Das hier ist die Sammlung meiner Beiträge zum Thema Wechseljahre von Fab50s, also über acht Monate und es ist wirklich lang, über 5000 Wörter. Als ich mir das alles im Nachhinein nochmal durchgelesen habe, war ich auch wieder erstaunt, wie viel sich da angesammelt hatte. Derzeit verfolge ich das Thema nur am Rande, aber wer interessante Dinge liest, kann sie sehr gerne in den Kommentaren verlinken.
Anmerkung vorweg: ich gebe hier keine medizinischen Ratschläge, da mir die passende Ausbildung fehlt. Die unten stehenden Informationen habe ich bei Expertinnen gesammelt, im Zweifel empfehle ich sich bei den verlinkten Quellen selbst zu informieren!
Das Thema Wechseljahre ist endlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – es wurde auch Zeit. Wie so viele Themen im Bereich Frauengesundheit gab es lange nur wenig Informationen, eine weitverbreitete Haltung nach dem Motto „Da muss man halt durch“ und über die bis heute fehlende Ausbildung der GynäkologInnen zu dem Thema kann man sich nur wundern. Das ändert sich glücklicherweise gerade massiv.
Ein Überblick
Die Wechseljahre umfassen einen längeren Zeitraum, der mit der Perimenopause beginnt. Kurz gefasst neigt sich der Vorrat an Eizellen dem Ende entgegen, die über Jahrzehnte eingespielten Prozesse im Körper in Sachen Hormone geraten ein wenig (oder auch mehr) aus dem Takt und irgendwann ist es bei jeder Frau soweit: die Menopause war da. Warum war? Weil die Menopause der Begriff für die finale Regelblutung ist und man dies naturgemäß erst im Nachhinein sicher sagen kann. Und dann kommt die Postmenopause, die sich SEHR lange hinziehen kann.
Grob gesagt fällt der Östrogen- und Progesteronspiegel mehr oder minder steil ab und je nach persönlicher Veranlagung merkt man so gut wie nichts davon – oder man kann ernsthaft erkranken. Derzeit sind 34 (!) Symptome der Wechseljahre bekannt, die reichen von den bekannten Hitzewallungen und Schlafstörungen über „Watte im Kopf“ bis zu Herzrasen. Oder ständige Blasenentzündungen, Gelenkschmerzen, depressiven Verstimmungen, Schwindel, Angstzustände und so weiter und so weiter.
Es ist immer wieder erstaunlich, dass viele dieser Symptome immer noch nicht mit der hormonellen Situation in Verbindung gebracht werden und viele Frauen im „passenden“ Alter nicht adäquat behandelt werden oder in ganz üblen Fällen von der Ärzteschaft als „Simulantinnen“ oder „Weicheier“ angesehen werden. Anstatt den Frauen einfach zu helfen.
Diese unschöne Situation ändert sich gerade und um diesen Wandel weiter voranzutreiben sind gute Informationen unerlässlich. Denn eine gut informierte Frau kann man nicht einfach wieder wegschicken oder mit veralteten (bis hin zu falschen) Informationen verängstigen. Nur als mündige Patientin kann man seine eigenen Rechte einfordern.
Stichwort WHI-Studie 2002. Diese Studie sorgte für ein gewaltiges Aufsehen, denn danach sollte eine Hormonersatztherapie (kurz HRT) für ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Lungenembolien und Brustkrebs verantwortlich sein. Das wird wohl immer noch gerne zitiert, obwohl die Studienautoren selbst die Fehlinterpretation der damaligen Daten bedauern (Link) und eine HRT heute ganz anders gesehen wird. Abgesehn davon, dass die damals benutzten Präparate heute wohl nicht mehr verschrieben werden, weil es bioidentische Hormone gibt.
Es ist wie bei jedem Thema: Wissen ist auch Macht. Und das Wissen hilft nicht nur beim Arztbesuch, sondern auch an anderer Stelle. Mit den Wechseljahren lässt sich eine Menge Geld verdienen und selbstverständlich gibt es mittlerweile eine ganze Wellness Industrie rund um dieses Thema mit mehr oder weniger windigen Versprechen und Wundermitteln. Unsere Meinung dazu könnt ihr euch denken.
Ich habe eine kleine, subjektive und höchstwahrscheinlich sehr unvollständige Liste zum Thema Wechseljahre zusammengestellt. Die Liste basiert auf den Quellen, die ich für verlässlich, vertrauenswürdig und kompetent erachte. Ich habe Bücher, Webseiten, Podcasts und Instagramaccounts zusammengestellt, so kann man je nach persönlichen Vorlieben Informationen finden.
Bücher

Ich bin ein Fan von Dr. med. Katrin Schaudig, der Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V.. Sie ist immer bestens informiert, hat langjähriges Praxiswissen und ist erfreulich unaufgeregt. Sie hat nun zusammen mit der Journalistin Katrin Simonsen (die beiden haben auch einen ausgezeichneten Podcast, s. weiter unten) „Hot Stuff – Wechseljahre-Wissen to go“ geschrieben und wer sich umfassend informieren möchte, ist hier genau richtig. In der Buchbeschreibung steht:
Die renommierte Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig und die Journalistin Katrin Simonsen beantworten die wichtigsten Fragen zu den Wechseljahren klar und verständlich: Sie gehen auf die Vielzahl der Symptome ein, erklären biologische Zusammenhänge, erläutern Therapiemöglichkeiten, geben praktischen Rat und versetzen die Leserinnen in die Lage, mit ihrer Frauenärztin auf Augenhöhe reden zu können.

