(Gesund) alt werden: alles schön hier?

(Gesund) alt werden: alles schön hier?

Kennt jemand eine 60-Jährige, die komplett gesund ist?

Ich nicht.

Im Bekanntenkreis im realen Leben gibt es alle möglichen Krankheiten mit unterschiedlichen Schweregraden von unangenehm bis tödlich. Um die häufigsten zu nennen: Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Gluten- und Laktoseintoleranz sind im täglichen Leben nicht sehr schön), Knie und Hüften, menopausale Beschwerden, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs und noch so einiges mehr. Zu meinem eigenen Erschrecken unterhalte ich mich mit Freundinnen immer öfter über Krankheiten und finde es normal.

Ich denke, mir geht es mit Hilfe von moderater Änderung des Lebensstils und Medikamenten relativ gut. Aber man muss mal festhalten, dass ich vor ein einigen Jahren über die diversen Medikamente meiner Mutter gestaunt habe. Der jugendliche Leichtsinn, soweit man mit über 50 noch jugendlich ist. Nun habe ich selbst eine ansehnliche Sammlung. Ich habe zu hohe Blutfettwerte (LDL dank Statin im Griff, schauen wir mal, wann das Medikament für Lipo(a) kommt), eine chronische Krankheit (Adipositas, Wegovy Update kommt noch), seit neuestem wurde noch eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert (darüber mag ich nichts schreiben) und dann natürlich die Menopause mit den mehr oder weniger guten Schlafproblemen. Und dann waren da noch meine Zähne, bei denen das Motto lautet „Retten, was irgendwie zu retten ist“.

Mittlerweile komme ich mir vor wie eine Dauerbaustelle. Und ich bin erst 60. Was kommt da noch hinterher? Bleibt es in etwa so oder kommt es noch viel schlimmer?

Ich weiß, dass das Jammern in einer mehr als komfortablen Situation ist. Lebensbedrohliches habe ich – soweit ich sagen kann – momentan nicht und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist alles eher unangenehm bis „muss man im Auge behalten“. Kein Vergleich mit schweren Erkrankungen. Schön ist es trotzdem nicht.

Ich habe kürzlich über den Tod der Eltern und den Folgen fürs eigene Leben gelesen. Neben der emotionalen und finanziellen Seite ist es schlicht so, dass man als nächstes dran ist.

Ist das jetzt mit 60 erwachsen werden? Wie geht es euch??


14 Kommentare

  1. Guten Morgen Irit und in die Runde,

    bei mir wurden in den letzten zwei Jahren auch zahlreiche Krankheiten festgestellt. Neben Post-Covid/Long-Covid, habe ich Diabetes, zu hohe Blutfettwerte und zu hohen Blutdruck, der dank Medikamenten und gesünderer Lebensführung wieder im normalen Bereich ist. Infolge des Schlaganfalls und der Operation an der Halsschlagader (Carotis-OP) muss ich nun lebenslang Statine nehmen, um weitere Ablagerungen an den Gefäßen zu verhindern, die zu einer erneuten Verstopfung führen könnten. Außerdem muss ich lebenslang Blutverdünner (Aspirin) nehmen, um die Blutgerinnung zu hemmen, um zu Verhindern, dass sich Verklumpungen bilden, die die Gefäße, vor allem die Halsschlagader (wieder) verschließen. Aspirin klingt ja sehr harmlos, hat es aber in sich. Viele ganz „normale Dinge“ wie Ohrlöcher stechen, Tätowierungen aber auch Sportarten mit einem Sturzrisiko sind nun problematisch bis gefährlich, weil durch die gehemmte Blutgerinnung mit starken Blutungen oder im Fall von Stürzen sogar mit inneren Blutungen zu rechnen ist. Selbst Fahrradfahren ist wegen der Sturzgefahr für mich nun eine Risikosportart. Vor allem in Verbindung mit dem Schwindel, an dem ich in Folge der beiden Schlaganfälle häufig leide. Auch Reiten ist gefährlich, vor allem im Gelände. Nun bin ich seit bald 20 Jahren nicht mehr geritten, aber die Vorstellung, nie mehr im schnellen Galopp über Stoppeläcker zu fetzen, ist schrecklich. Also, dieses NIE MEHR WIEDER. Ebenso gefährlich sind Kampfsportarten wegen der Gefahr von Schlägen, vor allem auf den Kopf und Stürzen. Außerdem alles mit schnellen und ruckartigen Richtungswechseln sowie alles, was zu Blutdruckspitzen führen kann: Achterbahnen und sogar Wildwasserbahnen und selbst eher „lahme“ Fahrgeschäfte wie Raupe, wegen der Flieh- und G-Kräfte.

    Aber es hätte mich sehr viel schlimmer treffen können, von daher bin ich trotz alledem froh und dankbar. Ich kann laufen und weiterhin ein selbständiges Leben führen.

    Immerhin sind meine Zähne (noch) in Ordnung.

