Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse

Nach diversen Ausflügen in die Provence bin ich in der Bretagne angekommen – wo ich tatsächlich noch nie war. Ich war zwar schon an der Atlantikküste, aber mehr die Ecke um Bordeaux und auf der Île de Ré. Also Bretagne – nicht unbedingt mein Sehnsuchtsort. Und ich tat mich ehrlich gesagt auch recht schwer, in das Buch „rein zu kommen“.

Es war vielleicht auch keine gute Idee, von der Provence aus dorthin zu springen. Da ich aber ein alter Sparfuchs bin und Bücher nicht ungelesen weitergebe (außer sie sind wirklich ganz, ganz schrecklich), habe ich mich bis Seite 35 oder 40 vorgekämpft und siehe da: es gewann mit jeder Seite.

Ein eigenwilliger Kommisar, ein malerischer Küstenort, ein brutaler Mord an einem 91-jährigen Hotelbesitzer. Und dazu so viel bretonisches Flair, dass man tatsächlich Lust bekommt, sich das Ganze mal persönlich anzuschauen. Abgesehen davon entwickelt sich der Mordfall nach anfänglicher leichter Langeweile ausgesprochen spannend, es geht um Bilder, die Vergangenheit des Dorfes als Künstlerkolonie mit einigen berühmten Vertretern wie Gauguin, familiäre Spannungen.

Mir hat der Krimi ausgesprochen gut gefallen, der Protagonist Dupin bekommt immer mehr Tiefe und das Ganze erwacht zum Leben. Ich werde mir auch den zweiten Band kaufen. Und den dritten vermutlich auch.

Ganz liebe Grüße an unsere „ausgewanderte“ Leserin in der Bretagne – ich kann es allmählich verstehen!

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5 Kommentare

  • zebra1971

    Und ich kann nur sagen: die nächsten beiden sind besser und man hat diese Anlaufzeit nicht!!

  • Lies‘ sie, es lohnt sich. Ich mag diesen eigenbrötlerischen Typ, die Landschaftsbeschreibungen und die Schilderungen der bretonischen Seele machen Lust auf Urlaub dort. Wir waren dieses Jahr in der Bretagne und es gibt regelrechte Dupin-Touren. Wir saßen im le San Francisco auf der Ile aux Moines und wurden vom Inhaber gefragt, ob wir aus Deutschland seien und auch die Lammterrine essen möchten, die der Kommissar von Bannalec immer isst (kommt im dritten Buch vor), das war herrlich! Und der Café im L’admiral in Concarneau ist wirklich gut, haha. Wahrscheinlich ist der Autor eigentlich im Tourismusministerium der Bretagne beschäftigt, hilfreich ist es.
    Irit, wie gefiel es dir auf der Ile de Ré? Wir würden da gerne nächsten Sommer hin?

  • Das Buch habe ich mir auch gerade erst zugelegt und steht als nächstes auf meiner Liste. Ich bin grosser Bretagne-Fan, war schon oft dort, und bin also schon sehr gespannt! 🙂

  • wir haben die Hörbuch Version auf dem Weg in die Bretagne gehört und wir waren ganz begeistert- ein wunderbarer Auftakt für die Ferien und die Fahrzeit verging wie im Flüge.Empfehlenswert!!:)

  • das ist eine gute Idee – ein Hörbuch zur Einstimmung auf den Urlaub

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