Träume, Wünsche und Besitz

Anfang des Jahres las ich auf einem anderen Blog (den ich übrigens sehr empfehlen kann: wo ist Philipp?) über Wunschträume und die Umsetzung in die Realität. In seinem Fall ging es um eine Berghütte, die Erinnerung an wunderschöne Zeiten dort – und einen Realitätscheck.

Angefangen bei der (nahezu unmöglichen) Finanzierung des Traums, einer kurzen Reflektion über das tatsächliche Leben dort und auch die Auswirkung auf die Umwelt. Ich musste erst grinsen, fühlte mich dann ertappt und Gedankenspiele aus den letzten dreißig Jahren waren sofort wieder präsent.

Mein persönlicher Traum wäre ein kleines Haus auf dem Cap d’Antibes. Ich liebe die Provence – ist aber halt auch ein bisschen ländlich. Antibes, die Côte d’Azur, mit Nizza, Cannes und Juan-les-Pins direkt nebenan, das unglaublich blaue Meer vor der Tür und die Meeresalpen im Rücken. Ja, so sieht das Paradies aus.

Naja, was man halt in Urlaubslaune für das Paradies hält. Tatsächlich könnte ich in absehbarer Zeit dorthin ziehen und zumindest eine Wohnung mieten. Im Zweifel könnte ich sogar hier und da noch in einem Projekt mitarbeiten (der modernen Technik sei Dank). Aber will ich das? Nö.

Den Traum vom Haus am Sehnsuchtsort hatte wohl jeder schon mal. Mal abgesehen von finanziellen Restriktionen (und wenn möchte ich etwas Schönes!) ist es für meinen Geschmack unpraktisch und eine Belastung. Wie will man sich um etwas kümmern, das 1300 – 1800 km entfernt ist? Ständig hinfahren? Es gibt schließlich ein Leben in der angestammten Umgebung. Und was soll ich allein dort machen? Ohne Kinder, den tollen Mann, meine beste Freundin? Und ohne Tanzunterricht????

Ach ja, schöne Träume.

Wobei… ich habe mir fest vorgenommen, zumindest mal drei bis fünf Monate in Südfrankreich zu verbringen. In zwei Jahren macht das kleine Kind Abitur und wird flügge – und ich dann auch. Mal schauen, wie das dann tatsächlich wird, klappt oder auch nicht. Aber in Gedanken packe ich meine Francesca schon voll…

…mache das Dach auf…

…und fahre los. Vermutlich ohne Beifahrerin.

17 Meinungen zu “Träume, Wünsche und Besitz

  1. Ich hatte diese Chance sogar mal. Willst du wissen, wie es war?

    Ein kleiner uralter malerischer Ort zwischen Nizza und Cannes und ich hatte zusammen mit einer Cousine von einer Tante ein kleines Haus geerbt, das sie nicht wollte. Wir haben versucht, es zu ganz kaufen, aber es war ein absoluter Albtraum. Mir war es schon mal nicht möglich, eine Grundbucheintragung zu bekommen, um das hier zu finanzieren, weil das dort keine Pflicht ist/war und die Behörden das trotz mehrmaliger Bitte und Aufforderung nicht gemacht haben und dann ging das hier nicht. Sobald man dort was mit öffentlichen Organen zu tun hat, kann man vergessen, was man hier gewohnt ist, zumindest ist das meine Erfahrung. Es gab ständig neue und für mich unlösbare Probleme und irgendwann sah ich ein, dass das nicht funktionieren wird. Das hatte mehrere Gründe, auch in der beauftragten Anwaltskanzlei meiner Tante, die ganz offensichtlich das Haus selber zu einem ganz anderem Verkehrspreis verkaufen wollte und an denen ich nicht vorbei kam, trotz eigener Anwältin mit Spezialisierung auf Frankreich, deren Kosten sich rasant erhöhten. Irgendwann gab ich auf. Ich bin der Meinung, wenn einem etwas solche massiven Steine in den Weg legt, ist es nicht dein Weg. Das ist bei Beziehungen so, bei der Arbeit, aber auch hier. Wenn der Weg nicht zur eigenen mentalen Ausstattung passt und die Probleme unlösbar werden, wird man in aller Regel damit auch in Zukunft nicht glücklich. Meine Erfahrung.

