Wechseljahre, alte Mütter, Fruchtbarkeit

Das Thema ist gefühlt allgegenwärtig. Nun ja, und bei einem Blog von und für Frauen über 40 auch nicht so ganz aus der Welt. Ich sehe derzeit beständig Zeitschriften extra für die Wechseljahre, Specials über alte Mütter und so weiter. Und ich fühle mich so weit weg davon.

Von den alten Müttern am allerweitesten, da denke ich ehrlich gesagt: um Gottes Willen. Meine Töchter sind 8 und 10, natürlich die tollsten und schnuckeligsten Kinder unter der Sonne – aber anstrengend sind sie auch. Ich bin 47 und eine erneute Babysause mit Kinderwagen, Spielplätzen usw usw wäre für mich eher ein Alptraum als ein Traum. Das kann man natürlich sehr leicht sagen, wenn man Kinder hat. Erstaunlicherweise gab es da in den Berichten aber eher Frauen, die teilweise schon erwachsene Kinder hatten und die nochmal nachgelegt haben.

Ich stehe diesem Phänomen staunend gegenüber. Wir sind froh, dass wir abends mal wieder weggehen können ohne Betreuung zu organisieren. Die Kinder verabreden sich selbst – die Grad an Freiheit wächst praktisch täglich. Ich kann mir nicht vorstellen, das wieder aufzugeben. Wir sind noch in einem Alter, in dem man eigentlich dasselbe unternehmen kann wie mit 30 – und das machen wir auch. Theater, Konzerte, einfach weggehen zum Essen oder auf ein Bier. Herrlich.

Direkt damit verbunden aber auch die Wechseljahre. So richtig sind die noch nicht mal in kleinen Ausläufern zu spüren, ich fände es wirklich mal prima, wenn mein Zyklus sich auf sechs oder acht Wochen verlängern würde… aber nein, pünktlich alle vier Wochen, als hätten mein Körper und ich noch etwas vor. Vielleicht nehme ich es aber auch nur leicht, weil mir Fruchtbarkeit noch nie wichtig war. Auch hier wieder die Einschränkung, dass man das mit Kindern leicht sagen kann. Ich habe da wohl auch von meiner Großmutter väterlicherseits ein paar Gene mitbekommen (sie hatte 16 Kinder), ohne Verhütungsmittel hätte ich da wohl locker mitgekonnt.

Aber zurück zu den Wechseljahren, natürlich wird das eine Veränderung werden, aber nicht hinsichtlich des Vermögens, Kinder zu bekommen. Dem habe ich schon vor Jahren ein operatives Ende gesetzt. Ich bin nun ehrlich gesagt sehr neugierig, wie das bei mir werden wird. Ich habe gelesen, dass in Gesellschaften, in denen alte Menschen das Maß der Dinge sind, Beschwerden in den Wechseljahren so gut wie unbekannt sind. Finde ich auch sehr interessant. Ich nähere mich dem Thema… das wird noch eine Menge Schreibstoff geben.

Wie sieht es denn bei Euch aus? Erleichterung oder Wehmut oder beides? Oder anderes?

19 Kommentare

  • Das Kinderkriegen habe ich nach k3 auch ad acta gelegt. Drei Wunschkinder – das reicht!

    Ich bin auch 47, aber gefühlt mindestens 15 Jahre jünger. Und ich fühle mich gut wie nie. Und auch so schön wie nie! 😀

    Wechseljahren, nunja. Lässt sich halt nicht vermeiden – es ist nicht so, dass ich mich drauf freue. Aber sie gehören halt zum Leben einer Frau. Mich nerven höchstens die Barthaare, die stärker wachsen. Und die Pfunde, die sich plötzlich schneller sammeln, als noch vor zwei, drei Jahren.

