Minimalismus: Doppeltes kann weg

Minimalismus in Form einer aufgeräumten Wohnung ohne überflüssigen Krempel, Staubfänger und Dinge, die mich nur belasten statt erfreuen, ist nach wie vor ein Thema für mich. Ich trenne mich leicht und mittlerweile kaufe ich auch nur noch nach der Vier-Wochen-Frist ein. Naja, fast immer. Heute ein Tipp für einen leichten Anfang.

Die Erkenntnis kam mir neulich beim Schälen von ein paar Möhren für meine geliebte Thaisuppe. Mein Blick fiel auf sechs Sparschäler.

Das kennen wir alle, mache Dinge hat man doppelt und dreifach. Oder eben sechsfach. Die spannende Frage ist: braucht man das oder ist es nur Ballast im Leben?

Ich bin nach wie vor dabei, meinen Besitz auf das Wesentliche zu reduzieren. Oder um genau zu sein: auf das für mich Wesentliche. Da hat nämlich jeder Mensch andere Vorstellungen und die sollte man auch individuell umsetzen.

Beim obigen Beispiel habe ich mittlerweile auf vier reduziert. Das Teil links ist nämlich der Liebling des tollen Mannes, ich bevorzuge Nr. 2 und 3 (und kann mich nicht entscheiden, welchen ich lieber mag) und die Kinder nehmen am liebsten das Modell ganz rechts. Also sind Nr. 4 und 5 auf dem Bild entsorgt worden.

Womit wir beim dahinter liegenden Thema sind: warum kaufe ich mir Nr. 3, obwohl ich ein ganz ähnliches Modell (Nr. 2) schon besitze und der auch ganz prima arbeitet? Warum kauft man sich überhaupt Dinge, die man in ähnlicher Ausführung schon besitzt und trennt sich dann aber nicht von dem alten Modell?

Weil es noch gut ist.

Stimmt.

Aber warum dann etwas Neues kaufen und Geld investieren? Ich denke manchmal, das ist ein Erbe aus der Familie, die noch Krieg und Verlust erlebt hat und eben nicht einfach etwas Neues kaufen konnte.

Womit wir auch schon bei den Praxistipps sind.

Einfach mal den Haushalt durchforsten und nach Kategorien sammeln und überlegen, was man wirklich braucht. Ich sammele immer in einer Ikeatasche und stelle die dann vor die Tür mit Schild „Zu verschenken“, bisher ist noch nie etwas stehen geblieben.

Also… braucht man wirklich all die Übertöpfe und Blumenvasen, die seit Jahren im Schrank oder in der Speisekammer zustauben?? Oder vielleicht doch nur die, die man gerne benutzt und die wirklich schön sind oder einen Erinnerungswert haben? Weg mit dem Rest.

Weiter geht es mit Einkaufstaschen (und wirklich alle!!!), Kugelschreibern, Taschenlampen, Schirmen und so weiter und so weiter. Das kann man Stückchen für Stückchen erledigen und das wunderbare Resultat: man besitzt mehr und mehr nur Dinge, die man wirklich mag. Es spart nebenher noch Geld. Die ständigen Entscheidungen fallen weg, man kann nämlich einfach benutzen, was man besitzt.

Nur meine Schuhe, da bin ich etwas eigen…

Was nervt euch denn und sollte dringend mal ausgedünnt werden?

14 Kommentare

  • Ich stimme dir voll zu, mit dem Reduzierung auf das Wesentliche abhängig von der jeweiligen Lebenssituation! Ich hab zwar selbst keine Kinder, aber ich sehe es bei meinen Freundinnen, dass sich in Zusammenhang mit Kindern auch wahnsinnig viel ansammelt. Bobycar und Co. immernoch im Keller, obwohl die Kinder schon Teenager sind. Unzählige Pausenbrotboxen, auch wenn die Kinder schon lange nix mehr morgens zu Essen mitnehmen wollen, 5 versch. Geschenkpapier mit Kleinkindmotiven, die man nie mehr benutzt, weil man aus dem Alter raus ist, dass noch jmd. ein Baby bekommen könnte,…
    Braucht man dann noch 15 ähnliche Tupperboxen, Salatschüsseln,…? Hat man den Eierkocher eigtl. jemals benutzt? Meine Regel lautet: wenn ich’s länger als ein Jahr nicht benutzt habe, fliegt es raus. Und nein, ich werde eben nicht irgendwann mal 30 Gäste in der Wohnung haben, wofür ich die 10 Salatschüsseln dann brauchen könnte. Ausnahmen gelten nur für Handwerkersachen, Kleidung/Schuhe für besondere Anlässe (ich gehe gern schick in die Oper/ins Theater, aber nicht so oft, wir ich gern wollte) und Equipment wie Skier, Transportbox für’s Auto, etc.
    Obwohl, ertappt. Die Skier sind uralt und mittlerweile leihe ich mir lieber moderne vor Ort aus, auch weil ich die dann nicht selbst in Schuss halten muss (wachsen, schleifen, etc.). Danke Irit, ich mach mich gleich auf den Weg in den Keller!

