Kleiderfragen….

Ich persönlich bin immer eher fassungslos bei Modeblogs. Das liegt einfach daran, dass ich Mode an sich schon immer herzlich uninteressant fand. Die meisten Stylings finde ich eher gewöhnungsbedürftig bis geschmacklos. Schön finde ich auch immer den ewigen Stilbruch bei InStyle, in der letzen Ausgabe waren 5 von 8 Outfits mit Stilbruch. Ich denke dann immer, dass das die freundliche Umschreibung für „passt nicht zusammen“ ist.

Aber abgesehen davon finde ich die Kommentare hier zum Thema Mode immer sehr interessant – sie sind immer so wunderbar persönlich.

Ich glaube, ich habe schon mal darüber geschrieben, aber Wiederholung schadet ja nicht: ich bin bei Kleidung eher schnörkellos. Gerne einfarbig, gerne schlichte Schnitte und gerne schwarz. Plus HighHeels natürlich, zumindest in der Woche. Röcke nur in schmal geschnitten, ansonsten sieht es zu meinen breiten Schultern irgendwie tonnig aus. Und immer viel Ausschnitt, hochgeschlossen in Kombi mit meinen Schultern und Armen erinnert an Preisboxer. Keine Muster, keine Verzierungen, kein Chichi

. Naja, Muster ist etwas aufgeweicht, ich habe ein Kleid in schwarz mit weißen Tupfen, eins mit Paisley, eins mit Hahnentritt und ein Sommerkleid mit Blumen (da starren mich immer alle erstaunt an…). Ist auch alles nicht so richtig bunt. Bunt sind bei mir nur die Schuhe. Und der Lippenstift und der Eyeliner 🙂

Die spannende Frage ist: was will ich mit der Kleidung sagen? Letzten Endes ist es ja Ausdruck meiner Persönlichkeit. Schwer zu sagen bzw. vielschichtig. Sie spiegelt auf jeden Fall meine Laune wieder, wenn es mir nicht gut geht, verschwinde ich in Jeans und böllerigem Strickpullover. Geht es mir gut, dann verstärkt ein entsprechendes Kleid und hohe Hacken einfach die Ausstrahlung. Ich stelle auch fest, dass ich in entsprechender Kleidung selbstbewusster unterwegs bin.

Und so schnörkellos wie meine Kleidung ist auch mein eher geradliniges Gemüt – diplomatische Volten sind meine Sache nicht, auch Moderation gehört nicht zu meinen bestausgeprägten Fähigkeiten.

Wie ist es denn bei Euch? Kleidung als Spiegel des Charakters? oder etwas anderes?

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  • Schönes Thema, Irit. Ich gehe zur Arbeit grundsätzlich in Röcken oder Kleidern mit hohen Schuhen, meine Kollegen haben mich noch nie in Jeans gesehen. Das hat etwas mit meiner Rolle zu tun. Andererseits bin ich im Alltag zu Hause mittlerweile extrem lässi. Ich ziehe mich mehr dem Anlass entsprechend als der Laune nach an. Und ich liebe es bunt, eng und ausgeschnitten sowie hochhackig… Vielleicht auch deswegen, weil ich sehr lange in den Kleinkindjahren eher zurückhaltend bis praktisch gekleidet war, damals reichten mir zwei dunkle Hosen, vier Strickjacken und ein paar weiße Bodies vollkommen aus, um den Winter zu überstehen. Das kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Apropos, die Stiefelzeit naht, ich werde mal meine ganzen bunten Stiefel putzen gehen…

  • In meinem Kleiderschrank sieht es ähnlich aus, vorwiegend schwarz, grau/ antrazit, dunkelblau, viele weiße Hemdblusen ( ohne Rüschen, Spitze u.ä.) aber gerne auch aus Seide, aber auch – zum Herbst- dunkles Grün in Ri Petrol. Die Formen sind schlicht, soll heissen, gerade, gerne auch mit Rollkragen. Und ich liebe Tücher. Vorallem einer ital. Marke.

    An meiner Kleidung kann man, wenn man möchte und mich kennt, ablesen, wie die Stimung ist. Hohe Schuhe verschaffen einen aufrechteren Gang, in jeder Beziehung, finde ich. Und auch das spiegelt sich.

    Insgesamt ist es wohl so, dass mein Kleidungsstil meine Persönlichkeit spiegelt. Ich fühle mich in diesem Stil wohl, und das ist mir wichtig.

  • oohhh – ich hatte es schon vermutet, aber jetzt ist es amtlich: es gibt leben da draußen, daß genauso tickt wie ich!
    lieber klassisch und eigener stil (darf auch ruhig etwas versnobt/konservativ aussehen – mir wird das immer als arroganz ausgelegt;-) – aber darüber hinaus blättre ich auch relativ hilflos/irritiert die modeseiten durch und stelle regelmäßig fest, daß mir scheinbar das „aktuelle mode-gen“ fehlt. hat aber den eindeutigen vorteil, daß ich nicht dauernd shoppen muß um den vermeintlich hippen teilen, die nur kurzzeitig tragbar sind, hinterherzurennen. und wenn ich jetzt die ganzen muttis mit röckchen über den jeans und alle in leggins sehe……ohne mich. farbe (gern auch knallrot) und muster (gern wie von dir beschrieben) dürfen allerdings doch sein. bin allerdings auch sternzeichen löwe, da fällt man gern auch mal auf;-). und ich dachte schon, ich wäre (fast) die einzige, die mehr kostüme als jeans im schrank hat…
    kleidung spiegelt ganz eindeutig den charakter wieder. meine kinder gehen auf ein britisches college und wir kamen nicht umher festzustellen, daß die deutsche art wesentlich direkter und unverblümter ist als die englische. allerdings toppen mein mann und ich die deutsche gradlinigkeit noch – insgeheim nennen wir uns gern die „german bulldozers“.
    und diplomatie gehört eindeutig ebenfalls nicht zu meinen tugenden.
    übrigens fasziniert mich immer wieder, wie schwerreiche russinnen es hinkriegen, labelbehangen von oben bis unten dabei (oder gerade deshalb) nur billig auszusehen. scheinbar muß man sowohl nach character als auch nach kultureller herkunft die sache betrachten.
    allerdings ist nun unbedingt „kleiderfragen II“ erforderlich: was ist mit accessoires und vor allem SCHMUCK?
    ich würde wetten, du stehst auf perlen, gelbgold und brillis?!?