  • Christiane

    Auch mir ist die Flut von Beiträgen in den diversen „Klatsch“- äh Frauen-Zeitungen zu dem Thema schon aufgestoßen. Bishin zu einem längeren Artikel über social freezing. Und ich bin da zwiegespalten.
    Einerseits kann ich den Kinderwunsch verstehen – selbst aus einer großen Familien kommend, war für mich immer klar, dass ich (mindestens) drei Kinder möchte – aber es hat halt nicht sein sollen. (Die Gründe hierfür sind zu persönlich, um sie öffentlich zu machen.) Andererseits kommt es mir auch egoistisch vor, ein Kind um jeden Preis in die Welt setzen zu wollen – werden die (ganz) späten Eltern dieser Aufgabe wirklich gerecht, können sie Schritthalten mit dem Tempo und der Energie der Kleinen und noch mehr dem der Teenager? Ist es wirklich erstrebenswert, das Risiko einzugehen, dass die Kinder noch vor dem Schulabschluss Waisen werden können? Von den körperlichen Risiken mal ganz zu schweigen.
    Und die durchwachten Nächte steht man sicher auch schlechter durch – das sieht man auch ohne Kinder gut selbst: „früher“ war es kein Problem, bis spät in die Bibliothek und anschließend bis zum Hellwerden auf die Piste zu gehen und dennoch aufmerksam in der Frühvorlesung zu sein – heute vermeide ich es, unter der Woche auch nur ins Theater zu gehen, weil ich sonst den nächsten Tag nicht wirklich fit bin.

  • Ich bin 34, habe einen Dreijährigen – und bin für mehrere Monate künstlich in die Wechseljahre versetzt worden (eine Krankheitsgeshichte).
    Kein Spass und ich hoffe so sehr, dass im Anschluss an die Genesung alles halbwegs wie vorher ist und die echten Wechseljahre noch lange auf sich warten lassen.

    Meine Mama hat ihre Wechseljahre fast unbemerkt verbrachte das gibt’s also auch. Und bei den seltenen Beschwerden haben ihr Schüssler Salze geholfen 😉

    Dass Frauenzeitschriften darüber berichten, finde ich völlig legitim und notwendig. Warum muss ein so zentrales weibliches Thema denn totgeschwiegen werden? Es kann einem sehr schlecht dabei gehen und es gibt genug Frauen, die meinen, da leidend durch zu müssen. Dabei kann man sich bei praktisch allen Beschwerden Hilfe suchen, wenn man das nur weiß.

  • Honeypearl

    Als ich letztens bei meiner Frauenärztin war sagte sie zu mir ich, wenn wir noch ein Kind haben möchten, dann müssten wir uns jetzt entscheiden, da die Möglichkeit durch mein Alter absolut begrenzt sei. Jetzt – oder es geht nicht mehr… Wir haben uns gemeinsam gegen Kinder entschieden, aber nach der Aussage war ich doch irgendwie etwas traurig, das ich bald zu alt sein werde um wählen zu können. Auf der anderen Seite ist das von der Natur natürlich gut gelöst (s. Ausführung Christiane). Mein Mann und ich haben nach der Aussage der Gynäkologin noch einmal darüber nachgedacht, zeitlich, finanziell, räumlich etc. würde ein Kind perfekt passen (sollte man ein Kind so rationell wie eine berufliche Strategie planen?) aber wir sind wohl zu egoistisch, um das schöne Leben was wir uns gemeinsam aufgebaut haben und dessen Früchte wir jetzt so langsam genießen können aufzugeben…. wir wissen ja auch nicht was wir vermissen würden….
    Ich habe richtig angst vor den Wechseljahren, einige in meiner Familie haben in diese Zeit Depressionen bekommen, hatten starke Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme und regelrechte Schwitzattacken. Aber wir können es uns mal wieder nicht aussuchen, vielleicht wird es bei mir ja besser, hoffe aber, ich habe noch ein paar Jahre Zeit…. – hier beineide ich mal wirklich die Männerwelt.

  • Mit nunmehr 50 bin ich schon mit dem ganzen Wechseljahrkram „durch“. Die Periode hat sich vor drei Jahren von jetzt auf gleich verabschiedet – ohne jegliches Tamtam. Plötzlich war nix mehr – und ich habe Erleichterung verspürt.

    Die lästigen Beschwerden (Hitze, Depression, Antriebslosigketit) hatte ich geballt innerhalb von ca. 9 Monaten. Dann war auch dieser Drops gelutscht. Die zugelegten Kilos habe ich mittlerweile auch wieder abgelegt (ohne Diät), und ich fühle mich fitter als vorher. Glücklicherweise habe ich immer noch ganz gute Haut (bin ja auch eifrige Leserin dieses Blogs :-))

    Toll ist, dass die Verhütungsfrage keine mehr ist. Und keiner mehr mit mir Familie gründen will.

    Einen Kinderwunsch hatte ich merkwürdigerweise nie, daher konnte ich das Thema auch leicht aus dem Leben verabschieden. Aber nicht, weil ich Kinder nicht mag, ich habe tolle Neffen, die mir wichtig sind. Vielleicht weil ich Kindsein selber als sehr anstrengend empfand. Nicht traumatisch oder traurig, einfach nur anstrengend.