    • ja, die Sache mit den diversen Tupperboxen und Salatschüsseln und wenn mal Besuch kommt… ist total unnötig. Ich habe diverse Boxen entsorgt (mit der bekannten Methode: vor die Tür stellen mit Zettel „zu verschenken“ dran – funktioniert immer) und wenn ich wirklich mal eine große Party feiere, leihe ich mir Gläser und Geschirr eben aus. Das ist deutlich günstiger als man denkt

      • Kleidung u.ä. gebe ich mittlerweile in einem Sozialkaufhaus ab, das finde ich beruhigend, dass die guten Sachen noch weiterleben und nicht irgendwo im Müll landen.
        Ganz große Baustelle war bei mir noch: Handtücher und Bettwaren. Ich geh gern in die Sauna, ich wasche aber auch regelmäßig! Wozu dann 8 (!) Riesenstrand- /saunatücher? Gleiches Spiel bei Bettlaken und normalen Handtüchern. Ich hab 4 Lieblingsbettwäschen, die dazu gehörigen Laken sind geblieben. Die 2 Handtuchsets, für’s Bad, die farblich gut passen und auch zueinander passen (!) durften auch bleiben. Ich hatte bestimmt 10 Einzelhandtücher, alle in verschiedenen Farben, Mustern und Strukturen. Natürlich nie benutzt. Kam alles ins Sozialkaufhaus.

  • Jawohl, da stimme ich in allem zu. Die Idee mit der ‚Zu-verschenken-Tasche‘ finde ich auch großartig! Da ich aber drei mittlerweile beinahe flügge Kinder mein eigen nenne, von denen Tochter Nr.1 schon einmal probeweise ausgezogen war und gerade wieder auf Wohnungssuche ist und Nummer 2 wohl auch bald ausfliegt, kommt bei mir ein neues Sammel-Phänomen hinzu, welches sich ‚Ach-das-könnte-doch-gleich-in-den-neuen-Haushalt-wandern‘ nennt – und das hemmt den gesunden Aussortier-Mechanismus leider ziemlich. Justamente einen Sparschäler brauchte meine große Tochter dann auch tatsächlich (ich persönlich bevorzuge übrigens auch das Modell ganz links) – aber letztlich macht Neukaufen ja auch Spaß und hält sich, zumindest bei Sparschälern, preislich auch im Rahmen …

  • Mir gefällt der Schäler in der Farbe schwarz :)

  • Prima Ideen.
    Auch ich möchte gerne meine Bestände minimieren.
    An Sparschälern habe ich drei: einen wie der 1. und der 2. und einen wie eine Klammer, mit dem man perfekt Spargel schälen kann.
    Nr. 2 benutze ich eigentlich nie – könnte also weg.
    Letztes Jahr habe ich meine Küche entrümpelt. Das war prima und hat bleibende Konsequenzen: Seither ist meine Küche immer aufgeräumt. Alles hat seinen Platz und wird nach Gebrauch sogleich dahin wieder zurückgeräumt.

    Mein großes Problem ist meine Parfümsammlung. Ich habe zwei große Schuhkartons mit Probefläschchen.
    Zwei Kartons mit Abfüllungen. Und zwei Boxen mit Parfums.
    Wie kann ich die entsorgen? Herschenken möchte ich eigentlich nichts, weil das meiste viel Geld gekostet hat.
    Auflisten und in der Tauschbörse des Beautyboards verkaufen, bringt eigentlich nichts – es verkauft sich so gut wie nichts.
    Wie ist das mit Ebay?
    Vor lauter Unentschlossenheit horte ich meine Schätze weiterhin…….bis zum Sanktnimmerleinstag.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochende
    Violetta

    • Gibt es nicht auch Seiten für Parfümliebhaber? Ich glaube, da gibt es auch Verkaufsbörsen

      PS: falls du was von Lutens oder Hermes los werden willst… schick mir eine Mail. Ich mag nicht alles, aber das eine oder andere

  • Mir selber gefällt inzwischen der Gedanke, eine Sache zu kaufen, um sie im Moment, manchmal nur eine Saison, zu benutzen. Danach entscheide ich, ob es jetzt weg kann oder ob ich es weiter benutze. Hier muss ich entscheiden, ob es mir das Geld wert ist, für diese Zeit, denn danach wird mir sicher was anderes genauso gut gefallen. Manches ist mir dann dafür zu teuer, anderes nicht. Das Gute ist, ich kann dann ohne Bedauern wegwerfen. Keine Sache kaufe ich mir mehr für ein Leben. Das kann ich vorher gar nicht beurteilen, ich hoffe das natürlich bei jedem Kauf, bin aber realistisch. Hinterher bin ich auch froh, dass mein Geschmack sich überhaupt noch ändert. ;)