  2. Auch wenn ich in der Vergangenheit (ganz früher geraucht und in den 40ern zuviel Alkohol, wenn ich mich zurückerinnere) nicht so gesund gelebt habe, bin ich noch ganz zufrieden. Gut, Statine nehme ich auch, aber die machen keine Nebenwirkungen und so bin ich fein damit. Kilos zuviele, aber ich arbeite dran, langsam aber stetig.

    Genetisch scheint alles ok zu sein, mein 12 Jahre älterer Bruder (nie Sport, vor 20 Jahren zuletzt beim Arzt, zu 80 % Ernährung mit Alkohol, Fleisch und Fertiggerichten) hatte beim Komplett-Checkup nur einen Blasenstein und Vitamin-D-Mangel…..Blutwerte wie ein Baby…so auch der Rest der vielköpfigen Nachkommenschaft meiner Uroma, Krebs hatte keiner.

    Zähne brauchte ich jetzt auch ein erstes Implantat, habe aber eine Versicherung.
    Also festgestellt habe ich dadurch – mehrere 1000 Euro – (auch bei anderen), dass ein guter Versicherungsstatus und Erspartes manches im Alter leichter macht, so dass man sich trotz der Sachen, die halt kommen, wenigstens gut behandeln lassen kann.

  3. PS: Bei Klassentreffen stellt man fest, dass einige schon verstorben sind und auch drei gleichaltrige Cousins/Cousinen vom Mann.
    Ein Freund an Hautkrebs. Dann wird man doch wieder sehr zufrieden.

  4. Ich bin 64 und lebe ohne Zipperlein und ohne Medikamente. Meine Blutwerte sind immer top 👍. Wechseljahre was ist/war das?
    Ist es die gesunde Ernährung, der regelmäßige Kraft- und Ausdauersport oder sind es doch die Gene?
    Meine Mutti ist 89 und auch noch sehr agil. Meine Oma ist mit 95 Jahren morgens einfach nicht mehr aufgewacht. So wünsche ich mir mein Lebensende auch.
    Auf jeden Fall bin ich dankbar, dass es mir und auch meinem Mann und Mutti so gut geht.

  5. Hier auch Statine und Blutverdünner wegen Blutfetten und Herz, und sehr heftiges Zeug gegen Osteoporose, das ist wirklich ein Thema für sich.
    Ich bin aber nicht so in meinen Aktivitäten eingeschränkt wie andere, kann Sport machen und mein Leben weitestgehend genießen. Anderen in meinem Alter (65) geht es sehr viel schlechter oder sie sind schon gar nicht mehr da.

    Trotzdem empfinde ich manches als einschränkend, z.B. daß ich besser nicht mehr Fahrrad fahre. Das ärgert mich, obwohl ich jahrelang ohnehin nicht mehr gefahren bin, ähnlich wie bei Aline mit dem Reiten. Und daß man die Nächste in der Reihe ist, ist auch kein schöner Gedanke.

    Aber das Leben ist schön und ich möchte noch lange hierbleiben.

    LG, Wally

  6. Wenn ich mir so durchlese, haben wir ja fast die gesamte Bandbreite. Simone, beneidenswerte Gene…

    Und eins gefällt mir richtig gut: das positive Denken!

  7. Ich bin zwar „erst“ 51 und bei mir ist noch alles wirklich top. Blutwerte, Zähne ( ein paar Füllungen sonst nie was gehabt), ein paar kleine Wehwehchen im Rücken aber sonst… meine Eltern 68 und 72 brauchen auch noch nicht wirklich viel Medikamente und sind super unterwegs. Meine jüngere Schwester hingegen hat schon 2 neue Hüften und 2 neue Schultern und es nimmt kein Ende. Auch sind ihre Blutwerte was Cholesterin betrifft gar nicht gut obwohl sie sich viel gesünder ernährt als ich und definitiv mehr Sport macht. Mein Jammern auf hohen Niveau ist der Wechsel aber sonst kann ich mich nicht beklagen. Hoffe dass bleibt ganz lange so

  8. Ich bin jetzt 65. Die Vorstellung ist irgendwie schlimm denn ich fühle mich überhaupt noch nicht so alt. Es macht mir Angst wenn ich Menschen in meinem Umfeld sehe wie schnell es einem treffen kann. Meine Freundin hat Lungenkrebs. Es sieht nicht gut aus.
    Es hilft nichts. Man muss einfach Glück haben.
    Ich kann nur versuchen mich gut zu pflegen, Gesicht und Körper. Gut zu essen und Sport zu treiben. Dank der HRT habe ich meine Menopausen Probleme im Griff. Der Check im Februar zeigte alle Blutwerte sind bestens. Ein leichter Vitamin D Mangel. Naja, nach dem Winter ist das ok. Mein linkes Knie Problem mit leichter Arthrose habe ich dank Physiotherapie auch wieder im Griff. Ich jogge wieder fast jeden morgen. Langsam aber immerhin. Und die Zähne sind auch noch top. Ich pflege sie aber schon immer regelmäßig seit ich denken kann. Gehe 4 x im Jahr zur Zahnreinigung. Ich glaube, das macht den Unterschied. Kann ich nur jedem empfehlen!
    Ich wünsche allen hier viel Gesundheit und vor allem viel Kraft wenn es einem mal erwischt.