  • Ich sehe das alles auch entspannt für mich persönlich, aber wie Irit habe ich Kinder und damit stellt sich auch für mich die Frage nicht mehr, ob ich mit fast 50 noch Mutter werden will. Wechseljahre, nun ja, wir werden sehen, bislang merke ich davon nichts, aber ich hätte auch nichts dagegen.

  • Nach dem Lesen der Beiträge in der letzten Brigitte hatte ich den unangenehmen Eindruck, dass Kinder von einigen Eltern als Objekte der Selbstverwirklichung geplant werden. Motto: Beruf, Haus, Geld, Kind. Dafür eignen sie sich aber – aus Erfahrung – nur sehr (!) begrenzt. Es hat zu jeder Zeit, bewusst (s. Simone de Beauvoir) oder zufällig Kinderlose gegeben einschließlich lieber Freundinnen. Als dagegen meine Nichte als Studentin mit 20 ein Kind bekam, wurde ihr fast schon der Vorwurf gemacht: Wie jetzt schon? (Sprich ohne Geld und Reihenhaus?) Ältere Mütter können sich das Aufzählen ihrer Vorteile gegenüber jüngeren in dem ätschebätsch-Ton sparen. Wenn man jung ist, ist man heute sowieso in der Minderheit. Da braucht man so eine Klugscheißerei ja gerade! Und das sage ich mit 43 und Kindern, davon einem Nachzügler im Kindergarten 😉 Kinder sind kein Verdienst und kein Privileg von Müttern, sondern Persönlichkeiten, die wir ein paar Jahre beschützen und begleiten dürfen. Gern auch mit vielen Einflüssen anderer Kulturen und Lebensformen, damit sie später mal – auch was das Kinderkriegen angeht – entspannter werden.

  • Exilberlinerin

    Tja, ich bin schon mit Anfang 40 in die Wechseljahre gekommen und war zunächst total schockiert, weil es das Letzte war, mit dem ich gerechnet hatte. Meine Oma und Mutter sind beide 10 Jahre später erst in die Wechseljahre gekommen. Ich habe sehr gehadert und mich vom Universum um 10 Jahre betrogen gefühlt und war wirklich total von der Rolle. Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Antriebslosigkeit… war auch alles mit dabei. Ich nehme nach wie vor ein ganz kleines bisschen Progesteron, und damit habe ich keine Beschwerden mehr und fühle mich vollkommen normal, wie vor den Wechseljahren. Ich hätte halt gerne noch mehr Kinder gehabt, aber nun mit fast 48 auch nicht mehr. Vielleicht werde ich ja schön früh Oma, hätte nichts dagegen.

  • Honeypearl beschreibt es für mich sehr schön. Auch ich und wir haben uns dazu entschieden, keine Kinder zu bekommen. OK, mein Mann hat aus erster Ehe 2 Kinder, die mittlerweile erwachsen sind. Mir kam das irgendwie entgegen. Ich hatte nie bewußt den Wunsch, eigene Kinder zu haben, obwohl ich nichts gegen Kinder habe. Ich habe mich, warum weiß ich nicht, nie mit eigenen Kindern gesehen. Heute, mit 50 ( fühle mich wie höchstens 35, max. 37 ;-)) denke ich manchmal, dass es irgendwann vielleicht einmal sehr ruhig werden wird. Aber auch mit Kindern gäbe es diesbezüglich, also für mehr Leben, keine Garantie. Und dafür sind Kinder ja auch nicht da. Sie gehen ihren eigenen Weg, und das ist auch gut so.
    Wechseljahre kenne ich ( noch) nicht. Wenn ich mal schlecht schlafe oder deprimiert ( kommt nicht vor, und hält dann auch nicht lange an. Bestes Antidepr.: Karneval feiern)bin, dann fallen mir dazu meist sehr konkrete Gründe ein. Und auch sonst ist alles wie immer, ausser das das Essen leider etwas schneller ansetzt als gewünscht.