    Duft ist sehr oft vom momentanen Geschmack, aber auch vom Körper selbst abhängig. Ändert sich der Säureschutz, findet man was mitunter sogar unangenehm, aber auch sonst gewöhnt man sich selber oft an Duft oder einer wird einem plötzlich zu aussagekräftig oder zu wenig. Kennst du das? Zu viel Duft haben, bedeutet ja auch, dass einem immer wieder neue gefallen, während die alten stehen bleiben. Das kostet natürlich Geld. Aber überleg mal, das kriegst du nie mehr wieder. Du lagerst nur noch für Gewissen und weißt eigentlich, dass es weg ist. Für mich ist es geradezu augenöffnend, im vollen Bewusstsein des ehemaligen Preises mir den Fehlkauf klar zu machen. Nicht alle lassen sich vermeiden. Es gehört zum Risiko einer jeden Entscheidung, dass sie sich im Alltag nicht bewähren konnte. Das ist normal und Fehlkäufe unvermeidlich. Wenn es aber von einer Rubrik zu viel ist, was zu wenig genutzt (!) wird, kauft man doch evtl. zu viel. Selbst wenn es gar nicht ums Geld geht, wer will schon mit inzwischen vielen ungenutzten Sachen leben, die zu einer Vergangenheit gehören, die einem nichts mehr bedeutet als der Preis, den man damals gezahlt hat, um das Stück in dem Moment einfach haben zu können.

    Das Gefühl, etwas für einen guten Preis verkaufen zu können, ist trügerisch, finde ich. Düfte verändern sich auch mit der Zeit häufig und werden selten besser. Wenn es nicht gerade was ist, was vom Markt ist, blöd reformuliert wurde und sich dafür jemand interessiert, zu dem du Kontakt haben kannst, büßt du schon das meiste ein, wenn es noch ganz frisch ist. Ich will dir wirklich keine schlechte Laune machen, Violetta, aber aufheben hat es doch bisher auch nicht besser gemacht, oder?

    Der Tipp, es einem Parfumforum anzubieten, ist gut. Du musst dich halt auf Wartezeiten einrichten und vermutlich, wenn alles gut läuft, an mehrere Leute verschicken. Kann sich lohnen, kannst nur du wissen. Das letzte Mal, als ich eine Duftabfüllung bei einer gekauft habe, hat sie mich gar nicht erreicht, ich hab bezahlt, nie was bekommen und die Verkäuferin schwor, es verschickt zu haben. Was eigentlich Pech war, war letztlich Glück und ein Zeichen. Ein zusätzlicher Einkaufskanal wurde mir zu problematisch und ich ließ ihn versiegen.
    Vielleicht läuft es bei dir super und es ist auch ein Zeichen. Alles ist besser als einfach nur lagern, denke ich.

  • Hallo Irit,

    du schreibst mir aus der Seele. Die nächsten Wochen werde ich meine Schränke durchforsten und es wird so einiges weg können (müssen). Es gibt so viele Sachen die man schon ewig nicht in der Hand hatte und trotzdem lässt man sie dort wo sie sind, denn sie sind ja noch gut. Wenn ich an meine Schwiegermutter denke, was wir da alles aus den Schränken geholt haben, das möchte ich denen die meinen Nachlass irgendwann mal bewältigen müssen nicht antun. Allerdings haben wir im Falle meiner Schwiegermutter „bei der Kleiderkammer“ angefragt ob sie Bedarf für „alles mögliche haben“ und das hatten sie. Eine Nachbarin hat sich dann darum gekümmert und als wir das nächste mal dort waren, war alles weg, wirklich alles, das ich hätte ich nicht für möglich gehalten. Es scheint wirklich sehr viele Bedürftige zu geben die es gebrauchen können.

    Mit besten Grüßen
    Silvia

  • Was machst du dann mit solchen DIngen? Kleidung, Schminke etc könnte man noch „ebayen“. Aber Sparschäler? Wegwerfen sollte ja auch keine Option sein… und weggeben geht auch nicht bei allem? Vielen Dank für deine Antwort

    • Ich sammele ein bisschen (oder nehme den ausgeräumten „Schwung“), packe alles in einen kleinen Pappkarton und stelle ihn bei uns vor die Tür an die Straße – mit einem Schild „zu verschenken“. Da blieb noch nie etwas stehen

  • Ich bin gerade auch radikal und habe unser Haus bei den Hofflohmärkten angemeldet.das setzt mich unter Druck, bis August auch wirklich mehrere Kisten voll zu verkaufen zu haben…

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