„Woman on Fire“ ist auch von einer Gynäkologin: Dr. med. Sheila de Liz. Sie informiert ausführlich, was während der Wechseljahre im Körper passiert, welche Krankheiten und Risiken durch den Hormonmangel entstehen können – und sie ist eine Befürworterin der Hormonersatztherapie. Das Schöne an diesem Buch ist die lockere Präsentation.

Ganz neu ist „Hot Flash, Cool Vibes“ von Anja Frankenhäuser (die manche von euch als Schminktante kennen). Wer sich erstmal in das Thema einlesen möchte, ist hier genau richtig. Alle Themen aus dem medizinischen Bereich sind gut recherchiert und mit Quellen belegt. Das Schöne ist aber die Mischung mit dem Bild auf sich selbst, auf Schönheit und wie man mit der neuen „Gemengelage“ umgehen möchte. Wie wir alle wissen, ist alt werden nichts für Feiglinge, aber mit guter Laune und einem liebevollen Blick wird es… ziemlich cool.
Webseiten
Der Klassiker: https://wexxeljahre.de/
-> Umfassende Informationen inkl. einer Arztsuche
Schwerpunkt Ernährung: https://nobodytoldme.com/
-> Plus jede Menge Wissen. Der Newsletter ist sehr empfehlenswert.
Von allem etwas: https://diealte.de/
-> wunderbar zum herumstöbern
Die Offizielle: https://www.menopause-gesellschaft.de/
-> Hier gibt es die offiziellen Informationen der Deutsche Menopause Gesellschaft.
Podcasts
Die Königsklasse bei medizinischen Fragen: „Hormongesteuert“ von Katrin Schaudig und Katrin Simonsen. Stand heute gibt es fast 60 Folgen und offensichtlich immer noch viele offene Fragen. Auf den üblichen Kanälen zu hören, mehr Infos gibt es hier.
Klassiker: „Meno an mich“ von Brigitte. Hier gibt es eine bunte Mischung von Themen, die rund um die und nach den 50 interessieren. Die Gesprächspartnerinnen sind bunt gemischt und es lohnt sich, auch in den älteren Folgen zu stöbern. Es gibt auch einige gute Folgen mit Dr. Schaudig. Leider ist die Podcastseite bei Brigitte nicht gepflegt, aber auf den üblichen Kanälen werdet ihr fündig.
Anmerkung: es gibt UNMENGEN an Accounts und wenn man einmal anfängt zu stöbern, kommt es einem noch viel mehr vor. Da hilft nur eins: selbst durchklicken und schauen, was einem gut gefällt.
https://www.instagram.com/_me_not_pause_
https://www.instagram.com/diealte.de
https://www.instagram.com/dr.med.judith_bildau
https://www.instagram.com/perihub_de
https://www.instagram.com/wexxeljahre
https://www.instagram.com/stripesbeauty
Dezember 2025
Warum reden wir eigentlich auch über die Wechseljahre? Weil es wichtig ist. Und weil noch nicht genug darüber geredet wird und es immer noch sehr viele Frauen gibt, die still vor sich hinleiden. Diesen Beitrag fand ich zu dem Thema sehr gelungen.
Beim Thema Wechseljahre habe ich manchmal das Gefühl, dass sich alles um die Hormonersatztherapie (kurz HRT) dreht, aber das stimmt so natürlich nicht. Es ist mit Sicherheit ein Segen für alle mit Schwierigkeiten, aber eben auch nicht die „Wunderwaffe“ für alle.
Es gibt ein neues hormonfreies Medikament namens Lynkuet (von Bayer) gegen die typischen Beschwerden Hitzewallungen und Schlafstörungen. In den USA ist es jetzt zugelassen worden und in der EU gibt es nun eine Zulassungsempfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur.
Wer nachlesen mag oder mehr Infos möchte: Link und Link.
Stichwort HRT, da gab es diesen Monat überraschende Neuigkeiten aus den USA. Die Arzneimittelbehörde FDA hat nämlich beschlossen, die sogenannte „Black-Box“-Warnung für HRT zu entfernen.
Was ist das überhaupt? Eine „Black-Box“-Warnung ist der stärkste Warnhinweis, den die FDA für verschreibungspflichtige Medikamente vergeben kann. Er warnte vor ernsthaften, lebensbedrohlichen Risiken wie Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Demenz im Zusammenhang mit HRT.
Nun ja, alle, die das Thema so halbwegs mitverfolgen, wissen, dass diese Warnungen auf einer Fehlinterpretation von Daten beruhte und nur zwanzig Jahre später… Mittlerweile deuten neuere Studien darauf hin, dass die Vorteile der HRT für viele Frauen, insbesondere wenn sie innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause oder vor dem 60. Lebensjahr begonnen wird, die Risiken bei weitem überwiegen können.
Besonders geschmacklos war die Bemerkung des FDA-Chefs, dass die HRT ja „Ehen retten könne“. Herzlichen Glückwunsch und zurück ins letzte Jahrtausend??
Hier gibt es klare Worte zu diesem seltsamen Vorgang.
Weiter mit der HRT: diese Übersicht in Sachen Brustkrebsrisiko ist sehr gut.