    Eine Kollegin hat mit 43 ihr erstes und einziges Kind bekommen. Konkrete Kenntnis von den Umständen habe ich nicht, sie hat nie darüber gesprochen. Die Schwangerschaft war jedenfalls für den Rest der Bürobesetzung …… Gott sei Dank nur 9 Monate abzgl. 6 Wochen vorher. Es war schwierig, einschliesslich der Geburt. Der kl. Sohn musste in den Brutkasten….. Heute , 7 jahre alt, ist er fit und munter. Sie sagt , er hält sie jung. Bei Kindergeb. sind die anderen Mütter durchschnittlich 10 Jahre jünger. Sie sagt selbst, sie bemuttere ihn zu sehr, mache sich schon ständig Sorgen, usw.usw. Und die Großeltern sind auch schon enstprechend älter…Sie hat ihren Beruf so gut wie aufgegeben, macht nur ganz wenig nebenher, weil sie niemanden hat ( Großeltern), die auf ihn aufpassen würden. Sie sagt selbst, sie sei zu ängstlich, loszulassen, ihn an feste Zeiten zu gewöhnen, an denen er fremdbetreut werden würde ( Schule etc.)Wenn es 15 oder 16 ist, braucht sie beruflich nach meienr Einschätzung nicht mehr neu anzufangen. Dann ist sie vor allem thematisch raus. Als Selbstständige ( Freiberuflerin) hat sie dann keine oder nur wenig Rente. Hoffentlich steht er als kaum erwachsen geworden nicht ganz schnell ganz alleine da… Zumal er auch keine Geschwister hat, und sein Vater nochmals 7 Jahre älter ist als die Mutter.

  • Bei mir ist das Thema „doch noch ein Kind oder nie eins“ auch gerade aktuell. Seit ich denken kann, habe ich mir immer 3, 4 oder 5 Kinder gewünscht (hatte in frühen Jahren auch eine sehr romantische Vorstellung, wie das dann sein würde 😉 ), aber es gab nie den passenden Mann dazu.
    Nach dem Scheitern der vorletzten Beziehung habe ich meinen Wunsch (der mittlerweile keine 5 Kinder mehr vorsah) langsam los gelassen und mich an den Gedanken gewöhnt, dass mein Leben auch ohne eigene Kinder erfüllt sein kann.
    Jetzt, mit 39 1/2 Jahren wäre zwar der passende Mann an meiner Seite, aber es geht mir ähnlich wie Christiane, weiter oben.
    Die Frage „möchte ich mein Leben, wie ich es seit Jahren führe, umkrempeln?“ beantworte ich nicht mehr aus vollem Herzen mit „na klar!“. Die Sorge einem Kind gerecht zu werden, die Vorstellung mit 60 auf der Abiturfeier zu sitzen, die Vorstellung mit Mitte 50 meilenweit von der Gedankenwelt meines, dann pubertierenden, Kindes weg zu sein, das alles schreckt mich. Mal abgesehen von einer Gyn, die die Stirn runzelt, wenn sie meinen Zyklus betrachtet und einem Doc, der geradezu erleichtert reagierte, meine Schilddrüsenwerte nicht an einen bestimmten Punkt prügeln zu müssen, damit ich überhaupt empfangen könnte.

    Manchmal kommt es anders, als man es sich mal ausgemalt hat. Ich für meinen Fall bin allerdings sehr dankbar, das Gefühl zu haben eine Entscheidung treffen zu können. Wir furchtbar muss es für Frauen sein, die sich unbedingt Kinder wünschen, aber durch Umstände (kein passender Partner, Krankheit, wasauchimmer) ihren Wunsch nicht umsetzen können.

    So bin ich mit Leidenschaft (Paten-)Tante und Freundin von Kindern in meiner Umgebung und genieße die Zeit, die ich mit ihnen verbringe. Und, steinigt mich, ich genieße es dann auch sie ihren Eltern wieder zurückgeben zu können. 🙂

  • so viele schöne Kommentare 🙂 ich muss noch ein wenig darüber nachdenken, gleich zum Steptanzen gehen, kochen und dann etwas dazu schreiben

    @Beautyjungle: ich finde es nicht schlecht, dass die Wechseljahre thematisiert werden. Vielleicht habe ich auch selektive Wahrnehmung bzgl. der Häufigkeit… spätestens, wenn wir damit zu tun haben, schreiben wir garantiert darüber bis zum Abwinken

  • Ich bin auch eine „späte“ Mutter. Wollte eigentlich immer Kinder. Habe meinen Mann aber erst mit 40 kennengelernt. Er wollte keine Kinder mehr, er hat schon einen erwachsenen Sohn. Also habe ich mich von meinem Kinderwunsch verabschiedet.Lt Gyn wäre es sehr schwierig für mich aufgrund einer Endometriose und dem Alter ( damals 44) noch schwanger zu werden. Wir haben aber zur Sicherheit noch verhütet. Trotz dem bin ich mit 46 dann schwanger geworden, erst dachte ich, es seien die Wechseljahre.
    Ich habe mich physisch und psychisch niemals so wohlgefühlt wie während der Schwangerschaft und wir sind so glücklich mit unserem „Wunderkind“ !
    Und ich kann, denke ich, alles viel gelassener sehen, als mit 30 Jahren.

