Ein tief berührendes Buch, Perla, oder

wie man Zeitgeschichte so greifbar machen kann, dass sie spannender ist als jeder Thriller, das zeigt uns Carolina de Robertis mit ihrem neuen Roman Perla.

Die Hauptfigur, eben Perla, wächst im Argentinien nach der Diktatur als einziges Kind einer privilegierten Offiziersfamilie auf. Zwar wird ihr schon früh aufgrund Erzählungen ihrer Freundinnen klar, dass ihr Vater als Marineoffizier aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Verschwinden von Tausenden Menschen während der Militärdiktatur zu tun gehabt hat. Sie verdrängt dies aber, bis dies letzlich unmöglich wird. Zum Einen vermag sie in ihrer Beziehung nicht mehr zu leben, ohne sich mit der Wahrheit ihrer Person auseinander zu setzen, zum Anderen erscheint ihr ein Mann, ein Verschwundener, der ihr Unglaubliches zu berichten hat.

Ich war so gefesselt von dem Buch, besonders von der klugen und verständnisvollen Darstellung von Perla, die eben nicht nach der Wahrheit hungert, weil sie ihre „Eltern“ liebt und klug genug ist zu wissen, dass die Erkenntnis diese Familie sprengen würde. Ebenso haben mich der Verschwundene und seine geliebte Frau nicht losgelassen. Ich habe das Buch verschlungen, und was soll ich sagen? Das erste Mal seit Jahrzehnten habe ich ein Buch sofort, nachdem ich es ausgelesen hatte, wieder angefangen zu lesen. Es ist nämlich eine allgemeingültige Geschichte darüber, dass aus der Lüge keine Liebe und kein Glück entstehen kann, weil alle Beteiligten es immer merken, dass da etwas nicht stimmt.

Eine mehr als nachdrückliche Empfehlung von mir! Es kann aber sein, dass heftige Gefühle auftreten…

 

Ein Kommentar

  • Dieses Buch hat mich auch bewegt und, als ich damit fertig war, erschüttert und auch ein wenig traurig zurückgelassen. Trotzdem bin ich froh, es gelesen zu haben, nicht zuletzt deshalb,weil es sehr gut erzählt ist und mitreißend geschrieben.

Deine Meinung?