Klairs Midnight Blue Youth Activating Drop

Achtung: Werbung! Lesen auf eigene Gefahr*

Wie versprochen ein etwas ausführlicherer Bericht zu den Midnight Blue Youth Activating Drop von Klairs – ich war zwischenzeitlich etwas ratlos.

Klairs Midnight Blue Youth Activating Drop

Aber fangen wir mal vorne an. Die Pipettenflasche mit 20 ml Inhalt habe ich von Lovemycosmetics (Link).

Die Beschreibung auf der Website:

Die Haut beginnt allmählich zu altern und verliert zunehmend an Elastizität. Dieses natürliche Phänomen kann nicht verhindert oder vermieden werden. Allerdings kann man diesen Prozess verzögern, indem der Haut Kollagen zugeführt wird, wodurch die natürliche Elastizität der Haut immer wieder aufs neue aufgefrischt wird. Das Klairs Midnight Blue Youth Activating Drop ist entworfen worden, um verschiedene Ursachen der Hautalterung zu bekämpfen, wodurch feinen Linien und Falten der Haut bekämpft werden. Dieses Nachtserum hat eine doppelte Peptidformel.

Naja, soweit ich weiß, kann man der Haut kein Kollagen zuführen (Moleküle sind zu groß), sondern nur die hauteigene Produktion ankurbeln. Interessant ist aber die doppelte Peptidformel.

Die INCI-Liste ist sehr kurz und knackig:

sh-Oligopeptide-1, sh-Polypeptide-1, Butylene Glycol, Vaccinium Angustifolium (Blueberry) Fruit Extract, Sorbitan Sesquioleate, PEG-60 Hydrogenated Castor Oil, Chlorphenesin, Guaiazulene, Ethylhexylglycerin, Adenosine

Und da wird es dann interessant. Die ersten beiden Inhaltsstoffe machen nämlich laut internationaler Website 93% der Formel aus.

Was sind sh-Oligopeptide-1 und sh-Polypeptide-1?

Grundsätzlich steht sh für „synthetisch“ und „human“, Oligo- bzw. Polypeptid sagt aus, dass es sich um eine Peptidkette von Aminosäuren handelt (einige bzw. viele).

sh-Oligopeptide-1 ist nichts anderes als synthetisch (mittles Bakterien) hergestelltes EGF (Epidermal growth factors). sh-Polypeptide-1 sind bFGF (Basic fibroblast growth factors).

Wir reden also über Wachstumsfaktoren, die vom menschlichen Körper produziert werden. EGFs reparieren und regenerieren die Haut (z.B. Zellen, die durch UV-Strahlung geschädigt sind) und stimulieren die Kollagenproduktion. Ihre Entdeckung und Untersuchung der Wirkweise wurde übrigens 1986 mit dem Nobelpreis für Medizin bedacht. Allein: wie all die schönen Dinge, die den Körper im jugendlichen Alter straff und gesund halten, wird mit zunehmendem Alter weniger produziert.

Warum also nicht von außen zuführen? Prinzipiell eine gute Idee, nur leider sind die Moleküle zu groß, um von der Haut absorbiert zu werden. Das kann durch sog. penetration enhancer wie das hier enthaltene Butylene Glycol verbessert werden. Es scheint vielversprechende Studien zu geben, aber insgesamt: ich bleibe misstrauisch.

Dazu passt auch die Aussage von Klairs, dass das Produkt die Hautalterung verzögert, was generell schwer zu überprüfen ist.

Für die Tonne?

Ganz und gar nicht.

Die Midnight Blue Drops haben eine Konsistenz wie Wasser und man soll sie direkt nach der Reinigung anwenden. Ich hatte so meine Probleme mit dieser Konsistenz und musste etwas herumprobieren. Am besten tropft man einen Tropfen auf die Wange, verteilt mit der anderen Hand, dann die andere Wange, Stirn und Nase / Kinn.

Den Namen haben die Drops nicht umsonst, sie sind tatsächlich blau (keine Bange, färbt nicht ein). Die blaue Farbe kommt von Guaiazulene, das aus Kamillen gewonnen wird.

