Ein weiterer, sehr beeindruckender Berlin-Roman von

Boris Pofalla, Low. Pofalle ist ein 1983 geborener Berliner Journalist, der seinen ersten eigenen Roman veröffentlicht hat.

Nun kann man sich natürlich fragen, ob es noch einen Berlinroman braucht, noch mehr Beschreibungen von Partys, Bier und Drogen, aber diese Frage erübrigt sich nach den ersten Seiten dieses Buches. Denn es trifft den Ton einer Generation.

Den Sinn ihres Lebens begreifen Moritz und der junge Ich-Erzähler darin, sich der Welt zu entziehen: Der Gesellschaft, dem Alltag, jeder normativen Kraft. Denn erhaben ist nur, was man weder beherrschen noch benutzen kann. Ihr Tor zur Erhabenheit sind Drogen, Kreativität und der Mantel der Nacht. Doch eines Tages, mitten im Sommer, verschwindet Moritz spurlos und den Ich-Erzähler überfällt eine nie gekannte Verlorenheit. Er macht sich auf die Suche nach ihm, doch an den Schauplätzen, die bisher die Bühne für ihre Ekstase und ihren jugendlichen Hedonismus waren, fehlt jede Spur von ihm. Die Party ist vorerst vorbei. Erschöpfung, Ernüchterung, Angst , Trotz und schließlich die Erkenntnis: dass man sich allem entziehen kann. Nicht aber sich selbst.

In seinem Debüt erzählt Boris Pofalla in einer einfachen, beeindruckend vollkommenen und unaufgeregten Sprache die Geschichte eines Erwachens und beschreibt gleichzeitig das Lebensgefühl einer ebenso brillanten und empfindsamen wie narzisstischen und visionslosen Generation. Es liest sich verstörend einfach, ich habe oft zurückgeblättert, um die letzte Seite noch mal zu lesen, weil ich die Vielschichtigkeit fast überlesen hätte.

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