Wer generell etwas zu Risikofaktoren für Brustkrebs wissen möchte, schaut sich das hier an.
Insgesamt ist es schon erschreckend, was man so alles in und nach den Wechseljahren bekommen kann. Auf der Jahrestagung der Deutschen Menopause Gesellschaft gab es dazu auch neue Studien, hier ist ein guter Überblick.
Das hier wird jeder Frau bekannt vorkommen, die auf der Suche nach der „richtigen“ Ärztin ist.
Mag noch jemand diese Sätze zum Thema Hormonersatztherapie hören?
Gerne vergessenes Thema, das aber mit den Wechseljahren relaevanter wird: Diabetes. Hier ein paar gut zusammengefasste Infos speziell dazu.
Und zum Schluss noch das Herzensthema: vaginale Trockenheit. Hier geht es nicht nur um Schmerzen beim Sex, sondern auch um eine mögliche Ursache für ständig wiederkehrende Blasenentzündungen. In dieser etwas älteren Folge von „Meno an mich“ mit Katrin Schaudig wird wirklich alles erläutert. Unter anderem, warum man keine Angst vor Östrogencremes haben sollte.
Dasselbe Thema aus Sicht einer Dermatologin – und das ist eine, die wirklich etwas von Hautpflege versteht.
Januar 2026
Ein sehr guter und umfassender Artikel zum „Klassiker“ Hitzewallungen ist auf der Seite „Nobody told me“ zu finden (Link). Ich kann auch den Newsletter sehr empfehlen!
Eine kleine Erweiterung unserer Bücherliste:

Dr. Judith Bildau (deren Instagram Account auch sehr gut ist) hat hier ihr gesammeltes Wissen niedergeschrieben. Auf der Verlagsseite (Link) gibt es auch eine Leseprobe.

Ich bin seit ihrer Podcastfolge auf „Meno an mich“ ein erklärter Fan von Helena Orfanos-Boeckel. Tatsächlich habe ich auch diverse Blutwerte messen lassen, nehme recht viele Nahrungsergänzungsmittel entsprechend der Diagnostik und mir geht es gut damit. Das neue Buch habe ich mir zu Weihnachten gewünscht und bisher nur kurz reingelesen. Wie immer sehr informativ und ich werde noch ein wenig weiteroptimieren.
Wer sich vorab noch informieren mag: hier gibt es ein längeres Video auf Youtube dazu .
Wisst Ihr, wieviele Symptome die Wechseljahre haben können? Spoiler: es sind viele. Sehr viele. Und auch ein paar sehr unerwartete.
Hier gibt es eine kleine und sehr schnelle Übersicht. Eine Beeinträchtigung des Hörvermögens war mir neu (Link, englisch). Nicht neu sind Ängstlichkeit (Link) und Depressionen (Link).
Hier noch drei gute Links zum Thema Schlaf (alle von Dr. Bildau): Schlafqualität, Hormone und Schlaf und Schlafstörungen und HRT
Richtig übel finde ich plötzliches Herzrasen. Vor allem, wenn die herkömmliche Diagnostik nichts findet und frau allein gelassen wird mit dem Thema (oder mit Antidepressiva versorgt wird und so weiter). Hier gibt es eine schnelle Übersicht zu dem Thema. Es gibt auch eine tolle Folge im Podcast „Hormongesteuert“ dazu (Link, es ist eine Extrafolge zwischen #29 und #30).
Womit wir bei der „Sensation“ sind: tatsächlich gibt es in Bayern ein Pilotprojekt zum Thema Wechseljahreberatung. Man mag es kaum glauben, aber bisher gab es keine standardisierte ärztliche Beratung zu dem Thema, abgerechnet werden konnte auch nicht. Da wundert man sich nicht, dass die Versorgungslage immer noch unzureichend ist.
Auf Wexxeljahre gibt es einen guten Überblick dazu (Link) und die Podcastfolge bei „Meno an mich“ mit Prof. Dr. Marion Kiechle (Link) kann ich auch empfehlen.
Generell hat sich sehr viel getan in Sachen Wechseljahre, das Thema ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Hier ein guter Überblick zu 2025.
Zum Schluss habe ich noch etwas zum Thema vaginale Trockenheit – man kann ernste Themen schon sehr schön verpacken, ich habe mich köstlich amüsiert: Link
Februar 2026
Fangen wir doch gleich mal mit dem „Aufreger“ an. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen in großen deutschen Zeitungen und Zeitschriften Artikel von Frauen, die – das sind jetzt meine Worte – anderen Frauen sagen, sie sollen doch mal bitte damit aufhören, über die Wechseljahre zu reden oder um genau zu sein: den Hype zu befeuern. Jüngstes Beispiel ist die Journalistin Christina Berndt in der Süddeutschen. Ich konnte den Artikel nicht lesen (ich habe kein SZ Abo), aber habe einige Zitate über Wexxeljahre gesehen (Link zur Website und Link zu Insta).
Ja, es ist schon schlimm, dass man jetzt öffentlich über gesundheitliche Probleme spricht. Und dass dann von einigen Aktivistinnen auch noch Aufklärung für alle Frauen darüber verlangt wird – Teufelszeug und außerdem (kostenlose) Werbung für Profiteure aller Art. Schließlich bewältigen die meisten Frauen die Wechseljahre ja ohne größere Probleme. Genau, außer den vielen Frauen mit Beeinträchtigungen und den vielen Frauen mit schweren Beeinträchtigungen. Muss man halt durch. Ist ja ein natürlicher (und gesunder!) Vorgang. Ich merke schon, ich werde gerade sarkastisch. Man ersetze doch einfach mal das Wort Wechseljahre durch psychische Erkrankung (also eine hoffentlich nicht-tödliche Erkrankung).
