Judith Lennox neues Buch: Ein letzter Tanz, oder

mal wieder ein wunderbares Wochenend-Schmökerbuch, würde ich sagen. Nicht zu verachten, besonders zu der dunklen Jahreszeit, in der ich mich gerne mit einem Kräutertee auf die Couch kuschele, die Füße eingemummelt und ein Taschentuch griffbereit.

Esmes Traum erfüllt sich unverhofft, ihre Jugendliebe kehrt aus dem ersten Weltkrieg zurück und heiratet sie. Sie kann ihr Glück nicht fassen – die Leserin betrachtet sie dabei mit leisem Schauder, denn im Gegensatz zu Esme wissen wir schon, dass Devlin eigentlich fest davon ausgegangen war, ihre Schwester Camilla zu heiraten und nur aus Zufall und Enttäuschung mit der kleinen Schwester anbandelt, die nun mal gerade da ist, als Camilla ihn eiskalt fallen lässt.

Zunächst lässt sich die Ehe durchaus gut an, denn Esme liebt Devlin über alles und hofft, dass sich auf Dauer auch bei ihm Gefühle für sie einstellen werden, zumal er sein Herrenhaus und die gemeinsame Tochter anbetet und ihr freie Hand bei der Gestaltung des Inneren lässt. Sie richtet Sommerfeste aus und sich in ihrem Leben ein. Bis Camilla erneut zuschlägt: Verwöhnt und gewissenlos brüstet sie sich aus reiner Langeweile auf einer Party vor Esme damit, dass Devlin doch eigentlich sie für seine große Liebe gehalten habe. Als Esme daraufhin verstört zu ihren Eltern reist, nutzt Camilla auch diese Gelegenheit, um mit ihm zu schlafen, was im Dorf nicht unbemerkt bleibt. Und schließlich zur finalen Trennung von Esme und Devlin führt, nachdem Esme zunächst zurückgekehrt war und es ihr schien, als könne alles gut werden – da erzählt ihr ein rachsüchtiger Angestellter von dem Abend im Stall.

Diese Intrige zerstört die Familie, beschwert die Kinder und treibt Esme in ein ganz anderes Leben. Tapfer meistert sie dieses, und sie kehrt immer wieder in Freundschaft zu Devlin zurück, bis dieser in ihren Armen stirbt.

Es ist eine große Geschichte aus dem letzten Jahrhundert, sie spannt sich über vier Generationen und bezieht die beiden Weltkriege ebenso ein wie die wirtschaftliche Entwicklung in England.

Sehr empfehlenswert und vor allem auch als Weihnachtsgeschenk für Schwiegermütter, Mütter und Tanten geeignet.

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