Ungelöste Rätsel der Menschheit

Wie ihr wisst, bin ich öfter beruflich unterwegs – meist per Flieger. Folgerichtig halte ich mich öfter auf Flughäfen auf und insbesondere morgens nach dem dritten Kaffee ist es soweit: Bio break, wie die höflichen Engländer die Pinkelpause beschreiben.

Und jedesmal aufs Neue rätsele ich: wie kann es sein, dass trotz größerer Putzkolonnen, die gefühlt halbstündlich anrücken, die Toiletten in nicht ganz optimalen Zustand sind?

Bei mir sieht es so aus:

Es ist nicht mit Sagrotan geputzt, aber sauber und ohne Spuren unterhalb des Deckels. So sieht es vermutlich bei jeder von euch zu Hause aus und auch die Kinder hat man irgendwann soweit, dass sie die Bedeutung der Klobürste kennen.

Diese gute Kinderstube ist aber offensichtlich kein allgemeiner Wert. Ich verzichte mal auf die Beschreibung der Einzelheiten, womöglich liest das jemand beim gemütlichen Samstagmorgenfrühstück. Aber kann es wirklich so schwer sein, mit ein wenig Toilettenpapier nachzuwischen oder die Klobürste zu nehmen? Oder haben alle in fünf Minuten Boarding und sind noch nicht durch die Sicherheit?

Ich bin kein Sauberkeitsfanatiker, aber ich habe mir angewöhnt, mit dem mittlerweile überall verfügbaren Desinfektionsmittel eben kurz vorzuwischen. Bezeichnend finde ich auch die automatischen Toilettenspülungen. Es gibt wohl eine Menge Frauen, die nicht in der Lage sind, die Toilettenspülung zu betätigen.

Selbiges am Waschbecken. Letzte Woche beobachtet: eine gut gekleidete, perfekt geschminkte und nett anzuschauende Enddreißigerin wäscht sich die Hände, verteilt noch ein wenig Seife rund ums Waschbecken und auf dem Boden und – geht. Piepegal, ob die Nächste durch die Hinterlassenschaften nasse Kleidung bekommt, weil es überall tropft. Und eine Tasche kann man natürlich auch nicht mehr abstellen.

Mir kommen zwei Fragen in den Sinn: machen die das zu Hause auch so? und wieso kann man sich an öffentlichen Orten so benehmen?

15 Kommentare

  • Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Vor allem habe ich mir sagen lassen, dass die Herrentoiletten deutlich sauberer sind. Verstehen werde ich das wohl nie.
    Dir ein schönes Wochenende!
    LG Andrea

  • Zu solchen Verhaltensweisen gibt’s ja ne Menge interessanter psychologische Studien. Auf öffentlichen Toiletten kommen, denke ich, mehrere Faktoren zusammen. Anonymität (siehe der Tonfall, den manche im Internet anschlagen), man ist nicht zuhause (siehe, wie sich manche im Urlaub benehmen) plus, dass man nicht selbst Leidtragender seiner Handlungen ist (siehe z.B. Steuerhinterziehung o.ä.). Hochspannende Frage: was tun Menschen, wozu sind sie bereit, wie weit würden sie gehen, wenn sie 100% sicher sein könnten, dass es a) niemals jmd. erfährt und es b) auch nie auf sie zurückfallen würde.
    Ich meine mal gelesen zu haben, dass allein das Aufhängen eines Bildes mit Augen in öffentlichen Waschräumen dazu geführt hat, dass sich deutlich mehr Menschen die Hände nach dem Toilettengang gewaschen haben, da sie sich unbewusst beobachtet gefunden haben.
    Und irgendwie habe ich jetzt das Bedürfnis, das Bad zu putzen 🤔

  • Guten Morgen Irit
    Ist es eine Sache der Erziehung? Ich weiß es nicht!!
    Ich kann doch nicht überall da wo ich nicht wohne, die Sau raus lassen.
    Außerdem glaube ich, dass es bei denen die sich daneben benehmen, Zuhause auch nicht besser aussieht.
    Ich war einmal bei einer Schlüsselübergabe einer Mietwohnung (hochpreisig) zugegen. Dort wohnte eine Frau Anfang dreißig, sehr attraktiv und erfolgreich im Beruf. Die Wohnung war mit Einbauküche vermietet worden und es sah aus wie Sau! Das Pakett stellenweiße zerstört, das Ceranfeld musste ersetzt werden (da nie geputzt), die gesamte Küche versifft. Die Beschreibung des Bades erspare ich dir/euch. Als ich dann nachfragte wieso es so aussieht wie es aussieht, bekam ich zur Antwort, es hätte halt jeder ein anderes Verständnis von Sauberkeit.

    Mit besten Grüßen
    Silvia

  • Guten Morgen,

    das kann ich nur bestätigen, auf fast jeder Toilette außerhalb der heimischen Sicherheitszone kann man dieses Verhalten beobachten, quasi nach mir die Sintflut.

    Ich habe mir inzwischen angewöhnt, die „Täterinnen“ freundlich darauf aufmerksam zu machen, was sie gerade hinterlassen. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, von erstaunt über betroffen bis total aggressiv. Aber ich war noch nie ein ängstlicher Typ (außer beim Zahnarzt) und kann das gut aushalten.