  • Schönes Thema, zu dem ich meinen Senf gern zugeben möchte. Ich bin zugegeben verrückt nach Mode, kaufe leidenschaftlich gern die Vogue in allen verfügbaren Landesausgaben. Mich interessieren aber eher die Looks, als dass ich mich sklavisch an bestimmten Outfits orientiere. Zu mir gehören seit geraumer Zeit besonders gern knielange, langärmelige (am liebsten Keulenärmel) Kleider mit Paisleymustern oder in schwarz. Die kaufe ich, wenn ich ich irgendwo ein besonders schönes Exemplar sehe, sofort. Super zu Stiefeln oder meinen geliebten Wedges. Ich liebe auch lange Ketten dazu – überhaupt einen gepflegten Hippie-Look. Trage meine Harre auch überschulterlang mit Außenwelle oder straff zusammengebunden als Knoten. Ich liebe den Strick von Stefanel – kuschelig und cool sowie Naturtöne und schwarz. Alles in meinem Kleiderschrank ist gut kombinierbar, sonst gebe ich es zur Kleiderbörse der Stadtmission. High heels gehören selten zu meinen Einkäufen, hohe Wedges eher. Muss noch mit dem Nachzügler rumrennen. Leggings oder Hosen mit Röcken drüber oder gar Strumpfhosen mit Hotpants – igitt. Das ist nicht Fashion sondern provinzieller Streetstyle für Kids. Für Konferenzen etc. trage ich Kostüme oder Anzüge, nie mit Hemdblusen, aber IMMER in schwarz.

  • @ Birgit: wer liebt keine brillis 🙂 ???
    Bei Schmuck gilt , jedenfalls für mich, weniger ist besser. Lieber Silber( oder weißgold) als Gold,brillis großartig!!, Perlen joa, keine oder kaum Steine. Ist mir zu bunt. Ausn.: auch hier ein itl. Anbieter, nur Stein, klein rechteckig , kaum Fassung zu sehen…. wunderschön …und leider teuer.
    Ketto oder Ohrringe, RINGE!!! gerne größer, Armreifen(en)/-bänder.

    Ich finde, dann wirkt ein lippenstift in rot, oder dunkel erst so richtig.

  • Ich mag´s klassich, sportlich und nicht zu verspielt. Setze lieber
    mit Schals und Tücher, ab September bei mir ein undbedingtes Muß und schöne Schmuckstücke,entweder Ring oder auch mal ne große Kette, Akzente. Die fallen dann richtig gut auf. Finde ich für´s Büro top. Ich hatte mir für den Sommer eine enge Jeans in Koralle, so als Farbtupfer, gekauft.Bin jetzt froh meine Klassiker wieder zu tragen.Weiß, Braun, Grau und Schwarz. Komme immer wieder drauf zurück. Sind aber auch toll kombinierbar.
    Auf jeden Fall, sollte man sich wohlfühlen. Geht auch mit Jogginhose auf dem Sofa nach dem Feierabend:-)

  • wenn ich mir die Kommentare so anschaue, haben wir genug Stoff für Kleiderfragen II – ???

    Accessoires sind da sicherlich ein Thema (ich freunde mich gerade mit Tüchern an) und Schmuck…. wie schön. Ich habe eine ziemlich große Sammlung von 1 Euro bis ganz teuer und liebe alles. Ich hatte auch schon mal überlegt, ein paar Sachen zu zeigen, aber ich will auch nicht in den Verdacht geraten, rumzuprotzen oder so. Das mag ich nicht, ich liebe die Teile, trage sie gerne und der Grad der Liebe ist unabhängig vom Preis.

  • zeig´ruhig her!
    durch einen einbruch vor fünf jahren wurde ich um meinen gesamten schmuck erleichter (allein bei dem gedanken, daß der dann sicherlich für´n appel und ´nen ei weiterverscherbelt wurde, wird mir heut noch schlecht) und sowas forstet sich nicht so schnell wieder auf….(vers. hat natürlich nicht gezahlt..).
    und tücher sind auch was schönes – ich habe gerade im ebay ein swarowski-tuch mit brilli-ornamenten/ketten ersteigert und warte noch darauf. das wäre dann wohl die quadratur des kreises.

  • Kleidung schnörkellos, eher schlicht. Manches trage ich Jahre, anderes könnte Jahre alt sein. Farbe kommt bei mir über Lippenstifte und Handtaschen (nie über Schuhe). Zu mir gehört Schmuck von bis und auch ich liebe alles. Und ich mag Tücher, auch von bis, habe eine reichhaltige Auswahl, die ich gerne trage und die auch Farbe bringt.

    Was drücke ich damit aus? Sicherlich keine Launen, sondern eher mein Wesen. Ich bin da sicherlich sehr authentisch, spiele keine Rolle, sondern zeige mich mit der Kleidung und dem Drumherum. Was das ist, was da gezeigt wird, das muss jeder selbst interpretieren.