  9. Ich bin 58 und habe ebenfalls zu hohe Blutfettwerte und einen hohen Blutdruck.
    Beides ist genetisch bedingt und ich nehme seit bestimmt schon fast 30 Jahren Blutdrucksenker und seit einem Jahr auch Statine.
    Außerdem habe ich noch eine Autoimmunerkrankung.
    Trotzdem geht es mir sehr gut und ich bin dadurch nicht eingeschränkt.
    So darf es noch ein paar Jahrzehnte bleiben.

  10. Ich bin 68 Jahre und nehme nur Jodid und Calcium/ Vitamin D3. Blutwerte und Blutdruck sind unauffällig.
    Wir sind eine Reiterfamilie und diesen tollen Sport kann ich auch nicht mehr gut ausüben. Nach einem schweren Bandscheibenvorfall habe ich leider Gefühlsstörungen in Fuß und Wade behalten. Meine ältere Tochter hat mein Pferd übernommen und so reite ich nur noch selten. Das war mein allerliebster Sport über 30 Jahre und es tut mir immer noch weh.
    Nun mache ich seit ca 10 Jahren Kraft/Ausdauer im Gym.
    Außerdem gehe ich gerne Tanzen.
    Wenn ich die gesundheitlichen Baustellen meiner jüngsten Tochter sehe , ( gleich vier Autoimmunkrankheiten einschließlich MS) dann möchte ich mich wirklich nicht beschweren.
    Meine geschiedenen Eltern leben mit 90/ 91 Jahren immer noch und sind zumindest geistig fit. Auch ein Segen!

    Irgendwann werde ich neue Hüften brauchen, aber ich trainiere dagegen an,solange es geht.

    Mir ist wichtig , dass ich noch lange meine kranke Tochter unterstützen kann und mich am Aufwachsen meiner Enkelkinder erfreuen kann!

  11. Durch eine kürzliche akut lebensgefährliche Erkrankung meines über 80-jährigen Vaters habe ich gerade sehr unmittelbar erlebt, wie schwierig es sein kann, in diesem Alter wieder auf die Beine zu kommen. Er hat es zum Glück gut geschafft – und wir konnten die letzte Woche sogar zusammen im Sommerurlaub verbringen.

    Dabei habe ich aber auch gesehen, wie viel das richtige Umfeld ausmacht. Gute medizinische Versorgung, Menschen, die sich kümmern und organisieren, aber eben auch das nötige Kleingeld können vieles erleichtern und ein Stück Lebensqualität und Selbstständigkeit erhalten.

    Das hat meinen Blick auf meine eigene Zukunft verändert. Ich bin 50, habe eine gut eingestellte Autoimmunerkrankung, eher zu niedrigen Blutdruck und nehme neuerdings Statine – insgesamt also nichts Dramatisches. Aber ich habe keine Kinder und kann deshalb nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass später jemand da ist, der sich kümmert, organisiert oder Entscheidungen mitträgt.

    Gesundheit lässt sich nicht planen und schon gar nicht kaufen. Aber ich kann heute finanziell anders vorsorgen, damit ich mir später Unterstützung und Komfort leisten kann. Das war mir vorher zwar theoretisch klar – durch die letzten Wochen ist es sehr konkret geworden.

  12. Ich bin 62 und abgesehen von Sportverletzungen bin ich kerngesund – ehrlich gesagt habe ich mich nie besser gefühlt. Ich fahre Ski, rudere viel und ausgiebig, mache Yoga und fahre viel Rad. Ich bin zutiefst dankbar dafür, komme aber auch aus einer gesunden und langlebigen Familie.

  13. Ich will auch nicht meckern, ich nehme zwar neuerdings auch Statine und Tabletten wegen Hashimoto, aber ansonsten geht’s eigentlich.
    Ich habe mir jetzt so eine Rentnertablettendose mit Fächern für morgens und abends gekauft , aber wenigstens in Regenbogenfarben🥳.
    Die üblichen Zipperlein wie Rücken, Hüfte und Knie halte ich mit viel Sport im Zaum. In meinem Studio gibt es jetzt Boxkurse, das mache ich jetzt seit ein paar Wochen, macht Spaß.
    Zähne sind auch so ein Thema, ich habe schon seit ca. 45 Jahren ungefähr 10 Kronen und hoffe, dass die jetzigen möglichst bis zum Lebensende halten. Seitdem ich 3 bis 4x im Jahr zur Zahnreinigung gehe und artig abends diverse Bürstchen benutze, ist auch wirklich alles in Ordnung, keine Parodontitis mehr.

    1. die Rentnertablettendose habe ich auch 🙄

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Irit Eser
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