    Im Nachhinein war ich oft froh und habe es ab und zu bedauert. Zum einen waren da die Waldbrände und Einbruchsserien, zum anderen hätte ich mich hier aus der Entfernung um ein Haus und die Probleme damit kümmern müssen, es hätte Kosten nach sich ziehen können, Termitenbefall usw. Zum anderen habe ich gemerkt, dass mich Besitz auch mental belastet, man muss sich kümmern.

    Vermutlich wäre es anders, wenn ich dort gleich hätte leben können, aber das war aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Ich hoffe sehr, eines Tages mal die Frau kennenzulernen, die dir das Haus vermietet (Nick ist mir leider entfallen), denn das hat ja offensichtlich funktioniert.

    Mitunter ist Loslassen einer Chance auch Glück. Zu meiner Person passte das auch gar nicht, aber es gab die Chance und die Gegend ist traumhaft, also habe ich es versucht.

    Mir ging es später mit London so wie dir. Es ist da einfach unbezahlbar, aber wir haben seither jedes Jahr im Sommer einen wochenlangen Urlaub dort gemacht und planen in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit. Und was soll ich sagen: es befriedigt genauso.
    Es ist mittlerweile, als würden wir ins Wochenendhaus fahren. Dort ist es sofort vertraut und ich kann loslassen, sobald ich in der Tube bin.
    Ein paar Monate da zu sein ist was, was ich mir für den Renteneintritt überlege, aber bis dahin habe ich noch paar Jahre und möglicherweise zieht es mich dann woanders hin.

    Ich mache mir momentan auch Gedanken über die Hitzewellen im Sommer, die sich zu den gewohnten Temperaturen addieren. Auch London ist unfassbar heiß im Sommer. Wir hatten einige Male 39 Grad im Schatten und obwohl ich Hitze immer geliebt habe, kommt mein Körper seit paar Jahren damit leider weniger gut zurecht. Vielleicht ist es gut, flexibel zu bleiben. Es gibt noch so viel Tolles zu erleben, wenn das noch nicht besetzt ist, ist das auch Freiheit, die einem auf andere Art gut tut. 🙂

    1. mir gefällt das mit dem mentalen Belasten. Ich träume momentan davon, irgendwo zu sein, wo es still ist, im Wald nach einem Regenschauer, wenn die Vögel jubilieren und ich ganz alleine bin „ich träume mich weit weg, von wo ich bin und dann wieder nicht. Ich werde auch den ganzen Besitz irgendwann verkaufen und das Geld sicher anlegen (falls das geht 😂) und nur noch das machen, worauf ich Bock habe. Windhauch Windhauch, alles ist Windhauch wohin ich geh, wo ich war Windhauch so ist es

  2. Ich träume von einer Auszeit in Palm Springs (Kalifornien).
    Für mich wirklich ein magischer Ort. Irgendwo im nirgendwo.
    Mitten in der kalifornischen Wüste befindet sich diese Oase.
    Die Sonnenauf- und untergänge sind traumhauft schön, dazu das Licht, die (teilweise schneebedeckten) Berge im Hintergrund, palmengesäumte Straßen, blau glitzernde Pools…
    Ich war allerdings nur im „Winter“ dort. Temperaturen dann tagsüber nur bei 30 C.
    Im Sommer kratzen sie dicht an der 50 C Marke.
    Aber ich kann ja im Winter fahren und mir dort eine Auszeit gönnen 🙂
    Das ist wirklich mein Traum.
    Außerdem gefällt mir der entspannte amerikanische way of living.

    Was wäre wir ohne unsere Träume.

    Träumt Euch durch den Tag !

  3. Mir ging’s mit einem geerbten Haus in Griechenland so ähnlich wie Iridia in Frankreich. Widerstände überall, Behörden hier und da, kein Eintrag ins Grundbuch möglich, dann die Behauptung von griechischer Seite (Notar), das Haus wäre nur für die Lebenszeit der ursprünglichen Besitzerin verkauft gewesen und ähnlicher barer Unsinn. Mit anderen Worten, ich habe aufgegeben und bin im Nachhinein froh darüber. Es sollte einfach nicht sein und war nicht mein Weg. Jetzt träume ich von einem Haus am See, am liebsten Lake Tahoe, und freue mich derweil an meiner pflegeleichten Wohnung. Manchmal sind die Träume sowieso besser als die Realität.

