Paris 2026 – ein schöner Geburtstag

Wie schon kurz erwähnt bin ich vor kurzem 60 geworden. Wir haben länger überlegt, was wir machen, denn in diesem Jahr wurde der tolle Mann auch 65 und wir waren zehn Jahre zusammen – Feierlichkeiten ohne Ende. Im Endeffekt hatten wir keine Lust auf eine große Feier mit all dem Orgakram – und sind einfach für ein sehr langes Wochenende nach Paris gefahren. Und haben gleich DIE Hitzewelle bisher mitgenommen.

Wir sind da nicht so empfindlich und eigentlich war es wie im Sommer in der Provence. Ja, es war sehr warm, aber wir sind trotzdem viel herumgelaufen und haben uns neue Dinge angeschaut. Und haben dreimal am Tag geduscht…

Los ging es am Mittwochnachmittag in Köln mit dem Eurostar.

Wir hatten ein kleines, aber sehr sauberes AirBnB in der Nähe des Gare du Nord, war eine Empfehlung meiner Tochter. Gut gelegen, drei Metrostationen, diverse Restaurants, Bars und Streetfoodläden in der Nähe, kleine Supermärkte und was man sonst noch so braucht auch.

An meinem Geburtstag waren wir in der Pinault Collection (vorher Karten reservieren!), aktuell gibt es dort eine „Fog Sculpture“ von Fujiko Nakaya mit dem Titel „Cloud #07156“ in der großen Rotunde. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis.

Es ist die alte Börse von Paris und sie wurde perfekt restauriert. Wenn man dort unten steht – ist es schon sehr beeindruckend.

Und dann kommt der Nebel…

Ich kann es nicht so richtig beschreiben, wir waren hin und weg von diesem Erlebnis. Ein wenig, als würde man auf einem Berg stehen und wird auf einmal von Wolken eingehüllt.

Dann waren wir noch ein wenig shoppen in der Riesenpharmacie in Les Halles (mehr dazu die nächsten Wochen), nach Hause, duschen und abends waren wir ganz wunderbar essen.

Dann sind wir weiterspaziert zu Pont Neuf.

Plus Erinnerungsfotos

Wie man sieht, haben wir genau die Verhüllungsaktion erwischt, leider konnten wir nicht rein, weil es genau an dem Abend gesperrt war.

Am Samstag waren wir nochmal da, leider von der falschen Seite und dann hatten wir auch keine Lust mehr. Aber sehr beeindruckend das Ganze.

Freitags habe ich endlich (nach nur vierzig Jahren oder so) die Katakomben von Paris gesehen. Es war unglaublich und mein persönliches Highlight. Man muss sich zeitig um die Karten bemühen, die Slots werden immer genau sieben Tage vorher freigeschaltet. Es ist auch nicht gerade günstig, aber ein hervorragender Audioguide (mehrsprachig) ist dabei und die Tour ist absolut phantastisch. Man geht zwanzig Meter über eine steile Treppe runter und unten ist ein Labyrinth von 300 km Länge. Die Tour ist aber nur 1,5 km lang, man geht allein in eigenem Tempo.

Dort wurden fürher Steine abgebaut und später im 18. Jahrhundert folgte dann die Umwidmung als Grabstätte. Damals wurden diverse Friedhöfe in Paris aufgelöst und sechs Millionen Gebeine dorthin überführt.

Millionen Tote ist eine Zahl, die man nicht greifen kann. Man kommt in das erste Beinhaus und denkt sich noch nichts. Dort sind an den Wänden sorgfältig Oberschenkelknochen und Schädel aufgeschichtet, in den Hohlräumen dahinter die übrigen Knochen.

Und dann geht man. Und geht. Und geht. Vorbei an Millionen von Oberschenkelknochen und Schädeln.

Und in dem Augenblick bekommt man eine Vorstellung, was Millionen von Tote wirklich bedeutet.

Es war beeindruckend.

Zurück in der Oberwelt sind wir noch ein bisschen rumgebummelt

Um dann nochmal zu duschen, nett zu essen und den Abend zu genießen.

Am Samstag wurden wir als erstes mal in der Metro beklaut bzw. der tolle Mann. Nach Irrungen und Wirrungen, hilfreichen Mitfahrern in der Metro und ausgesprochen nettem Personal in der Metro fanden wir das Portemonnaie aber wieder, es fehlte nur ein wenig Bargeld.

Merke: wenn sich im letzten Augenblick noch eine Gestalt durch die Metrotür zwängt und dich dabei anrempelt – sofort Ellenbogencheck und ab zurück auf den Bahnsteig schubsen, Taschen prüfen und im Zweifel laut um Hilfe rufen. Das passiert uns nicht mehr.

Notre Dame steht weitgehend wieder, leider kamen wir nicht rein, es gab keine Karten.

Weiter ging es mit Blick auf Pont Neuf

Über den Blumenmarkt am Rive Gauche

Und dann einfach nur Paris genießen.

Chaos in der City Pharmacie (aber es gab meine Fußcreme für 7,50 und Tochter Nr. 1 benutzt die auch, Ballettfüße…)

Pause bei Pierre Hermé

Und dann waren wir wieder an dem Brunnen…

1985

2022

2026

Sonntag noch ein langer Abschiedsbrunch direkt „bei uns“ um die Ecke

Ach, es war ein wunderbares Wochenende zu zweit.

Zum Entsetzen des tollen Manns plane ich nun zwei Wochen in Paris nächstes Jahr – aber da muss er durch, oder?

