Noch eine große Liebe: Maria Callas

Außer den absolut ignoranten Klassikhassern kennt sie wohl so ziemlich jeder oder hat zumindest schon mal den Namen gehört: Maria Callas. Ich habe ihre Bekanntschaft relativ spät gemacht, mit Anfang 20. Klassische Musik habe ich immer geliebt, ich spiele seit mehr als dreißig Jahren Querflöte und hatte mal ein Musikstudium erwogen (lieber doch nicht, eine eher brotlose Kunst). Die Callas ist mir so spät aufgrund meiner Musikvorlieben begegnet.

Ich hatte schon immer ein Faible für Johann Sebastian Bach, die Musik ist eine geniale Kombination aus Schönheit und Mathematik. Alles, was danach kommt – von der Wiener Klassik mit Mozart und Co. über die Romantiker – fand ich eher so lala bis „mag ich nicht hören“. Mit der Ausnahme Mozart-Opern, auch sehr genial. Aber dann ab 1880 wieder, Strauss, Wagner, Debussy, Strawinsky, Neue Wiener Klassik mit Berg, Schönberg und von Webern und auch Stockhausen oder Ligeti oder ganz modernes – wunderbar. Und so viel schöne Flötenliteratur.

In dem Zuge sind mir die italienischen Opern dann irgendwie auch durchgegangen, ob Puccini, Verdi, Rossini oder Donizetti – es kam nicht vor.

Bis ich eines Tages eine Aufnahme von Madame Butterfly mit der Callas geschenkt bekam. Seit damals mag ich Puccini und liebe die Callas. Ich habe SEHR viele CDs von ihr, diverse Biographien und sie ist die einzige Sängerin, die ich auf Anhieb erkennen kann. Die Sopranistin an sich singt ja gerne mal gefällig, insbesondere die italienische Schule. Das ist selbst bei den ganz großen Namen irgendwie so austauschbar.

Aber die Callas, die erkennt man sofort. Eine einmalige Stimme, eine wunderbare Technik, eine Primadonna Assoluta mit drei Oktaven Stimmumfang und Rollen aus dem lyrischen, dramatischen und Koloraturfach.

Und sie singt nicht schön, nein, da ist das Drama – bei Lucia di Lammermoor braucht sie keinen Dolch, man sieht ihn auch so.

Meine Hörtipps wären die folgenden:

Für Einsteiger: La Divina (Link)

Wer ein bisschen mehr hören mag:

Die frühen Aufnahmen 1949 – 1954 (Link) und 1964 – 1961 (Link)

Und natürlich gibt es bei Amazon noch ungefähr 900 andere CDs….

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