Danke, Unfug kann ich mir selbst erzählen, oder

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warum die (Frauen-)Welt dieses Buch hier nicht braucht. Kristina Schröder war es nicht genug, ein Kind zur Welt zu bringen, nein, husch husch hat sie während der ohnehin nur zwei Monate währenden Babypause auch noch rasch ein Buch geschrieben mit dem animierenden Titel „Danke, emanzipiert sind wir selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder“, zum Beispiel hier.

Zwar nicht ganz alleine, sondern zusammen mit ihrer leitenden Mitarbeiterin Caroline Waldeck, aber immerhin. Bezüglich Frau Waldeck nehme ich mal an, dass sie ähnlich denkt wie Frau Schröder, oder zumindest so tun muss.

Frau Schröder, unsere Regierungspraktikantin, ist nämlich der Meinung, dass der Feminismus total überholt ist. Wer braucht heute noch Rollenbilder, wo doch jede Frau mit Energie und Verstand ohnehin erreichen kann, was sie will. Und ihr Leben eigenverantwortlich gestalten kann. Wer braucht da noch Emanzipationsgewäsch und Quote?

Hört sich gut an, oder? Es dürfte zumindest den Konservativen im Lande gut gefallen, dass hier jedwede Frauenförderung für obsolet erklärt wird. Brauchen wir nicht, Frauen können sowieso schon alles. Frauen an die Macht – Unsinn, Frauen sind längst da, wo sie hinwollen, und zwar aus eigener Kraft. Feminismus ist einseitig, überholt, so was von last century, da braucht die junge, dynamische Ministerin nicht mal mehr drüber nachzu denken.

Spricht die Frau, die ausschließlich auf Quote (nämlich Hessenquote und Frauenquote) überhaupt in dieses Ministeramt gelangt ist, wo sie mangels Erfahrung und Verdiensten nicht das Mindeste zu suchen hat. Spricht die Frau, die privilegiert im Akademikerhaushalt aufgewachsen selbstverständlich studieren konnte.

Die Quote, Frau Schröder, ist natürlich für die, die schon oben angekommen sind, nicht nur uninteressant, sondern auch eine latente Bedrohung. Die Quote brauchen wir da, wo die gläserne Decke die Vorstands- und Aufsichtsratsetagen hermetisch abriegelt.

Frauenförderung braucht keine junge Frau, die bereits Ministerin ist. Frauenförderung brauchen wir in allen Bereichen, in denen Frauen nach wie vor trotz gleicher Zahlen bei den AusbildungsabsolventInnen unterrepräsentiert sind.

Unterstützung braucht eine Mutter mit einem Ministergehalt, einer rund um die Uhr geöffneten Bundestagskita und einem gut verdienenden Mann bei der Kinderbetreuung natürlich nicht – Herrgott, da ist doch auch eine voll angestellte Kinderfrau kein Problem. Wo bleibt aber die alleinerziehende Studentin, die Hartz-IV-Aufstockerin an der Kasse bei Lidl? Haben die etwa auch alle Möglichkeiten, die Frau Schröder hatte?

Nach Frau Schröders Meinung schon. Ein Prost auf die Entlastung der Gesellschaft von dem Anliegen der Förderung der Chancengleichheit für Frauen!! Bin ich froh, dass ich mir dieses Buch gekauft habe, das wollte ich nämlich nicht geschenkt haben!

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