  • @Barabara: habe das gerade gelesen und musste erstmal lachen. Im Bekanntenkreis meiner Mutter (Jg. 37) gab es auch einige „frühe Wechseljahre“.

    Ich finde es toll, dass dein Kinderwunsch sich noch erfüllt hat.

  • Hi,
    ich bin 45 und fühle mich attraktiv und fit. Meine Mädels sind 20 und 18 und meine Wechseljahre sind ( lt. meiner Ärtztin) noch weit entfernt. Leider? Auf die Periode kann ich verzichten, wenn alles andere so bleibt.
    Der Körper verändert sich langsam, die von euch schon besprochenen Haare wachsen und alles wird etwas weicher und vielleicht auch schlaffer. Aber – die nächsten 10 Jahre gebe ich noch Vollgas… und dann, mal abwarten was kommt.
    LG Sabine

  • so viele Kommentare und Meinungen – sehr interessant zu lesen!

    Ich glaube, auf die Periode könnten wir alle gut verzichten…

  • Na dann will ich jetzt mal eine Meinung aus der anderen Ecke dazugeben. Ich bin 42 und habe keine Kinder. Ich habe das Thema immer entspannt gesehen und das wird auch so bleiben. Kinder wären Willkommen gewesen, aber nicht ein zu erfüllender Lebenszweck. So wie es jetzt ist, ist es auch gut. Mutter Natur hat es für meinen Mann und mich anders gewollt. Ihr ins Handwerk pfuschen war für uns beide tabu. Wenn ich jetzt noch schwanger würde wäre es zweifellos eine Umstellung extremer Art, aber auch das würden wirscher hinbekommen. Wir nehmen’s wie es kommt.
    Traurig finde ich, dass sowas so heiß gekocht wird in den Zeitschriften. Kennen sich Frauen denn ab 40 so wenig gut, dass sie über dieses „späte Mutter“-Ding so sehr nachgrübeln müssen? Die Medien tragen da ja eher zur Verunsicherung bei.

  • ich denke, es ist schon ein Thema für viele Frauen – eben weil es „die letzte Chance“ ist. Das unwiderrufliche Ende eines Lebensabschnitts. Und in Zeiten, in denen vieles machbar ist und viel mehr erlaubt für alle Altersklassen als früher – lässt sich das nicht ändern. Aufprall auf dem Boden der Tatsachen.

  • Ich habe meine beiden Kinder bekommen, da war ich 38 und 41 – für mich jeweils genau der richtige Zeitpunkt, davor wäre ich einfach noch nicht bereit gewesen, mich und meine Bedürfnisse so weit zurückzunehmen, wie es nun mal notwendig ist, wenn man Kinder in sein Leben lässt. Mein Mann ist über 10 Jahre jünger als ich und er hätte sehr gern noch ein drittes Kind gehabt. Wir haben viel darüber gesprochen, ich hab hin und her überlegt, aber so richtig „Au ja!“ konnte mein Herz nicht sagen, drum habe ich mich gegen weiteren Nachwuchs entschieden. Ich genieße es, dass meine Kinder nun keine Babys mehr sind, ich keine Windeln mehr wechseln, Fläschen machen und den ollen Kinderwagen schieben muss. Die Babyzeit war toll, aber irgendwie ist sie für mich jetzt auch over. Wer weiß, ob es überhaupt noch geklappt hätte, schließlich bin Mitte 40, wobei die Wechseljahre noch in weiter Ferne scheinen.
    Für meinen Mann ist es letztlich zum Glück auch okay so – zu viert sind wir sehr glücklich.

  • Mein Eindruck ist eher ein anderer, nämlich dass das Thema Wechseljahre nicht offen behandelt wird. Es wird schnell auf Hormone und „forever young“ verwiesen und weiter gehts. Dabei ist in diesem Bereich noch viel zu wenig erforscht worden und Frauen, die echte Wechseljahrs-Probleme haben, dürfen sehen wo sie bleiben. Frauen vor! Themen offen diskutieren und Probleme ansprechen. Das würde ich mir wünschen. Und für mich hoffe ich, dass es – wie bei Amelie – mit einem Rutsch überstanden ist.

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