Jannes Bücher: Memories of Heidelberg von Heinz Strunk

Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, fahren nach Heidelberg zur Geburtstagsfeier der Mutter von Isolde. Um vielleicht den seelischen Smog über dem Eheleben zu bedecken, hat Isolde statt des anerkanntermaßen großartigen Hotels Europäischer Hof einen Geheimtipp gebucht, ein kleines Boutiquehotel – eine Bezeichnung, die jede Kennerin misstrauisch macht.

Und wie es in unglücklichen Beziehungen so häufig geschieht, weil Unglück weiteres Unglück anzieht, geht auf diesem Trip von Anfang an alles schief.

Der Schlüssel für die Hotelsuite für 500 € die Nacht muss selbständig abgeholt werden, weil die Rezeption nicht besetzt ist, daher gibt es keinen Service, die sogenannte Suite entspricht nicht der anpreisenden Beschreibung undsoweiterundsofort.

Die ganze Geschichte ist eine Aneinanderreihung von Peinlichkeiten, Fremschämepisoden und Selbstzerfleischung. Verbunden mit tiefen Einsichten über unglückliche Langzeitbeziehungen. Während die Eheprobleme der beiden im Verlauf einer Woche zusehends prominenter und schwerer zu übersehen werden, wird auch der abendliche Gang auf das Restaurantschiff immer mehr zur Enttäuschung, zur Strafe, zur Höllenqual.

Das Teuflische bricht mit verheerender Macht in den Alltag, am Ende steht eine Katastrophe – und das alles zum Schlager-Oldie Memories of Heidelberg in Dauerschleife.

Das einigermaßen überraschende Ende wird hier nicht gespoilert, aber ich sage: Unbedingt lesen, das macht Spaß!

Link zum Buch (Titelbild des Verlags und deswegen Link dorthin)


10 Kommentare

  1. Kommt auf meine Leseliste.
    Danke für die Buchvorstellungen. Es waren schon einige dabei, die mir sehr gefallen haben.

  2. Das klingt wirklich nach einer Mischung aus Lachen, Selbsterkenntnis und Fremdschämen – genau was für mich! Zumal ich schon des öfteren in Heidelberg war.

    Schon alleine das „Boutique!-Hotel“ hat mich zum Lachen gebracht 😀

  3. Eure Rückmeldungen freuen mich sehr!!

  4. Ich muss es mal mit der gedruckten Version versuchen. Ins Hörbuch reingehört: ging gar nicht, der Tonfall und Duktus des Sprechers hat mich wirklich abgeturnt.

    1. Ich hab das gerade auch mal gemacht und frage mich wirklich, was das soll. Der Sprecher klingt nach einer Mischung aus lispelnd, lallend und Kartoffeln im Mund. Nach nicht mal zwei Minuten hab ich abgebrochen. Schon lange keinen so schlechten Sprecher für meine Ohren gehört.

      1. man fragt sich manchmal wirklich, was bei Hörbüchern los ist. Unvergessen ein französischer Krimi, bei dem die Sprecherin beharrlich Uzé sagte – anstatt Uzès (also mit Aussprache des s). Ich konnte ihn mir nicht anhören

  5. Heinz Strunk spricht seine Bücher immer selbst ein.
    Er ist der lispelnde, lallende Sprecher 😂

    1. Das habe ich gestern auch gesehen, nachdem ich den Kommentar geschrieben hatte. 🤣
      Und wie heißt es so schön: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Das passt hier sehr gut, finde ich.

  6. Danke für den Tipp. Dann gebe ich Heinz Strunk nochmal eine Chance. Ich habe bislang nur ein Hörbuch gehört und hatte danach keine Lust mehr, aus o. g. genannten Gründen, ein Buch zu lesen. Die Einzige Autorin, die ich kenne und die ihre Bücher selbst einliest, ist Sabine Thiesler. Absolut großartig und hörenswert. Habe alle gelesen/gehört.
    Liebe Grüße Sylke

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Irit Eser
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