Ich bin nicht der Meinung, dass die Wechseljahre eine Krankheit sind. Ich habe allerdings am eigenen Leib erfahren, wie sehr ein geänderter Hormonspiegel das ganze Leben beeinträchtigen kann. Offensichtlich gibt es da mal wieder das übliche Gehacke unter Frauen. Wäre ja auch zu schön, wenn man sich einfach mal solidarisch verhält.
Ich habe dazu noch einen sehr schönen Beitrag von Menotpause gefunden: man spricht über so ziemlich alles von Kindern bis zum Geld und Sex, aber Wechseljahre? Dabei betrifft das Thema alle Frauen. Hier der Link.
Dann machen wir doch gleich mal mit den Beschwerden weiter 😉
Wie bekannt ist die Spannbreite möglicher Beschwerden sehr groß.
Der sinkende Östrogenspiegel hat u.a. Auswirkungen auf das Schmerzempfinden und die Knochendichte, hinzu kommt der (auch altersbedingte) Abbau von Muskulatur. Muskel- und Gelenkschmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen und lassen sich eben nicht einfach so als Alterserscheinung oder womöglich „eingebildet“ wegwischen. Es gibt dazu eine neue Studie, unter diesem Link findet ihr eine knappe Zusammenfassung.
Die Auswirkung der Wechseljahre auf die Sehkraft wurde wohl bisher auch eher unterschätzt. Es sind nicht nur trockene Augen, es kann auch deutlich schlimmer werden. Sheila de Liz macht hier eine kurze Zusammenfassung (Link). Anmerkung (oder Vorwarnung) hierzu: sie ist eine Verfechterin der HRT.
Wir hatten schon mal das Thema Hören/Ohren in Zusammenhang mit den Wechseljahren. Gut zu wissen: das Gleichgewicht hängt sozusagen an den Ohren. Nun kann Östrogenmangel oder starke Schwankungen (je nach Lebensphase) eine schlechtere Durchblutung des Innenohres nach sich ziehen und dann sind wir auch schon beim Gleichgewicht bzw. Schwindel. Mehr dazu unter diesem Link.
Erstaunt war ich über diesen Text. Die Deutsche Herzstiftung ist nun völlig unverdächtig in Sachen Befürwortung HRT. Hier geht es um den Zusammenhang von Schutz des Herzens und Östrogen, ein sehr ausgewogener Text (Link). Passend dazu gibt es eine neue Beobachtungsstudie zum ZUsammenhang von Herzgesundheit und rechtzeitigem Beginn einer HRT (Link).
Und dann war da natürlich noch das Großthema Schlafstörungen aller Art. Vom Podcast „Hormongesteuert“ (MDR) gab es eine Umfrage, an der über 500 Frauen teilgenommen haben. Auf Platz 1 der Wechseljahresbeschwerden landete mit knapp 40% das Thema Schlafprobleme (Link). Passend dazu gibt es zu diesem Thema eine neue Podcastfolge bei Hormongesteuert mit dem Schlafmediziner Prof. Ingo Fietze von der Berliner Charité, sehr hörenswert. Ich war erstaunt, dass tatsächlich handfeste Tipps zu den diversen Varianten von „Schlafmitteln“ und auch zu Nahrungsergänzung gemacht wurden. Link zum Podcast und wer lieber liest, findet hier die schriftliche Version.
Einen guten Überblick zum Wissensstand (zumindest soweit ich es beurteilen kann) findet ihr bei Nobody told me (Link).
In Sachen HRT habe ich noch zwei interessante Beiträge gefunden, zum einen zum Thema Östrogendosis (Link) und zum anderen zum Zeitpunkt der Nutzung (Link).
Ab und an hört man auch etwas zum Thema Testosteron. Unter diesem Link findet ihr eine kleine Übersicht dazu. Es gibt auch eine gute Podcastfolge bei Hormongesteuert dazu (Link).
Ziemlich wenig hört und liest man über ältere Frauen, die in der Postmenopause sind. Und die ist hierzulande sehr lang, nämlich über drei Jahrzehnte. Möglichst lange gesund zu bleiben und auch eigenständig ist ein valider Wunsch. Blöd nur, wenn z.B. die Blasenentzündung zum Dauerzustand wird. Oder die Osteoporose zuschlägt.
Judith Bildau spricht in dieser Podcastfolge von Meno an mich (Link) das Thema an.
Und zum Schluss kommen wir noch zu der „interessanten“ Entwicklung. Ich hatte letzten Monat das neue Buch von Dr. Orfanos-Boeckl vorgestellt (Januarnews). Sie hat ein bisschen weitergedacht und begreift rechtzeitige HRT plus Einstellung der relevanten Blutwerte als Gesundheitsvorsorge. Das ist ein sehr weites Feld und wenn man sich dafür interessiert, muss man Zeit und auch Geld investieren. Ich finde den Ansatz gut und investiere in mich. Ich möchte mit 75 noch Treppen hochlaufen und nicht schleichen und möglichst alles tun, um mein Herz zu unterstützen.
