Der erste Beitrag zum Thema unaufgeregte Pflege, die richtig gut ist.
Fangen wir von vorne an: in der Vorbereitung auf das wunderbare Pariswochenende im Juni habe ich den Algorithmus von Instagram sehr bewusst genutzt. Sobald man irgendeinen Beitrag zu einem bestimmten Thema abgespeichert hat oder auf Accounts stöbert, bekommt man Unmengen an ähnlichen Inhalten eingespielt. Angefangen hat das mit Pierre Hermé und dann kamen die Paristipps in unglaublicher Vielfalt und Menge.
Unweigerlich natürlich auch die „Geheimtipps“ aus der Pharmacie, die wirklich alle bekannt waren und die ich allesamt nicht mag. Natürlich schon alles längst ausprobiert, von Biafine (scheußlich beduftet) bis Nuxe Öl (das habe ich vor ungefähr 25 Jahren schon aussortiert). Und dann kam in einem Beitrag eine Creme, von der ich wirklich noch nie gehört hatte. Ja, ich war auch erstaunt, das geht.
Ialuset.
Das war Anfang April und da Dorit Ende April in Frankreich war, musste sie mitbringen. Die Tube mit 100 ml Inhalt für satte 10 Euro.

Als ich sie dann Mitte Mai bekam, hatte ich sie ehrlich gesagt schon wieder vergessen und ging erstmal auf INCI-Suche. Denn diese Creme steht nicht in der Pharmacie rum, sondern man muss sie bei der Apothekerin an der „Theke“ anfordern. Die INCIs sind im Beipackzettel auch nicht wie gewohnt aufgelistet, sondern wie bei pharmazeutischen Produkten. Aber das Internet weiß ziemlich viel und hier sind sie:
Sodium Hyaluronate (0,2%)
Water, Cetearyl Glucoside, Decyl Oleate, Cetearyl Alcohol, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Cetearyl Sulfate, Glycerol, Sorbitol, Sorbic Acid, Methylparaben, Propylparaben, Trisodium Citrate
Die geübte INCI-Leserin erkennt sofort: eine eher altmodische Creme. Im wesentlichen Feuchtigkeitsspender bzw. Pflegendes, altmodische Emulgatoren und Konservierungsstoffe.
Nun ja.
Ich habe dann mit etwas Misstrauen abends zum ersten Mal aufgetragen und das Beste gehofft. Am nächsten Morgen soweit alles ok, keine negativen Effekte. Also weiter benutzt und zwar morgens und abends. Nach einer guten Woche fiel mir beim Waschen auf, dass sich meine Haut richtig schön weich anfühlt. Sie sah auch schön aus. Ich bin dabei geblieben.
Meine Haut fühlt sich immer noch sehr schön an und das ganz ohne Peeling und sie sieht auch „weich“ und strahlend aus. Ich bilde mir auch ein, dass meine Mimikfalten besser geworden sind. Und Pickel oder diese kleinen roten Knübbelchen habe ich auch schon lange nicht mehr gehabt. Was natürlich auch an der Azelainsäure liegen kann (dazu nächsten Montag mehr).
Was man allerdings sagen muss: die Creme ist von der Galenik her nicht sehr elegant. Man hat zuerst einen weißen Schleier auf der Haut, aber der verschwindet sofort. Die Creme ist auch eher „trocken“ vom Finish her, was unter Sonnencreme ganz wunderbar ist. Abends mische ich manchmal einen Tropfen Avocadoöl dazu, je nach Hautzustand.
Insgesamt: diese wirklich einfach formulierte Creme mit der altmodischen Rezeptur bekommt meiner Haut ganz ausgezeichnet. Die erste Tube nähert sich dem Ende, aber natürlich habe ich in Paris in größerem Umfang zugeschlagen:

Wenn ich schlau gewesen wäre, hätte ich vorher noch genauer nachgeschaut. Meiner Meinung nach wird nämlich dieselbe Creme – also das ursprüngliche Produkt – mittlerweile einfach in zwei zusätzlichen Verpackungen verkauft, als Ialuset Pro Family und als Ialuset Pro Repair Sonnenbrand. Die INCIs sind absolut identisch und zumindest bei der Pro Family konnte ich keinen Unterschied bemerken, die andere hatte ich nicht gekauft.
Die Ialuset Pro Derm unterscheidet sich bei den INCIs auch nur durch die doppelte Menge Haluronsäure.

Ich mochte sie nicht im Gesicht, derzeit probiere ich sie als Augencreme. Ist aber eher kein Nachkaufkandidat. Außerdem finde ich die Preisgestaltung frech: die Tube mit einem Viertel des Inhalts hat nämlich denselben Preis wie die große Tube, so teuer ist Hyaluroinsäure nun wirklich nicht. Glaubt man Instagram hat sie wahre Wunderwirkung nach strapaziösen dermatologischen Behandlungen. Das kann ich nicht beurteilen, ich mache so etwas nicht.
Die Plus-Variante ist definitiv nicht für die normale Pflege geeignet, es ist nämlich zusätzlich Silber-Sulfadiazin enthalten. Das hat antibakterielle Wirkung und die Creme ist für infizierte Wunden und ähnliches gedacht.

Macht sich ganz hervorragend auf Mückenstichen, die sich bei mir gerne mal entzünden, oder kleinen Schürfwunden.
Insgesamt: meine unaufgeregte Creme mit toller Wirkung habe ich gefunden und die werde ich weiter benutzen. Keine Experimente mehr, mir gefällt meine Haut derzeit so richtig gut. Und ich mag das Design der Tube.
PS: zwischenzeitlich habe ich schon zwei Freundinnen angesteckt…

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