Eine Frage der Zeit…

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… bis Amazon anfängt im milliardenschweren Beautymarkt mitzumischen.

Heute morgen bei den News entdeckt: es gibt eine Amazon-eigene Pflegeserie namens Belei. Bisher wohl nur bei amazon.com (Link). Die Seite ist echt nett gemacht und ich habe mal kurz durchgescrollt. Zu jedem Produkt gibt es bei den Fotos die INCIs, alle Produkte sind ohne Duftstoffe und die kleine, aber feine Auswahl ist nicht schlecht. Vermutlich kommt da demnächst noch einiges mehr.

Das wird eine harte Konkurrenz sowohl für die „alten“ Kosmetikmarken, aber durchaus auch für die kleinen Firmen, die ich im Normalfall bevorzuge. Eine spannende Entwicklung, die sich aber auch merkwürdig anfühlt. Ich habe bei Original Copy einen interessanten Beitrag gelesen, der genau da reinpasst (Link). Ich glaube, da wird sich eine ganze Industrie ganz gewaltig ändern.

Es ging ja auch schon los. Früher habe ich mir in der Parfümerie einen schönen Cremetopf gekauft. Irgendwann stieß ich auf Paula’s Choice und alles änderte sich. Mit der Digitalisierung kann man mittlerweile alles kaufen, in meinem Bad tummeln sich „Nischenmarken“ (HighDroxy, Beyer, Cicé, Teoxane, Instytutum und so weiter), natürlich Paula, ein paar Produkte von den großen Konzernen und natürlich koreanische Produkte (wer hätte das vor fünf Jahren benutzt?).

Ich bin ja eher pflegeorientiert, bei dekorativer Kosmetik ist es ja noch extremer. Wenn ich mir die Flut an bunten Lidschatten anschaue, Erfolge wie von Colourpop und natürlich Kylie Jenner (Milliardärin mit Lippenstiften muss man erstmal schaffen), Fenty Beauty, Pat McGrath und so weiter.

Ich fühle mich an Zeitschriften und Blogs, Instagram und CO erinnert. Mal schauen, ob es eine friedliche Koexistenz gibt – oder nicht. Bei Digitalisierung gilt: the winner takes it all. Siehe Google und Co. Mal schauen, wie der Beautymarkt in ein paar Jahren aussieht.

Auf jeden Fall wird die Pflege ausprobiert, sobald sie nach Deutschland kommt.

*Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist alles von (unbeauftragter) Namens- bzw. Markennennung bis zu bezahlten Kooperationen als Werbung zu kennzeichnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier

11 Kommentare

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…ich fühle mich langsam überfordert… :-(
Glaubwürdige Beautytester, die fröhlich in den Produktheuhaufen springen und mit ein paar Nadeln wieder auftauchen, werden langsam unverzichtbar. Fast alle (!) Hauthelfer, die für die tägliche Routine auf meiner Badablage stehen, habe ich auf Empfehlung kennen- und schätzen gelernt. Zu amazon pflege ich ein wohldosiertes Misstrauen und checke alle Infos zwei- bis dreimal gegen, bevor ich „in den Einkaufswagen“ klicke…

Ich finde das sehr interessant. Ich verstehe den Zwiespalt, man will vielleicht nicht gerade Amazon noch reicher machen, aber wenn die Sachen was taugen sollten, würde ich das auch kaufen, falls ich sowas suche.
Da ich schon fast überall Sodium Lauryl Sulfat gefunden habe und darauf achte, seit ich es damals als Grund für Haarausfall und Zahnfleischbluten in Verdacht habe, spricht mich selbst sehr an, dass es dort nirgends drin sein soll. Aber mal sehen. Es wird auch hier eine Preis-Leistungs-Frage sein.