    Ich ärgere mich auch schwarz über die Herrschaften, die ohne Ende beim Warten auf irgendwas den Motor ihres Fahrzeugs laufenlassen, auch denen sage ich gerne mal meine Meinung.

    Ich habe den Eindruck, das Verhalten – auch vieler älterer Menschen – geht immer mehr
    in die Richtung: Wo ich bin ist vorn! Und was nach mir kommt, ist mir sch…egal.

    Aber wenn ich etwas gelernt habe, dann das, dass Schweigen und Ärgern nichts ändert. Also, wenn ich es nicht gerade supereilig habe: immer ran an den Übertäter.

    Ein schönes Wochenende, liebe Grüße,
    Isapia

    • Hallo, Isapia, ich spreche die Frauen & Männer auch gerne mal darauf an. Neulich im Theater, die Dame war im sehr eleganten Abendkleid, bekam ich zur Antwort: „Ihre Schmutzschmerzgrenze ist aber besonders niedrig.“ Ich muss gestehen ich war absolut sprachlos „Schmutzschmerzgrenze“ hatte ich bis dahin noch nicht gehört.

      Schönen Samstag

  • Kristina Merfels

    Guten Morgen! Ein sehr interessanter Artikel und ich bin sehr erfreut darüber zu lesen- es spricht mir aus der Seele.
    Schmutzfinken- in öffentlichen Toiletten, Parkanlagen, im leeren Einkaufswagen, bei Mac auf dem Parkplatz- die Liste ist unendlich lang.
    Spannend die Frage- sind die Täter zu Hause auch so? Gab es keine Erziehung oder ist diese dahin? Mehr Frau oder mehr Mann? Generationsfrage? Es es das teils Anonyme?
    Unglaublich sind auch Erzählungen von Gynäkologen über mache Patinentinnen, die äußerlich top und unter der Kleidung ohne Worte zur Untersuchung kommen.

    Fakt ist- wenn ich ein öffentliche Toilette besuche Spüle ich immer erst, wenn der Deckel geschlossen ist, um keine Überraschung vorzufinden. Bekloppt?!

    Und ich glaube nicht, dass Frauen sauberer sind, als Männer- schaue ich mir die 3er WG meiner Tochter an.

    Allen Damen und traumhaftes Wochenende! 🌷🌷🌷

    Kristina aus den Niederlanden

    • Niederlande ist auch anders, als Deutschland. Meine Tochter hat da in einer WG gelebt und mich hat es jedes Mal gegruselt. Und vorher haben sie extra geputzt, weil sie wussten, das ich komme und etwas pingelig bin. Da fragte ich mich oft: wie sieht es da aus, wenn sie nicht putzen 🤭 Und heute lebt sie in Luxembourg in einer WG mit einem Haufen Italiener und da ist es echt sauber 😀

      • Kristina Merfels

        Also Holländer sind schmutziger, als Deutsche?
        Ich finde Deinen Kommentar sehr beleidigend.
        Aber ich bin ja hier wegen Irit und ihrem Blog und nicht um mich zu ärgern!

        • Da haben wir uns missverstanden, so habe ich das nicht gemeint. Wir haben damals diverse WG‘s angeschaut und ich war entsetzt. Eine niederländische Freundin hat mir dann gesagt, das ich die beiden Länder in dem Punkt nicht vergleichen kann. Das wäre da eben so.
          Ich möchte hier niemanden beleidigen und mir das bitte auch nicht unterstellen lassen. Und ich möchte auch nicht über jedem Kommentar eine Nacht schlafen müssen aus Angst, jemandem ans Bein zu pinkeln.

          • ich glaube, hier haben wir mal wieder das Phänomen, dass Geschriebenes oft anders gelesen wird als es gemeint war. Ich denke, das war als Einzelfall gemeint und wie weiter oben zu lesen ist, gibt es überall saubere und schmutzige Wohnungen.

  • Hallo! Ich habe leider festgestellt, dass viele Leute, sobald es nicht ihr Eigentum betrifft, sich benehmen wie, nein schlimmer als die Sau. Nicht nur auf öffentlichen Toiletten. Das betrifft insbesondere Menschen, denen man es nach Aussehen, Status, Bildung nicht zutrauen würde und die mit ihren eigenen Dingen sehr pingelig sein können. (Auto!) Warum? Das wüsste ich auch gern. Ich denke, dass ein Trend zur eigenen Nabelschau und Abwertung alles Nicht-Selbst-Betreffenden grassiert, gepaart mit Wegwerfmentalität und Abwälzen auf andere. „Soll doch die Tussi nach mir sehen, wie sie klar kommt.“ oder „Soll sich der Staat drum kümmern.“ Weiß jemand Gegenmittel? Trotzdem schönes Wochenende! April

  • Wow, so viele Kommentare. Schmutzschmerzgrenze gefällt mir…

    Ich denke es ist wie überall: wenn man sich selbst so verhält, dass es anderen nicht „schadet“ und bei passender Gelegenheit auch den Mund aufmacht, dann HAT das einen Einfluss auf die Allgemeinheit!

  • Was für ein schönes Bad, insbesondere das Waschbecken sieht sehr edel aus!

  • Eben in meinem Fitnessstudio musste ich an diesen Artikel denken…..Ich finde, das Betätigen der Spülung ist nicht zu viel verlangt……

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