Wie schon kurz erwähnt bin ich vor kurzem 60 geworden. Wir haben länger überlegt, was wir machen, denn in diesem Jahr wurde der tolle Mann auch 65 und wir waren zehn Jahre zusammen – Feierlichkeiten ohne Ende. Im Endeffekt hatten wir keine Lust auf eine große Feier mit all dem Orgakram – und sind einfach für ein sehr langes Wochenende nach Paris gefahren. Und haben gleich DIE Hitzewelle bisher mitgenommen.
Wir sind da nicht so empfindlich und eigentlich war es wie im Sommer in der Provence. Ja, es war sehr warm, aber wir sind trotzdem viel herumgelaufen und haben uns neue Dinge angeschaut. Und haben dreimal am Tag geduscht…
Los ging es am Mittwochnachmittag in Köln mit dem Eurostar.

Wir hatten ein kleines, aber sehr sauberes AirBnB in der Nähe des Gare du Nord, war eine Empfehlung meiner Tochter. Gut gelegen, drei Metrostationen, diverse Restaurants, Bars und Streetfoodläden in der Nähe, kleine Supermärkte und was man sonst noch so braucht auch.
An meinem Geburtstag waren wir in der Pinault Collection (vorher Karten reservieren!), aktuell gibt es dort eine „Fog Sculpture“ von Fujiko Nakaya mit dem Titel „Cloud #07156“ in der großen Rotunde. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis.


Es ist die alte Börse von Paris und sie wurde perfekt restauriert. Wenn man dort unten steht – ist es schon sehr beeindruckend.
Und dann kommt der Nebel…

Ich kann es nicht so richtig beschreiben, wir waren hin und weg von diesem Erlebnis. Ein wenig, als würde man auf einem Berg stehen und wird auf einmal von Wolken eingehüllt.
Dann waren wir noch ein wenig shoppen in der Riesenpharmacie in Les Halles (mehr dazu die nächsten Wochen), nach Hause, duschen und abends waren wir ganz wunderbar essen.
Dann sind wir weiterspaziert zu Pont Neuf.

Plus Erinnerungsfotos


Wie man sieht, haben wir genau die Verhüllungsaktion erwischt, leider konnten wir nicht rein, weil es genau an dem Abend gesperrt war.
Am Samstag waren wir nochmal da, leider von der falschen Seite und dann hatten wir auch keine Lust mehr. Aber sehr beeindruckend das Ganze.

Freitags habe ich endlich (nach nur vierzig Jahren oder so) die Katakomben von Paris gesehen. Es war unglaublich und mein persönliches Highlight. Man muss sich zeitig um die Karten bemühen, die Slots werden immer genau sieben Tage vorher freigeschaltet. Es ist auch nicht gerade günstig, aber ein hervorragender Audioguide (mehrsprachig) ist dabei und die Tour ist absolut phantastisch. Man geht zwanzig Meter über eine steile Treppe runter und unten ist ein Labyrinth von 300 km Länge. Die Tour ist aber nur 1,5 km lang, man geht allein in eigenem Tempo.

Dort wurden fürher Steine abgebaut und später im 18. Jahrhundert folgte dann die Umwidmung als Grabstätte. Damals wurden diverse Friedhöfe in Paris aufgelöst und sechs Millionen Gebeine dorthin überführt.
Millionen Tote ist eine Zahl, die man nicht greifen kann. Man kommt in das erste Beinhaus und denkt sich noch nichts. Dort sind an den Wänden sorgfältig Oberschenkelknochen und Schädel aufgeschichtet, in den Hohlräumen dahinter die übrigen Knochen.
Und dann geht man. Und geht. Und geht. Vorbei an Millionen von Oberschenkelknochen und Schädeln.

Und in dem Augenblick bekommt man eine Vorstellung, was Millionen von Tote wirklich bedeutet.
Es war beeindruckend.
Zurück in der Oberwelt sind wir noch ein bisschen rumgebummelt

Um dann nochmal zu duschen, nett zu essen und den Abend zu genießen.
Am Samstag wurden wir als erstes mal in der Metro beklaut bzw. der tolle Mann. Nach Irrungen und Wirrungen, hilfreichen Mitfahrern in der Metro und ausgesprochen nettem Personal in der Metro fanden wir das Portemonnaie aber wieder, es fehlte nur ein wenig Bargeld.
Merke: wenn sich im letzten Augenblick noch eine Gestalt durch die Metrotür zwängt und dich dabei anrempelt – sofort Ellenbogencheck und ab zurück auf den Bahnsteig schubsen, Taschen prüfen und im Zweifel laut um Hilfe rufen. Das passiert uns nicht mehr.
Notre Dame steht weitgehend wieder, leider kamen wir nicht rein, es gab keine Karten.

Weiter ging es mit Blick auf Pont Neuf

Über den Blumenmarkt am Rive Gauche

Und dann einfach nur Paris genießen.
Chaos in der City Pharmacie (aber es gab meine Fußcreme für 7,50 und Tochter Nr. 1 benutzt die auch, Ballettfüße…)

Pause bei Pierre Hermé

Und dann waren wir wieder an dem Brunnen…
1985

2022

2026

Sonntag noch ein langer Abschiedsbrunch direkt „bei uns“ um die Ecke

Ach, es war ein wunderbares Wochenende zu zweit.

Zum Entsetzen des tollen Manns plane ich nun zwei Wochen in Paris nächstes Jahr – aber da muss er durch, oder?


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