Für einen ersten Eindruck empfehle ich Insta (Link) plus die passende Podcastfolge (Link) und dieses Textinterview bei Menotpause (Link).
März 2026
Da scrolle ich am Morgen mit einem Kaffee bewaffnet (apropos: es gibt Hinweise darauf, dass Kaffeekonsum das Demenzrisiko senken könnte, einfach mal googlen) ganz harmlos durch Instagram und ZACK der Blutdruck steigt. Beziehungsweise hätte ich vor Schreck fast den Kaffee ausgespuckt.
Ich stolperte nämlich über eine neue Pflege für den äußeren Intimbereich von Frauen, auch als Vulva bekannt. Eine sehr empfindliche Gegend, die mit den Wechseljahren bedingt durch den sinkenden Östrogenspiegel eher noch empfindlicher wird. Das Thema hatten wir schon öfter, die Haut wird schlicht dünner mit all den unerfreulichen Folgen. Das Ganze maßgeblich mitentwickelt von einer sehr bekannten Gynäkologin. So weit, so gut.
Der Kaffee-Ausspuck-Reflex setzte bei mir mit Blick auf die Incis ein. Da gibt es zum Beispiel Soothing Drops, die nicht nur Parfum, sondern eine ganze Latte an deklarationspflichtigen Duftstoffen enthalten. Warum sind manche Duftstoffe deklarationspflichtig? Weil sie allergieauslösend sein können. Ja, auch die aus ökologischem Anbau.
Mal abgesehen davon, dass alle mir bekannten Gynäkologinnen die Reinigung mit Wasser für mehr als ausreichend halten, setzt bei mir schon beim Gedanken daran der Juckreiz ein. Über das empfindliche Gefüge des Mikrobioms inklusive pH-Wert möchte ich da nicht nachdenken.
Aber was mich noch viel mehr ärgert: warum sollte die Vulva nach Blümchen oder ähnlichem riechen? Das sind doch die alten misogynen Muster, dass Frauen untenrum schlecht riechen. Nein, riechen sie nicht. Sie riechen nach Frau. Und wenn es doch merkwürdig riecht, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Erkrankung und man sollte schnellstens ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Hier sind noch zwei sehr schöne Erläuterungen dazu: Link und Link
Wo wir gerade bei Cremes aller Art sind: vor einiger Zeit kam das Thema Östrogencreme fürs Gesicht auf. Das kann durchaus etwas bewirken, man sollte jedoch nicht einfach loscremen. Sehr ausführliche Informationen dazu gibt es in diesem Podcast, u.a. auch, warum die Cremes bei gleichzeitiger Hormonersatztherapie nicht wirken (Link zum Podcast). Und kürzlich hat Labmuffin sehr informative Slides dazu gemacht (englisch, Link).
Wie ihr wisst, verfolge ich das Thema Wechseljahre schon etwas länger. In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass zwei Aspekte immer mehr in den Vordergrund treten: zum einen die Vielfalt der Symptome und zum anderen die präventive Wirkung der HRT.
Sehr interessant finde ich, dass wohl so einige Frauen in den Wechseljahren egoistisch werden. Nein, natürlich nicht. Sie hören einfach auf, es allen Leuten außer sich selbst recht zu machen. Das liegt durchaus an den Hormonen, das körpereigene Testosteron kommt halt ein bisschen besser zur Geltung. Ich finde das sehr in Ordnung, man lebt schließlich nur einmal und sollte es sich schön machen (Link).
Zu den mittlerweile etwas bekannteren Symptomen der Wechseljahre gehören depressive Verstimmungen. Ich halte mich hier mal kurz, weil ich als rheinische Frohnatur und ewige Optimistin wirklich nichts dazu sagen kann. Aber Info zu dem Thema schadet nicht: Link
Auch eine unschöne Sache: Inkontinenz. Das kann sehr viel mit schwindender Muskulatur im Beckenboden zu tun haben – und dagegen kann man gezielt antrainieren. Die guten alten Kegelübungen kennen wir allerspätestens seit „And just like that“, aber da geht noch viel mehr. Hier einige Infos: Link und Link.
Die unmittelbaren Auswirkungen einer HRT sind bekannt. Aber die Bekämpfung der akuten Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und so weiter sind nur ein Teil der Wirkung. Es gibt nämlich bekannte Spätfolgen des Östrogenmangels in Sachen Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose und so weiter (Link). In Sachen Demenzprävention gibt es nach meinem Kenntnisstand derzeit keine klaren Daten (Link und Link zum Podcast).
Oft wird auch über die Länge der HRT diskutiert, aktuell werden ja fünf Jahre empfohlen. Außerdem sollte man zeitig beginnen, im sogenannten „goldenen Fenster“. Hier findet ihr erste Informationen dazu (Link und Link).
Wer ganz generell noch ein bisschen mehr über Östrogen wissen möchte, aber kein Buch lesen will, dem empfehle ich für den Einstieg diesen Link.
April 2026
Als erstes mal wieder ein Aufreger. Clickbait ist zur Normalität geworden. Wir versuchen uns davon fern zu halten, schließlich halten wir unsere Leserinnen nicht für blöd. Ein wirklich abschreckendes Beispiel im Deutschen Ärzteblatt wird hier mal etwas näher beleuchtet.
