Erinnert sich noch jemand an meine ersten Posts zum Thema Adipositas und Wegovy im Jahr 2024? Falls nicht, dann bitte hier entlang:
- Die Lage im ersten Halbjahr 2023 und den dreißig Jahren vorher (Link)
- Stand April 2024 (Link)
- Ein Jahr Wegovy (Link)
- Update Dezember 2024 (Link)
In den Beiträgen gibt es ausführliche Informationen zu meiner persönlichen Situation, zu Adipositas und eben zu Wegovy / Semaglutid.
Seitdem habe ich eher mal zum Thema Sport und Krafttraining gepostet. Ich habe Kontakt mit einigen Leserinnen, die Wegovy (oder Mounjaro) nehmen und ich dachte mir: ein Update nach über drei Jahren wäre eine gute Idee.
Die Kurzversion
Ich habe zwischen dem 3.8.23 und dem 28.8.24 knapp 24 kg abgenommen und mein BMI sank von 32,3, auf 24,0.
Mit Tag 1 von Wegovy habe ich meine Ernährung umgestellt und das ist bis heute so. Ich esse eigentlich nie vor 12 Uhr und möglichst nicht nach 20 Uhr. Mit Blick auf den immer noch drohenden Diabetes esse ich auch nicht zwischendurch. Es gibt mittags, nachmittags und abends etwas zu essen, dazwischen keine Snacks oder ähnliches, mindestens drei Stunden Pause. Ich halte mich nicht sklavisch daran, aber meistens schon. Mittlerweile ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen.
Das hört sich jetzt freudlos an, ist es aber nicht. Ich habe ja keinen Hunger , schließlich esse ich genug und das, worauf ich Lust habe. Und ja, das ist auch immer noch recht oft Schokolade, aber nicht mehr so viel wie früher. Nun gut, deutlich weniger als früher. Ansonsten gibt es die generellen Empfehlungen: möglichst Vollkornbrot, viel Gemüse und genug Eiweiß. Wobei genug Eiweiß so eine Sache ist, weil ich mein Essen nicht tracke. Vorsichtshalber gibt es jetzt nachmittags oft ein Joghurt mit zwei gehäuften Esslöffeln Eiweißpulver (Adozan) und Obst.
Was sich auch geändert hat: mehr Sport. Ich gehe im Normalfall zweimal pro Woche zu Body Pump (und steigere auch die Gewichte!), einmal Body Balance für Beweglichkeit und Gleichgewicht, einmal Tanzunterricht und zweimal pro Woche zu Hause Tanzen (halbe bis ganze Stunde). Das macht sich natürlich bemerkbar:

So insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem körperlichen Allgemeinzustand: meine Blutwerte sind alle in Ordnung, Blutdruck auch. Mein LDL Cholesterin und auch Lipoprotein(a) sind genetisch bedingt erhöht, ich nehme seit fast zwei Jahren die niedrigste Dosis an Statin und LDL liegt derzeit bei erfreulichen 77 mg/dl. Meine Knie meckern nicht mehr. Eigentlich meckert nichts mehr. Ich habe bis heute dasselbe Gewicht. Nur mehr Muskeln – die muss ich mal wieder messen.
Das hört sich jetzt so blöd und banal an. In Wahrheit bin ich immer noch begeistert von meinem „neuen“ Körper. Ich mag Fotos von mir, ich bin manchmal erstaunt, wenn ich unerwartet an einem Spiegel vorbeilaufe und so richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Ich bin normalgewichtig. Ohne ständig um das Essensthema kreisen zu müssen. Nein, einfach so. Es ist für mich immer noch ein bisschen Magie.
Was mich mit zunehmenden Alter mehr umtreibt: das Thema Gesundheit. Natürlich weiß ich nicht, was in Zukunft noch alles passiert, es kann einen alles mögliche erwischen. Aber bis dahin mache ich alles, was mir sinnvoll erscheint, um möglichst gesund alt zu werden.
Die Frage der Fragen
Ziemlich oft gehört: nimmst du eigentlich noch die Spritze?
Natürlich.
Adipositas ist eine chronische Krankheit und sie käme unweigerlich in voller Stärke zurück. Der Erfolg hängt nach meiner Einschätzung bei mir am reduzierten Appetit. Der wäre wieder da und da möchte ich nicht wieder hin. Ich finde die Frage auch eher seltsam, bei anderen chronischen Krankheiten fragt auch niemand, ob man es nicht mal ohne Medikamente probieren möchte. Nein, möchte man nicht.
Noch ein Wort zu den Kosten: ich nehme nach damaliger zweimonatiger Eingewöhnungsphase immer noch die Spritzen mit 1,0 mg. Die kosten momentan 172 Euro für vier Wochen. Das ist viel Geld, keine Frage. Meine verbesserte Gesundheit ist mir allerdings deutlich mehr wert. Das Ende ist auch in Sicht: 2031 endet der Patentschutz und ich denke, dass es dann dramatisch günstiger wird. Wobei der Preis an sich eine Frechheit ist, das identische Ozempic kostet die Hälfte.
Fazit nach über drei Jahren: dieses Medikament war tatsächlich ein Gamechanger für mich.
Und noch ein PS: ich wurde von einer Diabetologin betreut und mittlerweile von meiner Internistin. Das ist ein Medikament mit Nebenwirkungen und ohne ärztliche Begleitung kann ich nur DEUTLICH ABRATEN!!!!!
Und nun zu euch: Fragen? Anmerkungen? Oder anderes?

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