Wer erinnert sich noch an das „Retinal-Gate“ im letzten Oktober und November? Kleine Gedächnisauffrischung: es gab diverse Seren u.a. von den Beyers, Junglück, Balea Beauty Expert etc., die „Retinal“ eines bestimmten Rohstoffherstellers verwendet haben. Blöd war, dass sich da wohl „Ungenauigkeiten“ auf dem Datenblatt eingeschlichen hatten, die dazu führten, dass die Retinalkonzentration jeweils kurz vor „ich bin nicht mehr messbar“ lag. Ich war damals sehr erstaunt, den ich kenne die Beyers schon lange und habe oft einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise bekommen, das war immer weit entfernt von „ach ja, schauen wir mal, ob es jemand merkt“.
Lange Rede, kurzer Sinn: das Serum mit „Retinal“ namens Retinol Booster ist unverändert erhältlich und zwar aus gutem Grund. Es enthält nämlich Retinol und einen Retinsäure-Hyaluronsäure-Ester (und übrigens auch Retinal und noch diverse andere Goodies) und ist aufgrund der Wirkstoffkonzentration bestens für empfindliche Haut geeignet. Außer man verträgt Retinol nicht so gut – so wie ich.
Ich habe lange das RetinAID von HighDroxy benutzt, das hat meistens gut geklappt. Nun musste nach der finalen Flasche, meinen Hautdesastern Anfang des Jahres bis zum Frühling und nach dem Sommer eindeutig etwas Neues ran. Schwieriges Kapitel, Geek & Gorgeous vertrage ich eigentlich nie, Niche Beauty Lab war auch ein Fehlversuch (diverese Reviews kommen in zwei Wochen) und ich war drauf und dran, Medik8 zu kaufen. Da erreichte mich eine Nachricht von Robby. Neues Retinalserum.
Ja. Wollte ich.
Aus bekannten Gründen, denn mal abgesehen davon, dass ich einige Inhaltsstoffe nicht vertrage, mag ich die Sachen von den Beyers. Das sind immer gut austarierte Produkte mit tollen Inhaltsstoffen. Und was ich besonders mag: es gibt da keine Neigung zu „mehr ist besser“. Wenn ich mir in den letzten Jahren den Hautpflegemarkt anschaue, staune ich immer wieder. Welche Haut verträgt diese Konzentrationen von potenten Inhaltsstoffen und am besten noch im Layering von unterschiedlichsten Produkten? Offensichtlich nicht so richtig viele, denn das Thema „Hautbarriere stärken“ und so weiter erfreut sich äußerster Beliebtheit. Neben den zahlreichen Beiträgen aller Art zum Thema Ekzeme, periorale Dermatitis und so weiter und so weiter. Man fragt sich, ob die geneigten Benutzerinnen da nicht eventuell einen Zusammenhang erkennen können.
Ich habe für mich einen schlichten Ansatz gefunden (ja, man lernt dazu): die Hautbarriere erst gar nicht stören – dann muss man auch nichts reparieren. Das hat sich in den letzten Monaten bei meiner empfindlichen Haut bestens bewährt. Potente Inhaltsstoffe ja, aber obacht bei der Einsatzstärke. Ich möchte Produkte, die ich ggf. nach einer gewissen Eingewöhnung täglich benutzen kann.
So, nach diesen philosophischen Gedanken zurück zum neuen Retinal Booster. Den gibt es wie immer auf der Website der Beyers zu kaufen (Link) und zwar zum Preis von knapp 50 Euro für 30 ml. Aktuell gibt es ein Einführungsangebot mit 20% Rabatt, das gilt noch bis zum 13.10.25 (bzw. solange der Vorrat reicht).
Ich habe den Retinal Booster schon vorab zum Test bekommen und kann durchaus erstaunliches berichten, zumindest für meine Verhältnisse.
Das Produkt ist relativ flüssig, da es wasserbasiert ist. Ich mag das, fettig-cremige Seren sind nicht mein Ding.

Und wie es sich für Retinalprodukte gehört quittegelb.
Drin stecken 0,04% Retinal, 0,07% Retinol und 0,06% Retinsäure-Hyaluron-Komplex. Retinal und Retinol sind übrigens liposomal verkapselt und außerdem im licht- und luftundurchlässigen Airless-Vakuum-Pumpspender verpackt. So bleibt der Booster auch wirksam.
Ich schrieb vorhin von gut austarierten Produkten, das ist auch hier der Fall. Zusätzlich ist Niacinamid (3%, sehr vernünftig), Ectoin, Panthenol, EGCG (grüner Tee, Antioxidans), Tetraacetylphytosphingosine (Ceramid-Vorstufen) und natürlich Phosphatidylcholine enthalten. Plus ein paar Feuchtigkeitsspender.
Las sich wie eine gelungene Mischung, bei der mir die Haut nicht in Fetzen vom Gesicht fällt.
Ich war natürlich vorsichtig und habe genau einen Pumphub verwendet (nein, viel hilft nicht viel). Am nächsten Morgen: die Haut sah gut aus, keinerlei negative Reaktion. Ich fand aber, dass meine Stirn-Dackelfalten freundlicher aussahen. Zwei Tage Pause, nochmal benutzt, zwei Tage Pause, nochmal benutzt. Keine negative Reaktion, dafür fand ich mich ein kleines bisschen weichgezeichnet.
Ich wurde dann mutig und habe eine Woche lang jeden zweiten Abend benutzt und dann jeden Abend. Sprich: Glycerinspray, Augencreme und dann Retinal Booster vermischt mit meiner SVR Sensifine Hydra-Cream. Fertig.
Das mache ich jetzt seit einer guten Woche und immer noch keine negative Hautreaktion. Eher sehr positive. Offensichtlich ist das eine Konzentration von Retinal und Retinol, die ich bestens vertrage – und die trotzdem wirksam ist. Nein, meine Dackelfalten und meine Zornesfalte werden in diesem Leben ohne Botox plus chirugische Maßnahmen nicht mehr verschwinden. Aber sie sehen deutlich freundlicher aus, zumindest für mich. Genau wie meine übrigen Falten. Ich bin mal sehr gespannt, wie es nach zwei oder drei Monaten aussieht, aber es sieht so aus, als hätte ich endlich meinen RetinAID-Nachfolger gefunden. Und vertrage ihn sogar besser.
Ich weiß, die Produkte von den Beyers sind nicht günstig. Für mich persönlich sind sie aber den Preis wert, sonst würde ich sie nicht seit dreizehn Jahren benutzen. Nicht alle, aber die, die zu mir passen.
Wie ist euer Eindruck?

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