Weitergedacht: Isabella

Gibt es eigentlich irgendjemanden, der Isabella Rossellini nicht toll findet? Ich war schon seinerzeit in den 80ern begeistert, diese wunderbaren Photos für Tresor und natürlich „Blue Velvet“. Gefühlt machte sie immer ihr eigenes Ding (genau wie ihre Mutter) und wie sich im Nachhinein herausstellt: genauso war es. Und nun wieder Lancôme. Mit unbearbeiteten Photos.

Ein erstaunlicher Schritt für Lancôme, aber auch nachvollziehbar. Schließlich soll die Generation angesprochen werden, die das Geld hat und die sind gewöhnlicherweise nicht 20. Außerdem gibt es schlicht immer mehr ältere Frauen, die geburtenstarken Jahrgänge sind um die 50. Die könnten sich vielleicht auch leicht veräppelt fühlen von einer Werbung für ein Anti-Aging-Produkt mit einem makellosen, absolut faltenfreien Model, das die eigene Tochter sein könnte.

Ich mag die Kampagne, weil es eben nicht um ein faltenfreies, makelloses Gesicht geht – sondern um strahlende Haut (sic!) und eine extrem positive Ausstrahlung. Isabella Rossellini ist einfach ein positives Beispiel, wie man elegant älter wird. Für mich ein absolutes Vorbild, da kann ich mir noch ein paar Sachen abschauen. Ich habe mir mal ihren Instagram Account angeschaut, sie ist so wunderbar uneitel.

Noch besser gefällt mir der gesellschaftspolitische Hintergrund: offensichtlich geht die Ära der älteren Herren mit (äh, ja, wie nenne ich es: überholt? muffig? angestaubt?) seltsamen Ansichten und Weltbildern zu Ende. Frauen müssen nicht jung und hübsch sein, um Männer zu schmücken. Frauen stehen für sich und definieren sich selbst.

Eigentlich gibt es nur eins, was mich an der ganzen Sache stört… die beworbene Creme. In einem rosa (!) Topf, mit Duftstoffen, ach ne, das geht doch besser und anders. Da kann Werbung machen wer will, die würde ich niemals kaufen. Vielleicht sollte sich Lancôme bzw. L’Oreal da auch mal vom Muff des letzten Jahrhunderts lösen. Der erste Schritt mit CeraVe ist ja schon gemacht.

7 Kommentare

  • Ich habe die Frau gerade gegoogelt, ich kannte sie absolut nicht. Habe auch keinen einzigen Film von ihr gesehen!

  • Es gibt eine große Menge Frauen, die sich Cremes eigentlich hauptsächlich wegen des unmittelbaren Wohlfühleffekts kaufen: Farbe, Duft, Konsistenz, Tiegel – der sinnliche Effekt dabei. Ich gehörte dazu und viele haben keine dafür empfindliche Haut. Ich bin eigentlich genau die richtige Zielgruppe.
    Rosa wird, wie hellgrün mit beruhigend übrigens, mit aufbauend assoziiert, hellblau mit erfrischend.

    Die Creme fühlt sich überraschend fest an, ich finde sie aber einfach zu überteuert, wenn viel weniger bei mit optimale Haut macht.
    Ich kaufe keine Creme mehr für 70 Euro, auch das gehört zu einer Selbstsicherheit, die nicht panisch wird, weil ich diese und jene Falte habe oder den Glauben, ich würde sie dauerhaft verhindern. Man altert ja in Schüben und meiner Beobachtung nach auch sehr nach Schicksalsschlägen. Das gehört halt zum Leben dazu.

    Ich fände, dass Isabella ein tolles Duft- und Lippenmodel wäre, weil das einfach real zu ihr passt. Eine angesagte leichte, moderne Version von Tresor – und ich wäre dabei.
    Der Isabella-Lippenstift, der nicht speziell beworben wurde, war auch schnell ausverkauft, ich konnte nur noch den Tester probieren. Den hätte ich sofort gekauft und er hätte genau zu mir gepasst. Ich hoffe auf eine Neuauflage. Man könnte die Farbe ja wie die ikonische 999 bei Dior in allen Texturen anbieten.

    So oder so, ich will auch sympathische Models, die älter sind als ich und die Role-Models dafür sein können, wie ich mir entspanntes und schöneres Älterwerden vorstelle.

  • Entschuldige, ich sehe deine Antwort erst jetzt! Ich würde mal sagen, erstaunlich normal. Nicht so böse gebotoxt wie viele Stars in dem Alter. Sie hat was, Charakter vor allem! Irgendwie bist du ihr ähnlich, vom Typ her. :)
    Liebe Grüße!

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