Nach Jahren und Jahrzehnten der andauernden Produkttests sind wir schlauer geworden, meine Haut und ich. Vielleicht ist auch ein bisschen Altersweisheit und eine gewisse Akzeptanz dabei. Meine Haut ist und bleibt empfindlich, sie hat eben Rötungen und Falten und meine Haare werden immer grauer – ja, was soll es? Das Leben ist kurz und mittlerweile überlege ich mir schon, worauf ich Zeit aufwende – und worauf nicht. Dito geht es mir mit dem Geld. Ich gebe gerne Geld für Dinge aus, die mir Freude bereiten oder die ich sinnvoll finde. Alle anderen Ausgaben versuche ich mehr oder weniger erfolgreich zu minimieren.
In Sachen Hautpflege war es ein sehr langer Prozess, der Ende der 90er mit meinem ersten Paula Begoun Buch los ging. Es war immer ein Auf und Ab und ich war nur selten zufrieden mit dem Zustand meiner Haut. Da waren immer wieder Pickelchen, rote Hübbelchen, Rötungen bis Rosazea-Anfälle und manchmal auch mein sebborhoisches Ekzem (das hat sich glücklicherweise erledigt, ich hoffe, das bleibt so). Vermutlich haben die mittlerweile mehr als zwanzig Jahre Bloggen verbunden mit früher unglaublich vielen Samples die Sache nicht besser gemacht. Ich war mir ganz sicher, dass irgendwo dort draußen MEINE Produkte auf mich warten. Und habe dem K-Beauty Hype gefröhnt inklusive komplizierter Pflegeroutinen, dann längere Versuche mit Drogeriemarktprodukten und so weiter und so weiter.
Aber es war einfach nie gut. Und manchmal richtig schlecht.
Der Umschwung fing dann letzten Sommer an, ich habe meine Wohnung renoviert und bin für einige Zeit ausgezogen. Die meisten Sachen waren in Kartons verpackt und im Bad stand nicht mehr viel. Irgendwie ging es so weiter, dann kamen noch gute Tipps von zwei Freundinnen dazu (wink zu meinen Queenagers nach Bochum) und tatsächlich habe ich seit ungefähr drei (oder sogar schon vier?) Monaten eine funktionierende Pflegeroutine, mit der meine Haut jeden Tag gut aussieht. Zugegeben, an manchen Tagen „eher gut“, an anderen „wow“, aber insgesamt ist es aus meiner Sicht besser als die letzten zwanzig Jahre.
Und das Allerbeste: die Routine ist sehr einfach und dazu auch noch gut bezahlbar. Außerdem habe ich jetzt Platz in meinen Badschubladen.
Eine wichtige Sache ist mir dabei auch aufgefallen: ich vertrage am besten Produkte mit kurzen INCI-Listen und „altmodischen“ Formulierungen. Die sind vielleicht kosmetisch nicht so elegant, aber für meine Haut deutlich besser.
Meine Pflegeroutine
Morgens:
- Reinigungsgel
- Glycerinspray
- Wimpernserum (3x pro Woche)
- Augencreme
- Vitamin C Serum
- Creme
- Sonnenschutz
Abends:
- Reinigungsgel
- Augencreme
- Azelainsäure (3-5x) oder Ceramideserum (2x) oder nichts
- Creme
Und das war es.
Kein Vitamin A in jedweder Form, kein Peeling egal ob AHA, BHA oder sonstwas. Höchstens mal etwas BHA auf die Nase, wenn die Poren etwas verstopft sind, aber das kommt vielleicht alle zwei bis drei Wochen vor.
Genaue Produkte und insbesondere Tipps in Sachen Azelainsäure kommen die nächsten Montage.
Körperpflege
Da war ich noch nie sehr aufwändig unterwegs. Ein schönes Duschgel, ab und an ein Duschpeeling, meine Bodylotion von Beyer&Söhne plus Urea-50%-Creme für die Hornhaut an den Füßen und BHA für die Keratosis Pilaris am Po – fertig.
Fast.
Bin derzeit sehr begeistert von dem neuen Calm&Hydrate von den Beyers als superleichte Sommerpflege.
Sonnenschutz am Körper seit Jahren der Kids Sonnenschaum SPF50+ von Rossmann.
Ebenfalls seit Jahren: Rexona Deo Stick Invisible Aqua und Wilkinson Intuition 2-in-1 Rasierer mit eingebauter Rasierseife.
Ich will danichts testen und ausprobieren und so weiter, es kann nur schlechter sein. Nur beim Duschgel, da gibt es manchmal etwas Neues. Im Sommer aber immer Le Petit Marseillais Verveine & Citron.
Haarpflege
Das war in den vergangenen zwölf Monaten auch Versuch & Irrtum. Ich brauche eigentlich nicht viel, meine Haare sind gesund, gute Kinnlänge und unkompliziert, ich färbe auch schon lange nicht mehr.
Also brauche ich Shampoo, Conditioner und evtl. etwas Stylingzeugs. Ich war sehr zufrieden mit der grünen Linie von Neqi (Shampoo + Conditioner), dazu etwas Stylingpaste, um die Haarspitzen ein wenig lockiger zu kneten – fertig.
Bis meine Kopfhaut juckte.
Anfänglich manchmal, dann eigentlich andauernd. Der Zusammenhang mit Shampoo & Co war nicht zu leugnen. Also machte ich mich auf die Suche nach einem brauchbaren Shampoo ohne Duftstoffe. Eher zufällig bin ich über das Balea med Shampoo Anti-Schuppen Ultra Sensitive gestolpert und tatsächlich aktuell bei der vierten Flasche. Macht die Haare schön sauber, meine Kopfhaut juckt nicht und sie glänzen schön.
Schwieriger war der Conditioner. Derzeit benutze ich ein Leave-In Serum von Dejan Gartz, das ist zwar beduftet, aber ich nehme es nur für die Längen, das geht. Für meine Haar genau die richtige Menge an Pflege. Ansonsten nehme ich auch alle paar Wäschen das Syoss Glossing Color Glaze in Platin Blond, damit die weißen Haare schön aussehen.
Das war es dann soweit.
Aktuell habe ich noch zwei Testkandidaten, zum einen den neuen Conditioner von Dejan Gartz ohne Beduftung und das Curl Defining Gel von Bali Curls für die Haarspitzen. Erstaunlicherweise haben sich meine immer superglatten Haare ja Richtung wellig entwickelt. Im Sommer lasse ich meist nur lufttrocknen und damit wellen sie sich dann hoffentlich noch ein bisschen mehr, ich werde berichten.
Zufriedenheit
Insgesamt: es geht mittlerweile sehr schnell im Bad, ich fühle mich wohl mit meinen Produkten und es hat sich eine Grundzufriedenheit bei mir eingestellt. Ich schaue mir gerne neue Pflegesachen an, stöbere bei Niche Beauty oder auch DM herum, aber etwas anderes kaufen mag ich nicht mehr. Höchstwahrscheinlich wird es nicht besser und ich ärgere mich wieder. Nun ja, außer ich lese eine Menge wirklich guter Reviews wie beim Geek&Gorgoeus Sonnenschutz. So ähnlich geht es mir auch bei Makeup, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Wie haltet ihr es mit tollen, neuen Produkten? Unwiderstehlich oder „danke, aber nein danke“?

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