Der Hundertjährige, der aus dem Fenster kletterte und verschwand, oder

selten hat mich ein Buch mit für mich einem eher fernliegenden Thema so amüsiert wie dieses. Ein schriftliches Roadmovie, unter Beteiligung eines Hundertjährigen, eines Elefanten und eines Abstinenzlers, nichts könnte mich weniger interessieren. Roadmovies haben immer so etwas bemüht nach vorne Strebendes, Hundertjährige kenne ich nicht allzu viele, aber es fehlt mir auch nicht, und was ein Elefant in Schweden sein soll außer bemüht originell, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Dass noch ein Koffer voller Geld und eine Handvoll skrupellose Kriminelle dazu kamen, machte die Sache für mich nicht besser. Und ganz ehrlich, wenn ich nicht noch ein lustiges Geschenk für meinen Mann zum Geburtstag gebraucht hätte, wäre dieses Buch bei uns niemals eingezogen.

Aber dann kam es anders, ich wurde krank und lag zu Hause im Bett herum, was ich höchstens alle zwei Jahre mal mache, so dass ich gar nicht richtig weiß, wie das geht. Da lag das Buch neben dem Bett und so kam eins zu anderen. Was mich wundert, ist, dass ich zwischen den heißen Lektürestunden noch genug schlafen konnte, um meine Erkältung zu kurieren! Die Geschichte ist wunderbar erzählt, in sich sehr raffiniert aufgebaut, hat ungeheuer viele überraschende Wendungen und amüsiert auf jeder Seite. Ich habe oft haltlos gekichert, weil ich das nun gar nicht mehr fassen konnte, was jetzt wieder passierte, und zwar sowohl in der Vergangenheit im Leben des Hundertjährigen als auch in der Gegenwart auf der Reise desselben Hundertjährigen und seinen Kumpels und der Schönen Frau mit dem Elefanten.

Mehr wird nicht verraten: Lesen, unbedingt, keine Ausreden!!

Deine Meinung?