Kommen wir zu den eher unbekannten Symptomen der Wechseljahre, die erstaunlich vielfältig sein können.
Neben den Hitzewallungen sind die Schlafstörungen mittlerweile am bekanntesten. Sehr häufig sind aber auch Muskel- und Gelenkschmerzen. Bei letzteren ist besonders gemein, dass man natürlich in einem Alter ist, in dem Abnutzungserscheinungen nicht ungewöhnlich sind. Misstrauisch sollte man werden, wenn die Probleme „wandern“. Link
Wir hatten es gerade im Forum, Augenprobleme mit tränenden oder trockenen Augen sind leider auch kein Mythos, sondern können durch die Hormonmangellage begründet sein. Hier findet ihr erste Informationen einer Augenärztin dazu, die sich um das Thema „trockene Augen“ kümmert.
Dass sich ein Östrogenmangel auf Schleimhäute auswirkt ist nicht neu. Das dies dann aber auch die Stimme beeinträchtigen kann war mir ganz neu. In dem Instabeitrag waren die Kommentare aber noch interessanter: da ging es nämlich im Zusammenhang mit den trockenen Schleimhäuten auch um ständig laufende bzw. nachts verstopfte Nasen, Halsschmerzen und trockenen Reizhusten. Das kann ein Symptom von Östrogenmangel sein!
Last but not least und gerade aktuell: die abfallenden Hormonspiegel können dazu beitragen, dass sich Allergien verstärken. Das kann der Heuschnupfen sein, es können aber auch Lebensmittelunverträglichkeiten sein. Link
Unschönes Thema sind ja immer Blutwerte aller Art. Dummerweise kann man an denen haargenau sehen, was man schon hat und noch blöder bekommen könnte. Ich habe das lange ignoriert (nichts „klinisches“), aber seit ich zum ersten Mal über Frau Orfanos-Boeckel gestolpert bin nicht mehr.
Ja, sie ist zunächst dafür bekannt geworden, dass sie Nahrungsergänzungsmittel fast schon therapeutisch einsetzt und damit ein späteres Krankheitsbild herauszögern oder verhindern will. Das größte Thema sind aber ihre Krankmachwerte und dazu gehört unter anderem auch Cholesterin und Knochenwerte.
Für Frauen über 50 ist Osteoporose leider kein Irgendwann-Thema und ich kann euch den neuen Podcast bei „Meno an mich“ nur empfehlen (Link zum Podcast). Was mir völlig neu war: die Auswirkung des Knochenabbaus – was für sich genommen schon schlimm genug ist – auf das kardiovaskuläre System (Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Das Kalzium aus dem Knochen wird resorbiert und lagert sich in den Arterienwänden ab. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse und Herzschwäche. Man lernt doch nie aus. Wer nicht den ganzen Podcast hören kann oder möchte, kann auch mal hier schauen.
In der Folge wird auch das Thema Cholesterin und hier natürlich insbesondere LDL-Werte (das sind die fiesen, die Verkalkungen in den Adern entstehen lassen) sowie Lipoprotein (a) – genetische Veranlagung – angesprochen. Im Zusammenhang mit den Wechseljahren ist dieses Interview mit Dr. Laura Jahn ein sehr guter Einstieg.
Wie bekannt bin ich ein Fangirl in Sachen Krafttraining und kann das nicht oft genug empfehlen. Und wie auch bekannt, sind die positiven Auswirkungen von Krafttraining bestens dokumentiert und studiert und zigfach belegt. Das ist für Frauen in den Wechseljahren und danach einfach wichtig. Hier und hier wird nochmal kurz, aber doch umfassend erklärt, warum eigentlich.
Was ich auch gut finde: hier wird auch die Regeneration angesprochen. Ein Tag Pause zwischen den Trainingstagen ist wirklich hilfreich!
Wie wir alle wissen, gibt es in Deutschland die Meinungsfreiheit und seine Meinung kann jeder (im Rahmen der Gesetze) verbreiten. Das hier ist allerdings ein besonders abschreckendes Beispiel, glücklicherweise wird es gleich ins rechte Licht gerückt. Wie eine Gynäkologin die Beschwerden und Leiden anderer Frauen so abfällig beurteilen kann – mir fehlen da die Worte.
Und ganz zum Schluss noch ein ganz wunderbares Statement von Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutsche Menopause Gesellschaft e.V.. Denn es ist nicht normal, Frauen mit ihren Symptomen allein zu lassen und als naturgegeben zu bezeichnen. Es ist frauenfeindlich.
Mai 2026
Letzten Monat ging es schon um die Aussagen von Dr. Maria Beckermann (fand ich unsäglich), hier ist ein sehr ausführlicher Beitrag auf Wexxeljahre dazu. Dort wird auch ausführlich auf die S3-Leitlinie zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren (Peri- und Postmenopause) eingegangen. Da kursieren immer noch jede Menge Gerüchte und Halbwissen.
Sehr richtig finde ich ein Statement von Katrin Simonsen, die zusammen mit Dr. Katrin Schaudig den Podcast „Hormongesteuert“ macht. Sie weist zu Recht darauf hin, dass Wechseljahre keine Krankheit sind. Aber die Symptome, mit denen viele Frauen zu kämpfen haben, fühlen sich wie eine Krankheit an und sind es teilweise auch (Link). Ich habe das deutliche Gefühl, dass bei anderen altersbedingten Krankheiten (die dann natürlich auch Männer betreffen…) die Ärzteschaft erstens besser informiert und zweitens weniger kritisch ist.
