelesen Büchern (ich weiß, seufz) hoffentlich schnell wieder kleiner. Damit ich neue Bücher kaufen kann. 😉

ich musste jetzt erstmal schauen, was Tsundoku ist. Beschreibt das Phänomen meines „Ungelese Bücher“-Regals sehr gut

Andererseits: der Sinn einer BIbliothek ist ja nicht, dass man alle Bücher gelesen hat!

Ich gehöre eher der Hörbuch-Fraktion an.

Normalerweise höre/lese ich eher Krimis nach den 4 Büchern von Robert Galbraith hörte ich passend zum „Lockdown“ „Blackout“ von Marc Elsberg, das kennt wahrscheinlich eh jede.

Dann „Achtsam morden“ von Karsten Busse. Das war sehr witzig, kurzweilig und super passend gelesen.

Und zuletzt das komplette Gegenteil „The Street“ von Ann Petry: Die Hauptfigur Lutie ist weiblich, alleinerziehend und schwarz. Der Roman spielt in den 40-igern in Harlem. Er wurde 1946 veröffentlich, es war ihr Debüt und ein Erfolg und auch noch der erste Roman einer Afroamerikanerin.
Das Schlimme ist, dass sich seither wohl kaum was verändert hat. Der Roman hat mich wütend und traurig gemacht und ist deshalb kein unbeschwertes Lesevergnügen.

Nun ist Verstand und Gefühl von Jane Austen an der Reihe, aber dazu bin ich noch in der Stimmung.

Mangels Reisen lese ich die Serie „Reise in den Alltag“ immer andere deutsche Autoren, Leien die eine bestimmte Stadt aus eigener ausländischer Erfahrung beschreiben, dort ein Jahr leben und sich wundern und genießen: Ein Jahr in Rio de Janeiro, Ein Jahr in Lissabon, Ein Jahr in Moskau. Sonst jeden Abend 3-4 Seiten der Fachliteratur. Noch auf dem Nachttisch – 100 Jahre Lebensglück: Weisheit, Liebe, Lachen. Menopause: Your Management Your Way … Now and for the Rest of Your Life . Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World, Die Pfanne brät nicht,
Irit ich habe dir vor einer Woche eine Frage per Mail geschickt, hoffe die Mail kam an…

Menopause Taylor? Von ihre kenne ich nur die YouTube Videos, sehr interessant, auch sie als Person. Bist du auch über Hotandflashy auf sie gekommen?

Liebe Samoa, neine, ich kenne – sie hat mich auch privat beraten – Menopause Tylor viel länger.

Liebe Iridia, stimmt! Da ich selbst ausgewandert bin, finde ich spannened wie die anderen das selbst erleben und was woanders doch anders ist…

Die „ein Jahr in…“-Reihe hab ich auch immer gern gelesen. Ich fand vor allem spannend, wie es war, die ersten Schritte an einem neuen Ort zu machen, indem man sich einlebt und nicht nur Urlaub macht. Sehr viel der Mentalität erklärt sich sofort in der allerersten Zeit auf Behörden usw.

ja, deine Mail ist angekommen. Die erste Woche bei der Arbeit war nur etwas, ähem, fordernd und deswegen noch keine Antwort

Das finde ja mal interessant. Ich hab das erste Mal überhaupt paar ungelesene Bücher im Regal, die liegen sonst alle auf der Couch und entweder ich will die dann noch mal lesen, dann wandert das ins Regal oder gleich als Spende in die Bibliothek. Aber eigentlich fällt mir gerade auf, müsste der Bücherschrank voller neuer Sachen zum Aussuchen sein. Es ist nur so, dass es bei mir für Bücher auch einen bestimmten Zeitpunkt oder sogar Ort gibt. Ist der vorbei, komme ich nicht mehr richtig an das Buch ran, obwohl es mich vorher brennend interessiert hat.

Noch was fiel mir beim Lesen der Kommentare auf:
Es gibt Menschen, für die muss ein Buch anspruchsvoll geschrieben sein und es gibt welche, die genießen nur die Geschichte. Ich gehöre den zweiten. Ich genieße zwar durchaus anspruchsvolle oder besonders originelle Sprache, wichtig ist mir aber das sofortige Verschwinden in der Geschichte. Meiner Mutter hat mitunter eine einfache Schreibweise den Spaß am Buch vergällt, fällt bei mir völlig flach. Es ließe sich herrlich philosophieren, welche Bücher man am besten geschrieben empfindet, für mich Truman Capote (Besonders Frühstück bei Tiffany, kein Wort am falschen Platz) und J.K. Rowling/R. Galbraith auch die Bücher über Comoran Strike verschlinge ich förmlich. Ich bin allerdings nicht der Typ, der darüber reden kann, weil ich das nicht so essenziell wie andere finde und gar nicht weiß, ob andere hier dasselbe schätzen.

Für mich ist ein Buch toll, wenn ich es in eine gute, interessante Welt zieht, aber noch wichtiger ist mir eine Atmosphäre, die mir bis dahin völlig fremd ist. So gesehen, sind Bücher auch immer Reisen an neue Orte, die der Geist erfahrbar macht wie bei einer echten Reise, je tiefer man reingezogen wird und mal alle Möglichkeiten spielen lässt.

Die Comoran Strike Serie ist echt toll.
Komischerweise kam ich lesend leider gar nicht vorwärts, erst als ich das Hörbuch kaufte war ich im Flow und habe eins nach dem anderen gehört. Da musste ich schon während des Putzens (so höre ich u.a. meine Bücher) das neue Buch herunterladen, da der Cliffhanger so übel war…
Hast du die Verfilmungen schon gesehen? Ich glaube das 4. ist noch nicht verfilmt. Auf alle Fälle sind sie gut gemacht.

Alles gelesen und natürlich auch gesehen. Finde die Besetzung toll und warte fiebernd auf Teil 4, abgedreht ist er ja. Und: in den Filmen sieht man wieder die Straßen von London und erkennt viel wieder. 🙂

Ach noch was zu der Verfilmung.
Kam dir die Schauspielerin Elarica Johnson, die im 1. Teil der Cormoran Strike Serie das ermordete Model spielte, bekannt vor?
Sie spielte auch in einer weiteren Rowling Verfilmung mit, nämlich die Kellnerin mit der sich Harry Potter nach deren Dienstschluss verabreden wollte zu Beginn des Halbblutprinzen 😉.

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