12 Kommentare

  1. Einen schönen guten Morgen,

    das klingt nach einer tollen Zeit für euch zwei. Bei der Hitze wäre ich wahrscheinlich gleich in den Katakomben geblieben, ich vermute mal, dort war es schön kühl. Es freut mich für euch zwei, dass ihr so eine schöne Zeit hattet.

    Liebe Grüße

  2. Wie schön! Und wie inspirierend – von uns aus fährt der TGV in 3 Stunden nach Paris und ich muss schon längst mal wieder dorthin. An der Adresse des Airbnb wäre ich sehr interessiert.
    Ein Tipp für Paris- Reisende: warum nicht mal eine Stadtrundfahrt der anderen Art, nämlich auf einem Boot, das abends in der Nähe des Eiffelturms ablegt und die Seine entlang fährt. Man speist fein zu Abend und tuckert entlang aller berühmten Sehenswürdigkeiten, die abends wunderbar beleuchtet sind. Das ist natürlich ausgesprochenes Touristenprogramm, aber auch viele Franzosen nehmen das wahr, und es ist wirklich schön.

  3. Ach so: und natürlich ganz herzlichen Glückwunsch nachträglich zu deinem Geburtstag. Ich werde nächstes Jahr 60, und das feiere ich in Bali. Frage in die Runde: wie begeht ihr große Festtage und Jubiläen?

    1. Huhuuu Barbara,

      persönlich feiere ich so gar nicht mehr; das liegt aber vermutlich in meinen DNA 😉 – aktuell hadere ich wirklich etwas mit dem „alt werden“. Gefühlt ändert sich alles ab 50+…
      Wobei: es gab einen einzigen Geburtstag, den ich tatsächlich zelebriert habe und das war, als ich volljährig wurde! Schon ewig her… :-D;
      LG

  4. Herzlichen Glückwunsch (nachträglich) zu Deinem Ehrentag, liebe Irit! So schön von deinem Aufenthalt in Paris mit dem „tollen Mann“ zu lesen und nun auch sogar Fotos von Euch Beiden gemeinsam :-). Genial!

  5. Danke für eure Glückwünsche!

    @Barbara: eine Bootsfahrt steht tatsächlich auf meiner Wunschliste. UNd mind. eine Fahrradtour, man kann überall unproblematisch E-Bikes ausleihen und die Radwege in Paris sind echt gut geworden

    1. Liebe Irit,
      schön, wieder von dir und allen Kommentarorinnen zu lesen.

      Ich bin absoluter Parisfan, fahre immer über Karneval jedes Jahr seit mehr als 20 Jahren.

      Ein Tipp: Solltest du Leihräder von Velib benutzen, achte darauf, dass du genug Abstellplätze am Ziel hast.
      Wir sind vom Périoherique gestartet und wollten zentral die Räder abstellen. Die Suche nach gleich drei Plätzen am selben Ort hat nichts gebracht, letztendlich sind wir gestresst irgendwo gelandet, länger, als geplant.
      Und so toll sich Paris Richtung Fahrradstadt entwickelt hat, gibt es doch häufig sehr unübersichtliche Kreuzungen und Streckenverläufe.
      Sprich :Etwas Planung lohnt sich!
      Liebe Grüße von einer eher stillen Mitleserin

      1. Vielen Dank für den Tipp, das behalte ich im Hinterkopf!

  6. Die Katakomben werden mal direkt mit auf die Liste genommen. Sohnmann will nämlich nächstes mit der Mama, also mir, nach Paris. Dann ist das Dior Museum nämlich wieder auf.

    LG Ellen

  7. Und die Bootsfahrt am Canal St Martin und dann auf die Seine, das fand ich ganz schön! Am Canal teilweise dann unterirdisch- spannend (und kühl 🙂)

  8. Oh, meinen Beitrag hat es gar nicht gesendet. Also noch mal:

    Wunderbar, so ein Geburtstag. Ich hab das auch gemacht. Bei mir war es London und das Hotel ein Erlebnis.

    Große Feiern sind vermutlich eher, um Familie und Freunde mal wieder zusammenzubringen , bei mir (und meinem Mann) ist das beide kurz vor Weihnachten keine gute Idee, weil alle reisen müssten und die Hotels in dieser Zeit unfassbar teuer sind.

    Ihr seht sehr glücklich aus und ich finde toll, dass du mal paar andere Sehenswürdigkeiten beschreibst, als man sonst immer liest.

    Ich hab auch mal überlegt, mal für 2 oder 4 Wochen nach Paris zu fahren, um Stadt und Sprache zu intensivieren. Momentan zieht es mich auch noch woanders hin, aber vielleicht wird es noch. Ein neuer Impuls für den Gedanken.

    Die Hitzewelle in Paris gibt mir aber neuerdings zu denken. Leider bin ich empfindlicher geworden, andererseits ist Sommer auch oft brüllend heiß, in Paris waren 2 Grad mehr zur schlimmsten Zeit, ich brauche klimatisierte Zimmer, um da Energie zu haben und erholsam zu schlafen.

  9. In der Pariser Métro beklaut zu werden, scheint häufig vorzukommen. Mir zweimal passiert an einem (!) Tag, einmal von einer Kinderbande (!), einmal von zwei Schwarzen. Zum Glück war beim ersten Mal nur das Geld weg, ich bekam mein Portemonnaiemit allen Papieren aber wieder in die Métro reingeworfen. Beim zweiten Mal wurde der diebische Mensch von meinem Begleiter auf den Bahnsteig rausgeschubst. War sehr heftig und unangenehm.

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Irit Eser
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