Eine nachdrückliche Leseempfehlung von mir, ich bin gespannt auf den Film von Fatih Akin, der bald ins Kino kommt, aber zunächst noch zutiefst beeindruckt von dem Buch dieses Mannes, den ich schon immer für einen wunderbaren Schauspieler gehalten habe, der aber offenbar auch große Literatur kann.
Zwischen Heidekrautfeldern und dem endlosen Watt ist Nanning zu Hause: Amrum, die Nordseeinsel ist alles, was er kennt. Gemeinsam mit seinem besten Freund trotzt er der kargen Natur ab, was er kann, um während des Krieges für seine schwangere Mutter und die Geschwister zu sorgen (der Vater ist im Krieg). Sie jagen Kaninchen, treten Schollen und tauschen ihre Beute gegen das Notwendigste. Wenn es hart auf hart kommt, hält die Gemeinschaft zusammen, doch Nanning spürt das Misstrauen ihm und seiner regimetreuen Familie gegenüber.
Mit dem Tod Hitlers brechen neue Zeiten an, und für Nanning wird sich alles ändern. Amrum erzählt voll wilder Schönheit davon, was Herkunft bedeutet – und wie man lernt, seinen eigenen Weg zu gehen. Der Roman ist ein poetisches Zeitzeugnis, in dessen Kern eine zutiefst menschliche Geschichte steht. Und überdies enthält er Charaktere, die mich noch lange beschäftigt haben. Ich war traurig, als ich mich von Nanning verabschieden musste.
Link zum Buch (Titelbild des Verlags und deswegen Link dorthin)
Anmerkung: diese Rezension erschien vor einiger Zeit bei Fab50s, ist dort aber nicht verfügbar.

Antworten