Hart auf hart, so heißt der neue Roman von T.C.Boyle, und

so ist er auch (Link*). Ein knallharte Geschichte aus den USA, die nur eine Richtung kennt – es wird immer schwieriger und immer schlimmer, alles. Egal, ob es um den Vietnamveteran Sten Stenson, seinen Sohn Adam oder dessen Freundin Sara geht.

Sten ist brutalisiert genug von seinen Militärerfahrungen, um auch noch als Kreuzfahrtgast auf Tagesausflug im Rentneralter einen Räuber kurzerhand zu erwürgen. Sein Sohn ist schlicht durchgeknallt, was durch seine Existenz in den Wäldern, wo er Drogen anbaut und in einer Parallelwelt lebt und vor allem über Waffen verfügt, nicht einfacher wird. Sara ist ihrerseits nicht ganz klar im Kopf, sie folgt mit ihrem eher schlichten Gemüt einer Sekte, die wilde Thesen dahingehend, mit den USA nichts zu tun zu haben, sondern frei von allem zu sein, vertritt. Sara hingegen erreicht damit nichts außer immer mehr Ärger mit den Behörden, was sie für den rauen Charme von Adam empfänglich macht. Über seine offenbare Verrücktheit sieht sie zumindest zunächst geflissentlich hinweg.

Es ist nicht sein stärkstes Buch, denn die Figuren bleiben einigermaßen blass. Andererseits erinnert es mich sehr an „America“, jedenfalls, was diese Abwärtsspirale angeht. Und es ist so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Denn Sara erkennt irgendwann doch, wie paranoid Adam ist… und wie weit er bereits ist zu gehen.

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Ein Kommentar

  • America gehört zu den besonderen Büchern, die mir auch nach Jahren noch sehr gegenwärtig sind. Spannend vor allem, weil man nicht so recht weiß, auf welche Seite man sich schlagen soll. Ähnlich, aber nicht ganz so extrem, ging es mir mit ‚Wenn das Schlachten vorbei ist‘. Also vielen Dank für den Tipp. Ich werde ‚Hart auf hart‘ auf jeden Fall lesen.

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