Wo wir schon bei der Behandlung der Beschwerden sind, neben den Schläfstörungen stehen Hitzewallungen ganz oben auf dieser Liste. Wer aus Gründen keine HRT in Betracht zieht, sollte sich evtl. über Lynkuet bzw. Elinzanetant informieren. Das ist ein nicht hormoneller Wirkstoff gegen vasomotorische Beschwerden wie Hitzewallungen. Besonders interessant ist das für Brustkrebspatientinnen (Link).
Und noch ein paar gesammelte Informationen rund um die HRT. Wer das „goldene Fenster“ (im allgemeinen zehn Jahre nach der letzten Blutung) verpasst hat und sich nun doch zu einer HRT entschließt, findet hier einen guten Anfang über Möglichkeiten und Risiken.
Zu den Risiken gehören Herzinfarkt und Thrombosen. Mein laienhaftes Verständnis dazu: Östrogen hat eine Schutzwirkung auf Gefäße und hält sie elastisch. Mit dem Östrogenmangel setzt sich nun so allerlei ab (durch mehr LDL, evtl. auch Knochenabbauprodukte…) und wenn die Gefäße dann wieder „elastischer“ werden, kann sich das halt lösen. Ich weiß, das ist sehr schematisch erklärt, aber so mein Verständnis der Sachlage.
Apropos Schutzwirkung: letzten Monat hatte ich einen Podcast zum Zusammenhang Osteoporose und negative Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System (sowie den Einfluss von Östrogen auf Osteoporose) empfohlen. Kurz danach erschien eine Studie, die den Zusammenhang genau andersherum beleuchtet: wer Probleme mit der Herzgesundheit hat, hat auch ein deutlich höheres Risiko für Knochenbrüche. Ein Link mit Informationen hierzu und gleich noch ein Link, welcher Wert in Sachen Osteoporose wichtig ist.
Und noch ein letzter Tipp für alle, die HRT benutzen: bei anhaltenden Schlafproblemen sollte man über die genaue Verwendung und auch die Darreichungsform nachdenken. Wie sagt Judith Bildau so schön:
Progesteron bringt dich ins Bett. Estradiol hält dich dort!
Genauere Informationen z.B. zur Splittherapie oder auch zu verschiedenen Darreichungsformen findet ihr unter diesem Link. Persönliche Anmerkung: ich nehme auch morgens und abends und das hat die Schlafqualität tatsächlich noch weiter verbessert!
Und ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte: seltsame Phänomene in den Wechseljahren. Diesmal geht es rund um Mund und Zähne. Die Wechseljahre und der einhergehende Östrogenmangel können da so einiges verusachen: Mundtrockenheit, Störungen beim Schmecken bis hin zum „brennenden Mund“. Ich finde diese Folge von „Meno an mich“ sehr interessant (Link zum Podcast bei Spotify).
Und dann noch einiges in Sachen Körpergewicht. Kennt ihr braunes Fett? Haben wir alle und wie es ausschaut unterschiedlich viel. Denn die Menge von braunem Fett hat erhebliche Auswirkungen auf unser Körpergewicht. Hier ist eine Kurzzusammenfassung (Link) und ausführlich und sehr gut erklärt beim Podcast „Hormongesteuert“ (Link zum Podcast bei Spotify). Das Thema hatte ich überhaupt noch nicht auf dem Schirm und ich überlege, ob ich meine Abneigung gegen kalte Duschen überwinde…
Noch mehr in Sachen Gewicht: es gab nämlich eine Studie der Mayo Clinic mit postmenopausalen Frauen, die neben dem Abnehmmedikament Tirzepatid auch eine Hormontherapie nutzten. Es war nur eine sehr kleine Studie mit 120 Frauen und auch nicht randomisiert. Kurz gesagt gab es zwei Gruppen: alle nahmen die Abnehmspritze Mounjaro, eine Gruppe auch noch HRT. Bei beiden Gruppen verbesserten sich die Werte bei Blutzucker, Blutdruck und Leberwerten. Bei der „HRT-Gruppe“ gab es außerdem Verbesserungen bei den Blutfetten. Der erstaunlichste Unterschied: ohne HRT nahmen die Teilnehmerinnen 14% ihres Körpergewichts ab, mit HRT 19 %. Das ist ein sattes Drittel mehr.
Endgültig bewertet ist der Zusammenhang noch nicht, dafür war die Studie zu klein. Aber ich habe eine Ahnung, warum Wegovy bei mir so gut angeschlagen hat (knapp 26% weniger Körpergewicht in 13 Monaten) und bei anderen Frauen nicht ganz so gut. Wobei meine Neigung zu Krafttraining und Intervallfasten natürlich auch eine Rolle spielt.
Letztes Thema für heute: die leidigen Blutwerte. Es gibt erstaunlich viele und ich bin immer recht erschlagen, wenn ich die zwei Din A4-Seiten Auswertung von meiner Internistin bekomme. Wichtig sind mir die Werte, die seit neuestem mit Longevity in Verbindung gebracht werden. Ich hatte das immer unter „möglichst gesund alt werden“ verbucht. Auf jeden Fall findet ihr hier die wichtigsten Werte.