The Original Copy lese ich auch und ich kann Für und Wider nachvollziehen, allerdings scheint mir Swantje auch eher der Typ der kleinen, Tierversuchsfreien teuren Marken zu sein. Ich verstehe aber auch, honorieren zu wollen, dass die Firma neue Wege geht und weg von dem, was dem Mutterkonzern immer vorgeworfen wird. Wenn das nicht im Interesse der Kunden ist, weiß ich auch nicht weiter. Ob es konsequent genug für einige ist, die Frage steht aber sicher. Mir gefällt schon mal, dass sich hier Fragen stellen – wie bei Amazon auch. Ich hoffe einerseits, dass es sich als Schrott erweist, andererseits das Gegenteil.

wir werden es herausfinden…

Amazon sehe ich auch zwiespältig, aber wie bei allem: die gesunde Mischung macht es. Bücher kaufe ich bei meiner Buchhandlung um die Ecke, aber bei Technik aller Art inkl. Kabel finde ich es gut.

Ich werde garantiert keine Hautpflegeprodukte bei Amazon kaufen. Es geht mir gegen den Strich, dass dieser Laden immer mehr Einfluss auf unser Leben nimmt. Ich will nicht ausgehorcht werden, ich will nicht durch gekaufte Beurteilungen manipuliert werden. Und ich möchte, dass die Einkaufsvielfalt sich bei uns nicht noch weiter reduziert, weil kleine Geschäfte konkurrenzunfähig gemacht werden und dann schließen müssen.

Was ich interessant finde: auch in den USA scheint das noch nicht ausgeliefert zu sein, ich hab kein einziges Review gefunden, das dafür spricht. Ich denke, die Reaktionen werden zeigen, ob sie überhaupt weltweit vertrieben werden. Wenn mehr Rücksendungen kommen als es Geld bringt, wird das sicher nicht weiter verfolgt. Der Beautymarkt ist nicht ganz einfach und gerade der einfache und für viele routinierte Rücksendeservice dort könnte sich als Problem erweisen. Vielleicht nicht gleich beim ersten Produkt, aber später schon. Andererseits las ich gestern, dass Amazon mit Eigenmarken bisher kein Glück hatte. Ich meinerseits wusste nicht mal, dass die welche haben.

Gut finde ich halt auch, dass man sich hier später durch viele Eindrücke lesen kann.

ich habe einige Elektroniksachen von Amazon Basics, also Kabel, Adapter und so ein Zeug – ist günstig und funktioniert (auch mit Apple…) prima. Ansonsten wusste ich das mit den Eigenmarken auch nicht.

Die Beautysachen kommen glaube ich erst Ende des Monats raus

ich denke, man kann prima eine gemischte Strategie machen wie oben beschrieben – halt einfach nicht jeden Mist bei Amazon bestellen

Ich nutzecAmazon um ein paar Dinge zu kaufe (meist Musik, Haushaltskleingeräte oder kleine Geschenke), ich nutze aber bewusst diese ganzen Zusatzdienste wie Prime, Alexa und Fire und was auch immer nicht. Diese Politik geht mir z.B. bei Google genauso gegen den Strich. Mir zuviel Einfluss, man wird zu schnell gläsern. Allerdings muss man halt aktiv gegensteuern. Den meisten Leuten scheint das zuviel Mühe zu sein.

Alexa finde ich auch grauselig, aber Prime und den Fire TV-Stick benutze ich. Mein TV ist etwas älter und kann nicht von alleine WLAN. Und es funktioniert. Kindle habe ich schon lange wieder abgeschafft.

Digitale Unternehmen funktionieren nach anderen Marktregeln – da gilt: „the winner takes it all“. Wenn man das Internet nutzt, führt kein Weg um die Datenspeicherung herum. Die Frage ist halt immer, wie viel man tatsächlich selbst verhindern kann. Ich glaube nicht sehr viel. Ich habe kürzlich in einem Marketingprojekt gesehen, was alles geht. Da wird einem irgendwie übel. Ist aber andererseits auch faszinierend.

Nun ja, falls mal jemand in meine Datenschutzerklärung schaut: ich habe das hier minimiert, zumindest ich weiß nicht, woher ihr kommt, wohin ihr geht und überhaupt – ich nutze nämlich kein Google Analytics, sondern zähle nur die Seitenaufrufe mit einem Tool, das auch keine IP-Adressen speichert.

Danke, das ist toll zu wissen. Manchmal denke ich wir sind alle bereits Teil eines Sci-Fi-Films…

Mein TV kann (zum Glück) auch kein WLAN, ich lebe noch. ;-)

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