    LG, Wally

  4. Mein Traum ist es, einer/m fähigen und kreativen Inneneinrichter/in zu begegnen und einen Innenausbau nach meinen Wünschen zu starten, einmal im ganzen Haus plus Anbau für Pool und Fitness, das Ganze ohne nachzurechnen, ob man bei einem Verkauf das Geld wieder halbwegs hereinbekäme. Auch für einen begeisterten Gärtner hätte ich Verwendung. Zuvor wäre es nicht schlecht, die Lottozahlen für den Höchstgewinn im Voraus zu wissen.

    Ansonsten Oahu, und für den Lebensabend Vancouver – denn dahin hat gleich mehrere, ganz alte Freunde aus Studienzeiten in Übersee hin verschlagen.

  5. Mein Traum sind Menschen. Wenige Menschen, die in Spaziergangnähe da leben, wo ich lebe. Die das Fleisch, das sie (vielleicht) essen werden, selbst halten, und ihr Gemüse selbst anbauen und miteinander teilen. Menschen, die leise sind, ihren Rasen selten mähen, die Hecken behutsam schneiden und Nistkästen aufhängen. Die nicht immer mehr wollen. Von allem. Die nicht immer Neues brauchen. Die Dinge reparieren können. Die sichtbar füreinander sind und offen und verletzbar und echt. Die eine ordentliche Portion Spiegelneuronen besitzen.

    In der Ostsee steht gerade die kleine dänische Insel Langö zum Verkauf, 8,3 Hektar mit einem einzigen Haus drauf, 1,34 Millionen Euro. Das wäre eine Alternative… 😉

  6. Liebe Irit, da gehen wohl Spekulationen über deinen Blog bzw. dessen Schließung (und den der Schminktante) durch irgendwelche „Foren“. Wurde gerade beim MMW beim Konsumkaiser erwähnt. Nur mal so, falls es dich interessiert. LG!

  7. Mein Traum ist in einem SUPER, MEGA, HYPER modernem (viel Glas) tiny Haus am Wasser (wo, ändert sich oft) zu leben. Doch ob das einer Realität entspricht weiß ich auch nicht. Relativ machbar, doch so sehr ich das Wasser liebe, ich bin gerne auch in der Stadt. Gehe gerne shoppen, bummeln, Kaffeetrinken, sehe gerne andere Menschen. Wir überlegen uns für die letzten Arbeitsjahre nach Washington DC zu ziehen und uns dort eine klitzekleine, super schicke Wohnung zu kaufen. Mein Wohnraum ist mir wichtiger als WO ich eigentlich wohne, glaube ich. Wir würden die Autos verkaufen und uns an Kultur sättigen. Das ist 100% machbar, und meine Schwester wohnt in der Nähe. Wer weiss…ich noch nicht ganz. Ich will kleiner, aber toller wohnen und viel reisen können. Mal gucken, ich finde offen zu sein ziemlich spannend.

    1. Das kann ich nachvollziehen, also dieses kleiner, aber toller. Neu wohnen ist auch ein anderes Lebensgefühl und macht wieder frisch für Aufmerksamkeit und gestattet, neue Facetten von sich auszuleben.

  8. Mein Mann und ich sparen an unserem Traum. Wir sind beide begeisterte Segler und verbringen unsere Urlaube immer auf dem Wasser. In 10 Jahren wollen wir eine Segelyacht kaufen (nicht finanzieren oder ähnliches) und damit ein Jahr um die Welt segeln. Wenn es soweit ist frag ich dann gerne nochmal nach der besten Skincare-Routine dafür 😄

  9. Ich möchte bitte auch mit Beate und Karin in das Dorf. Ich würde dem Traum gern noch eine wilde Wiese mit Instekten und Blumen hinzufügen.

  10. Ich würde sehr gerne in Venedig leben, und einmal im Monat für eine Woche zurück, um dann all die Termine wahrzunehmen, die nicht vis Skype pp möglich sind…. oder am gardasse …

Schreibe einen Kommentar zu Jule Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.