Wie ich in Kommentaren auf Instagram gelesen habe, ist es nicht so einfach, diese Blutwerte auch zu bekommen. Frauen mit ihren Beschwerden werden auch gerne mal abgewimmelt oder nicht ernst genommen und Laborwerte werden auch nur ungern erhoben, dabei sind die oft sehr aufschlussreich. Hier ein paar konkrete Tipps, was man machen kann.
Juni 2026
In der Pharmazeutischen Zeitung gab es ein gutes und sehr unaufgeregtes Interview mit Prof. Dr. Petra Stute zum Thema Hormonersatztherapie. Sie bespricht dort sehr viele Aspekte einschließlich Risiken, Benefits und auch ein Ende der Therapie sowie mögliche Alternativen zum Beispiel für Brustkrebspatientinnen. Ich fand es sehr informativ und ausgewogen. Link
Apropos Brustkrebs: mit steigendem Alter wird das Risiko zu erkranken immer höher, tatsächlich erkranken ca. 80% nach dem 50. Lebensjahr. Insgesamt ist das Risiko für Frauen sehr hoch, es betrifft in Deutschland etwa jede achte Frau. Eigentlich ist das eine paradoxe Situation, denn mit der Menopause bildet sich das Brustdrüsengewebe zurück und wird durch Fettgewebe ersetzt, das Risiko müsste also eigentlich sinken.
In einer neuen Studie (Link) gibt es drei mögliche Erklärungen hierfür: im Alter sammeln sich Mutationen in den Zellen an und es gehen Immunzellen verloren. Die verbliebenen Zellen in den Brustdrüsen haben mehr Andockstellen für Östrogen und im Fettgewebe gebildetes Östrogen können diese stimulieren. Dies ist ein Erklärungsansatz, warum übergewichtige Frauen ein höheres Brustkrebsrisiko haben.
Ich kann mich daher nur wiederholen: eine regelmäßige (mindestens jährliche) Untersuchung bei der Gynäkologin ist wichtig und die Brustkrebsvorsorge (Mammographie) auch.
Zum Theme LDL-Cholesterin habe ich auch schon geschrieben. Der Wert ist in erster Linie genetisch bedingt und lässt sich über Lebensumstände nur bedingt senken. Wenn ab der Menopause der schützende Effekt des Östrogens wegfällt, steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Offensichtlich wird das aber rundherum nicht so richtig ernst genommen, denn es gibt wohl erheblich Versorgungslücken, insbesondere bei Frauen (Link).
Ich kann nur jeder Frau raten, den LDL-Spiegel messen zu lassen und ggf. entsprechende Maßnahmen mit der Ärztin zu besprechen. Das gilt insbesondere, wenn auch der Lipoprotein(a)-Spiegel erhöht ist. Das ist noch „gemeiner“, dieser ist ausschließlich genetisch festgelegt und es gibt derzeit kein Medikament zur Senkung, aktuell laufen jedoch mehrere klinischen Studien für neue Präparate.
Aus mir unbekannten Gründen haben viele Angst vor Statinen zur Senkung des LDL-Cholesterins, da kursieren die seltsamsten Schauermärchen. Ich kann hier natürlich nur anekdotische Evidenz beitragen: ich habe keine Nebenwirkungen und bei vier Freundinnen gibt es auch keine. Wichtig (Tipp von meiner Internistin und auch von Frau Orfanos-Boeckel): zusätzlich Q10 nehmen und zwar in ausreichender Menge. Das ist bei mir teurer als das Statin…
Womit wir auch schon beim angekündigten Diskussionsthema sind, das hatten wir auch schon in den letzten Monaten.
Die Frage der Fragen: gibt es zu viel Informationen und Aufmerksamkeit für das Thema Wechseljahre? Plus eine unschöne Diskussion über Symptome.
Eine neue Folge vom sehr geschätzten „Hormongesteuert“-Podcast (Link) beleuchtet sehr ausgiebig die Studie von Frau Weidner, die als Symptome der Wechseljahre nur Hitzewallung und Scheidentrockenheit sieht. Alles andere haben andere Leute einschließlich Männern auch und das hat nichts mit der Hormonumstellung zu tun.
Ich denke, das ist eine extreme Betrachtung. Denn natürlich können neu auftretende Beschwerden auch ganz andere Ursachen als die Wechseljahre haben und das sollte genau angeschaut werden. Aber es kann eben auch der Hormonmangel sein. Wir wissen auch alle, dass nicht jede Frau Probleme hat. Aber es gibt viele Frauen mit großen Problemen (ich erinnere mich mit Schrecken an meine Schlafstörungen) und die brauchen Informationen und Wissen. Durch Schweigen wird nichts besser und manchmal fühle ich mich an die Hysterie-Geschichten aus dem vor-vorigen Jahrhundert erinnert. Oder einfach nur als Frau nicht ernst genommen??
Es gab in der FAZ einen Artikel dazu, in dem sich die Autorin über den „Hype“ um die Wechseljahre ausließ. Ich habe es nicht gelesen, weil ich schon die Überschrift daneben fand. Interessant ist dann aber ein weiterer Artikel (Link zu FAZ, evtl. nicht mehr lesbar da Geschenklink), bei dem vier Leserinnen schildern, wie es ihnen ergangen ist. Man kann es kurz zusammenfassen: nicht gut. So viel zum Hype.
Und ganz zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln, ein Hormonorakel ist doch mal was anders, oder? Link zu Instagram

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