Der erstaunliche Effekt und darum empfehle ich dieses Produkt: nach dem Waschen ist ja selbst mit dem allermildesten Produkt die eine oder andere Rötung zu sehen. Mit den Midnight Blue Drops verabschieden die sich umgehend (!!!) und die Haut fühlt sich einfach gut an. Damit meine ich: wässerige Konsistenz, aber dennoch ist die Haut nicht trocken oder matt, sondern „ausgeglichen“. Die ersten paar Tage war ich eher misstrauisch, aber der Effekt tritt wirklich jeden Tag ein – für mich definitiv ein Nachkaufprodukt.

Und was noch besser ist: ich finde, mein Hautton wird immer gleichmäßiger. Ich werde das weiter beobachten. Ich benutze nur morgens. Danach mache ich ganz normal mit meiner Pflegeroutine weiter, also Toner, evtl. BHA/PHA, Serum, Creme, Sonnenschutz.

Noch eine kleine Anmerkung: am Dekolleté hat es leider nichts gebracht, den Versuch habe ich nach vier Tagen abgebrochen und bin zum bewährten Velo Antiredness zurück, normalisiert sich gerade wieder. Ich verstehe das nicht, aber nun ja.

Insgesamt: ein eher rätselhaftes Produkt mit unerwarteter Wirkung!

Und nun bin ich (wie immer) neugierig: hat schon jemand die Drops ausprobiert? Erfahrungen?

*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

8 Kommentare

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Ich kenne das Produkt nicht, aber bei EGF haltigen Produkten ist Vorsicht geboten, man hat die Tendenz beobachtet, dass bei entsprechender Vorbelastung Hautkrebsvorstufen getriggert werden können. Chlorphenesin als Konservierer ist auch nicht optimal. Wie würdest Du es im Vergleich zum NiOD ( Copper isolate…) sehen?

oh, das ist ja mal was ganz neues. Ist das belegt oder eine Vermutung?

Zu NIOD: habe ich nicht gut vertragen und verschenkt. NIOD ist aber irgendwie nicht meine Marke, genau wie Ordinary

Liebe Irit, hab das Serum eben bestellt, Volt ist es ja ein Ersatz für meinen Holy Gral ( EGF Serum), das mir gerade zu teuer ist😞. Die Studien über einen Zusammenhang zwischen egf und Hautkrebs würden mich auch sehr interessieren !Liebe Grüße aus Hamburg

Tipp: Wenn etwas sehr dünnflüssig ist, tropfe ich es auf ein Silikon-Schminkpad, oder wie die Dinger heißen – und verteile es gleichmäßig damit auf dem Gesicht. So benötige ich wesentlich weniger vom Produkt. Denn die Fingerhaut saugt auch schon während des Auftragens viel Produkt auf und das vermeide ich mit der Methode. Und das Silikonkissen wasche ich täglich mit Seife und kann es desinfizieren.

Ich hab vor ein paar Jahren Studien zu dem Thema gelesen, zitieren könnte ich sie aber nicht mehr…
Aber weil ich betroffen bin, hatte ich damals das isländische egf- Serum abgesetzt.

Hallo zusammen,
ich habe mir kürzlich auch einen Artikel über EGF durchgelesen und die Sache so verstanden, dass eine Gefahr „nur“ bei einer bestehenden bösartigen Hauterkrankung besteht. Ich weiss aber nicht, ob ich es richtig verstanden hab..

Das Serum reizt mich sehr! Ist es dazu geeignet, nach dem BHA/PHA Peeling aufgetragen zu werden?

Viele Grüße
Polente

ich fine es generell schwierig, Veröffentlichungen aus dem dermatologischen Bereich (also keine Blogartikel, sondern eher die diversen medizinischen Zeitschriften) richtig zu verstehen. Ich möchte da nicht herum stümpern, weswegen ich meistenteils eher auf Blogger, die aus der wissenschaftlichen Ecke kommen, zurückgreife. Bzw. keine wissenschaftlichen Ausführungen hier mache – das kann im Zweifel nur schief gehen.

Wir halten also fest: wer Hautkrebs hat, sollte lieber kein EGF verwenden. Und sei es vorsichtshalber.

Das Serum würde ich dann eher direkt nach der Reinigung auftragen, kurz warten (also eine MInute oder so) und dann BHA/PHA – mache ich so und scheint zu funktionieren

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